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Wimpernkleber ist ein schnell härtender Klebstoff auf Cyanacrylat-Basis, der künstliche Wimpern dauerhaft an den eigenen Wimpern fixiert. Cyanacrylat ist derselbe Wirkstofftyp, der auch in Sekundenklebern steckt. Er härtet innerhalb von Sekunden aus, sobald er mit der Luftfeuchtigkeit in Kontakt kommt – deshalb spielt das Raumklima bei der Anwendung eine grosse Rolle. Während des Aushärtens entstehen Dämpfe, die Augen und Schleimhäute reizen können. Aus genau diesem Grund bleiben die Augen bei der Behandlung die ganze Zeit geschlossen, und der Kleber darf nie mit der Augenoberfläche in Berührung kommen [1].
Die eigentliche Verklebung findet ausschliesslich auf der Naturwimper statt, nicht auf der Haut oder dem Lidrand. Eine Behandlung dauert je nach Technik bis zu zwei Stunden, und das Ergebnis hält in der Regel drei bis vier Wochen, bis die künstlichen Wimpern mit dem natürlichen Wimpernwechsel ausfallen [1].
Wichtig: Die Beschreibungen in diesem Artikel beziehen sich auf die in der Schweiz übliche Praxis der Wimpernverlängerung mit Einzel- oder Volumenwimpern. Produkte, Rezepturen und Abläufe unterscheiden sich je nach Hersteller und Studio – Trocknungszeit, Inhaltsstoffe und Pflegeempfehlungen können daher variieren.
Den besten Halt bietet kein bestimmtes Einzelprodukt, sondern ein Kleber, der zur Technik, zum Raumklima und zum Wimperntyp passt. Wer nach „dem besten Wimpernkleber" sucht, sollte deshalb weniger auf Markenversprechen achten als auf die Bedingungen, unter denen ein Kleber zuverlässig aushärtet. Da Cyanacrylat über die Luftfeuchtigkeit reagiert, beeinflussen Temperatur und Feuchtigkeit im Raum den Halt unmittelbar.
Folgende Faktoren entscheiden mit, wie gut und wie lange eine Wimpernverlängerung sitzt:
Wichtig ist also das Zusammenspiel: Ein Kleber, der bei einer Person und in einem Studio gut hält, kann unter anderen Bedingungen schlechter funktionieren. Die Auswahl und Verarbeitung gehören deshalb in fachlich geschulte Hände – auch, weil der Umgang mit den Dämpfen und die Anwendung nahe am Auge Erfahrung und hygienische Bedingungen voraussetzen [1].
Wimpernkleber kann Reizungen, allergische Reaktionen und Augenentzündungen auslösen – vor allem, wenn er mit der Augenoberfläche oder der Haut in Kontakt kommt. Augenärztliche Fachgesellschaften nennen als mögliche Risiken einer Wimpernverlängerung Verletzungen oder Infektionen von Lid und Hornhaut, allergische Reaktionen auf den Kleber sowie einen vorübergehenden oder dauerhaften Wimpernverlust [1].
Eine häufige Ursache von Beschwerden ist das Cyanacrylat selbst, das eine allergische Kontaktdermatitis auslösen kann. Hinzu kommt ein Inhaltsstoff, der oft unterschätzt wird: Formaldehyd. Es kann als Konservierungs- beziehungsweise Reaktionsprodukt im Kleber enthalten sein, gilt als krebserregend und kann allergische Reaktionen begünstigen. Eine Laboranalyse von 37 Wimpernklebern aus den USA wies Formaldehyd in 15 der 20 untersuchten Profi-Kleber (75 %) nach, obwohl keiner dieser Kleber Formaldehyd als Inhaltsstoff deklariert hatte [2]. Das zeigt: Auf die Zutatenliste allein ist nicht immer Verlass.
Gelangt Kleber oder Entferner direkt ans Auge, sind Entzündungen möglich. In einer japanischen Untersuchung an 107 Frauen, die wegen Beschwerden nach einer Wimpernverlängerung eine Augenklinik aufsuchten, waren eine Keratokonjunktivitis – eine gleichzeitige Entzündung von Hornhaut und Bindehaut – sowie eine allergische Blepharitis (Lidrandentzündung) die häufigsten Befunde; betroffen waren 64 beziehungsweise 42 der Frauen [3]. Diese Zahlen stammen aus einer Gruppe, die bereits mit Beschwerden in die Klinik kam, und sagen nichts über die allgemeine Häufigkeit aus – sie verdeutlichen aber, welche Beschwerden typisch sind.
