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Diätetik ist das Fachgebiet, das sich damit befasst, wie sich Ernährung gezielt einsetzen lässt, um Erkrankungen vorzubeugen, zu lindern oder ihre Behandlung zu unterstützen. Sie übersetzt allgemeine Ernährungsempfehlungen in einen Plan, der zum jeweiligen Gesundheitszustand, zum Alltag und zu den persönlichen Vorlieben eines Menschen passt.
Grundlage ist die Erkenntnis, dass eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung die Gesundheit fördert und dazu beiträgt, nicht übertragbaren Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen [1]. Die Schweizer Lebensmittelpyramide veranschaulicht, wie sich eine solche Ernährung umsetzen lässt; ihre Empfehlungen richten sich an gesunde Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren [1][2]. Bei einer Erkrankung reicht dieser allgemeine Rahmen jedoch oft nicht aus – dann kommt die individuelle ernährungstherapeutische Begleitung ins Spiel.
Gut zu wissen: «Ernährungsberater:in» ist in der Schweiz die gesetzlich verankerte Berufsbezeichnung, während «Ernährungstherapie» die Tätigkeit beschreibt – also die Behandlung ernährungsabhängiger Erkrankungen. «Diätetik» bezeichnet das dahinterliegende Fachgebiet [7].
Eine Ernährungstherapie kann vor allem bei Erkrankungen unterstützen, bei denen die Ernährung den Verlauf nachweislich mitprägt. Dazu zählen unter anderem Übergewicht und Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2, Gicht und andere Stoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie Mangelernährung.
Ihr Stellenwert ist je nach Krankheitsbild unterschiedlich. Beim Typ-2-Diabetes etwa gehört die Ernährungstherapie zur nicht-medikamentösen Basistherapie, die gemeinsam mit Schulung, mehr Bewegung und Rauchverzicht die Grundlage der Behandlung bildet [3]. In anderen Fällen unterstützt die angepasste Ernährung eine ärztliche oder medikamentöse Behandlung, ersetzt sie aber nicht.
Wichtig ist die Abgrenzung: Während sich allgemeine Ernährungsberatung oft an gesunde Menschen zur Vorbeugung richtet, setzt die Ernährungstherapie bei diagnostizierten Erkrankungen an und wird mit der ärztlichen Behandlung abgestimmt. Welche Massnahme im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von der Diagnose und vom individuellen Befund ab – die genannten Krankheitsbilder sind deshalb als Orientierung zu verstehen.
Eine Ernährungstherapie beginnt in der Regel mit einer ärztlichen Verordnung und einer ausführlichen Analyse der aktuellen Ess- und Trinkgewohnheiten. Auf dieser Grundlage werden gemeinsam realistische Ziele festgelegt.
Im nächsten Schritt entsteht ein alltagstauglicher Plan, der zur Diagnose, zum Tagesablauf und zu den persönlichen Vorlieben passt. Statt starrer Verbote geht es meist darum, Mahlzeiten Schritt für Schritt umzustellen und nachvollziehbar zu machen, warum bestimmte Anpassungen sinnvoll sind. Über mehrere Sitzungen hinweg wird die Umstellung begleitet, angepasst und gefestigt – denn nachhaltige Veränderungen brauchen Zeit. Nach Abschluss der Begleitung erhält die zuweisende Arztpraxis häufig eine kurze Rückmeldung zum Verlauf, während die neuen Gewohnheiten idealerweise erhalten bleiben.
Die Forschung stützt vor allem den Nutzen ausgewogener, pflanzenbetonter Ernährungsmuster – allerdings mit unterschiedlich starker Beleglage je nach Erkrankung. Eine einzelne «Wunderkost» gibt es nicht.
Am besten untersucht ist die mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und Olivenöl. Ein Cochrane-Review deutet darauf hin, dass sich ein mediterranes Ernährungsmuster positiv auf einzelne Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirken kann; weil die eingeschlossenen Studien sehr unterschiedlich angelegt waren, sind die Ergebnisse jedoch mit Vorsicht zu interpretieren [4]. Diese Befunde sind interessant, lassen sich aber nicht in ein pauschales Wirkversprechen übersetzen.
