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Pilates in der Schwangerschaft – auch Schwangerschaftspilates oder Pränatalpilates genannt – ist eine an die Bedürfnisse schwangerer Frauen angepasste Form des klassischen Pilates. Übungen werden so ausgewählt und modifiziert, dass sie den sich verändernden Körper unterstützen, statt zu belasten. Der Fokus liegt auf:
Pilates in der Schwangerschaft kann auf der Matte, mit Kleingeräten oder auch am Reformer praktiziert werden. Wichtig ist, dass die Lehrperson eine spezialisierte Ausbildung für Pränatalpilates hat und die Übungen entsprechend anpasst.
Die wissenschaftliche Forschung zu Pilates in der Schwangerschaft hat in den letzten zehn Jahren zugenommen, ist aber noch weniger umfangreich als jene zum Schwangerschaftsyoga. Eine systematische Übersicht und Metaanalyse aus dem Jahr 2023 fand Hinweise darauf, dass Pilates während der Schwangerschaft Schmerzen – besonders Rücken- und Beckenschmerzen – reduzieren und die Lebensqualität verbessern kann [1]. Eine weitere Metaanalyse aus 2024 berichtet, dass Pilates auch Geburtsschmerzen lindern kann [2]. Eine Scoping-Review fasst zusammen, dass Pilates in der Schwangerschaft Beckenboden-Funktion, Schmerzwahrnehmung und Geburtsvorbereitung positiv beeinflussen kann [3].
Wichtig zur Einordnung:
Pilates kann eine wertvolle Ergänzung zur Schwangerschaftsvorsorge sein – kein Garant für eine bestimmte Geburtsweise oder eine schnelle Rückbildung.
Aus den Studien und Erfahrungsberichten lassen sich einige Effekte zusammenfassen, die Pilates in der Schwangerschaft häufig zugeschrieben werden:
Wichtigste Erkenntnis: Die meisten dieser Effekte sind moderat, aber konsistent über mehrere Studien beobachtet. Die individuelle Wirkung hängt stark von Übungsfrequenz, Lehrqualität und individueller Konstitution ab.
Die Schwangerschaft verläuft in drei Phasen, die jeweils andere Anpassungen erfordern:
Erstes Trimester (Woche 1–12): Viele Hebammen empfehlen besondere Vorsicht. Bei Yoga-/Pilates-erfahrenen Frauen kann die Praxis oft fortgesetzt werden, mit reduzierter Intensität. Wer neu einsteigt, beginnt häufig erst ab Woche 13 – das hängt vom individuellen Befinden ab.
Zweites Trimester (Woche 13–27): Die meisten Frauen fühlen sich in dieser Phase am wohlsten. Pilates kann nun regelmässig praktiziert werden, mit Fokus auf Stabilität, Beckenboden und Atmung. Übungen in Bauchlage und tiefe Drehungen werden vermieden, ab etwa Woche 16 wird auch die längere Rückenlage gemieden.
Drittes Trimester (Woche 28 bis Geburt): Der wachsende Bauch erfordert weitere Anpassungen. Die Seitenlage (besonders linksseitig) ersetzt die Rückenlage. Übungen, die den Beckenboden öffnen und mobilisieren, werden in dieser Phase oft betont. Intensität und Komplexität werden weiter reduziert.
Bestimmte Pilates-Übungen sind während der Schwangerschaft nicht empfehlenswert:
Wenn du in einem regulären Pilates-Kurs bist und dich später für Schwangerschaftspilates entscheidest, sage dies der Lehrperson sofort – sie wird die Übungen entsprechend modifizieren.
Diese Übungen werden in vielen Schwangerschaftspilates-Kursen praktiziert und sind in den meisten unkomplizierten Schwangerschaften auch für die Heimpraxis geeignet. Bei Beschwerden oder Unsicherheit vorab mit Hebamme oder Frauenärzt:in besprechen.
Setze dich aufrecht auf einen Stuhl oder Pezziball, Füsse hüftbreit. Beim Ausatmen aktiviere den Beckenboden – stelle dir vor, du würdest die Beckenbodenmuskulatur leicht «hochheben». Beim Einatmen entspannen. 8 bis 12 Wiederholungen, 2 bis 3 Sätze. Diese Übung schult die Wahrnehmung der Beckenbodenmuskulatur, die in der Schwangerschaft oft an Bedeutung gewinnt.
Im Vierfüsslerstand, Hände unter den Schultern, Knie unter den Hüften. Beim Einatmen das Becken sanft nach vorne kippen (leichtes Hohlkreuz), beim Ausatmen nach hinten (Rundung des Rückens). 5 bis 8 Wiederholungen. Mobilisiert die Wirbelsäule und entlastet den Rücken.
Stehe mit gespreizten Beinen, Zehen leicht nach aussen gedreht, Hände auf Hüfthöhe. Senke das Becken in eine flache Hocke (nur so tief, wie sich gut anfühlt), Knie über den Zehen. Halte die Position 3 bis 5 Atemzüge. 5 bis 8 Wiederholungen. Stärkt Oberschenkel und Gesäss – beides wichtig für die Geburt.
