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Ein dyshidrotisches Ekzem ist eine wiederkehrende, entzündliche Hauterkrankung mit kleinen, flüssigkeitsgefüllten Bläschen, die vor allem an Händen und Füssen auftritt. In der Fachsprache wird es auch als Dyshidrose oder – bei ausgeprägter Form – als Pompholyx bezeichnet [3][2]. Die Erkrankung zählt zu den Handekzemen und tritt typischerweise schubweise auf, mit beschwerdefreien Phasen dazwischen [3].
Je nach betroffener Körperstelle werden verschiedene Formen unterschieden: Sind die Hände betroffen, spricht man von einem Cheiropompholyx, bei den Füssen von einem Podopompholyx; auch eine kombinierte Form an Händen und Füssen ist möglich [6][2]. Häufig betrifft das Ekzem beide Körperseiten gleichzeitig und symmetrisch [4].
Das dyshidrotische Ekzem lässt sich nicht immer leicht von anderen Handekzemen abgrenzen. Schätzungen zufolge entfällt ein Teil aller Handekzeme – etwa fünf bis zwanzig Prozent – auf diese Form [6]. Beobachtet wird es häufiger bei Erwachsenen und tendenziell etwas öfter bei Frauen [4].
Gut zu wissen: Der Name «Dyshidrose» geht auf die frühere Annahme zurück, die Bläschen entstünden durch gestörte Schweissdrüsen. Heute gilt die Entstehung als vielschichtig und nicht durch das Schwitzen allein erklärbar [6].
Leitsymptome sind starker Juckreiz und kleine, klare, flüssigkeitsgefüllte Bläschen an den Seiten der Finger, an den Handflächen und an den Fusssohlen. Die Bläschen sind meist nur ein bis zwei Millimeter gross [3][4]. Oft beginnt ein Schub mit Juckreiz oder einem brennenden Gefühl, bevor die Bläschen sichtbar werden [4].
Im weiteren Verlauf können die Bläschen aufplatzen, nässen und verkrusten. Bei stärkerer Entzündung fliessen sie manchmal zu grösseren Blasen zusammen – diese ausgeprägte Form wird als Pompholyx bezeichnet [2][6]. Klingt der Schub ab, trocknet die Haut, schuppt sich und kann einreissen, was schmerzhafte Risse verursacht [2]. Bei länger andauernden oder häufig wiederkehrenden Verläufen können sich auch die Nägel verändern, etwa wenn die Entzündung den Nagelfalz erreicht [3].
Ein einzelner Schub dauert in der Regel mehrere Wochen. Da die Erkrankung wiederkehrend ist, können nach beschwerdefreien Phasen erneut Bläschen auftreten [3][4].
Nein, ein dyshidrotisches Ekzem ist nicht ansteckend. Wie Ekzeme allgemein ist es eine entzündliche Reaktion der Haut und wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen [5]. Du musst also weder im Alltag noch bei Körperkontakt eine Ansteckung befürchten.
Wichtig ist allerdings eine Abgrenzung: Sind nur eine Hand oder ein Fuss betroffen, kann auch eine Pilzinfektion dahinterstecken, die ein ähnliches Bild verursacht. In solchen Fällen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll, etwa durch eine Untersuchung von Hautschuppen [3].
Die genaue Ursache des dyshidrotischen Ekzems ist nicht abschliessend geklärt; man geht von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus [6]. Die Haut reagiert dabei auf innere und äussere Einflüsse mit einer Entzündung, ohne dass sich immer ein einzelner Auslöser bestimmen lässt.
Als mögliche auslösende oder begünstigende Faktoren gelten unter anderem:
In der Schweiz zählt das Handekzem insgesamt zu den häufigsten anerkannten Berufskrankheiten – vor allem in Berufen mit viel Hautbelastung durch Feuchtigkeit, Reinigungs- oder Reizstoffe [5]. Das macht den Schutz der Hände im beruflichen Alltag zu einem wichtigen Thema.
Menschen mit Neurodermitis oder einer entsprechenden familiären Veranlagung haben ein erhöhtes Risiko für ein dyshidrotisches Ekzem. Rund die Hälfte der Betroffenen hat zugleich ein atopisches Ekzem oder eine familiäre Vorbelastung dafür [4]. Auch Kontaktallergien – etwa gegen Nickel – treten häufiger zusammen mit der Dyshidrose auf [3].
