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Yogafiguren: Was sich hinter den klassischen Yoga-Stellungen verbirgt

Yogafiguren: Was sich hinter den klassischen Yoga-Stellungen verbirgt

«Yogafiguren» – so wird im Alltag oft bezeichnet, was im Yoga eigentlich Asana heisst. Beim Stöbern in Yoga-Büchern oder beim Blick in eine Yogastunde tauchen Figuren wie der Baum, der Krieger, der herabschauende Hund oder die Kobra auf. Jede dieser Figuren hat einen Sanskrit-Namen, eine traditionelle Bedeutung und einen klaren Übungs-Zweck. In diesem Ratgeber findest du eine klare Einführung: Was Yogafiguren eigentlich sind, woher der Begriff kommt, welche bekannten Figuren in der Yoga-Praxis besonders verbreitet sind und worauf du als Anfänger:in achten kannst, wenn du den Einstieg suchst.

Was sind Yogafiguren?

«Yogafiguren» ist ein umgangssprachlicher Begriff für die klassischen Übungs-Stellungen im Yoga. Im Sanskrit heissen sie Asanas (आसन, āsana). Das Wort bedeutet wörtlich «Sitz», «Sitzhaltung» oder «Stellung».

Die Bezeichnung «Figur» betont das visuell-körperliche Element: Der Körper formt eine bestimmte Form, die in der Tradition oft mit Tieren (Kobra, Krähe, Hund), mit Naturphänomenen (Baum, Berg) oder mit mythologischen Gestalten (Krieger) benannt ist. Die Vielfalt der Bilder zeigt, wie eng die Yoga-Praxis mit der Beobachtung von Natur und Körper verbunden ist.

In der modernen Yoga-Praxis werden Yogafiguren in mehreren Stilrichtungen unterschiedlich kombiniert: Hatha Yoga, Vinyasa Yoga, Iyengar Yoga, Ashtanga Yoga, Yin Yoga und viele weitere haben jeweils eigene Schwerpunkte. Die einzelnen Figuren sind aber weitgehend identisch – sie werden nur unterschiedlich angeordnet, gehalten und kombiniert.

Wie viele Yogafiguren gibt es?

Eine kurze Antwort gibt es nicht: Klassische Hatha-Yoga-Texte wie die Hatha Yoga Pradipika (15. Jahrhundert) beschreiben rund 15 Asanas. Die Gheranda Samhita (17. Jahrhundert) erwähnt etwa 32. Im modernen Yoga sind hingegen Hunderte von Stellungen geläufig – manche Quellen sprechen von 84 «Haupt-Asanas», andere von mehreren Tausend, wenn man alle Variationen mitzählt [3].

Die Aussage, es gebe «84 klassische Yogafiguren», bezieht sich auf eine traditionelle Aufzählung in einigen Hatha-Yoga-Texten – die Zahl ist symbolisch zu verstehen, nicht als exakte Liste. Wer Yoga praktiziert, lernt im Lauf der Zeit eine persönliche Auswahl an Figuren kennen, nicht alle.

Bekannte Yogafiguren im Überblick

Eine Auswahl besonders verbreiteter Yogafiguren – mit Sanskrit-Namen und kurzer Beschreibung:

  • Berg (Tadasana): Aufrechter Stand, Grundhaltung für die meisten Sequenzen.
  • Baum (Vrksasana): Einbeiniger Stand mit aufgesetztem Fuss am Innenbein.
  • Krieger I (Virabhadrasana I): Tiefer Ausfallschritt, Arme nach oben.
  • Krieger II (Virabhadrasana II): Tiefer Ausfallschritt, Arme zur Seite.
  • Herabschauender Hund (Adho Mukha Svanasana): Umgekehrtes V mit Händen und Füssen am Boden.
  • Kobra (Bhujangasana): Bauchlage, Brustkorb angehoben, Hände unter den Schultern.
  • Kindeshaltung (Balasana): Knien, Stirn am Boden, Arme nach vorne oder seitlich.
  • Tiefe Vorbeuge (Uttanasana): Stand mit nach vorne gefaltetem Oberkörper.
  • Schulterstand (Sarvangasana): Umgekehrte Haltung mit Schultern als Basis.
  • Krähe (Bakasana): Armstütz mit gebeugten Beinen auf den Oberarmen.