Auch Beschäftigte, die regelmässig mit diesen Klebern arbeiten, sind betroffen. Eine systematische Übersichtsarbeit kommt zum Schluss, dass Personen, die beruflich häufig mit kosmetischen Acrylat-Klebern umgehen – etwa beim Anbringen von Wimpern oder Nägeln – ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Kontaktallergie haben; für einen der Acrylat-Wirkstoffe (HEMA) fand die Arbeit ein rund neunfach erhöhtes Risiko gegenüber nicht exponierten Personen [4].
Sicherheitshinweis: Rötung, Schwellung, Juckreiz, tränende Augen, Schmerzen oder Lichtempfindlichkeit nach einer Wimpernverlängerung sind Warnzeichen. Lass die Wimpern dann zeitnah entfernen und kläre die Beschwerden augenärztlich oder hautärztlich ab – Reaktionen können sich bei jedem Auffülltermin verstärken [1].
Einen garantiert allergiefreien Wimpernkleber gibt es nicht. Auch Produkte, die als „hypoallergen", „sensitiv" oder „latexfrei" beworben werden, enthalten in der Regel weiterhin Cyanacrylat oder andere Acrylate und können Reaktionen auslösen. Da Inhaltsstoffe zudem nicht immer vollständig deklariert sind, lässt sich aus der Verpackung allein keine sichere Verträglichkeit ableiten [2].
Was die Belastung verringern kann: Kleber mit geringerer Dampfentwicklung („low fume") sind für manche Menschen angenehmer, schützen aber nicht vor einer echten Allergie. Wer bereits auf Sekundenkleber, Acrylnägel oder Pflaster allergisch reagiert hat, sollte das vor der ersten Behandlung ansprechen und die Eignung im Zweifel hautärztlich abklären lassen. Für Personen, die Kleber generell nicht vertragen, ist ein Wimpernlifting eine Alternative – dabei werden die eigenen Wimpern ohne Verlängerung in Form gebracht und es kommt kein Wimpernkleber zum Einsatz.
Eine Wimpernverlängerung wird am sichersten im Studio mit einem speziell abgestimmten Remover gelöst. Das eigenständige Entfernen direkt am Auge birgt Verletzungs- und Reizungsrisiken, weil dabei leicht Lösungsmittel ans Auge gelangt oder an den Naturwimpern gezogen wird. Tritt ohnehin eine Reaktion auf, gehört das Entfernen ärztlich begleitet [1].
Fachlich werden meist ölbasierte oder speziell formulierte Remover verwendet, die das Cyanacrylat aufweichen, sodass sich die künstlichen Wimpern lösen, ohne die eigenen auszureissen. Ölhaltige Make-up-Entferner können die Verklebung ebenfalls anlösen – sie sollten aber nur auf dem Lid und den Wimpern, niemals im Auge angewendet werden. Wer unsicher ist, lässt das Entfernen besser im Studio vornehmen, statt zu Hause zu experimentieren.
Eingetrockneter Wimpernkleber lässt sich aus Textilien meist mit acetonhaltigem Nagellackentferner lösen, da Aceton Cyanacrylat aufweicht. Weil nicht jeder Stoff Aceton verträgt und manche Farben ausbleichen, solltest du zuerst an einer verdeckten Stelle testen. So gehst du vor:
Bei empfindlichen oder hochwertigen Stoffen (etwa Seide oder Wolle) ist Vorsicht geboten – im Zweifel ist eine professionelle Textilreinigung der sicherere Weg.
Wimpernkleber wird kühl, trocken, dunkel und dicht verschlossen aufbewahrt. Weil Cyanacrylat mit der Luftfeuchtigkeit reagiert, verliert ein geöffneter Kleber relativ schnell an Klebkraft, wenn Luft eindringt – die Flasche sollte deshalb nach jedem Gebrauch fest verschlossen werden. Eine Lagerung im Kühlschrank ist nicht ratsam, da die Tematurwechsel beim Herausnehmen Kondenswasser in der Flasche bilden und den Kleber vorzeitig aushärten lassen können. Massgeblich ist immer die vom Hersteller angegebene Haltbarkeit; geöffnete Produkte sind nur begrenzt verwendbar.
