Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

>
Ratgeber-Übersicht
>
Knacken im Fussgelenk: Ursachen, Funktion und wann abklären

Knacken im Fussgelenk: Ursachen, Funktion und wann abklären

Beim Drehen des Fusses, beim ersten Schritt am Morgen oder beim Aufstehen: Viele Menschen kennen das Knacken oder Klicken im Fussgelenk. Meist ist es harmlos – manchmal aber ein Hinweis, dem man nachgehen sollte. Dieser Ratgeber erklärt, ob Knacken gefährlich ist, welche Ursachen infrage kommen, welche Aufgaben die Fussgelenke dabei erfüllen und wann ein knackendes oder knirschendes Sprunggelenk ärztlich abgeklärt werden sollte.

Ist Knacken im Fussgelenk gefährlich?

In den allermeisten Fällen ist ein knackendes Fussgelenk harmlos. [1] Gelenkgeräusche – fachlich Krepitation oder Krepitus – wie Knacken, Klicken oder Knirschen treten bei vielen Menschen auf und sind für sich allein noch kein Anzeichen für ein ernsthaftes Problem. [1] Eine weitere Untersuchung ist nur nötig, wenn zusätzliche Beschwerden wie Schmerzen, Schwellung oder Bewegungseinschränkung hinzukommen. [1]

Gut zu wissen: Schmerzloses, gelegentliches Knacken ohne Schwellung oder Funktionsverlust ist in der Regel unbedenklich und braucht keine Behandlung. Erst die Kombination mit anderen Symptomen macht eine Abklärung sinnvoll. [1]

Warum knacken Fussgelenke?

Für die Geräusche gibt es mehrere mögliche Erklärungen – nicht alle sind vollständig geklärt. Die häufigsten sind:

  • Gasbläschen in der Gelenkflüssigkeit: Beim Dehnen oder Bewegen eines Gelenks kann sich in der Gelenkschmiere (Synovialflüssigkeit) blitzschnell ein kleiner Gas-Hohlraum bilden – ein Vorgang, der „Tribonukleation" genannt wird. Bildgebung in Echtzeit zeigt, dass das typische Knackgeräusch im Moment der Bläschenbildung entsteht, nicht beim Zerplatzen. [2] Das erklärt auch, warum dasselbe Gelenk erst nach einigen Minuten wieder „knacken" kann.
  • Sehnen und Bänder, die über Knochen gleiten: Bewegen sich Sehnen oder Bänder über einen Knochenvorsprung und schnappen zurück, kann das ein Klicken erzeugen – meist ebenfalls harmlos. [1]
  • Raue Gelenkflächen: Bei Gelenkverschleiss (Arthrose) können sich die Gelenkflächen verändern, was knirschende Geräusche verursachen kann. Dann steht aber meist nicht das Geräusch im Vordergrund, sondern Schmerz und Steifigkeit. [1]

Verursacht häufiges Knacken Arthrose?

Nach aktuellem Kenntnisstand führt willentliches Knacken – etwa von Fingerknöcheln – nicht zu Arthrose. Eine vielzitierte Untersuchung fand keinen Zusammenhang zwischen gewohnheitsmässigem Knacken und Gelenkverschleiss. [3] Für die Fussgelenke gibt es keine belastbaren Hinweise, dass gelegentliches, schmerzloses Knacken dem Gelenk schadet.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Knacken einen Nutzen hat. Wer den Drang verspürt, ein Gelenk immer wieder mit Kraft „einzurenken", sollte eher auf mögliche zugrunde liegende Verspannungen oder Bewegungsmuster achten, als das Knacken zur Gewohnheit zu machen.

Welche Aufgaben haben die Fussgelenke?

