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Magnetresonanztherapie: Methode, Anwendung und worauf du achtest

Magnetresonanztherapie: Methode, Anwendung und worauf du achtest

Magnetische Felder begleiten die Heilkunde seit Langem, und bis heute interessieren sich viele Menschen für sanfte, ergänzende Wege, um Schmerzen oder Gelenkbeschwerden zu begegnen. Die Magnetresonanztherapie – oft auch Magnetfeldtherapie genannt – gehört zu den komplementärmedizinischen Methoden, die mit Magnetfeldern arbeiten. In diesem Ratgeber erfährst du, was sich hinter dem Begriff verbirgt, welche Varianten es gibt, wofür die Methode genutzt wird, was die Studienlage zeigt und worauf du bei der Wahl einer Anbieterin oder eines Anbieters achten kannst.

Was ist die Magnetresonanztherapie?

Die Magnetresonanztherapie ist eine komplementärmedizinische Behandlungsmethode, bei der der Körper oder einzelne Körperregionen einem Magnetfeld ausgesetzt werden. Sie wird ergänzend bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt, am häufigsten im Bereich von Gelenken, Knochen und Muskeln.

Im Sprachgebrauch werden mehrere Verfahren unter ähnlichen Begriffen zusammengefasst, die sich technisch unterscheiden. Wichtig ist vor allem die Abgrenzung zur Magnetresonanztomografie (MRT): Diese ist ein bildgebendes Diagnoseverfahren und keine Therapie. Die folgenden Begriffe lassen sich so einordnen – jeweils mit einer kurzen Erklärung und dem typischen Einsatz:

  • Magnetfeldtherapie (pulsierend oder statisch): eine komplementärmedizinische Methode, die mit pulsierenden oder gleichbleibenden Magnetfeldern arbeitet, häufig geringer Stärke – eingesetzt vor allem bei Schmerzen sowie Gelenk- und Rückenbeschwerden.
  • Magnetresonanz- bzw. Kernspinresonanztherapie (z. B. MBST): eine markengebundene Variante, die das physikalische Prinzip der Kernspinresonanz nutzt und mit deutlich geringerer Feldstärke arbeitet als ein MRT-Gerät – angewendet vor allem bei Arthrose sowie Knochen- und Knorpelbeschwerden.
  • Magnetresonanztomografie (MRT/MRI): ein bildgebendes Diagnoseverfahren und keine Behandlung – genutzt zur Diagnostik von Gelenken, Wirbelsäule oder Organen.

Wenn in diesem Artikel von Magnetresonanz- oder Magnetfeldtherapie die Rede ist, sind die therapeutischen Anwendungen gemeint, nicht das diagnostische MRT.

Wichtig: Unter „Magnetresonanz-" und „Magnetfeldtherapie" werden in der Schweiz verschiedene Geräte, Systeme und Schulen zusammengefasst. Ablauf, Feldstärke, Anwendungsgebiete und Kosten können sich je nach Anbieter:in und Gerät deutlich unterscheiden.

Wie funktioniert die Magnetfeldtherapie?

Bei der Magnetfeldtherapie wird über Spulen, Matten, Röhren oder kleine Applikatoren ein Magnetfeld erzeugt, das auf den Körper einwirken soll. Die Behandlung ist nicht-invasiv: Es wird also nichts in den Körper eingebracht.

Tatsächlich arbeiten viele Vorgänge im Körper mit elektrischen Signalen – der Herzschlag etwa wird über elektrische Impulse aus dem Sinusknoten gesteuert, und auch Nerven leiten Reize elektrisch weiter. An diesem Bild setzt das Erklärungsmodell der Magnetfeldtherapie an: Die Annahme, dass äussere Magnetfelder gestörte Zell- oder Energieprozesse wieder „ins Gleichgewicht" bringen, ist ein zentrales Konzept dieser Methode. Begriffe wie „Schwingung", „Energie" oder „Selbstheilungskräfte" gehören zum Vorstellungsmodell der Methode und sind keine naturwissenschaftlich messbaren Grössen. Als mögliche Wirkmechanismen werden unter anderem ein Einfluss auf den Zellstoffwechsel und die Durchblutung diskutiert; diese Erklärungen sind bislang nicht abschliessend gesichert.