Liege auf der Seite, Kopf auf dem ausgestreckten Arm oder einem Kissen, Beine übereinander. Hebe das obere Bein langsam an, ohne die Hüfte zu kippen. 8 bis 12 Wiederholungen pro Seite. Stärkt die Hüftabduktoren und stabilisiert das Becken.
Setze dich aufrecht oder lege dich in die Seitenlage. Lege eine Hand auf den Bauch, eine auf den Brustkorb. Atme tief in den Bauch, dann in den Brustkorb, dann wieder ruhig aus. 5 bis 8 Atemzüge. Die bewusste Atmung beruhigt das Nervensystem und ist später unter der Geburt eine wichtige Ressource.
Wichtig: Wenn du blutest, vorzeitige Wehen hast, Schwindel verspürst oder eine Übung unangenehm ist, brich ab und nimm Kontakt mit deiner Fachperson auf.
Reformer-Pilates ist auch in der Schwangerschaft möglich – allerdings nur in spezialisierten Studios mit erfahrenen Pränatalpilates-Trainer:innen. Der Reformer bietet Vorteile, die für Schwangere besonders interessant sind:
Eingesetzt werden hauptsächlich Übungen wie «Footwork», «Standing Splits» (mit Anpassung), «Side-Lying Series» oder «Mermaid». Vermieden werden alle Übungen in Bauchlage, mit hohen Hüftlagen («Bridging» mit gestreckten Beinen ab dem zweiten Trimester) sowie alle dynamischen Sprungübungen.
Wichtig: Reformer-Pilates in der Schwangerschaft sollte ausschliesslich in 1:1- oder Kleinstgruppen-Settings (max. 3 Personen) mit zertifizierten Trainer:innen stattfinden. Der Aufwand ist höher und auch teurer als Mat-Pilates – dafür ist die individuelle Betreuung intensiver.
Die Kosten variieren je nach Studio, Format und Region. Typische Spannen:
Diese Spannen sind Orientierungswerte. Manche Krankenkassen-Zusatzversicherungen beteiligen sich an qualifizierten Pränatalpilates-Kursen – ein Anruf vor Kursbeginn klärt, ob ein Beitrag möglich ist.
Auf truVuna findest du Yoga- und Pilates-Studios in deiner Nähe, darunter auch Anbieter:innen, die spezielle Pilates-Kurse für Schwangere anbieten. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen, um einen Einstieg zu finden, der zu dir und deiner Schwangerschaftsphase passt – und kontaktiere die Anbieter:innen direkt für ein Erstgespräch.
In den meisten unkomplizierten Schwangerschaften gilt sanftes, angepasstes Pilates als sicher. Studien finden keine erhöhten Risiken für Mutter oder Kind, sofern die Übungen entsprechend modifiziert werden. Bei Risikoschwangerschaften, Mehrlingsschwangerschaft, Plazenta praevia oder anderen Komplikationen ist eine ärztliche Abklärung vor Trainingsbeginn jedoch unerlässlich.
Beides hat seine Stärken. Pilates ist klarer auf gezielte Muskelkraft, Stabilität und Beckenboden ausgerichtet, während Schwangerschaftsyoga mehr Atmung, Beweglichkeit und mentale Vorbereitung in den Vordergrund stellt. Viele Frauen kombinieren beides oder wählen je nach persönlicher Vorliebe. Im Zweifel mit der Hebamme besprechen, was zu deiner Situation passt.
Ja – idealerweise in einem speziellen Pränatalpilates-Kurs. Die Lehrperson passt die Übungen an deine Vorerfahrung und Schwangerschaftswoche an. Wer ohne Vorerfahrung in einen «normalen» Pilates-Kurs einsteigt, sollte die Lehrperson unbedingt über die Schwangerschaft informieren oder einen Schwangerschafts-spezifischen Kurs vorziehen.
Eine Pause bis zur Wochenbettrückbildung ist wichtig. Ein leichtes Rückbildungsprogramm – oft Pilates-basiert – kann frühestens 6 bis 8 Wochen nach einer Spontangeburt und 10 bis 12 Wochen nach einem Kaiserschnitt beginnen, immer in Absprache mit Hebamme oder Frauenärzt:in. Klassisches Pilates wird typischerweise erst nach der Rückbildung wieder voll aufgenommen.
