Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

>
Ratgeber-Übersicht
>
Myopie-Symptome: So erkennst du Kurzsichtigkeit

Myopie-Symptome: So erkennst du Kurzsichtigkeit

Wenn entfernte Dinge zunehmend verschwimmen, die Nähe aber klar bleibt, steckt häufig eine Kurzsichtigkeit dahinter – medizinisch Myopie genannt. Sie ist die häufigste Form der Fehlsichtigkeit und entwickelt sich oft schon in Kindheit und Jugend [1]. Dieser Ratgeber erklärt, welche Symptome typisch sind, wie Kurzsichtigkeit entsteht und wann ein Besuch bei einer Augenärztin oder einem Augenarzt sinnvoll ist.

Was ist Myopie?

Myopie ist eine Fehlsichtigkeit, bei der weit entfernte Objekte unscharf erscheinen, während Gegenstände in der Nähe meist scharf gesehen werden [1]. Der Grund liegt in der Optik des Auges: Damit ein scharfes Bild entsteht, müssen Hornhaut und Linse das einfallende Licht genau auf der Netzhaut bündeln. Bei Kurzsichtigkeit ist der Augapfel im Verhältnis zur Brechkraft zu lang oder die Hornhaut zu stark gekrümmt – das Licht wird dann vor der Netzhaut gebündelt statt direkt auf ihr, und das Bild ferner Objekte wirkt verschwommen [2].

Die Stärke einer Fehlsichtigkeit wird in Dioptrien angegeben. Kurzsichtigkeit wird dabei mit einem Minuswert beschrieben. Fachleute unterscheiden grob zwischen leichter, mittlerer und hoher Myopie; ab einem höheren Minuswert spricht man von einer hohen Kurzsichtigkeit [3].

Welche Symptome sind typisch für Kurzsichtigkeit?

Das Leitsymptom ist verschwommenes Sehen in der Ferne bei klarer Nahsicht [2]. Daneben treten häufig weitere Anzeichen auf, die mit dem ständigen Versuch zusammenhängen, das unscharfe Bild auszugleichen:

  • Zusammenkneifen der Augen, um in der Ferne schärfer zu sehen
  • angestrengtes Sehen und schnelle Ermüdung der Augen
  • Kopfschmerzen, etwa nach längerer Konzentration auf entfernte Objekte
  • Schwierigkeiten beim Erkennen von Schildern, Tafeln oder Gesichtern aus der Distanz

Der Name „Myopie" leitet sich aus dem Griechischen ab und verweist auf genau dieses Blinzeln: Durch das Zusammenkneifen verkleinert sich die wirksame Pupillenöffnung, wodurch das Bild vorübergehend etwas schärfer wirkt. Kopfschmerzen und müde Augen können entstehen, wenn die Augen dauerhaft angestrengt arbeiten [2].

Bei Kindern zeigen sich Hinweise oft im Alltag: Sie sitzen sehr nah vor dem Bildschirm, halten Bücher dicht vor das Gesicht, kneifen beim Blick in die Ferne die Augen zusammen oder erkennen die Wandtafel in der Schule schlecht [2]. Da Kinder solche Veränderungen selten von sich aus benennen, lohnt es sich, auf solche Verhaltensweisen zu achten.

Wie entsteht Myopie?

Kurzsichtigkeit beginnt meist im Schulalter und nimmt häufig bis zum Ende des Körperwachstums zu, weil auch der Augapfel in dieser Zeit in die Länge wächst. Ab dem frühen Erwachsenenalter verändert sie sich in der Regel nur noch langsam [1].

Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Diskutiert werden ein Zusammenspiel aus erblicher Veranlagung und Umweltfaktoren. Als mögliche Einflussgrössen gelten unter anderem viel Naharbeit – etwa Lesen oder Bildschirmnutzung – und wenig Zeit im Freien. Die Forschung zu diesen Zusammenhängen ist aktiv, eindeutige Aussagen über einzelne Auslöser sind aber zurückhaltend zu treffen [4].

Wann ist eine augenärztliche Abklärung sinnvoll?

Kurzsichtigkeit lässt sich in einer augenärztlichen oder augenoptischen Untersuchung zuverlässig feststellen. Eine Abklärung ist sinnvoll, wenn dir – oder bei deinem Kind – verschwommenes Sehen in der Ferne, häufiges Blinzeln, wiederkehrende Kopfschmerzen oder eine spürbare Verschlechterung des Sehens auffallen [2].

