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Ein Nagelpiercing ist ein kleines Loch im überstehenden, freien Rand des Fingernagels, in das ein Schmuckstück eingesetzt wird. Das kann ein feiner Ring, ein Stecker oder ein kleiner Anhänger sein – aus Silber, vergoldet, mit einer Perle, einem Strassstein oder einer kleinen Figur. Je nach Verschluss lässt sich das Piercing wieder herausnehmen oder dauerhafter befestigen.
Wichtig ist, dass das Loch ausschliesslich in den Teil des Nagels gebohrt wird, der über die Fingerkuppe hinausragt. Im Bereich über dem Nagelbett – also dort, wo der Nagel auf der empfindlichen Haut aufliegt – hat ein Piercing nichts verloren.
Wusstest du schon? Anders als ein Ohr- oder Körperpiercing durchsticht ein Nagelpiercing kein lebendes Gewebe, sondern nur die abgestorbene Hornplatte des freien Nagelrands. Deshalb tut das Bohren bei korrekter Ausführung nicht weh – spürst du Schmerz, sitzt der Bohrer zu nah am lebenden Bereich.
Ein Nagelpiercing ist sowohl am Naturnagel als auch am künstlichen Nagel möglich – entscheidend ist die Festigkeit. Der Nagel muss über die Fingerkuppe hinausragen, damit überhaupt Platz für das Bohrloch bleibt. Am Naturnagel heisst das: ausreichend wachsen lassen.
Genauso wichtig ist die Beschaffenheit. Der Nagel sollte gesund und fest sein. Spröde, weiche oder splitternde Nägel eignen sich nur bedingt, weil das Bohrloch eine Schwachstelle bildet und der Nagel dort leichter einreisst oder abbricht [1]. Wer von Natur aus eher weiche Nägel hat, entscheidet sich oft für eine Naturnagelverstärkung oder ein künstliches Nagelmodell als stabilere Basis. Künstliche Gel- oder Acrylnägel sind in der Regel fester und lassen sich meist unkomplizierter piercen.
Ein Nagelpiercing wird mit einem speziellen, sehr feinen Nagelbohrer gesetzt – vorsichtig und ohne Druck. So läuft es typischerweise ab:
So einfach das klingt: Gerade an Naturnägeln ist Fingerspitzengefühl gefragt. Wird zu viel Druck ausgeübt oder das Loch zu nah am Rand gesetzt, kann der Nagel reissen. Wer unsicher ist, lässt das Piercing besser im Nagelstudio setzen, wo das passende Werkzeug und die Erfahrung vorhanden sind.
Das Hauptrisiko beim Nagelpiercing ist, dass der Nagel an der Bohrstelle einreisst oder abbricht, weil das Loch eine Schwachstelle bildet [1]. Besonders bei dünnen oder spröden Naturnägeln ist das Risiko erhöht. Im Alltag kann ein Piercing ausserdem beim Greifen, Tippen oder Sport stören – deshalb wird es oft nur an einem einzelnen Nagel getragen.
Auf Hygiene solltest du ebenfalls achten: Saubere Hände, sauberes Werkzeug und ein gepflegter Nagel senken das Risiko, dass Keime ins Spiel kommen. Veränderungen wie Rötungen, Schwellungen oder anhaltende Beschwerden rund um den Nagel gehören fachlich abgeklärt [2].
Wird das Piercing an künstlichen Gel- oder Acrylnägeln gesetzt, gelten zusätzlich die üblichen Hinweise zu diesen Verfahren – etwa zur UV-Aushärtung des Gels, deren Hautwirkung in Studien unterschiedlich bewertet wird [3], und zu möglichen Kontaktallergien auf die enthaltenen (Meth)acrylate [4].
Ein Nagelpiercing ist meist eine kleine Zusatzleistung und entsprechend günstig. Im Studio wird es oft als Aufpreis zu einer Maniküre oder Nagelmodellage berechnet, ähnlich wie eine Verzierung mit Strasssteinen. Da es keine einheitlich ausgewiesenen Schweizer Preise für diese Mini-Leistung gibt, fragst du den genauen Aufpreis am besten direkt im Studio nach – häufig kostet das Setzen nur wenige Franken, dazu kommt der Preis für das Schmuckstück.
Damit dein Nagelpiercing lange schön bleibt, behandelst du den Nagel etwas vorsichtiger als sonst. Vermeide starke Belastung an der gepiercten Stelle, halte Nagel und Schmuck sauber und nutze Nagelöl für die Pflege rundherum. Bricht der Nagel ein oder löst sich das Piercing, solltest du es entfernen, statt daran zu ziehen.
Wenn du ein Nagelpiercing setzen lassen möchtest oder unsicher bist, ob deine Nägel dafür geeignet sind, ist die Einschätzung im Studio Gold wert. Auf truVuna findest du Nagelstudios und Nageldesigner:innen in deiner Nähe – vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und nimm einfach Kontakt auf.
Tut ein Nagelpiercing weh?
Bei korrekter Ausführung tut ein Nagelpiercing nicht weh, weil nur die abgestorbene Hornplatte des freien Nagelrands durchbohrt wird – dort gibt es keine Nerven. Spürst du beim Bohren Schmerz, sitzt der Bohrer zu nah am lebenden Bereich und du solltest sofort aufhören. Das Loch gehört ausschliesslich in den überstehenden Teil des Nagels.
Hält ein Nagelpiercing am Naturnagel?
Ja, sofern der Naturnagel ausreichend lang, fest und gesund ist. Spröde oder weiche Nägel splittern an der Bohrstelle leichter, weil das Loch eine Schwachstelle bildet. Wer eher dünne Nägel hat, wählt oft eine Naturnagelverstärkung oder künstliche Nägel als stabilere Grundlage für das Piercing.
Kann ich ein Nagelpiercing selbst machen?
Grundsätzlich ja, aber es braucht das richtige Werkzeug und eine ruhige Hand. Der häufigste Fehler ist zu viel Druck oder eine Bohrstelle zu nah am Rand – dann reisst der Nagel. Im Nagelstudio lässt sich das Piercing sicherer und sauberer setzen, besonders am empfindlicheren Naturnagel.
Wie entferne ich ein Nagelpiercing wieder?
Je nach Verschluss lässt sich das Schmuckstück einfach öffnen und herausnehmen. Ziehe niemals mit Gewalt daran, vor allem nicht, wenn der Nagel rund um das Loch bereits eingerissen ist. Das Bohrloch wächst mit dem Nagel heraus und verschwindet, sobald der freie Rand nachgeschnitten wird.
[1] Universitätsklinik für Dermatologie, Inselspital Bern, Nagelerkrankungen. https://dermatologie.insel.ch/de/unser-angebot/spezialsprechstunden-und-fachbereiche/nagelerkrankungen
[2] Robert Koch-Institut (KRINKO), Häufig gestellte Fragen zu künstlichen Fingernägeln im Gesundheitsdienst (Hygiene rund um Nägel). https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Krankenhaushyg/Kuenstliche_Fingernaegel/Krankenhaushyg_Fingernaegel.html
[3] Zhivagui, M. et al., 2023, DNA damage and somatic mutations in mammalian cells after irradiation with a nail polish dryer, Nature Communications 14:276. https://www.nature.com/articles/s41467-023-35876-8
[4] Steunebrink, I. M.; de Groot, A.; Rustemeyer, T., 2024, Contact allergy to acrylate-containing nail cosmetics: A retrospective 8-year study, Contact Dermatitis 90(3):262–265. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/cod.14475
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