Entscheidend sind hygienische Bedingungen, ein Vorgespräch zur Verträglichkeit und ein offener Umgang mit möglichen Reaktionen. Augenärztliche Fachstellen empfehlen, eine Wimpernverlängerung von einer fachlich geschulten Person in einem sauberen Umfeld anbringen zu lassen und auf die verwendeten Kleber und deren Inhaltsstoffe zu achten [1]. Eine Wimpernverlängerung ist eine kosmetische Behandlung – sie gehört in ein Kosmetikstudio, nicht in die Selbstanwendung mit Profi-Kleber am eigenen Auge.
Auf truVuna findest du Kosmetikstudios in deiner Nähe. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt, um Verträglichkeit, Pflege und Ablauf vorab zu besprechen. Treten nach der Behandlung Rötungen, Schwellungen, Juckreiz oder Schmerzen am Auge auf, ist eine augenärztliche oder hautärztliche Abklärung der richtige Schritt – nicht das Studio.
Hält Wimpernkleber bei jeder Person gleich lang?
Nein, die Haltbarkeit ist individuell verschieden. Wie lange eine Wimpernverlängerung sitzt, hängt vom verwendeten Kleber, vom Raumklima bei der Anwendung, vom eigenen Wimpernwechsel und von der Pflege ab. In der Regel hält das Ergebnis drei bis vier Wochen, bis die künstlichen Wimpern mit den ausfallenden Naturwimpern verloren gehen [1]. Wer in den ersten Stunden Wasser, Öl und Reiben meidet, unterstützt einen guten Halt.
Kann ich Profi-Wimpernkleber zu Hause selbst anwenden?
Von der eigenständigen Anwendung von Profi-Wimpernkleber für Extensions wird abgeraten. Der Kleber härtet in Sekunden aus, gibt reizende Dämpfe ab und darf nicht ans Auge gelangen – die Anwendung erfolgt deshalb bei geschlossenen Augen durch eine zweite Person [1]. Klebstoff für temporäre Wimpernbänder aus der Drogerie ist ein anderes Produkt, aber auch hier gilt: vorsichtig dosieren und nicht ins Auge bringen.
Was tun, wenn Wimpernkleber ins Auge gelangt?
Spüle das Auge sofort mit reichlich Wasser oder einer Augenspülung aus und suche zeitnah augenärztliche Hilfe. Cyanacrylat kann an der empfindlichen Augenoberfläche Reizungen oder Entzündungen verursachen, und schon kleine Mengen reichen aus [1, 3]. Reibe nicht am Auge und versuche nicht, verklebte Lider mit Gewalt zu öffnen, sondern lass dich ärztlich versorgen.
Gibt es Wimpernkleber ganz ohne Cyanacrylat?
Es gibt Alternativtechniken, doch die meisten klassischen Wimpernkleber basieren auf Cyanacrylat oder verwandten Acrylaten. Auch als „sensitiv" oder „hypoallergen" beworbene Produkte enthalten häufig vergleichbare Stoffe, und Inhaltsstoffe sind nicht immer vollständig deklariert [2]. Wer Kleber grundsätzlich nicht verträgt, kann statt einer Verlängerung ein Wimpernlifting in Betracht ziehen, das ohne Kleber auskommt.
[1] American Academy of Ophthalmology, Eyelash Extension Facts and Safety, https://www.aao.org/eye-health/tips-prevention/eyelash-extension-facts-safety
[2] Xiong M., Shaik J. A., Hylwa S., 2022, Formaldehyde Release From Eyelash Glues: Analysis Using the Chromotropic Acid Method, Dermatitis 33(6):442–446, https://www.liebertpub.com/doi/10.1097/DER.0000000000000910
[3] Amano Y. et al., 2012, Ocular Disorders Due to Eyelash Extensions, Cornea, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22134404/
[4] Allergic contact dermatitis caused by 2-hydroxyethyl methacrylate and ethyl cyanoacrylate contained in cosmetic glues among hairdressers and beauticians who perform nail treatments and eyelash extension as well as hair extension applications: A systematic review, Contact Dermatitis, 2022, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35088905/
Mittlerweile werden die Grenzen zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde nicht mehr streng gezogen. Mehr und mehr arbeiten beide Richtungen zusammen, um den Menschen die bestmögliche Behandlung von Beschwerden und Krankheiten zu ermöglichen. Die Naturheilkunde überzeugt durch Verfahren, die schonend wirken und bei denen nicht nur als reine Symptombehandlung erfolgt, sondern die Einbeziehung des gesamten Menschen in seiner Einheit von Körper, Seele und Geist. Mit einer Naturheilpraktiker Ausbildung hilfst du Menschen auf diese Weise.