Um zu verstehen, warum ein Fussgelenk überhaupt Geräusche machen kann, lohnt ein kurzer Blick auf seine Funktion. Der Fuss besteht aus zahlreichen Knochen und Gelenken, die zusammenarbeiten, um Stabilität und Beweglichkeit zu verbinden. Beteiligt sind vor allem:

  • Oberes Sprunggelenk: gebildet von Schienbein, Wadenbein und Sprungbein; ermöglicht vor allem das Heben und Senken des Fusses und wirkt beim Auftreten als Stossdämpfer.
  • Unteres Sprunggelenk: ermöglicht das seitliche Kippen des Fusses (Einwärts- und Auswärtskippen) und sorgt damit für sicheren Stand auf unebenem Boden und die richtige Ausrichtung des Fusses. [4]
  • Mittel- und Vorfussgelenke: verteilen das Körpergewicht und machen das Abrollen beim Gehen möglich.

Vereinfacht erfüllen die Fussgelenke also mehrere Aufgaben gleichzeitig: Sie tragen und verteilen das Körpergewicht, federn Belastungen ab, geben Stabilität und ermöglichen ein sicheres Abrollen. [4] Bei all diesen Bewegungen gleiten Gelenkflächen, Sehnen und Bänder aneinander vorbei – wobei gelegentlich Geräusche entstehen können. Eine gute Beweglichkeit, besonders beim Anheben des Fusses, hilft, Belastungen gleichmässig zu verteilen; ist sie eingeschränkt, können Wade, Knie oder Vorfuss zusätzlich belastet werden.

Wann sollte ein knackendes Fussgelenk abgeklärt werden?

Während schmerzloses Knacken meist unbedenklich ist, sind bestimmte Begleitzeichen ein Grund für eine ärztliche Abklärung. Dazu zählen:

  • Schmerzen, die mit dem Geräusch einhergehen [1]
  • Schwellung, Rötung oder Überwärmung des Gelenks [1]
  • ein Gefühl von Instabilität oder Wegknicken
  • eingeschränkte Beweglichkeit oder Blockaden
  • Geräusche, die nach einer Verletzung (z. B. Umknicken) neu auftreten

Treten solche Zeichen auf, hilft eine Untersuchung, eine zugrunde liegende Ursache wie eine Bandverletzung, Instabilität oder beginnende Arthrose zu erkennen oder auszuschliessen. [1]

Welche Rolle spielt die Physiotherapie?

Bei einem rein knackenden, schmerzfreien Fussgelenk braucht es in der Regel keine Behandlung. Wenn das Knacken aber mit Beschwerden, Instabilität oder nach einer Verletzung auftritt, kann die Physiotherapie sinnvoll unterstützen – nicht primär gegen das Geräusch, sondern gegen die zugrunde liegende Ursache und zur Sicherung der Gelenkfunktion.

Typische Ansatzpunkte sind:

  • Stabilisations- und Gleichgewichtstraining: Verbessern der Gelenkkontrolle, besonders nach Bandverletzungen oder bei Instabilität
  • Kräftigung: Aufbau der Muskulatur rund um Sprunggelenk und Fuss zur besseren Lastverteilung
  • Beweglichkeit und Gangschulung: Verbessern von Beweglichkeit und einem sicheren Gangbild
  • Beratung: Hinweise zu Belastung und Alltag

Welche Massnahmen sinnvoll sind, hängt vom Befund ab. Das Ziel ist nicht, jedes Geräusch „wegzutrainieren", sondern Beschwerden zu lindern und die Funktion zu sichern.

Was du dir merken kannst

Ein gelegentlich knackendes, schmerzfreies Fussgelenk ist meist harmlos und kein Grund zur Sorge. [1] Die Geräusche entstehen oft durch Gasbläschen in der Gelenkflüssigkeit oder durch Sehnen und Bänder, die über Knochen gleiten – beides im Rahmen der normalen Funktion der Fussgelenke. Aufmerksam werden solltest du, wenn Schmerzen, Schwellung, Instabilität oder eine eingeschränkte Beweglichkeit hinzukommen oder die Geräusche nach einer Verletzung neu auftreten – dann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. [1]

Wenn die Ursache geklärt ist und es um Stabilisation, Kräftigung und Begleitung über mehrere Wochen geht, ist die Physiotherapie eine sinnvolle Anlaufstelle. In der Schweiz wird sie bei ärztlicher Verordnung in der Regel über die Grundversicherung abgerechnet; Details zur Kostenübernahme klärst du am besten direkt mit deiner Versicherung.