Diese Auswahl deckt die wichtigsten Kategorien ab: Standhaltungen, Vorbeugen, Rückbeugen, Umkehrhaltungen, Drehungen, Armstütze. Eine ausgewogene Yoga-Praxis enthält im Lauf der Zeit Figuren aus allen Kategorien.

Yogafiguren nach Kategorien

Wenn du Yogafiguren systematisch kennenlernen möchtest, hilft die Einteilung in Kategorien:

  • Standhaltungen: Berg, Baum, Krieger I/II/III, Dreieck, ausgestreckter Seitwinkel.
  • Sitzhaltungen: Schneidersitz, Lotussitz, Heldensitz – klassische Meditations-Positionen.
  • Vorbeugen: Tiefe Vorbeuge, Sitzvorbeuge, Schmetterling – wirken oft entspannend und beruhigend.
  • Rückbeugen: Kobra, heraufschauender Hund, Brücke, Rad – wirken oft aktivierend und stimulierend.
  • Drehungen: Sitzende Drehung, Drehung im Liegen – mobilisieren die Wirbelsäule.
  • Umkehrhaltungen: Herabschauender Hund, Schulterstand, Kopfstand – mit dem Kopf unter Herzhöhe.
  • Armstütze und Balancen: Krähe, seitliche Planke, Pfau – fordern Kraft und Konzentration.
  • Liegende und entspannende Haltungen: Kindeshaltung, Totenstellung (Shavasana) – am Anfang oder Ende einer Praxis.

Diese Kategorien sind Werkzeuge der Orientierung. Die meisten Stunden enthalten eine Mischung – mit unterschiedlichem Schwerpunkt je nach Stil.

Yogafiguren für Anfänger:innen

Beim Einstieg ins Yoga ist es nicht nötig, viele Figuren auf einmal zu lernen. Eine kleine, regelmässig geübte Auswahl ist hilfreicher als ein umfangreicher Katalog. Eine sanfte Anfänger:innen-Sequenz könnte aussehen wie folgt:

  • Berg (Tadasana): Aufrechter Stand. Grundlage für alle Standhaltungen. Aufmerksamkeit auf den Atem.
  • Tiefe Vorbeuge (Uttanasana): Mit gebeugten Knien aus dem Berg nach vorn falten. Kopf hängt locker.
  • Herabschauender Hund (Adho Mukha Svanasana): Aus der Vorbeuge die Hände nach vorne setzen, ins umgekehrte V. Knie dürfen leicht gebeugt sein.
  • Kindeshaltung (Balasana): Knien, Hüften zur Ferse senken, Stirn am Boden. Ausruhen und Atem beobachten.
  • Kobra (Bhujangasana): Bauchlage, Hände unter die Schultern, sanft aufrichten. Schultern weg von den Ohren.
  • Sitzende Vorbeuge (Paschimottanasana) oder Schmetterling (Baddha Konasana): Im Sitzen den Rücken gerade halten, Atem fliessen lassen.
  • Totenstellung (Shavasana): Auf dem Rücken liegen, Arme und Beine entspannt. Mindestens fünf Minuten.

Diese Sequenz dauert je nach Tempo 15 bis 30 Minuten und bildet einen sanften, gut zugänglichen Einstieg. Wer noch nicht praktiziert hat, profitiert davon, sich von Anfang an in einer Klasse oder mit einer Lehrperson begleiten zu lassen – die Ausrichtung der einzelnen Figuren ist wichtig für die Wirkung und die Sicherheit.

Yogafiguren zu zweit oder mit Kind

Die Suche nach «Yogafiguren zu zweit» ist verbreitet – sie zielt meist auf Acro Yoga oder Partner Yoga ab, in denen zwei Personen gemeinsam Stellungen einnehmen, sich gegenseitig stützen oder eine Person eine andere trägt. Solche Praxen sind anspruchsvoll und verlangen eine Lehrperson mit Erfahrung – auch zur Sicherheit.

