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Gicht entsteht, wenn der Harnsäurespiegel im Blut dauerhaft zu hoch ist und sich Harnsäurekristalle ablagern. Diese Kristalle können eine starke Entzündung auslösen, häufig zuerst am Grosszehengrundgelenk, aber auch an Knie, Fuss, Hand oder Ellenbogen.
Harnsäure entsteht beim Abbau von Purinen. Purine stammen aus körpereigenen Zellen und aus der Nahrung. Darum kann Ernährung Einfluss nehmen, aber sie erklärt nicht alles. Nierenfunktion, Veranlagung, Medikamente, Gewicht, Alkohol und Begleiterkrankungen spielen ebenfalls eine Rolle.
Besonders purinreiche Lebensmittel können die Harnsäurebildung erhöhen. Dazu gehören vor allem Innereien, grosse Mengen rotes Fleisch, Fleischbrühen, Fleischextrakte, bestimmte Meeresfrüchte und kleine fettreiche Fische, Bier, grössere Mengen Alkohol sowie zuckerreiche Getränke mit viel Fruktose.
Das bedeutet nicht, dass jede einzelne Portion sofort einen Anfall auslöst. Gicht entsteht durch ein Zusammenspiel. Trotzdem lohnt es sich, die häufigsten Auslöser zu kennen.
Eine gichtfreundliche Ernährung ist meist pflanzenbetont, sättigend und nicht extrem. Gut geeignet sind Gemüse in grosser Vielfalt, Früchte in normalen Portionen, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Reis, fettarme Milchprodukte, Eier, Nüsse und Samen in kleinen Mengen, Hülsenfrüchte in üblichen Portionen sowie Wasser und ungesüsste Getränke.
Milchprodukte können bei Gicht günstig sein, weil sie Protein liefern und kaum Purine enthalten. Wer keine Milchprodukte isst, kann mit einer Ernährungsfachperson geeignete Alternativen planen.
Ja, für die meisten Menschen mit Gicht sind Linsen, Bohnen, Erbsen und Kichererbsen in normalen Portionen möglich. Sie enthalten zwar Purine, sind aber gleichzeitig ballaststoffreich, sättigend und hilfreich für eine insgesamt gesunde Ernährung.
Wenn du individuell bemerkst, dass bestimmte Lebensmittel Beschwerden triggern, ist ein Ernährungstagebuch sinnvoll. Pauschale Verbote machen den Alltag oft unnötig schwer.
Ausreichend Flüssigkeit unterstützt die Ausscheidung über die Nieren. Wasser und ungesüsste Tees sind gute Standardgetränke. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen sollte die Trinkmenge allerdings ärztlich abgestimmt werden.
Zuckerreiche Limonaden, Energy Drinks und grosse Mengen Fruchtsaft sind ungünstig, weil viel Fruktose den Harnsäurespiegel erhöhen kann. Ganze Früchte sind wegen Ballaststoffen und Portionsgrösse anders zu bewerten als süsse Getränke.
Alkohol kann Gichtanfälle begünstigen, weil er die Harnsäureausscheidung hemmt. Bier ist besonders ungünstig, da es zusätzlich Purine aus Hefe enthält. Auch Spirituosen können problematisch sein. Wein gilt nicht automatisch als harmlos, wird aber oft weniger stark mit Gichtanfällen in Verbindung gebracht als Bier.
Wenn du schon mehrere Gichtanfälle hattest, lohnt sich eine ehrliche Alkoholbilanz. Weniger Alkohol ist für Harnsäure, Blutdruck, Gewicht und Leber meist ein Gewinn.
Wenn Übergewicht besteht, kann eine langsame, nachhaltige Gewichtsreduktion helfen. Crash-Diäten, Fastenkuren und sehr strenge Low-Carb-Phasen sind bei Gicht ungünstig, weil sie den Stoffwechsel belasten und Anfälle begünstigen können.
Besser ist ein ruhiger Weg: regelmässige Mahlzeiten, weniger Alkohol, weniger stark verarbeitete Produkte, mehr Gemüse und Bewegung, die zu den Gelenken passt.
Bei Gicht kann eine Beratung helfen, purinärmer zu essen, ohne unnötig viele Lebensmittel zu verbieten. Die Kosten hängen davon ab, ob du als Selbstzahler:in kommst oder ob eine ärztliche Anordnung vorliegt. Als grobe Orientierung für die Schweiz kannst du als Selbstzahler:in mit folgenden Beträgen rechnen:
Bei einer medizinischen Indikation kann die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Ernährungsberatung übernehmen, wenn sie ärztlich angeordnet und von einer zugelassenen Ernährungsberaterin oder einem zugelassenen Ernährungsberater durchgeführt wird. Dabei bleiben Franchise und Selbstbehalt relevant. Kläre deshalb vor dem ersten Termin, ob deine Situation unter die Voraussetzungen fällt und welche Kosten für dich persönlich entstehen.
Ernährungsberatung ist sinnvoll, wenn du nach einem Gichtanfall unsicher bist, wenn zusätzlich Diabetes, Nierenerkrankung, Bluthochdruck oder Übergewicht bestehen oder wenn du ohne Genussverlust langfristig umstellen möchtest.
In der Schweiz kann Ernährungsberatung bei bestimmten medizinischen Indikationen über die obligatorische Krankenpflegeversicherung vergütet werden, wenn eine ärztliche Anordnung vorliegt und die KLV-Voraussetzungen erfüllt sind. Über truvuna.ch kannst du Anbieter:innen für Ernährungsberatung vergleichen und passende Unterstützung finden.
