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Parasympathikus – die unwillkürliche Steuerung der inneren Organe!

Parasympathikus – die unwillkürliche Steuerung der inneren Organe!

Das Nervensystem des Menschen hat die Aufgabe, Reize wahrzunehmen, diese zu verarbeiten und weiterzuleiten. Mit fast 100 Milliarden Neuronen ist das Gehirn eine Struktur des zentralen Nervensystems (ZNS), das sich im Verbund mit dem Rückenmark vom peripheren Nervensystem (PNS) unterscheidet. Die Nervenbahnen des PNS ziehen vom Rückenmark in nahezu alle Körperbereiche. Einiges am Nervensystem ist vom menschlichen Willen abhängig und durch diesen steuerbar, anderes wieder nicht. So wird das autonome oder vegetative Nervensystem (VNS) vom somatischen Nervensystem unterschieden. Der Parasympathikus, als Teil des vegetativen Nervensystems, ist autonom und arbeitet unabhängig vom menschlichen Willen. Das somatische Nervensystem wird willentlich gesteuert.

Wie ist das menschliche Nervensystem aufgebaut?

Das Gehirn und das Rückenmark des ZNS werden durch Nervenbahnen gesteuert, deren kleinste anatomische Einheit das Neuron ist. Als essenzieller Baustein besteht jedes Neuron aus einem Zellkörper mit Zellkern, der Nervenfaser (Axon), mit dem Signale in Form elektrischer Impulse weitergeleitet werden, um dann elektrochemisch von den Synapsen an einen Empfänger in Form eines Muskels, Organs oder dergleichen übertragen zu werden. Die Nervenfasern des PNS liegen ausserhalb der zentralen Nervenstrukturen Gehirn und Rückenmark. Dazu gehören die somatischen und die vegetativen Nervenstränge. Während die somatischen Nervenbahnen Skelettmuskeln, die Haut und die Sinnesorgane verbinden und somit die willkürlichen Bewegungen und Reflexe steuern, sind die Afferenzen und Efferenzen der vegetativen Nervenbahnen an der Aufrechterhaltung der Körperhomöostase sowie von Vitalfunktionen beteiligt.

Wie sehen Aufgabe und Aufbau des vegetativen Nervensystems aus?

Die vegetativen beziehungsweise autonomen Nervenbahnen des VNS lassen sich anatomisch und funktional in drei Systeme unterteilen:

  1. Sympathikus
  2. Parasympathikus
  3. Enterisches Nervensystem (ENS)

Während die Nerven des Magen-Darm-Traktes in Form der enterischen Nervenbahnen (ENS, Darmnervensystem) teilweise vom Sympathikus und Parasympathikus innerviert werden, ermöglicht der Sympathikus die unwillkürliche Regulation der Organtätigkeiten. Dies wird ebenfalls vom Parasympathikus geleistet, jedoch in einer vorwiegend gegenteiligen Funktion.

Was unterscheidet den Parasympathikus vom Sympathikus?

Im Gegensatz zum Sympathikus, der ganz allgemein betrachtet die Kampf- oder Fluchtreaktion (fight or flight) steuert, ist der Parasympathikus für das Ruhen und Verdauen des Organismus zuständig. Körperfunktionen werden somit parasympathisch herunterreguliert oder sympathisch herauf reguliert, um auf plötzliche Veränderungen der äusseren Bedingungen zeitgleich reagieren zu können. Dies ist vor allem bei emotionalen Prozessen, sportlichen Aktivitäten oder sonstigen Körpertätigkeiten notwendig, um die daran beteiligten Vitalfunktionen wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten. Dazu gehören:

  • Temperatur
  • Herzschlag
  • Blutdruck
  • Wasseraufnahme
  • Nahrungsaufnahme

In diesem Zusammenhang sind der Parasympathikus und der Sympathikus zwei synergistische Gegenspieler, die somit gegenteilige Funktionen steuern. Synonym wird der Parasympathikus auch als Ruhenerv bezeichnet.

Welche Organe werden vom Parasympathikus und Sympathikus innerviert?