Beim Typ-2-Diabetes sieht die nationale Versorgungsleitlinie die Ernährungstherapie als festen Bestandteil der Basistherapie – wirksam vor allem dann, wenn sie nicht isoliert, sondern als Teil eines abgestimmten Gesamtkonzepts mit Bewegung und Schulung umgesetzt wird [3]. Auch hier gilt: Die Effekte hängen stark von der individuellen Umsetzung ab. Populäre Ernährungsformen wie ketogene oder basische Kost werden zwar viel diskutiert, sind in ihrer Wirkung aber unterschiedlich gut belegt; entscheidend ist weniger das Etikett einer Diät als eine ausgewogene, zum Menschen passende Lebensmittelauswahl [1].
Bei Gicht wird heute eine gesunde, ausgewogene und pflanzenbetonte Ernährung empfohlen – und nicht mehr in erster Linie eine streng «purinfixierte» Diät. Die aktuelle S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Gicht spricht sich ausdrücklich für eine gesunde, ausgewogene Kost aus [5]. Hintergrund ist, dass neuere Beobachtungsstudien das frühere, ausschliesslich an Purinen orientierte Bild relativiert haben [6].
Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich zu viel Harnsäure im Körper ansammelt und in Form von Kristallen schmerzhafte Gelenkentzündungen auslösen kann. In der Praxis bedeutet eine günstige Ernährung laut Rheumaliga Schweiz vor allem [6]:
Sicherheitshinweis: Strenge Fasten- oder Nulldiäten können bei Gicht einen akuten Anfall auslösen, weil beim raschen Abbau von Körperzellen zusätzliche Harnsäure frei wird. Eine Gewichtsabnahme sollte deshalb langsam und – gerade bei bestehenden Erkrankungen – fachlich begleitet erfolgen [6].
Welche Anpassungen im Einzelfall sinnvoll sind, hängt von den Harnsäurewerten, von Begleiterkrankungen und von der ärztlichen Behandlung ab. Die Ernährung ersetzt bei Gicht eine allenfalls nötige medikamentöse Therapie nicht, kann sie aber unterstützen.
Wer in der Schweiz Ernährungstherapie über die Grundversicherung abrechnen darf, hat ein Bachelorstudium in Ernährung und Diätetik an einer Fachhochschule abgeschlossen. Der offizielle akademische Titel lautet «BSc in Ernährung und Diätetik»; bei einem früher erworbenen Abschluss an einer höheren Fachschule wird der Titel «dipl. Ernährungsberater:in HF» geführt [7].
Das mehrjährige Studium kombiniert Theorie – etwa Ernährungstherapie, Medizin, Gesundheitsförderung, Psychologie und Gesprächsführung – mit mehreren Praxismodulen in Spitälern, Praxen oder der Industrie [7]. Gesetzlich anerkannt sind Fachpersonen gemäss der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV, Art. 50a) [7]. Gut zu wissen: Die Bezeichnung «Ernährungsberater:in» allein ist gesetzlich nicht geschützt – für die Abrechnung über die Krankenkasse ist deshalb der anerkannte Ausbildungsabschluss entscheidend.
Die Grundversicherung übernimmt eine Ernährungsberatung, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt und die Fachperson gesetzlich anerkannt ist [6][7]. Die Kosten werden dann – abzüglich Franchise und Selbstbehalt – über die obligatorische Krankenpflegeversicherung abgerechnet.
Voraussetzung ist eine medizinische Indikation, also eine Erkrankung, bei der eine Ernährungsumstellung sinnvoll ist. Üblich sind mehrere Sitzungen pro Verordnung; ob und in welchem Umfang weitere Sitzungen möglich sind, klärst du am besten direkt mit deiner Krankenkasse. Ohne Verordnung trägst du die Kosten selbst – je nach Zusatzversicherung kann dann ein Teil übernommen werden.
Als grobe Orientierung für Selbstzahler:innen: Eine Erstberatung von rund 45 Minuten kostet bei Schweizer Anbieter:innen typischerweise etwa CHF 105 bis 135, kürzere Folgeberatungen von 25 bis 30 Minuten rund CHF 70 bis 90; eine ganze Beratungsstunde liegt etwa bei CHF 160 bis 180. Die genauen Tarife unterscheiden sich je nach Anbieter:in, Region und Dauer – eine verbindliche Auskunft erhältst du im Erstgespräch.
