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Pergamenthaut ist eine sehr dünne, trockene und leicht verletzliche Haut, die vor allem im höheren Alter entsteht. Sie wirkt zart und durchscheinend, verliert an Spannkraft und reisst bei kleinen Belastungen schneller ein [2]. Der Name geht auf das Pergament zurück, das früher aus Tierhäuten hergestellt wurde – nicht zu verwechseln mit dem heutigen, robusten Pergamentpapier aus pflanzlichen Fasern.
Medizinisch fällt die ausgeprägte Form unter den Begriff Dermatoporose. Damit ist eine Art «chronische Hautschwäche» gemeint: Die Haut verliert ihre mechanische Schutzfunktion, ähnlich wie der Knochen bei einer Osteoporose an Stabilität verliert [2][3].
Gut zu wissen: Der Begriff «Dermatoporose» wurde 2007 von den Dermatologen Gürkan Kaya und Jean-Hilaire Saurat an der Universität Genf geprägt. Sie wollten damit deutlich machen, dass dünne Altershaut nicht nur ein kosmetisches Thema ist, sondern – wie die Osteoporose beim Knochen – als ernstzunehmendes Gesundheitsproblem erkannt und vorgebeugt werden sollte [2][3].
Pergamenthaut erkennst du an einer auffällig dünnen, trockenen Haut, durch die Blutgefässe durchscheinen und die schon bei leichten Stössen blaue Flecken bildet. Typische Anzeichen sind:
Diese Veränderungen treten oft schleichend auf. Erste sichtbare Zeichen wie Fältchen, Furchen und kleine Einblutungen können bereits zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr beginnen, während sich das deutliche Bild meist später zeigt [2].
Pergamenthaut beeinträchtigt vor allem den natürlichen Schutz vor Verletzungen, sodass Wunden leichter entstehen und langsamer heilen. Schon stärkere Berührungen oder kleine Stösse können zu Blutergüssen führen, und die Haut reisst bei Reibung schneller ein [2]. Hinzu kommt, dass die Wundheilung verlangsamt verläuft: Oberflächliche Verletzungen schliessen sich oft nur zögerlich.
In ausgeprägten Fällen können sich tiefere Einblutungen unter der Haut bilden, sogenannte dissezierende Hämatome, die zu grösseren Wunden oder Gewebeschäden führen können [3]. Solche Komplikationen sind selten, aber ein Grund, dünne Haut ernst zu nehmen und Verletzungen vorzubeugen.
Sicherheitshinweis: Wenn eine Wunde nach mehreren Tagen keine Heilungstendenz zeigt, sich entzündet, oder wenn sich ein grosser, prall-praller Bluterguss bildet, ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung sinnvoll. Bei dünner, fragiler Haut können sich aus scheinbar kleinen Verletzungen grössere Wunden entwickeln [3].
Pergamenthaut zeigt sich besonders an Stellen mit dünnem Unterhautfettgewebe und an Bereichen, die jahrelang der Sonne ausgesetzt waren – vor allem an Unterarmen, Handrücken und Schienbeinen [6]. Grundsätzlich kann sie am ganzen Körper auftreten, sichtbar wird sie aber häufig dort, wo die Haut ohnehin dünn ist und die Knochen nahe unter der Oberfläche liegen, etwa an Ellenbogen, Knien und Füssen.
Gerade die Veränderungen an Händen und Gesicht empfinden viele Betroffene als belastend, weil sie gut sichtbar sind. Das ist nachvollziehbar, sagt aber nichts über den Schweregrad aus.
Pergamenthaut entsteht in erster Linie durch die natürliche Hautalterung, bei der die Haut weniger Kollagen und Elastin bildet und die schützende Fettschicht dünner wird. Kollagen macht die Haut straff, Elastin sorgt für Dehnbarkeit – nehmen beide ab, wird die Haut dünner, weniger elastisch und reisst leichter ein [4]. Auch die Zahl der Nervenenden und Blutgefässe sinkt, wodurch die Haut empfindlicher und schlechter durchblutet wird [4].
Die Fachliteratur unterscheidet zwei Formen: Die häufigere primäre Form entsteht durch das natürliche Altern und langjährige, ungeschützte Sonnenexposition. Die sekundäre Form wird durch die längere Anwendung von Kortikosteroiden («Cortison») begünstigt – sowohl als Creme auf der Haut als auch als Tablette [2]. Werden stärkere Kortison-Cremes länger als rund einen Monat angewendet, kann dies die Haut verdünnen; besonders empfindlich reagieren dünne Hautbereiche wie das Gesicht [5].
Wichtige Einflussfaktoren im Überblick:
Die Dermatoporose tritt vermehrt bei Menschen ab etwa 70 Jahren auf. In einer Untersuchung lag die Häufigkeit bei rund 22 Prozent der Frauen und 38 Prozent der Männer, mit höheren Werten bei Personen unter dauerhafter Steroidtherapie [1]. Als Mass für die Hautverdünnung dient unter anderem die Hautdicke am Unterarm: Während normale Unterarmhaut im Ultraschall etwa 1,5 Millimeter misst, ist atrophe Haut oft nur noch halb so dick [6].
Nein, eine einmal entstandene Pergamenthaut lässt sich nicht rückgängig machen – mit konsequenter Pflege kannst du die Beschwerden aber lindern und Verletzungen vorbeugen. Eine Heilung ist nach heutigem Stand nicht möglich; realistisch sind das Verzögern der Verschlechterung sowie eine Verbesserung des Hautzustands [2].