Bei Eltern-Kind-Yoga oder Familienyoga sind die Stellungen meist einfacher und auf Spass ausgerichtet. Hier geht es weniger um perfekte Ausrichtung als um gemeinsames Erleben.

In allen Partner-Formaten gilt: Beim Üben gegenseitig kommunizieren, langsam herangehen, Grenzen achten – und nicht versuchen, etwas auf den eigenen Körper zu erzwingen, weil die andere Person oder ein Bild es vorgibt.

Was bewirken Yogafiguren?

Die Wirkung der einzelnen Yogafiguren ist je nach Stellung unterschiedlich. Was die Forschung zur Yoga-Praxis insgesamt zeigt:

  • Beweglichkeit und Körperhaltung: Regelmässige Yoga-Praxis verbessert in Studien die Beweglichkeit und kann zur Verbesserung der Haltung beitragen [2].
  • Kraft und Balance: Standhaltungen, Stütze und Balancen fordern und schulen muskuläre Kraft sowie das Gleichgewichtsempfinden – besonders relevant für ältere Übende [2].
  • Stress, Schlaf und subjektives Wohlbefinden: Yoga-Programme zeigen Effekte auf Stresswahrnehmung, Schlafqualität und Stimmung [2].
  • Atmung und vegetatives Nervensystem: Die Verbindung mit langsamer, rhythmischer Atmung kann die Herzraten-Variabilität verbessern [4].

Einordnung: Yogafiguren sind eine bewährte Übungspraxis mit mehreren körperlichen und mentalen Effekten. Sie sind keine Wundermittel und ersetzen keine ärztliche Behandlung – aber sie können eine wertvolle Ergänzung sein, wenn sie regelmässig und mit Aufmerksamkeit für die eigenen Grenzen geübt werden.

Sicherheit beim Üben von Yogafiguren

Eine Yoga-Sicherheits-Studie zeigt, dass die Yoga-Praxis insgesamt ein gutes Sicherheitsprofil hat – Verletzungen treten am häufigsten bei zu intensivem Üben oder bei Vernachlässigung individueller Grenzen auf [1]. Allgemeine Hinweise:

  • Auf den Körper hören: Bei Schmerzen aus der Stellung gehen, nicht «durchziehen». Yoga ist kein Wettkampf.
  • Umkehrhaltungen mit Vorsicht: Schulterstand, Kopfstand und ähnliche Stellungen mit qualifizierter Anleitung lernen, besonders bei Bluthochdruck, Glaukom oder Halswirbelsäulen-Problemen.
  • Bei Schwangerschaft: Bauchlage-Stellungen (Kobra, Heuschrecke), tiefe Drehungen und intensive Bauchaktivierung meiden. Speziell adaptierter Schwangerschaftsyoga ist sinnvoller.
  • Bei akuten Verletzungen: Vor dem Wiedereinstieg ärztliche Rücksprache halten und Lehrperson informieren.

Yogafiguren in der Schweiz lernen

Wenn du Yogafiguren in einer angeleiteten Klasse erlernen möchtest, findest du in der Schweiz ein vielfältiges Angebot: Hatha-Yoga, Vinyasa-Yoga, Iyengar-Yoga, Yin-Yoga, Anfänger-Kurse, Privatstunden und Online-Kurse.

Die typischen Kosten in der Schweiz im Überblick:

  • Probestunde Yoga: CHF 25–45.
  • Anfänger:innen-Kurs (mehrteilig): CHF 150–400.
  • 10er-Abo Yoga: CHF 200–350.
  • Privatstunde Yoga: CHF 100–180.
  • Wochenend-Workshop: CHF 100–300.
  • Online-Yoga (monatlich): CHF 15–40.

Eine Yoga-Lehrperson, die mit Anfänger:innen arbeitet, sollte fundierte Ausbildung und Erfahrung mitbringen – und in der Lage sein, Modifikationen anzubieten, wenn etwas nicht passt. Frage gerne nach Stilrichtung, Erfahrung und Schwerpunkt.