Achte bei der Wahl darauf, dass die Fachperson über einen anerkannten Abschluss in Ernährung und Diätetik verfügt – das ist die Grundlage dafür, dass eine ärztlich verordnete Beratung über die Grundversicherung abgerechnet werden kann [7]. Sinnvoll ist zudem, vorab zu klären, ob die Beratung zu deinem Anliegen passt, wie viele Sitzungen vorgesehen sind und wie die Begleitung zwischen den Terminen aussieht.
Gerade bei einer bestehenden Erkrankung lohnt sich eine fachliche Begleitung: Eine Ernährungsberatung kann allgemeine Empfehlungen in einen Plan übersetzen, der zu deiner Diagnose, deinem Alltag und deinen Vorlieben passt – und sie begleitet die Umstellung über mehrere Wochen.
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Was ist der Unterschied zwischen Diätetik, Ernährungstherapie und Ernährungsberatung?
Diätetik ist das Fachgebiet, das sich mit dem gezielten Einsatz von Ernährung bei Gesundheit und Krankheit befasst. Ernährungstherapie beschreibt die konkrete Tätigkeit, also die Behandlung ernährungsabhängiger Erkrankungen, und wird mit der ärztlichen Behandlung abgestimmt. «Ernährungsberater:in» ist die gesetzlich verankerte Berufsbezeichnung der Fachperson [7].
Übernimmt die Krankenkasse die Ernährungsberatung?
Die Grundversicherung übernimmt die Kosten, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt und die Fachperson gesetzlich anerkannt ist – abzüglich Franchise und Selbstbehalt [6][7]. Voraussetzung ist eine medizinische Indikation. Ohne Verordnung zahlst du die Beratung selbst, sofern keine Zusatzversicherung einspringt. Den genauen Umfang klärst du mit deiner Krankenkasse.
Was kostet eine Ernährungsberatung in der Schweiz ohne Verordnung?
Als grobe Orientierung kostet eine Erstberatung von rund 45 Minuten bei Schweizer Anbieter:innen typischerweise etwa CHF 105 bis 135, kürzere Folgeberatungen rund CHF 70 bis 90. Die Tarife hängen von Dauer, Region und Anbieter:in ab. Eine verbindliche Auskunft erhältst du im Erstgespräch.
Hilft eine Ernährungsumstellung bei Gicht?
Bei Gicht wird heute eine gesunde, ausgewogene und pflanzenbetonte Ernährung empfohlen [5]. Hilfreich sind weniger Fleisch und Innereien, mehr Gemüse und Milchprodukte sowie wenig Alkohol [6]. Die Ernährung kann die Häufigkeit von Anfällen senken und die Behandlung unterstützen, ersetzt eine allenfalls nötige medikamentöse Therapie aber nicht.
Sind Trend-Diäten wie ketogene oder basische Ernährung sinnvoll?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, denn die Wirkung solcher Ernährungsformen ist unterschiedlich gut belegt. Entscheidend ist weniger das Etikett einer Diät als eine ausgewogene, zum Menschen passende Lebensmittelauswahl [1]. Bei einer Erkrankung oder bei starken Einschränkungen ist eine fachliche Begleitung sinnvoll, um Mangelversorgung zu vermeiden.