Auf Physiotherapievergleich.ch findest du Physiotherapie-Anbieter:innen in deiner Region. Du kannst Profile, Leistungen und Bewertungen vergleichen und passende Anbieter:innen direkt kontaktieren, um Beschwerden am Fussgelenk zu begleiten.

Häufige Fragen zum Knacken im Fussgelenk

Warum knackt mein Fussgelenk bei jedem Schritt?

Wiederkehrende Geräusche bei Bewegung entstehen oft, wenn Sehnen oder Bänder über Knochenvorsprünge gleiten und zurückschnappen. Das ist meist harmlos, solange keine Schmerzen, Schwellung oder Instabilität dazukommen. Treten solche Begleitzeichen auf, ist eine Abklärung sinnvoll. [1]

Ist es schlecht, das Fussgelenk bewusst knacken zu lassen?

Gelegentliches, schmerzloses Knacken gilt nach aktuellem Kenntnisstand als unbedenklich; ein Zusammenhang mit Arthrose ist nicht belegt. [3] Einen gesundheitlichen Nutzen hat das bewusste Knacken aber nicht. Wer ständig den Drang dazu hat, sollte mögliche Verspannungen oder Fehlbelastungen beachten.

Wodurch entsteht das Knackgeräusch genau?

Häufig durch die blitzschnelle Bildung eines Gas-Hohlraums in der Gelenkflüssigkeit. Echtzeit-Bildgebung zeigt, dass das Geräusch beim Entstehen des Bläschens auftritt, nicht beim Zerplatzen. Daneben können Sehnen, Bänder oder raue Gelenkflächen Geräusche verursachen. [1][2]

Was haben die Fussgelenke mit dem Knacken zu tun?

Die Fussgelenke verbinden Stabilität und Beweglichkeit: Sie tragen Gewicht, federn Stösse ab und ermöglichen das Abrollen. Bei diesen Bewegungen gleiten Gelenkflächen, Sehnen und Bänder aneinander vorbei, wobei harmlose Geräusche entstehen können. [4] Erst zusammen mit Schmerzen oder Instabilität werden sie auffällig.

Wann sollte ich mit knackenden Gelenken zum Arzt?

Wenn das Knacken mit Schmerzen, Schwellung, Rötung, Instabilität oder eingeschränkter Beweglichkeit einhergeht oder nach einer Verletzung neu auftritt. Dann kann eine Untersuchung klären, ob eine behandlungsbedürftige Ursache vorliegt. [1]

Quellen

[1] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, 2025, Gelenkgeräusche (Krepitus), https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/knochen-,-gelenk-und-muskelerkrankungen/symptome-bei-erkrankungen-des-bewegungsapparats/gelenkger%C3%A4usche

[2] Kawchuk G. N. et al., 2015, Real-Time Visualization of Joint Cavitation, PLoS ONE 10(4):e0119470, https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4398549/

[3] deWeber K., Olszewski M., Ortolano R., 2011, Knuckle Cracking and Hand Osteoarthritis, Journal of the American Board of Family Medicine 24(2):169–174, https://www.jabfm.org/content/24/2/169

[4] Khan I. A., Varacallo M. A. / StatPearls (NCBI Bookshelf), 2023, Anatomy, Bony Pelvis and Lower Limb, Foot Talus, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK541086/

Das könnte dich auch interessieren

Fünf-Elemente-Ernährung: Prinzip, Lebensmittel und Anwendung im Überblick

Wer sich mit Traditioneller Chinesischer Medizin beschäftigt, stösst rasch auf die Fünf-Elemente-Ernährung. Sie ordnet Lebensmittel nicht nach Kalorien oder Nährwert, sondern nach ihrer angenommenen Wirkung auf Körper und Wohlbefinden. In diesem Ratgeber erfährst du, wie das Prinzip aufgebaut ist, was die fünf Elemente und die thermische Wirkung bedeuten, wie eine Beratung abläuft, was sie in der Schweiz kostet und worauf du beim Einstieg achten solltest.

