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Eine Erkältung (auch grippaler Infekt) ist eine virale Infektion der oberen Atemwege. Typische Symptome:
Eine Erkältung baut sich meist über 1–2 Tage langsam auf, erreicht nach 3–5 Tagen ihren Höhepunkt und klingt nach 7–10 Tagen ab. Eine echte Grippe (Influenza) unterscheidet sich davon: Sie kommt plötzlich, mit hohem Fieber (oft über 38,5 °C), starken Gliederschmerzen und ausgeprägter Schwäche – und gehört in keinem Fall mit Sauna kombiniert.
Es gibt zwei zentrale Fragen, die wissenschaftlich unterschiedlich beantwortet werden müssen:
Hier gibt es Hinweise auf einen positiven Effekt. Eine klassische prospektive Studie aus den späten 1980er-Jahren untersuchte 50 Freiwillige – 25 saunierten regelmässig (wöchentlich), 25 verzichteten. Über sechs Monate wurde die Häufigkeit, Dauer und Schwere von Erkältungen erfasst. Das Ergebnis: Die Sauna-Gruppe hatte statistisch signifikant weniger Erkältungs-Episoden, besonders in den letzten drei Studienmonaten lag die Häufigkeit etwa halbiert vor [1]. Wichtig: Dauer und Schwere der Erkältungen unterschieden sich zwischen den Gruppen aber nicht signifikant. Saunieren scheint also möglicherweise Erkältungen seltener machen zu können – wenn man eine bekommt, hilft Saunieren aber nicht, sie milder oder kürzer verlaufen zu lassen.
Hier ist die Evidenz deutlich schwächer. Eine randomisierte kontrollierte Studie aus Deutschland mit 157 Patient:innen prüfte gezielt, ob das Einatmen heisser, trockener Luft in einer Sauna die Erkältungssymptome reduziert. Das Ergebnis: keine signifikante Verbesserung der Symptomschwere gegenüber der Kontrollgruppe [2]. Subjektiv beschreiben viele Menschen die feuchte Wärme als wohltuend für Schleimhäute – ein direkt nachweisbarer therapeutischer Effekt während einer Akut-Erkältung ist aber nicht belegt.
Fazit der Studienlage:
Saunieren mit milden Erkältungs-Anzeichen ist nur unter bestimmten Voraussetzungen denkbar – und auch dann nicht zu empfehlen, sondern lediglich vertretbar. Ein Saunagang kommt allenfalls infrage, wenn:
In allen anderen Fällen gilt: lieber abwarten, den Körper schonen, viel trinken und sich Ruhe gönnen.
Ob ein Saunabesuch je nach Symptom ratsam ist, im Überblick:
In folgenden Situationen ist von einem Saunabesuch unbedingt abzuraten:
Wer trotz Krankheit in eine öffentliche Sauna geht, gefährdet ausserdem die Gesundheit anderer Besucher:innen – auch das gehört zur Rücksichtnahme.
In der Sauna steigt die Hauttemperatur um etwa 3–10 °C, was die Herz- und Atemfrequenz erhöht. Das hat einen vergleichbaren Effekt auf den Kreislauf wie leichtes Fieber. Wenn der Körper bereits mit einem Infekt kämpft und die Körperkerntemperatur erhöht ist, summiert sich diese Belastung. Mögliche Konsequenzen:
Eine Myokarditis – also eine virale Entzündung des Herzmuskels – ist ein seltenes, aber ernst zu nehmendes Risiko nach manchen viralen Infekten. Wer während oder kurz nach einer fieberhaften Infektion intensiv schwitzt oder Sport treibt, erhöht dieses Risiko. Deshalb gilt: Erst auskurieren, dann saunieren.
Wenn ein Saunagang trotz leichter Symptome vertretbar ist (siehe Kriterien oben), sollte er kreislaufschonend gestaltet werden. Mildere Varianten sind besser geeignet als die finnische Sauna:
Auf finnische Sauna mit Aufgüssen verzichtest du in dieser Phase – die intensive Hitze und das Aufguss-Erlebnis sind für einen angeschlagenen Körper zu fordernd.
Wenn die Erkältung abgeklungen ist (mindestens 3–5 Tage symptomfrei, kein Fieber, gute Allgemeinverfassung), kannst du Saunieren wieder als Erholungs-Ritual integrieren. Bei einem trockenen Reizhusten, der manchmal noch wochenlang nach einer Erkältung bleibt, kann die feuchte Luft eines Dampfbads oder Sanariums subjektiv angenehm sein.
Erstmal sanft einsteigen:
Erst wenn du dich nach einigen sanften Saunagängen wieder fit fühlst, kannst du zur gewohnten Sauna-Routine zurückkehren.
Wenn dich Erkältungen immer wieder erwischen und du etwas tun möchtest, ist regelmässiges Saunieren eine Option, die durch Studien gestützt wird [1]. Es gibt jedoch nicht das eine «Wundermittel». Die wichtigsten alltagstauglichen Massnahmen kombiniert:
Saunieren ist eine angenehme Komponente, kein Ersatz für die anderen Faktoren.
Die typischen Eintrittspreise für Schweizer Thermen mit Sauna-Bereich liegen bei:
Wer regelmässige Sauna-Besuche zur Erkältungs-Prophylaxe plant, findet in vielen Häusern auch Abonnements oder Mehrfach-Karten mit Rabatten. Auf truVuna findest du Wellness- und Spa-Anbieter:innen in deiner Region – mit Profilen, Beschreibungen der jeweiligen Sauna-Welt und Bewertungen.
Hilft Sauna gegen eine Erkältung?
Wenn du bereits erkältet bist, hilft Saunieren nicht zuverlässig gegen die Symptome – das wurde in einer randomisierten Studie nicht bestätigt [2]. Subjektiv kann feuchte Wärme bei Halskratzen wohltuend sein, eine therapeutische Wirkung ist aber nicht belegt. Vor allem bei Fieber und ausgeprägten Symptomen ist Sauna kontraindiziert.
Kann ich mit leichten Erkältungssymptomen in die Sauna?
Bei sehr milden Symptomen (z. B. erstes Halskratzen ohne Fieber, sehr gutes Allgemeinbefinden) ist ein milder Saunagang vertretbar – etwa in einer Biosauna oder einem Dampfbad. In einer öffentlichen Sauna gilt allerdings: Rücksicht auf andere Gäste, die nicht angesteckt werden möchten.
Wie schützt regelmässiges Saunieren vor Erkältungen?
Eine Studie aus den 1980er-Jahren beobachtete, dass regelmässige Saunagänger:innen über sechs Monate weniger Erkältungen hatten als Personen ohne Saunieren – besonders in den letzten drei Monaten der Studie. Der genaue Mechanismus ist nicht abschliessend geklärt, möglicherweise spielen die kurzfristige Erhöhung der Körpertemperatur und Effekte auf die Immunfunktion eine Rolle.
Darf ich nach einer Erkältung sofort wieder in die Sauna?
Warte nach einer Erkältung 3–5 Tage symptomfrei ab, bevor du wieder sauniertest. Wenn Fieber dabei war, lieber 1–2 Wochen Pause. Steige sanft wieder ein – kürzere Aufenthalte, mildere Variante.
Hilft Sauna bei Husten?
Bei einem trockenen Reizhusten nach abgeklungener Erkältung kann die feuchte Luft im Dampfbad oder Sanarium subjektiv angenehm sein. Bei akutem Husten mit Auswurf oder Atemwegsverengung gehört Sauna nicht zur Behandlung – dann besser ärztlich abklären lassen.
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