Der Coronavirus hält die gesamte Welt in Atem und die Menschen haben schockiert feststellen müssen, dass es in so einer Krise auch zu Lieferengpässen kommen kann. Der Bedarf an Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel ist binnen kürzester Zeit rasant gestiegen und Apotheken und Drogerien bieten zum Teil nur beschränkt Desinfektionsmittel an. Regelmässiges Händewaschen hilft in dieser Zeit schon viel. Auf Nummer sicher gehst du aber, wenn du Desinfektionsmittel selbst herstellen kannst, die wirksam gegen eine Vielzahl von Bakterien und Viren sind. Hierzu hat die Weltgesundheitsorganisation zuletzt eine Rezeptur veröffentlicht. Wir erklären dir hier, wie es ganz einfach geht!
Finger- und Zehennägel werden wie die Haut selbst aus Hautzellen gebildet. Sie werden daher den Hautanhangsgebilden zugeordnet. Das, was wir als Fingernägel beziehungsweise Zehennägel kennen, wird von Fachleuten als Nagelplatte bezeichnet. Die Nagelplatte besteht vor allem aus Keratin. Sie beginnt an der Nagelwurzel und ist fest mit dem Nagelbett darunter verwachsen. An den Kuppen der Finger und Zehen trennen sich Nagelbett und Nagelplatte jedoch, sodass wir diese als Werkzeug benutzen können. Zudem sind die Nägel Teil des Tastsinns. An den Seiten der Nagelplatte gibt es Hautränder. Diese Hautränder schützen den Nagel und werden auch als Nagelwall bezeichnet.
Das Os sphenoidale – auf Deutsch Keilbein – ist einer der zentralsten und zugleich kompliziertesten Knochen des menschlichen Schädels. Es liegt tief in der Mitte der Schädelbasis, ist mit fast allen anderen Schädelknochen verbunden und bildet einen Teil der Augenhöhle. Wer nach «Keilbein verschoben» oder «Os sphenoidale» sucht, möchte meist verstehen, welche Aufgaben dieser Knochen hat, was hinter dem in der Osteopathie verwendeten Begriff der «Verschiebung» steckt und welche Beschwerden in dieser Region auftreten können. Genau das ordnet dieser Ratgeber sachlich ein.
„Protrusion“, „Vorfall“, „Prolaps“, „Sequester“ – rund um die Bandscheibe gibt es viele Begriffe, die leicht zu verwechseln sind. Wer einen solchen Befund erhält, möchte vor allem wissen: Wie ernst ist das, und was lässt sich tun? Dieser Ratgeber erklärt, was eine Bandscheibenprotrusion ist, worin sie sich vom Bandscheibenvorfall unterscheidet, welche Beschwerden auftreten können und welche Behandlungswege üblich sind.
Schmerzen am oder hinter dem Brustbein lösen schnell die Sorge vor dem Herzen aus – dabei gehen sie am häufigsten von der Brustwand aus, also von Muskeln, Rippen und den Gelenken zwischen Rippen und Brustbein [1, 2]. Trotzdem gehören sie ernst genommen: Auch Herz, Lunge, Speiseröhre und Magen können dahinterstecken. Das Brustbein (Sternum) ist der flache Knochen in der Mitte des Brustkorbs, an dem die oberen Rippen über Knorpel ansetzen – eine mechanisch stark beanspruchte Region, die sich bei jedem Atemzug mitbewegt. Dieser Ratgeber gibt dir den Überblick: Warnzeichen, typische Schmerzarten, die wichtigsten Ursachen und die Frage, wann Physiotherapie helfen kann.