Für die tägliche Pflege haben sich folgende Punkte bewährt:
Dünner Haut beugst du am wirksamsten vor, indem du sie konsequent vor UV-Strahlung schützt, auf Nikotin verzichtest und sie regelmässig pflegst. Sonnenlicht zählt zu den wichtigsten beeinflussbaren Faktoren der Hautalterung, ebenso wie Rauchen und Umwelteinflüsse [1]. Auch wenn sich der Alterungsprozess nicht aufhalten lässt, kannst du seinen Verlauf günstig beeinflussen:
Diese Massnahmen ersetzen keine bestehende Therapie, können aber helfen, die Haut länger widerstandsfähig zu halten.
Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn Wunden nicht abheilen, sich häufig grosse Blutergüsse bilden oder du den Verdacht hast, dass ein Medikament die Haut verdünnt. Da die Haut bei Dermatoporose schlechter heilt und sich aus kleinen Verletzungen tiefere Wunden entwickeln können, lohnt sich eine fachliche Einschätzung frühzeitig [3]. Auch wenn du regelmässig Kortison-Präparate verwendest und Hautveränderungen bemerkst, solltest du das ärztlich besprechen – ein eigenmächtiges Absetzen verschriebener Medikamente ist jedoch nicht ratsam [5].
In einer dermatologischen Beratung lassen sich die Haut beurteilen, mögliche Auslöser klären und ein passender Pflege- und Wundversorgungsplan besprechen. Auf truVuna kannst du Hautärztinnen und Hautärzte in deiner Region vergleichen, Profile und Bewertungen ansehen und passende Praxen direkt kontaktieren.
Ist Pergamenthaut heilbar?
Nein, eine einmal entstandene Pergamenthaut lässt sich nicht heilen oder rückgängig machen. Möglich sind aber das Verzögern der Verschlechterung, eine Linderung der Beschwerden und ein besserer Schutz vor Verletzungen [2]. Wichtig sind dafür eine konsequente, rückfettende Pflege, der Schutz vor Sonne und Reibung sowie eine gute Wundversorgung bei kleinen Verletzungen.
Ab welchem Alter tritt Pergamenthaut auf?
Deutliche Pergamenthaut zeigt sich meist ab einem Alter von etwa 70 bis 80 Jahren. Erste Anzeichen wie Fältchen, dünnere Haut und kleine Einblutungen können jedoch schon zwischen 40 und 60 Jahren beginnen [2]. Wie früh und wie stark sich die Veränderungen zeigen, hängt unter anderem von der Sonnenbelastung über die Jahre und von individuellen Faktoren ab.
Kann Cortison Pergamenthaut verursachen?
Ja, die längere Anwendung von Kortikosteroiden kann zur Verdünnung der Haut beitragen. Das gilt sowohl für kortisonhaltige Cremes als auch für Tabletten [2]. Werden stärkere Kortison-Cremes über mehr als rund einen Monat angewendet, steigt das Risiko für eine Hautverdünnung, besonders an dünnen Stellen wie dem Gesicht [5]. Verschriebene Medikamente solltest du aber nicht eigenmächtig absetzen, sondern Veränderungen ärztlich besprechen.
Was hilft am besten bei der Pflege dünner Haut?
Am hilfreichsten sind reichhaltige, rückfettende Pflegeprodukte ohne Duft- und Konservierungsstoffe. Bewährt haben sich pH-neutrale Wasser-in-Öl-Emulsionen mit feuchtigkeitsbindenden Zusätzen wie Glycerin und Harnstoff sowie barrierestützendem Panthenol [7]. Ergänzend helfen mildes, kurzes Waschen mit mässig warmem Wasser, sanftes Trockentupfen und der Schutz vor Druck und Reibung.
[1] Karakioulaki M. et al., 2024, Hautalterung und Dermatoporose – das chronische Hautfragilitätssyndrom, Die Dermatologie (Springer), https://link.springer.com/article/10.1007/s00105-024-05427-3
[2] Dyer J. M., Miller R. A., 2018, Chronic Skin Fragility of Aging: Current Concepts in the Pathogenesis, Recognition, and Management of Dermatoporosis, The Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology, https://jcadonline.com/dermatoporosis-dyer-january2018/
[3] Kaya G., Saurat J.-H., 2007, Dermatoporosis: a chronic cutaneous insufficiency/fragility syndrome, Dermatology, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17911985/
[4] MSD Manual Ausgabe für Patienten, 2024, Veränderungen im Körper beim Älterwerden, https://www.msdmanuals.com/de/heim/gesundheitsprobleme-bei-%C3%A4lteren-menschen/alterserscheinungen/ver%C3%A4nderungen-im-k%C3%B6rper-beim-%C3%A4lterwerden
[5] MSD Manual Profi-Ausgabe, 2024, Grundlagen der topischen dermatologischen Therapie, https://www.msdmanuals.com/de/profi/erkrankungen-der-haut/grundlagen-der-topischen-dermatologischen-therapie/grundlagen-der-topischen-dermatologischen-therapie
[6] Schweizer Zeitschrift für Dermatologie & Ästhetische Medizin (medicos), 2015, Problematische Altershaut, Rosenfluh Publikationen, https://www.rosenfluh.ch/dermatologie-aesthetische-medizin-2015-01/problematische-altershaut
[7] Pharmazeutische Zeitung, 2024, Altershaut und Pergamenthaut: Pflege und Vorbeugung, https://www.pharmazeutische-zeitung.de/der-fleck-muss-weg-147971/
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