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Bräunungsgeräte für zuhause: Risiken, Kosten und sichere Alternativen

Bräunungsgeräte für zuhause: Risiken, Kosten und sichere Alternativen

Eine gleichmässige Bräune das ganze Jahr über klingt verlockend. Genau damit werben Bräunungsgeräte für zuhause, oft auch Heimsolarium, Gesichtssolarium, Sonnenhimmel oder Ganzkörper-Solarium genannt. Gerade im Winter wirkt der Gedanke an Wärme, Licht und einen frischeren Teint für viele Menschen angenehm.

Was sind Bräunungsgeräte für zuhause?

Bräunungsgeräte für zuhause sind Geräte, die künstliche UV-Strahlung abgeben, um die Haut zu bräunen. Je nach Modell bestrahlen sie nur das Gesicht, den Oberkörper oder den ganzen Körper. Manche Geräte werden zusätzlich mit Begriffen wie Vitamin-D-Solarium, Lichttherapie, Collagen-Licht oder Sonnenhimmel beworben.

Wichtig ist die Unterscheidung: Ein Gerät, das UV-Strahlung zur Bräunung abgibt, ist aus Sicht der Hautgesundheit nicht mit einer einfachen Wellness-Lampe gleichzusetzen. Auch wenn es zuhause steht und nur kurz genutzt wird, bleibt UV-Strahlung ein relevanter Risikofaktor für Haut und Augen.

Warum sind Heimsolarien gesundheitlich kritisch?

Die Internationale Agentur für Krebsforschung der WHO stuft UV-emittierende Bräunungsgeräte als krebserregend für den Menschen ein. Auch die WHO empfiehlt ausdrücklich, künstliche Bräunungsgeräte zu vermeiden. Das Risiko betrifft nicht nur Sonnenstudios, sondern grundsätzlich jede künstliche UV-Bestrahlung zur Bräunung.

Die wichtigsten Risiken sind:

  • Hautkrebsrisiko: UV-Strahlung kann das Erbgut der Hautzellen schädigen. Das erhöht langfristig das Risiko für Hautkrebs, darunter das maligne Melanom.
  • Frühere Hautalterung: Vor allem UVA-Strahlung kann tiefer in die Haut eindringen und zu Falten, Elastizitätsverlust und Pigmentflecken beitragen.
  • Augenschäden: Ohne geeigneten Schutz kann UV-Strahlung die Augen reizen und langfristig schädigen.
  • Falsche Sicherheit: Eine Solariumbräune schützt nicht zuverlässig vor Sonnenbrand und ersetzt keinen Sonnenschutz.
  • Vitamin-D-Mythos: Solarien sind keine empfohlene oder sichere Methode, um den Vitamin-D-Spiegel zu verbessern.

Besonders vorsichtig sollten Menschen mit heller oder sehr sonnenempfindlicher Haut, vielen Muttermalen, früherem Hautkrebs, familiärer Hautkrebsvorgeschichte oder photosensibilisierenden Medikamenten sein. Für diese Gruppen kann UV-Strahlung besonders problematisch sein.

Wusstest du schon? Eine Bräune ist kein Zeichen dafür, dass die Haut gesund ist. Sie ist eine Reaktion der Haut auf UV-Strahlung. Auch wenn kein Sonnenbrand entsteht, kann UV-Strahlung Zellen schädigen.

Was gilt in der Schweiz?

In der Schweiz regelt die V-NISSG unter anderem den Betrieb von Solarien, die Personen zur Verfügung gestellt werden. Betreiber:innen müssen Vorgaben zu Nutzung, Information, Schutzbrillen, Bestrahlungsplänen und Minderjährigenschutz beachten. Personen unter 18 Jahren dürfen solche Solarien nicht nutzen können.

Für private Geräte im reinen Familienkreis ist die rechtliche Vollzugssituation anders als bei gewerblich betriebenen Solarien. Das ändert aber nichts am gesundheitlichen Kernpunkt: Die UV-Strahlung bleibt dieselbe Risikokategorie. Dass ein Gerät zuhause steht, macht es nicht automatisch sicherer.

Was kosten Bräunungsgeräte für zuhause?

Die Preise variieren stark nach Gerätetyp, Leistung, Grösse und Ausstattung. Als grobe Orientierung für die Schweiz kannst du mit folgenden Spannen rechnen:

  • Gesichtssolarium (Gesicht und Dekolleté): ca. CHF 180.– bis 600.–
  • Sonnenhimmel / Oberkörperbräuner (Oberkörper, Nutzung im Liegen oder Sitzen): ca. CHF 2'500.– bis 3'500.–
  • Ganzkörper-Solarium (grössere Bestrahlungsfläche für den Körper): ca. CHF 2'700.– bis 5'800.– oder mehr

Dazu kommen mögliche Folgekosten für Ersatzröhren, Zubehör, Strom, Wartung und Schutzbrillen. Gerade weil die Geräte teuer sind und gleichzeitig ein relevantes Gesundheitsrisiko mitbringen, lohnt sich die Frage: Geht es wirklich um UV-Bräune – oder eigentlich um einen gebräunten Look?

Welche Alternativen sind sinnvoller?