Buran G, Sezgi-Buran S. (2023). Effect of the pilates method on pain and quality of life in pregnancy: A systematic review and meta-analysis. Journal of Bodywork and Movement Therapies. ScienceDirect — zur Wirkungsbelegung auf Schmerz und Lebensqualität
Buran G, Erim FN. (2024). The effect of Pilates on pain during pregnancy and labor: a systematic review and meta-analysis. Revista da Associação Médica Brasileira. PMC10511286 — zur Wirkungsbelegung auf Schmerz unter der Geburt
Aydoğdu Ç, Bilgili H. (2025). The effects of pilates method in pregnant women: scoping review. PMC12020081 — zur breiten Übersicht der Evidenzlage
Mazzarino M, Kerr D, Wajswelner H, Morris ME. (2015). Pilates Method for Women's Health: Systematic Review of Randomized Controlled Trials. Archives of Physical Medicine and Rehabilitation, 96(12):2231–2242. PubMed: 26120875 — zur kritischen Einordnung der Studienqualität
Rodríguez-Blanque R, Aguilar-Cordero MJ, Marín-Jiménez AE, et al. (2021). The Effects of the Pilates Method on Pelvic Floor Injuries during Pregnancy and Childbirth: A Quasi-Experimental Study. International Journal of Environmental Research and Public Health, 18(13):6995. PMC8297105 — zur Wirkungsbelegung auf perineale Verletzungen
Ein Muttermal beim Rasieren aufgeschnitten, beim Anziehen aufgekratzt oder an Schmuck hängen geblieben – und plötzlich blutet die Stelle. Die erste Reaktion ist oft Sorge: Ist das gefährlich, kann daraus Hautkrebs entstehen? In den allermeisten Fällen lautet die Antwort: Nein. Ein einmal aufgekratztes Muttermal ist in der Regel harmlos und heilt wie jede andere kleine Hautwunde von selbst wieder ab [2]. Wichtig ist, die Wunde sauber zu versorgen, sie in Ruhe verheilen zu lassen und die Stelle danach im Blick zu behalten. In diesem Ratgeber erfährst du, was du konkret tun kannst, welche Warnzeichen du ernst nehmen solltest und wann ein Besuch beim Hautarzt oder bei der Hautärztin ratsam ist.
Ein roter Fleck auf der Haut eines Neugeborenen verunsichert viele Eltern – und auch Erwachsene fragen sich manchmal, was hinter einer dauerhaften Rotfärbung steckt. Ein Feuermal, medizinisch Naevus flammeus oder umgangssprachlich Portweinfleck, ist eine angeborene, gutartige Fehlbildung kleiner Blutgefässe der Haut, die bei der Geburt vorhanden ist [1][5]. In den allermeisten Fällen ist es harmlos. Dieser Ratgeber erklärt, wie ein Feuermal aussieht, wie es entsteht, wie es sich von einem Muttermal, einem Blutschwamm und einem Storchenbiss unterscheidet, wann eine ärztliche Abklärung wichtig ist und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Eingewachsene Nägel sind nicht nur sehr unschön, sondern auch äusserst schmerzhaft. Besonders der grosse Zehennagel ist häufig davon betroffen. Das Tragen von Socken und Schuhen und jeder einzelne Schritt können dann zur Qual werden. Wie du deine Füsse vor dieser unangenehmen Erfahrung schützen kannst, was zu tun ist, wenn es doch einmal passieren sollte, welche Symptome auftreten können und viele weitere wichtige Informationen zum Thema erhältst du im folgenden Beitrag.
Gesunde Zehennägel wachsen biegsam und ohne jegliche Verfärbungen und Flecken aus dem Nagelbett. Sie sind robust, milchig durchsichtig und haben einen leichten Glanz. Verändert sich an deinen Zehennägeln plötzlich die Farbe und treten unschöne Verfärbungen und Verdickungen auf, solltest du wachsam sein. Diese strukturellen Veränderungen an deinen Fussnägeln können auf Schädigungen und Erkrankungen hinweisen, die einer Behandlung bedürfen. Dabei gilt: Je zeitnaher du auf die Symptome reagierst, desto schneller hast du dein gesundheitliches Problem wieder im Griff. Hier bekommst du die wichtigsten Fragen rund um das Thema Holznägel ausführlich beantwortet.
Das Knie knirscht beim Treppensteigen, die Hüfte knarrt beim Aufstehen, die Schulter knackt beim Armkreisen – solche Gelenkgeräusche kennen viele und fragen sich, ob das schädlich ist. Die beruhigende Nachricht vorweg: In den allermeisten Fällen ist Gelenkknacken harmlos. Es gibt aber einige Situationen, in denen sich eine Abklärung lohnt. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Geräusche entstehen, was die Forschung zum Mythos „Knacken verursacht Arthrose" sagt und woran du erkennst, wann du genauer hinschauen solltest.
Yin Yoga ist ein ruhiger, meditativer Yoga-Stil, in dem die Stellungen drei bis fünf Minuten oder länger gehalten werden – meist im Sitzen oder Liegen, ohne aktive Muskelkraft. Während dynamische Stile wie Vinyasa oder Ashtanga die Muskulatur ansprechen, richtet Yin Yoga seine Aufmerksamkeit auf das Bindegewebe (Faszien, Bänder, Gelenkkapseln) und auf das vegetative Nervensystem – die unbewusste Steuerung von Atmung, Kreislauf und Verdauung. In diesem Ratgeber findest du eine klare Einführung: Was Yin Yoga ist, woher der Stil stammt, welche Stellungen typisch sind, wie eine Stunde aufgebaut ist, was die Forschung zur Wirkung sagt und wo du Yin Yoga in der Schweiz lernen kannst.