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Altersbedingte Makuladegeneration: Ursachen, Symptome und Behandlung

Altersbedingte Makuladegeneration: Ursachen, Symptome und Behandlung

Wenn in der Mitte des Blickfelds ein verschwommener Fleck entsteht, gerade Linien plötzlich verbogen wirken oder das Lesen zunehmend schwerfällt, kann eine Erkrankung der Netzhautmitte dahinterstehen. Die häufigste davon ist die altersbedingte Makuladegeneration, kurz AMD. Sie betrifft vor allem ältere Menschen und gehört in Industrieländern zu den führenden Ursachen für eine deutliche Sehverschlechterung im Alter [4][5].Dieser Ratgeber erklärt verständlich, was bei einer Makuladegeneration im Auge passiert, welche Formen es gibt, an welchen Symptomen du sie erkennen kannst und welche Behandlungsmöglichkeiten heute zur Verfügung stehen. Eine Diagnose ersetzt der Artikel nicht – wer Veränderungen des zentralen Sehens bemerkt, sollte diese augenärztlich abklären lassen.

Was ist eine altersbedingte Makuladegeneration?

Die altersbedingte Makuladegeneration ist eine fortschreitende Erkrankung der Makula, also der Netzhautmitte, die zu einem Verlust des zentralen Sehens führen kann. Die Makula ist der kleine Bereich der Netzhaut, der für das scharfe Sehen in der Mitte des Blickfelds zuständig ist – etwa beim Lesen oder beim Erkennen von Gesichtern [3].

Bei der AMD nehmen die lichtempfindlichen Sehzellen in diesem Bereich mit der Zeit Schaden. Charakteristisch ist, dass vor allem das zentrale Sehen betroffen ist, während das periphere Sehen – also der äussere Bereich des Blickfelds – meist erhalten bleibt [5]. Genau deshalb werden Betroffene durch eine AMD in der Regel nicht im engeren Sinn blind: Die Orientierung im Raum über das Aussenfeld bleibt häufig möglich [2].

Die Erkrankung tritt typischerweise ab einem Alter von etwa 50 bis 60 Jahren auf und wird mit zunehmendem Alter häufiger [4][5].

Welche Formen der Makuladegeneration gibt es?

Es werden zwei Hauptformen unterschieden: die trockene und die feuchte altersbedingte Makuladegeneration.

Die trockene Form ist die häufigere und macht etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle aus [5]. Bei ihr lagern sich unter der Netzhaut kleine Stoffwechselablagerungen ab, die als Drusen bezeichnet werden, und das Gewebe der Makula wird allmählich dünner [4]. Die trockene Form schreitet meist langsam über Jahre voran. In einem fortgeschrittenen Stadium kann eine sogenannte geografische Atrophie entstehen, bei der Netzhautzellen absterben und das zentrale Sehen deutlich eingeschränkt wird [4].

Die feuchte Form ist seltener, verläuft aber oft aggressiver und kann sich aus der trockenen Form entwickeln. Dabei bilden sich unter der Netzhaut neue, krankhafte Blutgefässe, die undicht sind und Flüssigkeit oder Blut austreten lassen. Die dadurch entstehende Schwellung kann das zentrale Sehen rasch verschlechtern [1][2].

Die wichtigsten Unterschiede lassen sich kurz zusammenfassen: Die trockene AMD macht mit etwa 80 bis 90 Prozent den Grossteil der Fälle aus und schreitet meist langsam über Jahre voran; sie ist durch Drusen, eine Ausdünnung der Makula und gegebenenfalls eine Atrophie gekennzeichnet. Im Vordergrund der Behandlung stehen hier das Verlangsamen des Verlaufs und das Management der Risikofaktoren. Die feuchte AMD ist seltener und kann sich aus der trockenen Form entwickeln. Sie schreitet oft rasch fort, weil sich undichte Blutgefässe bilden, aus denen Flüssigkeit austritt und eine Schwellung entsteht; für sie steht eine medikamentöse Therapie zur Verfügung.