Deshalb gehört zur Abklärung oft die Suche nach einer zugrunde liegenden Allergie oder einer reizenden Substanz. Bei wiederkehrenden oder unklaren Verläufen kann eine allergologische Testung wie der Epikutantest sinnvoll sein, um mögliche Auslöser einzugrenzen [3][1].
Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn die Bläschen sich nicht innerhalb einiger Tage bis Wochen zurückbilden, der Alltag stark eingeschränkt ist oder Anzeichen einer Infektion auftreten. Dazu zählen zunehmende Rötung, Schwellung, Eiter, gelbliche Krusten, Schmerzen oder Fieber [2][6].
Weil sich die Diagnose meist anhand des typischen Erscheinungsbildes stellen lässt, genügt häufig eine Blickdiagnose durch eine dermatologische Fachperson; ergänzend kommen ein Anamnesegespräch, allergologische Tests oder die Untersuchung von Hautschuppen auf Pilze hinzu [2][3]. Wenn du zusätzlich unter Allergien oder anderen Hauterkrankungen wie Neurodermitis leidest, ist eine ärztliche Begleitung ohnehin ratsam, da sich Auslöser und Behandlung dann oft genauer eingrenzen lassen.
Die Behandlung kombiniert konsequente Hautpflege, das Meiden bekannter Auslöser und – je nach Schweregrad – entzündungshemmende Medikamente. Welche Massnahmen sinnvoll sind, hängt von Ausprägung, Verlauf und möglichen Ursachen ab und wird individuell festgelegt [1].
Häufig eingesetzte Behandlungsbausteine sind die folgenden – diese Auflistung ersetzt keine ärztliche Beratung, sondern dient der Orientierung:
Rückfettende Cremes und der Schutz der Haut gelten als Grundlage jeder Behandlung [4][1]. Bei entzündeten Stellen werden häufig kortisonhaltige Präparate verschrieben, um Juckreiz und Entzündung zu dämpfen [6]. Reichen lokale Massnahmen nicht aus, kommen in schweren Fällen eine Lichttherapie oder innerliche Medikamente infrage [4][6]. Da die Wirksamkeit der einzelnen Mittel je nach Situation unterschiedlich ausfällt und einige Medikamente verschreibungspflichtig sind, gehört die Auswahl in fachliche Hände.
Selbst tun kannst du vor allem zwei Dinge: die Haut konsequent pflegen und bekannte Auslöser meiden. Regelmässiges Eincremen mit einer rückfettenden Feuchtigkeitscreme unterstützt die Hautbarriere, und das Vermeiden von Reizstoffen, Nickel oder übermässiger Feuchtigkeit kann Schüben vorbeugen [4][3]. Auch ein bewusster Umgang mit Stress wird als hilfreich beschrieben, da emotionale Belastung als möglicher Auslöser gilt [6].
Bei Hausmitteln ist Zurückhaltung angebracht. Im Internet kursieren viele Empfehlungen – von Apfelessig über Teebaumöl bis zu pflanzlichen Mitteln. Für solche Anwendungen gibt es kaum belastbare Belege, und einige Substanzen können die ohnehin gereizte Haut zusätzlich reizen oder sogar selbst eine Kontaktallergie auslösen. Auch von Hautpflegemitteln allgemein ist die Wirksamkeit bislang nur begrenzt durch Studien gesichert [1]. Wenn du natürliche Mittel ausprobieren möchtest, ist es ratsam, das vorher mit deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt zu besprechen.
Sicherheitshinweis: Drücke die Bläschen nicht selbst aus und stich sie nicht auf. Das geöffnete Hautareal kann sich leichter mit Bakterien infizieren, was zu eitrigen Entzündungen führen kann [2][6]. Treten Rötung, Schwellung, Eiter oder Fieber auf, solltest du die Stelle ärztlich beurteilen lassen.
Gerade weil das dyshidrotische Ekzem oft wiederkehrt und sich nicht immer eindeutig von anderen Handekzemen unterscheiden lässt, stösst die Selbstbehandlung schnell an Grenzen. Eine dermatologische Abklärung hilft, die Ursache einzugrenzen und eine passende Behandlung zu finden.
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Das dyshidrotische Ekzem verläuft meist wiederkehrend und kann in seiner Schwere stark schwanken. Oft heilt ein Schub nach einigen Wochen von selbst ab, während die Haut sich schuppt und erneuert [3][2]. Bei vielen Betroffenen wechseln sich beschwerdefreie Phasen und neue Schübe über längere Zeit ab.
