Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

>
Ratgeber-Übersicht
>
Ophthalmicus Zoster – 7 wichtige Fragen zur Entstehung und Therapie der Gesichtsrose

Ophthalmicus Zoster – 7 wichtige Fragen zur Entstehung und Therapie der Gesichtsrose

Der Ophthalmicus Zoster ist eine Infektionserkrankung, die durch den Varizella-Zoster-Virus ausgelöst wird. Die allermeisten Menschen kommen mit diesem Virus, der zur Familie der Herpesviren gehört, bereits in ihrer Kindheit in Kontakt. Bei Erstinfektion löst der Varizella-Zoster-Virus die Kinderkrankheit Windpocken aus. Allerdings verschwindet der Virus nicht aus dem Körper, sondern überdauert ein Leben lang im Körper. Ist nun dein Immunsystem geschwächt oder dein Körper extremem Stress ausgesetzt, kann sich der schlummernde Virus wieder reaktivieren. Neben der Gürtelrose ist die Gesichtsrose, der sogenannten Ophthalmicus Zoster, eine mögliche Auswirkung dieses tückischen Erregers. Wir beantworten dir hier die wichtigsten Fragen zu Symptomen und Behandlung.

Welche Symptome verursacht der Ophthalmicus Zoster?

Die Betroffenen verspüren im Gesicht ein starkes Brennen und Schmerzen im Bereich des Nervus Ophthalmicus. Nach einigen Tagen bildet sich ein Hauterythem mit prall gefüllten Bläschen, die eine Flüssigkeit enthalten. Zudem ist noch mit folgenden weitern Symptomen zu rechnen:

  • Missempfindungen im Gesicht
  • Nervenschmerzen
  • Augenschmerzen und Rötung
  • Schwellung des Lids
  • Lichtempfindlichkeit
  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit

Welche Krankheiten kann der Varizella-Zoster-Virus auslösen?

Als Primärinfektion löst der Varizella-Zoster-Virus die Kinderkrankheit Windpocken (Varizellen) aus. Falls es nach Jahren zur Reaktivierung des Virus kommt, können unterschiedliche Körperteile betroffen sein und es kommt zu folgenden Krankheiten:

  • Gesicht und Augen: Zoster Ophthalmicus
  • Gehörgang und Ohrmuschel: Zoster oticus
  • Gesamtes Nervensystem: Zoster generalisatus
  • Genitalbereich: Zoster genitalis
  • Streuung der Viren in der Blutbahn: Zoster disseminatus

Welche Komplikationen können bei einer Reaktivierung der Infektion auftreten?

Wenn die Augen schwer vom Ophthalmicus Zoster betroffen sind, kann durch die Bläschenbidlung die Hornhaut des Auges vernarben. Im schlimmsten Fall führt dies zur vollständigen Erblindung des Auges. Ist der Facialisnerv (Gesichtsnerv) befallen, kann es zu vorübergehendenden Lähmungserscheinungen oder dem Verlust des Geschmacksinns kommen. Der Facialisnerv versorgt deine Muskulatur im Gesicht, die für die Mimik zuständig ist. Bei einer Facialisparese reagiert diese Muskulatur auf einer Gesichtshälfte nicht mehr, was sich unter anderem durch hängende Mundwinkel und Augenlider bemerkbar macht. Weitere schwere Komplikationen sind eine durch den Virus ausgelöste Meningitis (Hirnhautentzündung), eine Enzephalitis (Hirngewebsentzündung) oder eine Myelitis (Rückenmarksentzündung). In seltenen Fällen können ebenfalls nach der Abheilung der Bläschen Narben zurückbleiben.

Wie ist der Verlauf bei diesen Krankheiten?

