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Bei einer Netzhautentzündung (Retinitis) ist das Netzhautgewebe entzündet. Häufig betrifft die Entzündung auch die darunterliegende Aderhaut (Chorioretinitis) oder Teile der mittleren Augenhaut. Mediziner:innen ordnen viele dieser Entzündungen dem Oberbegriff Uveitis zu, genauer der hinteren Uveitis (posteriore Uveitis), wenn der hintere Augenabschnitt mit Netz- und Aderhaut betroffen ist [1][4].
Die Netzhaut enthält die lichtempfindlichen Sinneszellen, die einfallendes Licht in Nervensignale umwandeln. Wird dieses Gewebe durch eine Entzündung geschädigt, kann das Sehvermögen leiden [2]. Wie stark, hängt davon ab, welcher Bereich betroffen ist: Liegt die Entzündung am Rand der Netzhaut, bleibt sie manchmal lange unbemerkt; betrifft sie die Makula (die Stelle des schärfsten Sehens) oder den Sehnerv, sind die Auswirkungen auf das Sehen deutlicher [4].
Häufig stecken Infektionen dahinter; bei Entzündungen des hinteren Augenabschnitts ist Toxoplasmose bei Menschen mit intaktem Immunsystem eine besonders wichtige Ursache [1][3]. Der Erreger der Toxoplasmose kann über den Verzehr von rohem oder ungenügend gegartem Fleisch oder über Kontakt mit Katzenkot aufgenommen werden; die Augenentzündung kann angeboren sein oder später im Leben erworben werden [5].
Auch Viren können eine Netzhautentzündung auslösen, darunter Herpesviren wie das Herpes-simplex- oder das Varizella-Zoster-Virus [3]. Eine besondere Form ist die Zytomegalievirus-Retinitis (CMV-Retinitis), die vor allem bei stark geschwächtem Immunsystem auftritt, etwa bei fortgeschrittener HIV-Infektion mit niedriger Zahl bestimmter Abwehrzellen [1][3]. Seltener stecken bakterielle Infektionen (zum Beispiel Syphilis oder Tuberkulose) oder nicht-infektiöse, entzündlich-rheumatische Erkrankungen dahinter [1][3].
Gut zu wissen: Ob eine Netzhautentzündung infektiös ist und durch welchen Erreger, lässt sich nicht am Aussehen des Auges ablesen. Die genaue Ursache wird über eine augenärztliche Untersuchung und Laboruntersuchungen (etwa Antikörper- oder Erregernachweis) geklärt – und davon hängt die Behandlung ab [1][6].
Die Beschwerden hängen davon ab, welcher Bereich der Netzhaut betroffen ist. Häufige Symptome sind ein plötzliches Auftreten von Floaters (kleine schwarze Punkte oder „fliegende Mücken"), verschwommenes oder vermindertes Sehen, ein blinder oder dunkler Fleck im Sichtfeld (Skotom) sowie verzerrtes Sehen [4][6]. Ist auch der vordere Augenabschnitt mitentzündet, können Augenrötung, Schmerzen und Lichtempfindlichkeit hinzukommen [4].
Bei Kindern können sich Entzündungen anders äussern, etwa durch eine verminderte Sehschärfe oder Schielen [6]. Liegt die Entzündung weit am Rand der Netzhaut, kann sie auch ohne deutliche Symptome bestehen und wird dann erst bei einer Untersuchung entdeckt [4].
Sicherheitshinweis: Eine plötzliche Sehverschlechterung, neue Floaters, ein dunkler Fleck im Sichtfeld oder ein gerötetes, schmerzendes, lichtempfindliches Auge sollten rasch augenärztlich abgeklärt werden. Bestimmte Verlaufsformen – etwa eine rasch fortschreitende infektiöse Netzhautentzündung – können das Sehvermögen ernsthaft gefährden und erfordern eine zügige Behandlung [3][4].
Die Diagnose stellt eine augenärztliche Praxis durch eine Untersuchung des Augenhintergrunds, in der Regel nach Erweiterung der Pupille mit Augentropfen [4]. Dabei lassen sich entzündliche Herde, Trübungen des Glaskörpers oder Narben erkennen. Häufig werden bildgebende Verfahren wie die optische Kohärenztomographie (OCT, ein Schnittbildverfahren der Netzhaut) oder eine Gefässdarstellung ergänzt [4].
Weil viele verschiedene Erreger und Erkrankungen eine ähnliche Netzhautentzündung verursachen können, ist die Suche nach der Ursache zentral. Dazu gehören Laboruntersuchungen wie der Nachweis von Antikörpern oder Erbgut des Erregers im Blut oder in der Augenflüssigkeit [1][6]. Erst wenn die Ursache bekannt ist, lässt sich gezielt behandeln [3].
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei infektiösen Formen werden gezielt Medikamente gegen den jeweiligen Erreger eingesetzt: bei Toxoplasmose und anderen Parasiten oder Bakterien entsprechende Antiparasitika oder Antibiotika, bei viralen Ursachen antivirale Medikamente [1][3]. Bei der CMV-Retinitis im Rahmen einer Immunschwäche kommen spezielle antivirale Wirkstoffe zum Einsatz, und die zugrunde liegende Immunschwäche wird mitbehandelt [1].