Während parasympathische Efferenzen den Hirnstamm und das Rückenmark, speziell den Sakralbereich aus ihren Kernbereichen verlassen, ziehen sympathische Efferenzen aus dem Rückenmark. Damit werden Funktionen wie der Kreislauf, die Atmung sowie Sinnesfunktionen, Verdauung und die Hormonbildung gesteuert, da verschiedene Organe adressiert werden. Während die vom Hirnstamm kommenden Nervenfasern des Parasympathikus die inneren Augenmuskeln sowie die Tränen und Speicheldrüsen innervieren, ziehen die Nervenstränge des Nervus Vagus (kurz: Vagus) zu den inneren Organen. Der Dickdarm, die Harnblase sowie die Genitalien werden hingegen von Nerven aus dem Kreuzmark beeinflusst. Im Gegensatz dazu verlassen die Nervenfasern des Sympathikus vor allem ganglionäre Zentren aus dem Brust- und Lendenmark und innervieren die gleichen Organe in antagonistischer Wirkweise.

Welche physiologischen Wirkungen entfaltet das vegetative Nervensystem?

Die vom Parasympathikus und Sympathikus innervierten Organe, Drüsen und Körpergewebe werden in ihrer Funktionsweise beim Menschen antagonistisch beeinflusst. Während der Sympathikus in Anspannung (Stress) versetzt, führt der Parasympathikus zur Entspannung und Regeneration. Physiologisch gelingt dies folgendermassen: Der Parasympathikus beeinflusst

  • Herz: Verlangsamung des Pulses und der Herzfrequenz (Chronotropie)
  • Blutgefässe: im Genitalbereich indirekte (Vasodilatation)
  • Bronchien: vermehrte Schleimsekretion (konstriktorisch)
  • Gastrointestinaltrakt: verstärkte Peristaltik, vermehrte Drüsensekretion
  • Harnblase: Erschlaffung des Sphinkter, Kontraktion einiger Muskeln
  • Uterus: Kontraktion
  • Auge: Kontraktion von Muskeln, Akkommodation
  • Speicheldrüsen: vermehrte Speichelproduktion

Der Sympathikus wirkt auf

  • Herz: steigert die Herztätigkeit (chronotrop, dromotrop, inotrop, lusitrop, bathmotrop)
  • Blutgefässe: Einfluss auf den Blutdruck durch vasokonstriktive tonisierende Wirkung
  • Bronchien: vermindert Schleimsekretion (dilatierend)
  • Gastrointestinaltrakt: verminderte Peristaltik und Drüsensekretion
  • Harnblase: Erschlaffung und Kontraktion einiger Muskeln
  • Auge: Dilatation von Muskeln, verminderte Akkommodation
  • Schweissdrüsen: vermehrte Schweissproduktion

Wie moduliert das vegetative Nervensystem die Herzfrequenz?

Zur Regulation von Emotionen oder von Stress ist für den menschlichen Körper die Konstanz durch die Bewahrung der Homöostase sowie der Vitalfunktionen, dass alles entscheidende Faktum. Hauptsächlich vom Hypothalamus gesteuerte Schaltkreise haben Einfluss auf die mit diesen Prozessen in Verbindung stehenden Symptome. Dies sind die Variationen der Temperatur, der Herzfrequenz, des Blutdrucks sowie Wasser- und Nahrungsaufnahme. Die Modulation der Herzfrequenz ist nur eine Beeinflussung, da das Herz sein eigenes Schrittmachersystem besitzt. Die frequenzerhöhenden (positiv chronotropen) Wirkungen des Sympathikus und die frequenzsenkenden (negativ chronotropen) Wirkungen des Parasympathikus modulieren sich gegenseitig, indem der Sympathikus auf das ganze Herz einwirkt, der Parasympathikus nur auf die Vorhofebene.

Wie wirkt sich der Parasympathikus auf Stress und Gesundheit aus?

Der synergistische Aufbau des vegetativen Nervensystems führt zu einem Körpergleichgewicht, das Stress abbaut und die Gesundheit fördert. Tipps, die die Entspannung des Körpers fördern, aktivieren gleichzeitig den Parasympathikus. Ausserdem verweisen Ernährungswissenschaftler auf den positiven Einfluss der Ernährung. Folgende Methoden aktivieren den Aufbau des Parasympathikus:

  • ballaststoffreiche, gesunde Ernährung
  • schlaffördernde Heilpflanzen: Baldrian, Passionsblume oder Johanniskraut
  • Spaziergänge, Sport, autogenes Training
  • Yoga, Meditation, Tai-Chi

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