In der sogenannten Latenzphase kommt es zu einer Reaktivierung der Varziella-Zoster-Viren, die sich in den Spinalganglien deines Nervensystems versteckt haben. Diese Phase ist durch eine Entzündung des umliegenden Nervengewebes mit Entwicklung von Nervenschmerzen gekennzeichnet. Nach zwei bis drei Tagen rötet sich deine Haut an der betroffenen Körperregion und es entwickeln sich erhabene Stellen auf deiner Hautoberfläche. Innerhalb des nächsten Tages entstehen mit Flüssigkeit prall gefüllte Bläschen. Diese Bläschen verschmelzen nach etwa weiteren zwei bis vier Tagen ineinander. Die Bläschen trüben danach ein, füllen sich mit Lymphe, brechen danach auf und trocknen innerhalb der nächsten sieben bis zwölf Tagen ein. Beim Eintrocknen bildet sich eine gelblich braune Kruste. In der Regel dauert es bis zu drei Wochen, bis die Gesundheit der Patienten wiederhergestellt ist. Bei immungeschwächten Personen kann es aber auch zu monatelangen chronischen Verläufen mit wiederkehrenden Schüben kommen.

Wie steckt man sich mit diesem Virus an?

Die Infektion erfolgt meist im Kindesalter. Der Virus ist hochansteckend und wird durch Tröpfcheninfektion (direktes Einatmen von Ausatemluft eines Infizierten), Schmier- und Kontaktinfektion von kontaminierten Oberflächen übertragen. Nach der Erkrankung an Windpocken sind die meisten Menschen zeitlebens gegen den Virus immun. Allerdings verbleibt er nach einer Windpockenerkrankungen ein Leben lang im Körper und zieht sich in die Spinalganglien im Rückenmark zurück. Wenn dein Immunsystem geschwächt ist, aktivieren sich die Viren wieder. Allerdings findet diesmal eine Ansteckung an weitere Personen nur über die Flüssigkeit in den Bläschen statt. Die Inkubationszeit liegt zwischen sieben und 18 Tagen.

Welche Therapie kommt zum Einsatz?

Für Untersuchungen zur Diagnostik eines Opththalmicus Zoster ist in der Regel ein Facharzt für Dermatologie oder Neurologie zuständig. Die Therapie des Ophthalmicus Zoster hängt in erster Linie von den Symptomen ab, die er verursacht. Für einen Therapieerfolg ist es wichtig, dass die Behandlung in den ersten 72 Stunden nach Beginn der Symptome startet. Bei Patienten mit Risiko auf einen schweren Verlauf sollte grundsätzlich zu jedem Zeitpunkt der Erkrankung mit einer antiviralen Therapie begonnen werden. Grundsätzlich kann das Virus mit Medikamenten, den sogenannten Virostatika, behandelt werden. In der Regel kommen bei erwachsenen Menschen mit einem gut funktionierendem Immunsystem folgende Medikamente zum Einsatz:

  • Aciclovir (intravenös und oral)
  • Brivudin (oral)
  • Famciclovir (oral)
  • Valaciclovir (oral)

Welche Behandlung erfolgt zur Eindämmung der Schmerzen?

In Bezug auf die Dauer der nicht unerheblichen Schmerzen (akuter Schmerz durch die Bläschen, aber auch der Nervenschmerzen) zeigen die Medikamente Brivudin, Famciclovir und Valaciclovir die beste Wirkung. Zusätzlich können zur Schmerzbehandlung alle gängigen Schmerzmittel zum Einsatz kommen wie auch Diclofenac und Ibuprofen. In sehr starken Fällen sind auch Opioide indiziert.

Das könnte dich auch interessieren

Basalganglien: Alles über Aufbau und Funktionen

Die verschiedenen Bereiche des Gehirns unterliegen einem komplexen Aufbau. Dazu gehören nicht nur Kleinhirn, Grosshirn und Zwischenhirn, sondern auch die sogenannten Basalganglien. Was man darunter versteht, wie sie aufgebaut sind, welche Krankheiten an ihnen auftreten können und welche Funktionen sie erfüllen – das alles erfährst du in diesem Artikel.