Zu den möglichen Komplikationen zählen schmerzhafte Risse in der Haut, eine eingeschränkte Beweglichkeit – besonders bei betroffenen Füssen – sowie bakterielle Zweitinfektionen der geöffneten Bläschen [3][2]. Eine frühzeitige und konsequente Behandlung kann helfen, solche Verläufe zu mildern und einen chronischen Verlauf zu vermeiden [5]. Wie sich die Erkrankung im Einzelfall entwickelt, lässt sich allerdings nicht sicher vorhersagen.
Ist ein dyshidrotisches Ekzem ansteckend?
Nein. Ein dyshidrotisches Ekzem ist eine entzündliche Hautreaktion und wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen [5]. Bei einseitigem Befall sollte allerdings eine Pilzinfektion ausgeschlossen werden, da diese ein ähnliches Bild verursachen kann [3].
Darf ich die Bläschen ausdrücken?
Nein, du solltest die Bläschen nicht ausdrücken oder aufstechen. Geöffnete Hautstellen können sich leichter mit Bakterien infizieren und sich entzünden [2][6]. Lass die Bläschen abheilen und suche bei Anzeichen einer Infektion wie Eiter, Schwellung oder Fieber ärztlichen Rat.
Kann Stress ein dyshidrotisches Ekzem auslösen?
Emotionaler Stress gilt als möglicher Auslöser für einen Schub, ist aber meist nicht die alleinige Ursache [6]. Die Erkrankung wird als vielschichtig betrachtet, an der verschiedene Faktoren beteiligt sind. Ein bewusster Umgang mit Belastungen kann unterstützend wirken, ersetzt aber keine hautärztliche Behandlung.
Helfen Hausmittel wie Essig oder Teebaumöl?
Für Hausmittel wie Apfelessig oder Teebaumöl gibt es kaum belastbare wissenschaftliche Belege. Einige Substanzen können die gereizte Haut zusätzlich belasten oder eine Kontaktallergie auslösen. Bewährt sind dagegen rückfettende Pflege und das Meiden bekannter Auslöser [4][1]. Vor dem Ausprobieren natürlicher Mittel ist eine Rücksprache mit der Hautärztin oder dem Hautarzt sinnvoll.
Wie lange dauert ein Schub?
Ein einzelner Schub dauert in der Regel mehrere Wochen, bis die Bläschen abgeklungen und die Haut sich erneuert hat [3]. Da die Erkrankung wiederkehrend ist, können nach beschwerdefreien Phasen erneut Schübe auftreten. Eine frühzeitige Behandlung kann den Verlauf günstig beeinflussen [5].
[1] Bauer A et al., 2023, S2k-Leitlinie Diagnostik, Prävention und Therapie des Handekzems (AWMF-Register-Nr. 013-053), AWMF, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-053
[2] MSD Manual (Ausgabe für Patienten), Hand- und Fussdermatitis, https://www.msdmanuals.com/de/heim/hauterkrankungen/juckreiz-und-dermatitis/hand-und-fussdermatitis
[3] DermNet (Jain M, Jarrett P), 2023, Dyshidrotic eczema (Pompholyx), https://dermnetnz.org/topics/dyshidrotic-eczema
[4] National Eczema Society, Pompholyx (dyshidrotic) eczema, https://eczema.org/information-and-advice/types-of-eczema/pompholyx-eczema-2/
[5] Universitätsspital Zürich, Ekzeme (Hautentzündung), https://www.usz.ch/krankheit/ekzeme-hautentzuendung/
[6] Medscape / eMedicine, Dyshidrotic Eczema (Pompholyx), https://emedicine.medscape.com/article/1122527-overview
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Schmerzen im unteren Rücken sind weit verbreitet – die Lendenwirbelsäule ist besonders häufig betroffen. Vier von fünf Erwachsenen erleben im Laufe ihres Lebens einmal Rückenschmerzen [2]. Dieser Ratgeber erklärt, woher Schmerzen in der Lendenwirbelsäule kommen, was du im Alltag selbst tun kannst, welche Warnzeichen ärztlich abgeklärt werden sollten und wann eine Physiotherapie unterstützt. Die Lendenwirbelsäule ist der untere Abschnitt der Wirbelsäule und trägt einen grossen Teil des Körpergewichts. Sie besteht aus fünf grossen Wirbeln, dazwischen liegen die Bandscheiben als elastische Polster. Weil dieser Bereich stark belastet wird und gleichzeitig beweglich ist, treten hier besonders oft Beschwerden auf.
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