Um die Entzündung selbst einzudämmen, werden in manchen Fällen entzündungshemmende Medikamente wie Kortikosteroide eingesetzt – bei infektiösen Ursachen jedoch nur zusammen mit einer wirksamen Behandlung gegen den Erreger, nicht allein [1]. Eine Toxoplasmose-Entzündung bei sonst gesunden Menschen heilt häufig von selbst aus; behandelt wird vor allem dann, wenn wichtige Strukturen wie die Makula oder der Sehnerv bedroht sind oder das Immunsystem geschwächt ist [1].
Welche Therapie im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von Ursache, Schweregrad und betroffenem Bereich ab und wird augenärztlich individuell entschieden. Die hier genannten Möglichkeiten sind deshalb als allgemeine Orientierung zu verstehen.
Eine allgemeingültige Dauer gibt es nicht – sie hängt stark von Ursache und Verlauf ab. Eine Toxoplasmose-bedingte Entzündung im hinteren Augenabschnitt verläuft bei Menschen mit intaktem Immunsystem oft selbstbegrenzend, kann sich aber über Wochen hinziehen und in Schüben wiederkehren [5][6]. Andere Formen, etwa virale oder bei Immunschwäche, können einen längeren oder schwereren Verlauf nehmen und eine fortlaufende Behandlung und Kontrolle erfordern [1][5].
Gerade weil manche Formen wiederkehren oder fortschreiten können, ist eine augenärztliche Begleitung über die akute Phase hinaus oft sinnvoll. Wann Kontrollen nötig sind, legt die behandelnde Fachperson individuell fest.
Eine Netzhautentzündung lässt sich nicht mit Hausmitteln behandeln; die Ursache muss ärztlich abgeklärt und gezielt behandelt werden. Selbst tun kannst du vor allem zweierlei: Symptome ernst nehmen und früh abklären lassen sowie – im Fall einer Toxoplasmose – bekannte Infektionsrisiken im Alltag verringern, etwa durch das Durchgaren von Fleisch und Hygiene im Umgang mit Katzenkot, besonders in der Schwangerschaft [5].
Wenn du Veränderungen deines Sehens bemerkst oder eine bestehende Netzhautentzündung weiter betreuen lassen möchtest, lohnt sich der Gang in eine augenärztliche Praxis. Auf truVuna findest du Augenärzt:innen in deiner Region. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt, um einen Termin zu vereinbaren. Bei plötzlicher Sehverschlechterung, neuen Floaters, einem dunklen Fleck im Sichtfeld, Schmerzen oder Lichtempfindlichkeit solltest du nicht auf einen regulären Termin warten, sondern zeitnah eine augenärztliche Notfallstelle aufsuchen.
Ist eine Netzhautentzündung ansteckend?
Die Entzündung selbst ist nicht von Auge zu Auge ansteckbar. Manche Auslöser sind aber übertragbare Infektionen – etwa Toxoplasmose über rohes Fleisch oder Katzenkot oder Viren wie Herpes. Die Ansteckung betrifft also den Erreger im Körper, nicht das entzündete Auge direkt [3][5].
Wie lange dauert eine Netzhautentzündung?
Das hängt von der Ursache ab. Eine Toxoplasmose-bedingte Entzündung kann bei intaktem Immunsystem selbstbegrenzend verlaufen, sollte aber augenärztlich beurteilt werden, weil Lage, Ausmass und Risikofaktoren über die Behandlung entscheiden. Virale Formen oder Entzündungen bei Immunschwäche können länger dauern und eine fortlaufende Behandlung brauchen [1][5].
Welche Symptome deuten auf eine Netzhautentzündung hin?
Typisch sind plötzliche Floaters, verschwommenes oder vermindertes Sehen, ein dunkler Fleck im Sichtfeld und manchmal verzerrtes Sehen. Bei zusätzlicher Entzündung vorne im Auge kommen Rötung, Schmerz und Lichtempfindlichkeit hinzu. Solche Beschwerden sollten augenärztlich abgeklärt werden [4][6].
Kann eine Netzhautentzündung das Sehvermögen dauerhaft schädigen?
Ja, das ist möglich, wenn die Entzündung unbehandelt bleibt oder wichtige Bereiche wie Makula oder Sehnerv betrifft. Eine frühe Diagnose und eine auf die Ursache abgestimmte Behandlung verbessern die Aussichten, das Sehen zu erhalten [3][4].
Wie wird die Ursache einer Netzhautentzündung festgestellt?
Über eine Untersuchung des Augenhintergrunds, ergänzt durch bildgebende Verfahren und Laboruntersuchungen wie den Nachweis von Antikörpern oder Erregererbgut im Blut oder in der Augenflüssigkeit. Die Ursache bestimmt die Behandlung [1][6].