Grundsätzlich werden zwei Formen unterschieden: die statische Magnetfeldtherapie mit dauerhaft getragenen Magneten (etwa in Armbändern oder Einlagen) und die pulsierende Magnetfeldtherapie (PEMF) mit speziellen Geräten, die zeitlich veränderliche Felder abgeben.

Wofür wird die Magnetresonanztherapie angewendet?

Am häufigsten wird die Magnetresonanz- und Magnetfeldtherapie bei Beschwerden des Bewegungsapparats eingesetzt. Dazu zählen vor allem:

  • Gelenkbeschwerden, insbesondere Arthrose (z. B. Kniearthrose)
  • Rücken- und Nackenbeschwerden
  • rheumatische Beschwerden
  • unterstützend bei der Heilung von Knochen, etwa bei verzögerter Knochenbruchheilung

Darüber hinaus bieten manche Anbieter:innen die Methode traditionell auch bei weiteren Beschwerden an, etwa bei Kopfschmerzen, Durchblutungsstörungen oder bestimmten Hautproblemen. Für diese Bereiche ist die Studienlage allerdings deutlich dünner als für muskuloskelettale Beschwerden. Viele Anwender:innen berichten von einer als angenehm empfundenen Behandlung und von Linderung; wie stark der Effekt ausfällt, lässt sich individuell nicht vorhersagen.

Was zeigt die Studienlage?

Die Studienlage ist je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich, und am besten untersucht ist die Anwendung bei Gelenkbeschwerden. Bei Kniearthrose deuten mehrere Übersichtsarbeiten auf eine mögliche Linderung von Schmerzen und eine bessere Beweglichkeit hin: Eine Übersichtsarbeit über systematische Reviews fand klinisch relevante Verbesserungen bei Schmerz sowie Effekte auf Steifigkeit und Funktion [2]. Andere Auswertungen sehen dagegen keinen klaren Vorteil bei Schmerz und Steifigkeit, ordnen die Methode aber als mögliche ergänzende Option ein [6]. Ein Cochrane-Review kam zu dem Schluss, dass die Belege für einen klinisch bedeutsamen Effekt bei Kniearthrose begrenzt sind [1]. Die Ergebnisse fallen also gemischt aus.

Für Knochenheilungsprozesse zeigen einige ältere, methodisch gute Studien positive Effekte gepulster Magnetfelder, allerdings vor allem bei langen täglichen Behandlungszeiten; die Methode wird hier als ergänzendes Verfahren eingeordnet [5][4]. Bei Kreuzschmerzen ist die Lage offen: Eine Bewertung des deutschen IGeL-Monitors stufte die statische Magnetfeldtherapie als „unklar" ein, da die vorhandenen Studien weder einen klaren Nutzen noch einen Schaden erkennen lassen [3].

Diese Befunde sind interessant, aufgrund teils kleiner Studien und unterschiedlicher Designs aber noch nicht als gesichert zu verstehen. Dass sich Forschung und persönliche Erfahrung nicht immer decken, ist gut nachvollziehbar: Viele Anwender:innen erleben die Behandlung als wohltuend und entspannend, was sich mit einer offenen, ergänzenden Nutzung gut vereinbaren lässt.

Wie läuft eine Behandlung ab und wie lange dauert sie?

Eine Sitzung mit pulsierendem Magnetfeld dauert in der Regel etwa 15 bis 30 Minuten und wird meist mehrmals pro Woche über mehrere Wochen wiederholt. Häufig wird die Anwendung als Serie von rund 10 bis 12 Sitzungen angelegt; die genaue Zahl legt die behandelnde Person individuell fest.

Du sitzt oder liegst dabei bequem. Je nach Gerät wird ein Applikator an die betroffene Stelle gehalten, oder die Körperregion wird in eine Magnetröhre gebracht. Die Kleidung kann meist anbehalten werden; metallische Gegenstände wie Schmuck oder Uhren legst du vorher ab. Die statische Variante arbeitet dagegen mit Magneten, die über längere Zeit am Körper getragen werden – ihr Nutzen wird allerdings kritischer eingeschätzt, da die Felder solcher Alltagsmagnete sehr schwach sind. Für die längerfristige Anwendung gibt es auch Heimgeräte; deren Einsatz solltest du bei Vorerkrankungen vorab fachlich abklären.