Phototherapie: Symptome und Krankheiten mit Licht behandeln

Blaues, weisses und rotes Licht wird in der Schulmedizin genauso wie in der Naturheilkunde für verschiedene Therapien eingesetzt. Die meisten Menschen kennen die Neugeborenen-Gelbsucht, bei der eine solche Phototherapie eingesetzt wird. Doch auch Hautkrankheiten, Depressionen, Schlafstörungen als Diagnose können eine Phototherapie nötig machen. Wir schauen uns die verschiedenen Therapieformen einmal näher an und beantworten die wichtigsten Fragen rund um Lichttherapie, Phototherapie und ihre Wirkung.

Cholesterin senken mit der richtigen Ernährung

Ein zu hoher Cholesterinspiegel verursacht meist keine spürbaren Beschwerden – und zählt trotzdem zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen [1]. Die gute Nachricht: Mit der täglichen Ernährung und einem aktiven Lebensstil kannst du deine Blutfettwerte mitbeeinflussen. Dieser Ratgeber erklärt dir, was beim Cholesterin senken mit der Ernährung wirklich zählt: welche Lebensmittel das «schlechte» LDL-Cholesterin günstig beeinflussen, welche du besser reduzierst und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

Trockene Haut im Gesicht: Ursachen erkennen und richtig pflegen

Das Gesicht spannt nach dem Waschen, an Wangen und Stirn schuppt es leicht, manchmal juckt die Haut – trockene Gesichtshaut ist unangenehm und für viele ein vertrautes Thema, besonders im Winter. Dahinter steckt meist eine geschwächte Hautbarriere, die Feuchtigkeit und Fett schlechter halten kann. Die gute Nachricht: Mit der passenden, sanften Pflege lässt sich der Hautzustand oft spürbar verbessern. Dieser Ratgeber zeigt dir, woran du trockene Haut erkennst, welche Ursachen dahinterstecken, was wirklich hilft – und wann eine dermatologische Abklärung sinnvoll ist.

Muskeltonus: Alles Wichtige über den Spannungszustand unserer Muskulatur

Immer wieder ist von Muskeltonus die Rede: Eltern fragen sich, ob die Muskelspannung ihrer Kinder „normal“ ist. Wer am PC arbeitet, klagt über Verspannungen im Schulter-Nackenbereich. Andere Menschen sind öfters so nervös, dass ihre Muskulatur ab und zu unwillkürlich zuckt. Wieder andere haben manchmal einen derart geringen Muskeltonus, dass sie in einem Sessel versinken und kaum wieder daraus aufstehen können. Hier erfährst du alles Wissenswerte über die Muskelspannung in deinem Körper. Zusätzlich informieren wir dich über die Ursachen etwaiger Störungen und über Möglichkeiten, diese zu beheben.

Parasympathikus: Aufbau, Funktion und Wirkung im Überblick

Der Parasympathikus ist ein Teil des vegetativen Nervensystems und wird oft als „Ruhenerv“ bezeichnet. Er steuert zahlreiche innere Organe, ohne dass du bewusst darüber nachdenkst – etwa Herzschlag, Verdauung und Drüsentätigkeit. Vereinfacht gesagt ist er für Erholung, Verdauung und den Aufbau von Energiereserven zuständig und senkt unter anderem die Herzfrequenz, während er die Verdauung anregt [1][3]. In diesem Beitrag erfährst du, wie der Parasympathikus aufgebaut ist, welche Organe er beeinflusst und wie er mit seinem Gegenspieler, dem Sympathikus, zusammenarbeitet.