Besondere Aufmerksamkeit verdienen einige Warnzeichen, die rasch abgeklärt werden sollten: plötzlich auftretende Sehverschlechterung, Lichtblitze, ein „Schatten" oder „Vorhang" im Gesichtsfeld oder ein deutlich zunehmender Schwarm beweglicher Punkte. Solche Symptome können auf eine Beteiligung der Netzhaut hindeuten und gehören zeitnah in fachliche Abklärung. Bei stärkerer Kurzsichtigkeit ist das Risiko für bestimmte Netzhautveränderungen erhöht, weshalb regelmässige Kontrollen besonders wichtig sind [5].

Eine festgestellte Kurzsichtigkeit lässt sich in der Regel gut mit Brille oder Kontaktlinsen ausgleichen. Welche Korrektur im Einzelfall passt und ob – etwa bei Kindern – Massnahmen zur Verlangsamung des Fortschreitens infrage kommen, klärst du am besten im persönlichen Gespräch mit der Fachperson.

Wenn du den Verdacht auf eine Kurzsichtigkeit abklären lassen möchtest, findest du auf truVuna Augenärztinnen und Augenärzte in deiner Nähe. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt für einen Termin.

Häufige Fragen zu Myopie-Symptomen

Wie merke ich, dass ich kurzsichtig bin?

Typisch ist, dass du in der Ferne unscharf siehst, während die Nähe klar bleibt. Oft kommen Zusammenkneifen der Augen, angestrengtes Sehen und Kopfschmerzen hinzu. Sicherheit bringt nur eine augenärztliche oder augenoptische Untersuchung.

Kann sich Kurzsichtigkeit verschlechtern?

Ja. Myopie beginnt meist im Schulalter und nimmt häufig bis zum Ende des Wachstums zu. Ab dem frühen Erwachsenenalter verändert sie sich in der Regel nur noch langsam.

Woran erkenne ich Kurzsichtigkeit bei meinem Kind?

Hinweise sind, wenn das Kind sehr nah vor dem Bildschirm sitzt, Bücher dicht vor das Gesicht hält, in der Ferne die Augen zusammenkneift oder die Wandtafel schlecht erkennt. Eine augenärztliche Untersuchung schafft Klarheit.

Sind Kopfschmerzen ein Anzeichen für Myopie?

Kopfschmerzen können auftreten, wenn die Augen dauerhaft angestrengt arbeiten, um unscharfe Bilder auszugleichen. Sie sind aber unspezifisch und können viele Ursachen haben. Bei wiederkehrenden Beschwerden ist eine Abklärung sinnvoll.

Ab wann spricht man von hoher Kurzsichtigkeit?

Fachleute unterscheiden leichte, mittlere und hohe Myopie anhand des Dioptrienwerts. Bei einer hohen Kurzsichtigkeit ist das Risiko für bestimmte Netzhautveränderungen erhöht, sodass regelmässige Kontrollen besonders wichtig sind.

Quellen

[1] gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit), 2021, Kurzsichtigkeit (Myopie), https://gesund.bund.de/kurzsichtigkeit

[2] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, 2024, Überblick über Refraktionsstörungen, https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/augenkrankheiten/refraktionsst%C3%B6rungen/%C3%BCberblick-%C3%BCber-refraktionsst%C3%B6rungen

[3] MSD Manual, Profi-Ausgabe, 2024, Übersicht über Refraktionsfehler, https://www.msdmanuals.com/de/profi/augenkrankheiten/refraktionsfehler/%C3%BCbersicht-%C3%BCber-refraktionsfehler

[4] Schuster AK et al., 2020, Prevalence and time trends in myopia among children and adolescents (KiGGS), Deutsches Ärzteblatt International, https://www.aerzteblatt.de/archiv/216901

[5] PRO RETINA Deutschland e. V., Pathologische Myopie – Fakten, Symptome und Ursachen, https://www.pro-retina.de/netzhauterkrankungen/krankheitsbilder/erworbene-netz-aderhauterkrankungen/pathologische-myopie/fakten-zur-pathologischen-myopie


Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden oder plötzlichen Sehveränderungen wende dich an eine augenärztliche Fachperson.

Das könnte dich auch interessieren

Aknemedikamente: Aknetherapie mit oder ohne Antibiotika?