Welche Nebenwirkungen und Risiken gibt es?

Die Magnetfeldtherapie gilt als gut verträglich, und schwere Nebenwirkungen sind selten beschrieben. Manche Menschen verspüren während der Behandlung ein leichtes Kribbeln oder ein Wärmegefühl auf der Haut, vereinzelt kann es zu einer Hautrötung kommen [3][7]. Wird nach der ersten Anwendung vorübergehend eine Veränderung der Beschwerden wahrgenommen, lässt sich daraus kein gesicherter „Heilungsverlauf" ableiten – eine solche Deutung ist nicht belegt.

Das wichtigste Risiko ist dabei weniger ein körperliches als vielmehr das Verzögern oder Ersetzen einer notwendigen medizinischen Behandlung. Magnetfelder können zudem elektronische Implantate beeinflussen.

Sicherheitshinweis: Magnetfelder können Herzschrittmacher und andere elektronische Implantate stören. Wenn du ein solches Implantat trägst, schwanger bist oder an einer schweren Erkrankung wie Krebs leidest, kläre eine Anwendung unbedingt vorab ärztlich ab. Die Magnetresonanztherapie ersetzt keine notwendige medizinische Behandlung.

Für wen ist die Therapie nicht geeignet?

In bestimmten Situationen sollte auf eine Magnetfeldtherapie verzichtet oder sie nur nach ärztlicher Abklärung angewendet werden. Dazu zählen insbesondere [7]:

  • Menschen mit Herzschrittmacher, Defibrillator oder anderen elektronischen Implantaten
  • Schwangere
  • Menschen mit Epilepsie oder Anfallsleiden
  • aktive Krebserkrankungen
  • akute Infektionen oder Fieber
  • akute Thrombosen

Gerade bei schweren Erkrankungen wie Krebs, Infektionen oder Autoimmunerkrankungen gilt: Die Methode kann allenfalls ergänzend infrage kommen, niemals als Ersatz für eine ärztlich notwendige Behandlung. Ob eine Anwendung im Einzelfall sinnvoll und sicher ist, hängt von der Diagnose ab und sollte vorab mit einer Fachperson besprochen werden.

Was kostet eine Magnetresonanztherapie in der Schweiz?

Eine einzelne Sitzung kostet in der Schweiz je nach Gerät, Dauer und Region typischerweise etwa CHF 20 bis 100. Da die Behandlung meist als Serie angelegt ist, fallen über mehrere Wochen entsprechend höhere Gesamtkosten an; einige Anbieter:innen führen dafür Pakete oder Abonnements.

Die Magnetfeldtherapie gehört in der Regel nicht zu den Pflichtleistungen der Grundversicherung. Je nach Zusatzversicherung und Anbieter:in kann ein Teil der Kosten übernommen werden; eine Klärung mit der eigenen Krankenkasse vor Beginn ist sinnvoll. Wichtig zur Einordnung: Ob eine Methode von einer Versicherung übernommen wird, ist eine gesundheitspolitische und regulatorische Entscheidung – sie ist kein Beleg für eine bestimmte Wirksamkeit.

Worauf solltest du bei Anbieter:innen achten?

Achte bei der Auswahl vor allem auf eine sachliche, transparente Beratung und auf realistische Erwartungen. Skeptisch machen sollten dich dagegen klare Warnsignale:

  • Heil- oder Erfolgsversprechen sowie eine „garantierte" Wirkung
  • Aussagen, schwere Erkrankungen wie Krebs liessen sich mit der Methode heilen
  • die Behauptung, „Energieblockaden" seien die eigentliche Ursache deiner Krankheit
  • Druck, teure Pakete oder langfristige Abonnements abzuschliessen

Seriöse Anbieter:innen ordnen die Methode als ergänzendes Verfahren ein, klären über Grenzen und mögliche Gegenanzeigen auf und raten bei starken, anhaltenden oder unklaren Beschwerden zu einer ärztlichen Abklärung.