Beide Formen betreffen die Makula und damit das zentrale Sehen; sie unterscheiden sich aber deutlich in Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten [1][5].

Woran erkennt man eine Makuladegeneration?

Typische Hinweise sind Veränderungen des zentralen Sehens: Das Lesen fällt schwerer, in der Mitte des Blickfelds entsteht ein verschwommener oder fehlender Bereich, Farben wirken blasser, oder gerade Linien erscheinen verzerrt und verbogen [1][2]. Das periphere Sehen bleibt dabei meist unauffällig.

In frühen Stadien kann eine AMD auch ohne spürbare Symptome bestehen und wird dann oft erst bei einer augenärztlichen Untersuchung entdeckt [4]. Gerade weil die trockene Form schleichend verläuft, bleibt sie anfangs häufig unbemerkt.

Sicherheitshinweis: Eine plötzliche Verschlechterung des zentralen Sehens oder neu auftretende verzerrte, verbogene Linien sollten rasch augenärztlich abgeklärt werden. Solche Veränderungen können auf eine feuchte Makuladegeneration hinweisen, bei der ein früher Behandlungsbeginn die Aussichten verbessert [2].

Wie wird eine Makuladegeneration festgestellt?

Die Diagnose stellt eine augenärztliche Praxis nach Erweiterung der Pupille mit Augentropfen, ergänzt durch apparative Verfahren zur Beurteilung der Netzhaut [2]. Häufig kommt dabei die optische Kohärenztomographie (OCT) zum Einsatz, ein Schnittbildverfahren der Netzhaut, teils ergänzt durch eine Gefässdarstellung mit Kontrastmittel [2].

Weil der Behandlungserfolg bei der feuchten Form umso besser ausfällt, je früher sie erkannt wird, ist die frühe Erkennung wichtig. Das Universitätsspital Zürich empfiehlt, ab etwa 50 Jahren die Augen regelmässig kontrollieren zu lassen – besonders bei Risikofaktoren, familiärer Vorbelastung oder ersten Veränderungen des Sehens – und sich bei plötzlicher Sehverschlechterung umgehend zu melden [2].

Wie wird eine Makuladegeneration behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Form. Für die trockene AMD ist bislang keine ursächliche Therapie bekannt, die den Schaden rückgängig machen kann [2]. Im Vordergrund steht, das Fortschreiten zu verlangsamen. Bei bestimmten fortgeschrittenen Stadien können spezielle Nahrungsergänzungsmittel das Fortschreiten verzögern: In einer grossen klinischen Studie (AREDS) reduzierte eine bestimmte Kombination von Antioxidantien und Spurenelementen das Risiko eines weiteren Fortschreitens bei Betroffenen mit fortgeschrittener AMD um etwa ein Viertel [5]. Ob eine solche Ergänzung im Einzelfall sinnvoll ist, sollte augenärztlich entschieden werden – eine eigenmächtige Einnahme hochdosierter Präparate ist nicht ratsam.

Für die feuchte AMD stehen heute medikamentöse Therapien zur Verfügung. Dabei werden sogenannte Anti-VEGF-Medikamente in regelmässigen Abständen direkt in das Augeninnere injiziert. Sie hemmen einen Wachstumsfaktor (VEGF), der die Bildung der undichten Blutgefässe fördert, und können so die Schwellung verringern [1][2]. In vielen Fällen lässt sich das Sehvermögen dadurch stabilisieren oder verbessern, besonders wenn die Behandlung früh begonnen wird [2]. In ausgewählten Fällen kommen ergänzend Laser- oder photodynamische Verfahren in Betracht [5].

Welche Behandlung im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von Form, Stadium und individuellem Befund ab. Die hier genannten Möglichkeiten sind deshalb als allgemeine Orientierung zu verstehen und ersetzen keine augenärztliche Beratung.