Wenn du in den Yoga-Einstieg starten oder eine neue Lehrperson finden möchtest, findest du auf truVuna Yogastudios und Lehrer:innen in deiner Nähe – mit verschiedenen Stilrichtungen und Ausrichtungen. Vergleiche Profile, Bewertungen und Stilrichtungen, um eine Klasse zu finden, die zu dir passt.

Häufig gestellte Fragen zu Yogafiguren

Wie heissen die Yogafiguren richtig?

Im Yoga heissen die einzelnen Stellungen «Asanas» (Sanskrit: आसन, āsana), wörtlich «Sitz» oder «Stellung». Im Alltag werden sie oft «Yogafiguren» oder «Yogapositionen» genannt. Jede Asana hat einen Sanskrit-Namen (z. B. Tadasana = Berg, Vrksasana = Baum) und meist einen deutschen oder englischen Namen, der oft auf Tieren, Naturphänomenen oder Mythen beruht.

Welche Yogafiguren sind für Anfänger:innen geeignet?

Eine sanfte Auswahl für den Einstieg: Berg, tiefe Vorbeuge, herabschauender Hund, Kindeshaltung, Kobra, Sitzhaltungen wie Schmetterling oder Schneidersitz, sowie die Totenstellung am Schluss. Wichtiger als viele Figuren auf einmal ist die regelmässige Übung weniger Stellungen mit guter Ausrichtung und ruhigem Atem.

Wie viele Yogafiguren gibt es insgesamt?

Eine genaue Zahl gibt es nicht. Klassische Hatha-Yoga-Texte erwähnen rund 15 bis 84 Asanas, im modernen Yoga sind Hunderte verbreitet. Wichtig zu wissen: Niemand «muss» alle Figuren beherrschen. Eine persönliche Auswahl, regelmässig geübt, ist wertvoller als ein Katalog beherrschter Stellungen.

Was ist der Unterschied zwischen Yogafiguren und Asanas?

Es gibt keinen inhaltlichen Unterschied – «Asana» ist der Sanskrit-Fachbegriff, «Yogafigur» die deutsche Alltagsbezeichnung. Beide meinen die einzelnen körperlichen Stellungen im Yoga. In Yoga-Klassen wird oft der Sanskrit-Name verwendet (z. B. «Adho Mukha Svanasana»), kombiniert mit der deutschen oder englischen Bezeichnung («herabschauender Hund»).

Kann ich Yogafiguren zu Hause lernen?

Grundsätzlich ja – aber gerade am Anfang ist eine Anleitung sinnvoll. Wer nur aus Bildern oder Videos übt, kann sich Fehlhaltungen aneignen, die langfristig zu Beschwerden führen. Eine sinnvolle Kombination ist: einige Stunden in einer Yoga-Klasse, um die Grundprinzipien zu lernen, und dann ergänzend zu Hause üben. Online-Kurse mit qualifizierten Lehrer:innen können ebenfalls eine gute Brücke sein.

Quellen

  1. Cramer H, et al. (2018). The safety of yoga: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. American Journal of Epidemiology. PMID: 28958637. — zur Sicherheitsbelegung der Yoga-Praxis allgemein

  2. Sivaramakrishnan D, et al. (2019). The effects of yoga compared to active and inactive controls on physical function and health related quality of life in older adults – systematic review and meta-analysis. International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity. PMC6451238. — zur Wirkungsbelegung Yoga auf körperliche Funktion und Wohlbefinden

  3. Mallinson J, Singleton M. (2017). Roots of Yoga. Penguin Classics. — zur historisch-philologischen Einordnung von Asana-Aufzählungen in den klassischen Hatha-Yoga-Texten (Hatha Yoga Pradipika, Gheranda Samhita)

  4. Bernardi L, et al. (2001). Effect of rosary prayer and yoga mantras on autonomic cardiovascular rhythms. British Medical Journal, 323(7327): 1446-1449. — zur Wirkungsbelegung langsamer Atmung auf Atemfrequenz und Herzraten-Variabilität

  5. Schweizer Yogastudios (Sammelreferenz, 2026). Öffentliche Preisangaben verschiedener Schweizer Yogastudios und Lehrpersonen.zur organisatorischen Einordnung von Preisen — nicht für Wirkungsaussagen verwendet

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