Wirksame Aknemedikamente gibt es sowohl mit als auch ohne Antibiotika – und Antibiotika sind dabei nur einer von mehreren Bausteinen. Wenn du dich fragst, ob du für deine Akne unbedingt Antibiotika brauchst, ob eine Salbe oder Tablette rezeptpflichtig ist und welche Mittel überhaupt zur Wahl stehen, findest du hier einen verständlichen Überblick. Akne entsteht nicht durch eine einzige Ursache, sondern durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren: eine verstärkte Talgproduktion, Verhornungsstörungen an den Talgdrüsenfollikeln, die Besiedlung mit dem Hautbakterium Cutibacterium acnes (früher Propionibacterium acnes) und Entzündungsreaktionen [1]. Genau deshalb setzt die Behandlung nicht nur an den Bakterien an – und genau deshalb ist die Frage „mit oder ohne Antibiotika?" so wichtig.

Tabletten gegen Pickel: Wirkstoffe und Anwendungstipps im Überblick

Pickel, Pusteln, Akne: Für unreine Haut gibt es viele Begriffe. Betroffene versuchen in der Regel zunächst, die unangenehmen Hauterscheinungen mithilfe einer optimierten Hautpflege in den Griff zu bekommen. Genügt das nicht, greifen viele zu Tabletten gegen Pickel. Diese versprechen, das Hautbild von innen heraus zu verbessern. Doch Tablette ist nicht gleich Tablette. Neben verschreibungspflichtigen Medikamenten gibt es jede Menge Wirkstoffe, die frei erhältlich sind, aber dennoch gegen Pickel helfen können. Die Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema erhältst du im folgenden Artikel.

Gelnägel Ballerina: Form, Farben und Pflege im Überblick

Lange, schlanke Nägel mit gerader Spitze – die Ballerina-Form gehört seit einigen Jahren zu den beliebtesten Looks im Nageldesign. Sie streckt die Finger optisch und wirkt zugleich elegant und selbstbewusst. Vielleicht überlegst du, ob dieser Look zu dir passt und worauf du dabei achten solltest. In diesem Ratgeber erklären wir dir, was Ballerina Gelnägel ausmacht, welche Farben und Designs gut harmonieren, wie die Form entsteht, was das Ganze in der Schweiz ungefähr kostet und wie du deine Nägel dabei gesund hältst.

Okklusion: Sehschwächen bei Kindern mit Augenpflastern behandeln

Sehschwächen und Fehlsichtigkeiten sind bei kleinen Kindern nicht ungewöhnlich. Zu den häufigsten Diagnosen gehört die sogenannte Schwachsichtigkeit (Amblyopie), von der meist nur ein Auge betroffen ist. Als gängige Methode der Behandlung hat sich die Okklusion bewährt. Hierbei wird mit Augenpflastern gearbeitet, um die Sehstörungen zu beheben. Woran du erkennst, dass dein Kind eine Amblyopie hat und was der Verschluss der Augen zur Korrektur von Dysfunktionen bewirkt, darüber gibt der folgende Ratgeber Aufschluss. Ausserdem erhältst du wichtige Tipps im Umgang mit den Augenpflastern und zur Therapiedauer.

Untere Rückenschmerzen: Ursachen, Abgrenzung und Behandlung

Schmerzen im unteren Rücken kennen viele Menschen – mal als dumpfes Ziehen, mal als stechender Schmerz beim Bücken. Meist sind sie harmlos und gehen von selbst wieder weg. Manchmal fragt man sich aber: Kommt der Schmerz wirklich aus dem Rücken, oder steckt etwas anderes dahinter, etwa die Nieren? Dieser Ratgeber erklärt, was hinter unteren Rückenschmerzen steckt, wie du sie von Nierenschmerzen unterscheidest, was im Alltag hilft und wann eine fachliche Abklärung wichtig ist. Der untere Rücken trägt einen grossen Teil des Körpergewichts und ist an fast allen Alltagsbewegungen beteiligt. Genau deshalb treten hier besonders häufig Beschwerden auf. In den allermeisten Fällen lassen sich keine ernsthaften Ursachen finden.

Ellenbogen tapen: Sinnvoller Einsatz, Wirkung und Grenzen

Beim Tapen des Ellenbogens werden elastische Klebebänder auf die Haut geklebt, um Beschwerden kurzfristig zu unterstützen – etwa bei bestimmten Überlastungsreizungen. Solche bunten Tapes sieht man häufig: im Sport, in der Physiotherapie und zunehmend auch im Alltag. Am Ellenbogen werden sie vor allem bei Reizzuständen wie einem Tennis- oder Golferellenbogen eingesetzt. Dieser Ratgeber ordnet das Thema nüchtern ein: Er erklärt, was beim Tapen passiert, was die Studienlage zeigt, in welchen Situationen Tapen eine ergänzende Rolle spielen kann – und wann du den Ellenbogen besser ärztlich abklären lässt, statt zu tapen.