Wenn du eine Magnetfeldtherapie als Ergänzung in Betracht ziehst, hilft ein Vergleich verschiedener Angebote, eine passende Begleitung zu finden – abgestimmt auf deine Beschwerden und deine Erwartungen. Auf truVuna findest du Anbieter:innen in deiner Region. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt für ein Erstgespräch.

Häufige Fragen zur Magnetresonanztherapie

Ist die Magnetresonanztherapie dasselbe wie ein MRT?

Nein. Die Magnetresonanztomografie (MRT) ist ein bildgebendes Diagnoseverfahren, das Aufnahmen aus dem Körperinneren erstellt. Die Magnetresonanz- bzw. Magnetfeldtherapie ist dagegen eine Behandlungsmethode, die mit meist deutlich schwächeren Magnetfeldern arbeitet und Beschwerden lindern soll. Beide Verfahren nutzen Magnetfelder, verfolgen aber völlig unterschiedliche Ziele.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

In der Regel ist die Magnetfeldtherapie keine Pflichtleistung der Grundversicherung. Je nach Zusatzversicherung und Anbieter:in kann ein Teil der Kosten übernommen werden. Kläre vor Behandlungsbeginn mit deiner Krankenkasse, ob und in welchem Umfang eine Beteiligung möglich ist, um spätere Überraschungen zu vermeiden.

Wie viele Sitzungen sind nötig?

Die Behandlung wird meist als Serie angelegt, häufig im Bereich von rund 10 bis 12 Sitzungen. Die genaue Anzahl hängt von den Beschwerden ab und wird individuell festgelegt. Bei einer einzelnen Anwendung ist in der Regel kein anhaltender Effekt zu erwarten; entscheidend ist die regelmässige Wiederholung über mehrere Wochen.

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Nein, die Anwendung ist in der Regel schmerzfrei. Manche Menschen spüren während der Sitzung ein leichtes Kribbeln oder eine angenehme Wärme, viele empfinden die Behandlung als entspannend. Treten ungewohnte oder unangenehme Empfindungen auf, sprich die behandelnde Person darauf an.

Kann ich die Magnetfeldtherapie zu Hause anwenden?

Für die Heimanwendung gibt es spezielle Geräte. Wenn du einen Herzschrittmacher oder ein anderes elektronisches Implantat trägst, schwanger bist oder eine schwere Erkrankung hast, solltest du die Nutzung vorher ärztlich abklären. Eine Heimanwendung ersetzt keine notwendige medizinische Behandlung; bei anhaltenden Beschwerden ist eine fachliche Abklärung wichtig.

Quellen

[1] Li S, Yu B, Zhou D, He C, Zhuo Q, Hulme JM, 2013, Electromagnetic fields for treating osteoarthritis, Cochrane Database of Systematic Reviews, CD003523, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK77793/

[2] Markovic L, Wagner B, Crevenna R, 2022, Effects of pulsed electromagnetic field therapy on outcomes associated with osteoarthritis: A systematic review of systematic reviews, Wiener klinische Wochenschrift, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9213303/

[3] Medizinischer Dienst (IGeL-Monitor), 2014, Statische Magnetfeldtherapie beim Kreuzschmerz, igel-monitor.de, https://igel-monitor.de/igel-a-z/igel/show/statische-magnetfeldtherapie-beim-kreuzschmerz.html

[4] Quittan M et al., 2000, Klinische Wirksamkeiten der Magnetfeldtherapie – eine Literaturübersicht, Acta Medica Austriaca, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1046/j.1563-2571.2000.270210.x

[5] Springer (Trauma und Berufskrankheit), 2003, Magnetfeldtherapie – klinische Wirksamkeiten, https://link.springer.com/article/10.1007/s10039-003-0758-4

[6] Chen L, Duan X, Xing F et al., 2019, Effects of pulsed electromagnetic field therapy on pain, stiffness and physical function in patients with knee osteoarthritis, Journal of Rehabilitation Medicine, https://www.medicaljournals.se/jrm/content/html/10.2340/16501977-2613

[7] Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (Orthinform), Pulsierende Magnetfeldtherapie, orthinform.de, https://orthinform.de/lexikon/pulsierende-magnetfeldtherapie

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