[1] Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE), 2024, Schweizer Ernährungsempfehlungen für Erwachsene / Lebensmittelpyramide, https://www.sge-ssn.ch/de/empfehlungen/offizielle-empfehlungen/ernaehrungsempfehlungen/
[2] Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), 2024, Schweizer Ernährungsempfehlungen für Erwachsene (Langversion), https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/lebensmittel-und-ernaehrung/ernaehrung/empfehlungen-informationen/schweizer-ernaehrungsempfehlungen.html
[3] Bundesärztekammer, KBV, AWMF, 2024, Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes (Version 3), AWMF-Register-Nr. nvl-001, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/nvl-001
[4] Rees K et al., 2019, Mediterrane Ernährungsweise für die primäre und sekundäre Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen, Cochrane Database of Systematic Reviews, https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD009825.pub3/full/de
[5] Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 2024, S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Gicht, AWMF-Register-Nr. 060-005, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/060-005
[6] Rheumaliga Schweiz, 2024, Gicht: Stoffwechsel normalisieren und Anfälle vermeiden, https://www.rheumaliga.ch/rheuma-von-a-z/gicht
[7] Schweizerischer Verband der Ernährungsberater:innen (SVDE-ASDD), 2024, Ernährungsberatung als Beruf / Grundausbildung und gesetzliche Anerkennung (KVV Art. 50a), https://svde-asdd.ch/ernaehrungsberatung-als-beruf/
Punktlosigkeit, Stabsichtigkeit, Astigmatismus: All das bezeichnet eine Hornhautverkrümmung – eine Fehlsichtigkeit, bei der das Auge das Licht nicht in einem Punkt bündelt. Die gute Nachricht: In den allermeisten Fällen lässt sie sich gut korrigieren [1][2].Dieser Ratgeber erklärt, was die Korrekturwerte auf deinem Brillenpass bedeuten und welche Möglichkeiten es gibt, einen Astigmatismus auszugleichen – von der Brille über torische Kontaktlinsen bis zu operativen Verfahren. Was eine Hornhautverkrümmung genau ist und wie sie entsteht, liest du im Grundlagenbeitrag zur Hornhautverkrümmung.
Fast jeder Mensch trägt sie auf der Haut: kleine braune Flecken, die wir umgangssprachlich Muttermale oder Leberflecke nennen. In der Fachsprache wird ein solcher Fleck als Nävuszellnävus oder melanozytärer Nävus bezeichnet. In den allermeisten Fällen ist er völlig harmlos. Gleichzeitig lohnt es sich zu wissen, wie diese Male entstehen, welche Formen es gibt und woran du eine Veränderung erkennst, die ärztlich abgeklärt werden sollte. Genau das ordnet dieser Ratgeber für dich ein.
Der Coronavirus hält die gesamte Welt in Atem und die Menschen haben schockiert feststellen müssen, dass es in so einer Krise auch zu Lieferengpässen kommen kann. Der Bedarf an Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel ist binnen kürzester Zeit rasant gestiegen und Apotheken und Drogerien bieten zum Teil nur beschränkt Desinfektionsmittel an. Regelmässiges Händewaschen hilft in dieser Zeit schon viel. Auf Nummer sicher gehst du aber, wenn du Desinfektionsmittel selbst herstellen kannst, die wirksam gegen eine Vielzahl von Bakterien und Viren sind. Hierzu hat die Weltgesundheitsorganisation zuletzt eine Rezeptur veröffentlicht. Wir erklären dir hier, wie es ganz einfach geht!
Gepflegte Augenbrauen rahmen das Gesicht, betonen die Augen und geben dem Blick sofort mehr Ausdruckskraft. Doch zwischen einem ausdrucksstarken Ergebnis und überzupften Brauen liegt oft nur ein Härchen – deshalb lohnt es sich, das Augenbrauenzupfen mit der richtigen Vorbereitung und etwas Geduld anzugehen. Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, wie du deine Augenbrauen zu Hause formst, welche Werkzeuge du brauchst und worauf du beim Zupfen achten solltest.
Die Gesundheit der Augen hängt immer von der Funktionalität und Gesundheit des Körpers ab. Treten dort Probleme und Beschwerden auf, kann sich das auch auf die Augen auswirken. Sehstörungen behindern die Wahrnehmung und sind häufig Hinweise auf ernsthafte Erkrankungen. Sie zeigen sich ganz unterschiedlich und benötigen eine frühzeitige Behandlung. So treten sie bei einer Netzhautablösung oder auch einem Schlaganfall genauso auf wie bei kurzzeitigen Kreislaufproblemen.
Wer optimal und effektiv trainieren will, muss seine eigene Leistungsfähigkeit kennen, um zu wissen, wo die persönlichen Grenzen liegen und wo noch „Luft nach oben“ ist. Eine gute Möglichkeit, deinen eigenen Leistungsstand und deine körperliche Belastbarkeit zu ermitteln, bietet die Leistungsdiagnostik. Für wen sie geeignet und sinnvoll ist und welche unterschiedlichen Tests und Untersuchungen es in diesem Bereich gibt, darüber informiert dich unser Ratgeber. Ausserdem erklären wir dir, wie der Laktattest und die Spiroergometrie funktionieren und wie die dir Ergebnisse dabei helfen, einen individuellen Trainingsplan zu erstellen.