Was du selbst tun und beachten kannst

Beeinflussbare Risikofaktoren spielen bei der AMD eine Rolle. Als wichtigster vermeidbarer Faktor gilt das Rauchen; daneben werden unter anderem Alter, familiäre Veranlagung und Umwelteinflüsse diskutiert [4][5]. Ein gesunder Lebensstil und der Verzicht aufs Rauchen können daher sinnvoll sein, auch wenn sie keine Garantie gegen die Erkrankung bieten.

Hilfreich ist zudem, auf das eigene zentrale Sehen zu achten und Veränderungen ernst zu nehmen. Wer bereits eine AMD hat, kann gemeinsam mit der augenärztlichen Praxis besprechen, wie sich Veränderungen frühzeitig bemerken lassen und in welchen Abständen Kontrollen sinnvoll sind.

Wenn du Veränderungen deines zentralen Sehens bemerkst oder regelmässige Kontrollen wahrnehmen möchtest, lohnt sich der Gang in eine augenärztliche Praxis. Auf truVuna findest du Augenärzt:innen in deiner Region. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt, um einen Termin zu vereinbaren.

Häufige Fragen zur Makuladegeneration

Wird man durch eine Makuladegeneration blind?

In der Regel nicht im engeren Sinn. Die AMD betrifft das zentrale Sehen, während das periphere Sehen meist erhalten bleibt. Betroffene können sich daher häufig weiter im Raum orientieren, auch wenn das scharfe Sehen in der Mitte stark eingeschränkt ist [2][5].

Was ist der Unterschied zwischen trockener und feuchter AMD?

Die trockene Form ist häufiger und verläuft meist langsam, mit Ablagerungen (Drusen) und allmählicher Ausdünnung der Makula. Die feuchte Form ist seltener, verläuft aber oft schneller, weil sich undichte Blutgefässe bilden. Sie kann sich aus der trockenen Form entwickeln [4][5].

Kann man eine Makuladegeneration heilen?

Eine Heilung ist nach heutigem Stand nicht möglich. Bei der feuchten Form lässt sich der Verlauf mit Anti-VEGF-Injektionen aber häufig stabilisieren oder verbessern, bei der trockenen Form geht es vor allem darum, das Fortschreiten zu verlangsamen [2][5].

Ab wann sollte ich meine Augen auf AMD kontrollieren lassen?

Ab etwa 50 Jahren können regelmässige augenärztliche Kontrollen sinnvoll sein – besonders bei Risikofaktoren, familiärer Vorbelastung oder ersten Veränderungen des Sehens. Eine frühe Erkennung verbessert die Behandlungschancen der feuchten Form. Bei plötzlicher Sehverschlechterung solltest du dich umgehend melden [2].

Helfen Nahrungsergänzungsmittel gegen Makuladegeneration?

Bei bestimmten fortgeschrittenen Stadien der trockenen AMD kann eine spezielle Kombination von Nährstoffen das Fortschreiten verzögern; in einer grossen Studie sank das Risiko um etwa ein Viertel. Eine solche Einnahme sollte aber augenärztlich abgestimmt werden und ist keine vorbeugende Massnahme für alle [5].

Quellen

[1] MSD Manual (Profi-Ausgabe), Altersbedingte Makuladegeneration (AMD), msdmanuals.com, https://www.msdmanuals.com/de/profi/augenkrankheiten/netzhauterkrankungen/altersbedingte-makuladegeneration-amd

[2] Universitätsspital Zürich (USZ), Augenklinik – Altersbedingte Makuladegeneration, usz.ch, https://www.usz.ch/fachbereich/augenklinik/angebot/altersbedingte-makuladegeneration/

[3] American Academy of Ophthalmology, Understanding Macular Degeneration, aao.org, https://www.aao.org/eye-health/diseases/amd-macular-degeneration

[4] MedlinePlus Genetics (National Library of Medicine, NIH), Age-related macular degeneration, medlineplus.gov, https://medlineplus.gov/genetics/condition/age-related-macular-degeneration/

[5] Yorston D, 2025, Age-related macular degeneration: an introduction, Community Eye Health Journal / PMC (NIH), https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC11938193/

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