Für einen gebräunten Look sind UV-freie Alternativen deutlich sinnvoller als ein Heimsolarium. Sie bräunen nicht die Haut im biologischen Sinn, sondern färben nur die oberste Hautschicht oder legen Farbe auf die Haut.

Selbstbräuner

Selbstbräuner enthalten meist Dihydroxyaceton (DHA). Der Wirkstoff reagiert mit Aminosäuren in der obersten Hautschicht und lässt sie für einige Tage dunkler wirken. Das Ergebnis verblasst mit der normalen Hauterneuerung.

Wichtig: Selbstbräuner ersetzen keinen Sonnenschutz. Auch mit gebräunter Haut durch Selbstbräuner brauchst du im Freien Schatten, Kleidung, Sonnenbrille und Sonnencreme.

Spray Tanning

Beim Spray Tanning wird eine feine Selbstbräunerlösung gleichmässig aufgesprüht. Das kann besonders für Anlässe praktisch sein, wenn du ein gleichmässiges Ergebnis möchtest. Achte darauf, Augen, Lippen und Schleimhäute zu schützen und die Hinweise des Studios zu befolgen.

Bronzer und getönte Körperprodukte

Bronzer, getönte Lotions oder Glow-Produkte lassen sich sofort auftragen und abwaschen. Sie sind besonders unkompliziert, wenn du nur für einen Abend mehr Farbe möchtest.

Worauf solltest du achten, wenn du bereits ein Gerät zuhause hast?

Aus Hautgesundheitssicht ist die sicherste Entscheidung, auf UV-Bräunungsgeräte zu verzichten. Wenn du bereits ein Gerät besitzt, solltest du es nicht an Minderjährige weitergeben und es nicht verwenden, wenn du zu einer Risikogruppe gehörst.

Besonders wichtig:

  • keine Nutzung bei Sonnenbrand oder gereizter Haut
  • keine Nutzung bei auffälligen Muttermalen oder ungeklärten Hautveränderungen
  • keine Nutzung bei photosensibilisierenden Medikamenten ohne ärztliche Rücksprache
  • keine Nutzung als Ersatz für Vitamin-D-Abklärung
  • keine Nutzung ohne geeigneten Augenschutz
  • keine Überschreitung von Bestrahlungszeiten

Wenn du unsicher bist, ist ein Gespräch mit einer dermatologischen Praxis sinnvoller als ein Selbsttest.

Fazit: UV-freie Bräune ist die bessere Wahl

Bräunungsgeräte für zuhause wirken bequem, sind aber aus Gesundheitssicht problematisch. Offizielle Stellen warnen klar vor künstlicher UV-Strahlung, weil sie Haut und Augen schädigen und das Hautkrebsrisiko erhöhen kann. Ein Heimsolarium ist daher keine harmlose Beauty-Anschaffung.

Wenn du dir einen gebräunten Look wünschst, sind Selbstbräuner, Spray Tanning oder Bronzer die deutlich bessere Richtung. Sie liefern Farbe ohne künstliche UV-Bestrahlung. Auf truvuna kannst du Anbieter:innen für Spray Tanning, Kosmetik und Make-up vergleichen und prüfen, welche Leistungen, Preise und Bewertungen zu deinem Anliegen passen.

Häufig gestellte Fragen zu Bräunungsgeräten für zuhause

Sind Heimsolarien sicherer als Sonnenstudios?

Nein. Das Risiko entsteht durch UV-Strahlung. Zuhause fehlen zudem oft professionelle Wartung, Kontrolle, Schutzkonzept und Beratung.

Schützt eine Solariumbräune vor Sonnenbrand?

Nein. Eine Solariumbräune ist kein verlässlicher Sonnenschutz. Sie ersetzt weder Schatten noch Kleidung, Sonnenbrille oder Sonnencreme.

Sind Solarien sinnvoll für Vitamin D?

Nein. WHO und Krebsliga raten davon ab, Solarien zur Vitamin-D-Bildung zu nutzen. Bei Verdacht auf einen Mangel ist eine medizinische Abklärung sinnvoller.

Sind Selbstbräuner sicherer als Heimsolarien?

Selbstbräuner vermeiden künstliche UV-Strahlung und sind deshalb für einen gebräunten Look die sinnvollere Alternative. Sie schützen aber nicht vor Sonne.

Was kostet ein Heimsolarium?

Je nach Gerätetyp reichen die Preise grob von einigen hundert Franken für kleine Gesichtssolarien bis zu mehreren tausend Franken für Sonnenhimmel oder Ganzkörpergeräte.

Quellen

[1] Bundesamt für Gesundheit BAG: Faktenblatt Solarium / V-NISSG. https://www.bag.admin.ch/dam/de/sd-web/dCMkaxgFYBaT/Faktenblatt_Solarium_de.pdf

[2] Krebsliga Schweiz: Solarien wirken krebserregend. https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/praevention/vor-der-sonne-schuetzen/solarien-wirken-krebserregend

[3] World Health Organization: Ultraviolet radiation. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/ultraviolet-radiation

[4] International Agency for Research on Cancer: Sunbeds and UV Radiation. https://www.iarc.who.int/media-centre-iarc-news-32/

[5] Canadian Dermatology Association: The Use of Sunless Tanners. https://dermatology.ca/media/position-statements/the-use-of-sunless-tanners/

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