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Das Trachom – sieben Fakten zu einer Infektion, die unbehandelt zu Blindheit führt

Das Trachom – sieben Fakten zu einer Infektion, die unbehandelt zu Blindheit führt

Das sogenannte Trachom am Auge ist die weltweit am häufigsten vorkommende Augenkrankheit – etwa sechs Millionen Menschen sind daran erblindet. In der Regel ist das Trachom heilbar, wenn frühzeitig eine Behandlung mit Antibitotika eingeleitet wird. In der Schweiz kommen diese Infektionen aufgrund der hohen hygienischen Standards nur sehr selten vor. Anders sieht es aus, wenn du im Urlaub bist. In manchen Ländern mit heissem Klima und Wasserknappheit zählt der Erreger zu den häufigsten Krankheiten und vor allem Kinder sind betroffen. Wir beantworten dir die wichtigsten Fragen zu den Erkrankungen, die das Bakterieum Chlamydia trachomatis auslösen kann.

Welche Symptome verursacht ein Trachom?

Tränende Augen, Juckreiz und eine starke Lichtempfindlichkeit sind die ersten Symptome, die bei diesen Augenkrankheiten auftreten. Im Anfangsstadium ähneln die Symptome deshalb häufig einer Bindehautentzündung, der sogenannten Konjunktivitis. Relativ schnell bilden sich aber an der Bindehaut der oberen Augenlider kleine Lymphknötchen. Die Knötchen sich gelblich-weiss gefärbt und sehen aus wie kleine Körner, weshalb die Erkrankung auch "Ägyptische Körnerkrankheit" genannt wird. Die Symptome des Trachoms werden nach McCallan in vier Stadien eingeteilt:

  • McCallan I: unspezifische Bindehautreizung mit Fremdkörpergefühl an beiden Augen, Absonderung von Sekreten
  • McCallan II: es bilden sich gelblich-weisse, leicht erhabene Lymphfollikel an der Bindehaut des Oberlids
  • McCallan III: Aufplatzen der Lymphfollikel und Beginn der Narbenbildung
  • McCallan IV: starke Narbenbildung mit Verletzungen der Hornhaut des Auges, es folgt meist ein unvollständiger Lidschluss

Wie läuft die Behandlung eines Trachoms ab?

Da es sich beim Trachom um eine bakterielle Infektion handelt, sind Antibiotika die Mittel der Wahl. Die Diagnose wird klinisch bei Untersuchungen gestellt und bei Bedarf gibt es Verfahren, einen Erregernachweis in einem Labor durchzuführen. Im frühen Stadium der Erkrankung ist die Prognose sehr gut. Bei einer einfachen Infektion erfolgt die Therapie lokal am Auge mit einer Salbe. Bei schweren Infektionen muss die Behandlung systemisch, also den gesamten Körper betreffend, erfolgen. Dein Augenarzt verschreibt dir hierzu ein Antibiotikum, das du oral über einen gewissen Zeitraum einnimmst. Ist das Trachom bereits in einem sehr fortgeschrittenen Stadium, kann auch eine Operation nötig sein. Dabei wird das vernarbte Lid korrigiert. Wenn die Hornhaut durch die Verletzungen nachhaltig geschädigt ist, muss in schwerwiegenden Fällen eine Hornhauttransplantation durchgeführt werden. Für die Behandlung dieser Erkrankungen setzt die Medizin Antibiotika ein, die intrazellulär wirken. Dazu gehören folgende Wirkstoffe:

  • Tetracycline
  • Makrolide
  • Rifampicin

Für die Behandlung des Trachoms darf keinesfalls ein Kortikosteroid zur Hemmung der Entzündung eingesetzt werden.

Können die Verletzungen bei einem Trachom zur Erblindung führen?

Bei frühzeitiger Therapie ist das Trachom gut heilbar. Bleibt es aber unbehandelt, platzen die Knötchen auf und bilden Narben. Durch die Infektion kann dein Oberlid stark anschwellen und herabhängen. Wenn sich Narben bilden, verschlechtert sich die Prognose. Im Endstadium der Erkrankungen zieht sich das Narbengewebe weiter zusammen, wodurch sich das Oberlid zur Innenseite hin wölbt. Dadurch scheuern deine Wimpern bei jedem Wimpernschlag auf der Hornhaut des Auges. Dies verursacht Verletzungen auf der Hornhaut, was zu Sehstörungen und unbehandelt zur Erblindung führt.

Wer ist von dieser Art Augenkrankheiten betroffen?

Vor allem Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren sind von den Augenkrankheiten betroffen, die von diesem Erreger ausgelöst werden. Dabei ist meist die Bindehaut beider Augen betroffen. Bei Kindern ist die Immunabwehr noch nicht so ausgebildet wie bei einem gesunden erwachsenen Menschen, die deutlich weniger anfällig sind. Weitere Risikogruppen sind Menschen mit einem generell geschwächten Immunsystem.

Welche Erkrankungen können Chlamydia trachomatis noch auslösen?

Chlamydien-Infektionen stehen als Auslöser für Geschlechtskrankheiten auf Platz eins. Die unterschiedlichen Serotypen der Bakterien können Infektionen an unterschiedlichen Körperstellen auslösen und vielfältige Gesundheitsprobleme verursachen:

  • Serotypen A–C: Dieser Erregertyp verursacht das Trachom. Die chronisch rezidivierende Erkrankung betrifft die Bindehaut und Hornhaut der Augen.
  • Serotypen D–K: Dieser Erregertyp verursacht Infektionen im urogenitalen Bereich sowie auch gelegentlich Infektionen am Auge. Die Infektion ist sexuell übertragbar und Babys können sich bei der Geburt bei einer erkrankten Mutter anstecken.
  • Serotypen L1, L2 und L3 sind für das Lymphogranuloma venereum verantwortlich. Dies ist ebenfalls eine sexuell übertragbare Infektion, die aber meistens in den Tropen vorkommt.

Wie werden Chlamydien übertragen?

Die Bakterien, die das Trachom verursachen, werden über Schmierinfektion übertragen. Alle weiteren Chlamydieninfektionen gehören zu den sexuell übertragbaren Krankheiten.

Wie kann einem Trachom vorgebeugt werden?

Zur weltweiten Bekämpfung des Trachoms gibt es ein eigenes Programm, das auf den Pfeilern der SAFE-Strategie aufgebaut ist:

  • Surgery (Untersuchungen und Operation)
  • Antibiotics (Antibiotika-Behandlung)
  • Facial Cleanliness (Gesichtshygiene)
  • Environmental Improvement (verbesserte Umweltbedingungen)

Vor allem das konsequente Sauberhalten des Gesichts reduziert das Risiko von Schmierinfektionen. In ärmeren Ländern sorgten eine Gesundheitsaufklärung und die Verbesserung der Hygiene zu einem Rückgang der Infektionen. Die Bereitstellung und Verwendung von sauberem Wasser trägt zusätzlich enorm zur Eindämmung der Erkrankung bei.

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