Kräuterstempel-Massage: entspannende Massage mit heissen Stempeln

Du suchst eine Alternative zur klassischen Massage? Dann solltest du dir eine Kräuterstempel-Massage gönnen. Während dieser Anwendung umgeben dich die aromatischen Düfte verschiedener Blüten oder Kräuter. Gleichzeitig profitiert deine Muskulatur vom Druck der Stempel. Es handelt sich also um eine wohltuende Wellnessbehandlung, die aber auch bei verschiedenen Beschwerden erfolgreich eingesetzt wird.

Akupunkturmatte: Mit tausend Nadeln gegen Rückenschmerzen und Verspannungen

In der modernen Lebens- und Arbeitswelt sitzen die Menschen stundenlang am Schreibtisch oder am Computer. Ein Knopfdruck ersetzt viele Bewegungen. Ein Anruf oder eine E-Mail reichen meist aus. Das dauerhafte Sitzen ist die Hauptursache für Verspannungen und Rückenschmerzen. Schlaflose Nächte und ständige Kopfschmerzen sind die Folge. In der Hoffnung auf Schmerzfreiheit und Entspannung setzen die Betroffenen auf Medikamente oder sie gönnen sich eine Massage. Wäre es nicht grossartig, eine Massage täglich zu Hause geniessen zu können? Hier ist die Lösung: Mit einer Akupunkturmatte kommt das Wohlbefinden zurück!

Hautausschlag beim Kleinkind – was tun bei Kinderkrankheiten mit Hautausschlag?

Neben den allseits bekannten Symptomen wie Schnupfen, Husten und Fieber warten einige Kinderkrankheiten mit kleinen Pusteln, Flecken oder Pickeln an verschiedenen Körperteilen auf. Zu den klassischen Krankheiten mit Ausschlag gehören beispielsweise Windpocken, Masern, Röteln und Scharlach. Sie werden durch Bakterien und Viren ausgelöst und über Husten und Niesen übertragen. Da viele dieser Krankheiten ansteckend sind, ist zunächst ein Arztbesuch sinnvoll. Mittlerweile gibt es sogar Vierfach-Impfungen gegen Mumps, Röteln, Masern und Windpocken. Grund für den Hautausschlag bei Kleinkindern und Babys können allerdings auch Allergien oder ein Befall mit Milben sein.

Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk: Risikofaktoren, Symptome und Therapie

Eine Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk tritt sehr häufig auf – nicht nur bei Sportlern, sondern auch bei Personen, die viel am Computer arbeiten. Nachfolgend kannst du nachlesen, welches die typischen Symptome für eine Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk sind, wodurch sie konkret verursacht wird und wie die Therapie der Erkrankung aussieht. Auch dann, wenn du wissen möchtest, wie du Sehnenscheidenentzündungen am Handgelenk effektiv vorbeugen kannst, findest du hier wichtige Informationen.

Ischiocrurale Muskulatur: Alles rund um eine vernachlässigte Muskelgruppe

Die ischiocrurale Muskulatur, auch Hamstrings genannt, ist in der Anatomie einer der wichtigsten Stabilisatoren unseres Körpers. Sie fixiert das Becken und sichert unsere Hüftbeweglichkeit. Gleichwohl unterstützt sie Beugung und Streckung der unteren Extremitäten. Allerdings wird sie oft stiefmütterlich behandelt – mit fatalen Folgen. Unsere Oberschenkelrückseite ist ausgesprochen verletzungsanfällig. Du musst nur schnell die Richtung wechseln oder abrupt abbremsen – schon sind deine Muskelfasern überdehnt. Dem kannst du durch gezieltes Training abhelfen. Warum die hinteren Oberschenkelmuskeln so wichtig sind und was du über die Oberschenkelmuskulatur wissen musst, erfährst du hier. Zudem geben wir Tipps zur Prävention und Rehabilitation von Sportverletzungen.