Oft nicht. Ernährung unterstützt die Therapie, ersetzt aber bei diagnostizierter Gicht meist keine ärztlich festgelegte harnsäuresenkende Behandlung.
Innereien, grosse Fleischmengen, bestimmte Meeresfrüchte, Bier, viel Alkohol und zuckerreiche Fruktosegetränke können Gichtanfälle begünstigen.
Nein. Pflanzliche Purine wirken nicht gleich wie grosse Mengen tierischer Purine. Hülsenfrüchte können in normalen Portionen Teil einer ausgewogenen Ernährung sein.
Kaffee ist für viele Menschen mit Gicht in moderaten Mengen möglich. Individuelle Verträglichkeit und Begleiterkrankungen sollten berücksichtigt werden.
Regelmässige Mahlzeiten, wenig Alkohol, weniger stark verarbeitete Fleischprodukte, ausreichend Wasser, langsame Gewichtsreduktion bei Übergewicht und ärztliche Kontrolle der Harnsäurewerte.
[1] AWMF / DGRh: S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Gicht, Version 2024. https://register.awmf.org/assets/guidelines/060-005l_S3_Diagnostik-Therapie-Gicht_2025-01.pdf
[2] Zhang Y et al. Gout and Diet: A Comprehensive Review of Mechanisms and Management. Nutrients. 2022. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9459802/
[3] Richette P et al. 2016 updated EULAR evidence-based recommendations for the management of gout. Ann Rheum Dis. 2017. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27457514/
[4] British Dietetic Association: Management of gout. 2024. https://www.bda.uk.com/resource/management-of-gout.html
[5] Fedlex: Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV), Art. 9b Ernährungsberatung. https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1995/4964_4964_4964/de
Eine wulstige, gerötete Narbe, die sich nach einer Verletzung oder Operation bildet, ist meist mehr als ein kosmetisches Ärgernis: Sie kann jucken, schmerzen und die Lebensqualität spürbar beeinträchtigen. Hypertrophe Narben gehören zu den sogenannten pathologischen Narben – die Haut bildet bei der Wundheilung mehr Bindegewebe als nötig. Dieser Ratgeber erklärt dir, wie hypertrophe Narben entstehen, wodurch sie sich von Keloiden unterscheiden, welche Behandlungen sinnvoll sein können und was du in der Schweiz an Kosten erwarten kannst.
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Eine falsche Bewegung beim Sport, ein zu kurzes Aufwärmen oder einfach die falsche Witterung: Die Muskelzerrung ist eine der häufigsten Sportverletzungen. Sie tritt gehäuft in der Wade auf, kann aber auch andere Körperregionen wie den Rücken betreffen. Die Distension, wie die Muskelzerrung von Medizinern genannt wird, geht mit starken Schmerzen einher. Mit der notwendigen Ruhe ist diese aber schnell auskuriert und lässt vor allem keine bleibenden Schäden zurück. Spätestens nach zehn Tagen ist dein Muskel wieder voll belastbar. Alles zum Thema Muskelzerrung erklären wir dir hier.
Schöne Nägel gehören zu einem gepflegten Äusseren unbedingt dazu. Umso ärgerlicher ist es, wenn du plötzlich an einem Fingernagelpilz leidest. Die Erkrankung sieht nicht nur unschön aus, sie erfordert auch eine langwierige Behandlung. Mit etwas Glück kannst du den Pilz aber auch mit Hausmitteln bekämpfen. Damit die Krankheit dich erst gar nicht trifft, achte auf eine umfassende Fuss- und Handpflege und halte die unten genannte hygienische Ratschläge ein.
Ein verspannter, schmerzender Nacken kann den ganzen Tag belasten – und oft sucht man schnell nach Wegen, die Beschwerden zu lösen. Bei den meisten nicht-spezifischen Nackenschmerzen hilft vor allem: in Bewegung bleiben, Schonhaltung vermeiden und unterstützend Wärme anwenden. Ruhigstellung ist meist nicht sinnvoll. Dieser Ratgeber zeigt, was nach aktueller Leitlinie tatsächlich hilft, worauf du verzichten solltest und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist [1]. „Nicht-spezifisch" bedeutet dabei: Die Schmerzen sind real, aber es gibt keine Hinweise auf eine gefährliche Ursache wie eine Unfallfolge, eine Nervenwurzelreizung, eine Infektion oder eine andere ernsthafte Erkrankung [1]. Solche Beschwerden sind unangenehm, aber in aller Regel harmlos – und genau deshalb gut beeinflussbar.
Wer regelmässig Yoga praktiziert, stösst früher oder später auf einen Begriff, der wie eine zweite Sprache klingt: Pranayama. In klassischen Yoga-Schulen ist das nicht nur ein nettes Beiwort, sondern eine eigenständige Disziplin – mit jahrtausendealter Tradition, eigenen Techniken und einer eigenen Philosophie. Pranayama ist die Lehre der bewussten Atemkontrolle, und in der traditionellen Yoga-Sicht eine der zentralen Säulen auf dem Weg zu körperlicher Gesundheit und mentaler Klarheit. Heute begegnet dir Pranayama in vielen Yogastudios als kurze Atemsequenz vor oder nach den Asanas. Dahinter steckt aber deutlich mehr: ein durchdachtes System aus dutzenden Techniken, die ganz unterschiedliche Wirkungen haben und in spezifischer Reihenfolge geübt werden. In diesem Ratgeber erfährst du, was Pranayama wirklich bedeutet, wo es seine Wurzeln hat, welche Techniken zur Tradition gehören und wie du es selbst in deine Praxis integrieren kannst – mit den nötigen Sicherheits- und Anwendungshinweisen.