[1] MSD Manual (Profi-Ausgabe), Infektiöse Uveitis, msdmanuals.com, https://www.msdmanuals.com/professional/eye-disorders/uveitis-and-related-disorders/infectious-uveitis
[2] Universitätsspital Zürich (USZ), Netzhauterkrankungen, usz.ch, https://www.usz.ch/krankheit/netzhauterkrankungen/
[3] StatPearls / National Center for Biotechnology Information (NIH), Retinitis, ncbi.nlm.nih.gov, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK560520/
[4] StatPearls / National Center for Biotechnology Information (NIH), Chorioretinitis, ncbi.nlm.nih.gov, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK551705/
[5] Kantonsspital Winterthur (KSW), Toxoplasmose Chorioretinitis, ksw.ch, https://www.ksw.ch/gesundheitsthemen/toxoplasmose-chorioretinitis/
[6] Bonfioli AA, Orefice F, 2005, Toxoplasmosis, Seminars in Ophthalmology (peer-reviewed Review, PubMed), https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16282146/
Die Moxa-Therapie gehört zu den klassischen Wärmeverfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und wird oft gemeinsam mit der Akupunktur eingesetzt. Wenn du wissen möchtest, was beim „Moxen“ genau passiert, wofür es traditionell genutzt wird, wie die Studienlage aussieht und was eine Behandlung in der Schweiz kostet, findest du hier eine sachliche Orientierung. Der Artikel erklärt die Methode verständlich und benennt zugleich die Grenzen und Sicherheitsaspekte, die du kennen solltest.
Das räumliche Sehen ist nur möglich, wenn beide Augen das gleiche Bild abbilden. Bei der Fehlstellung dagegen, die ein Schielen verursacht, verliert sich die dreidimensionale Sicht. Bei Kindern lässt sich das schielende Auge in seiner Sinneswahrnehmung durch Okklusion unterdrücken, sodass sich das dominante Auge weiter entwickelt. Erwachsene wiederum kämpfen mit Doppelbildern und Einschränkungen der Sehschärfe. Bei ihnen kann der Seheindruck selten korrigiert werden.
Mit dem Begriff der „Exophorie“ bezeichnet man eine Form des Schielens, auch genannt Strabismus. Dieses Schielen tritt erst bei einer binokularen Unterbrechung auf. Dann weicht ein Auge lateral von der gewöhnlichen Sehrichtung ab. Einfach ausgedrückt: Eines der Augen schielt nach aussen, sobald es verdeckt ist. Von der Exophorie gibt es mehrere Formen. Sollten durch die Exophorie keine Beschwerden auftreten, dann musst du sie auch nicht behandeln lassen. In manchen Fällen ist eine Behandlung jedoch ratsam – wann, erfährst du hier.
Ein leicht verformter Babykopf verunsichert viele Eltern – ist das noch normal, oder steckt mehr dahinter? Ein Plagiocephalus ist eine asymmetrische, meist einseitige Abflachung des Schädels, die bei Säuglingen häufig vorkommt und in den allermeisten Fällen lagebedingt ist. Das heisst: Sie entsteht durch die Liegegewohnheiten des Babys und lässt sich gerade in den ersten Lebensmonaten gut beeinflussen. Auffällige, zunehmende oder schon bei der Geburt deutliche Kopfverformungen solltest du dennoch kinderärztlich beurteilen lassen, um seltene Ursachen wie eine Kraniosynostose – eine vorzeitige Verknöcherung der Schädelnähte – auszuschliessen [3][6]. Dieser Ratgeber erklärt dir verständlich, wie ein Plagiocephalus entsteht, wie du ihn selbst erkennst, wie er sich von einer behandlungsbedürftigen Kraniosynostose unterscheidet, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und welche Spätfolgen tatsächlich belegt sind – und welche eher Befürchtung als Tatsache.
Schmerzen am Fussrücken – also auf der Oberseite des Fusses zwischen Sprunggelenk und Zehen – sind weit verbreitet und meist die Folge einer Überlastung. Oft stecken gereizte Sehnen, ungeeignetes Schuhwerk oder eine ungewohnte Belastung dahinter. In den meisten Fällen bessern sich die Beschwerden mit Entlastung wieder. Manchmal verbirgt sich aber auch eine ernstere Ursache wie ein Ermüdungsbruch. Dieser Ratgeber erklärt, wie Schmerzen am Fussrücken entstehen, was du selbst tun kannst und wann eine Abklärung wichtig ist.
Ein dumpfer Druck im Hinterkopf, ein ziehender Schmerz vom Nacken über die Schädeldecke – Kopfschmerzen am Hinterkopf sind unangenehm und werfen schnell Fragen auf: Woher kommt das? Ist das gefährlich? Und was hilft? Häufig steckt keine ernste Ursache dahinter, sondern eine der verbreiteten, „primären" Kopfschmerzformen – trotzdem sollten bestimmte Warnzeichen ernst genommen werden [1]. Dieser Ratgeber ordnet die möglichen Ursachen ein, erklärt die Unterschiede zwischen den Kopfschmerzarten, zeigt Warnzeichen für eine ärztliche Abklärung und fasst zusammen, was nach aktuellem Wissen hilft.