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Saunadüfte sind aromatische Zusätze, die du beim Aufguss ins Wasser gibst. Wenn das Wasser auf den heissen Saunasteinen verdampft, verteilt sich das Aroma im Raum und wird über Atem und Haut wahrgenommen. Klassisch werden dafür ätherische Öle aus Pflanzen verwendet – manche Anbieter bieten auch Aufguss-Konzentrate auf Salz- oder Eisbasis, die du direkt einsetzen kannst.
Drei Typen sind im Wellness-Bereich verbreitet:
Naturreine ätherische Öle sind in der Regel die hochwertigere Wahl – das Aroma ist komplexer, und es lässt sich genauer dosieren, was im Aufguss landet.
In Schweizer und mitteleuropäischen Saunen findest du eine Vielzahl von Aromen. Eine Auswahl der bekanntesten mit ihrer beschriebenen Wirkung und wofür sie sich eignen:
Diese Aromen werden in Schweizer Wellness-Anlagen oft auch als Themen-Aufgüsse angeboten: «Sauna-Meister»-Aufgüsse mit speziellen Mischungen, jahreszeitlich abgestimmte Aromen (Winter-Gewürz, Sommer-Frische) oder regionale Spezialitäten (Alpenkräuter).
Ätherische Öle wirken über zwei Hauptwege:
Was sagt die Forschung? Aromatherapie wird in zahlreichen Studien untersucht. Hinweise auf subjektive Wirkungen (Entspannung, bessere Schlafqualität, Stimmungseinfluss) sind in mehreren Übersichten dokumentiert [1]. Eine pauschale therapeutische Wirkung lässt sich daraus aber nicht ableiten – Aromatherapie ist eine ergänzende Wellness-Komponente, keine medizinische Behandlung. Versprechen wie «Heilung durch Aromen», «Entgiftung» oder «Immunsystem-Stärkung pauschal» sind nicht evidenzbasiert und sollten kritisch gesehen werden.
Beim klassischen Aufguss ist die Dosierung entscheidend:
Tipp: Erst Wasser allein auf die Steine giessen (Klassisch-Aufguss), dann den duftenden Aufguss mit Aroma – das vermeidet harte Tropfreste und sorgt für eine sanftere Duftentwicklung.
Saunadüfte gibt es im Drogeriemarkt, im Reformhaus, in Apotheken und in spezialisierten Online-Shops. Achte auf:
Saunadüfte sind nicht für alle und in allen Situationen geeignet. Sinnvoll ist Zurückhaltung bei:
Bei öffentlichen Saunen lohnt es sich, vor dem Aufguss zu fragen, welches Öl verwendet wird – wer empfindlich reagiert, kann den Raum dann frühzeitig verlassen oder einen anderen Aufguss wählen.
Wer eine eigene Sauna hat, kann seine bevorzugten Aromen frei wählen. Eine kleine Sammlung von 3–5 Lieblings-Aromen reicht in der Regel aus, um Variation zu haben. Übliche Kombinationen:
Lagerung: Ätherische Öle sind lichtempfindlich. Lagere sie in dunklen Glasflaschen an einem kühlen, trockenen Ort. Geöffnete Flaschen sind in der Regel 12–24 Monate haltbar.
Die Preise variieren je nach Qualität und Konzentration.
In Schweizer Drogerien, Apotheken und Online-Shops findest du eine grosse Auswahl. Die meisten öffentlichen Saunen verwenden eigene Aufguss-Mischungen und bieten gelegentlich auch Verkauf der Lieblings-Aromen an.
Wenn du verschiedene Aromen kennenlernen möchtest, lohnt sich ein Besuch in einer Schweizer Saunalandschaft mit regelmässigen Themen-Aufgüssen. Auf truVuna findest du Wellness- und Spa-Anbieter:innen in deiner Region – vergleiche Profile und Bewertungen und entdecke Häuser mit besonderem Sauna-Programm.
Wie viele Tropfen ätherisches Öl gehören in den Aufguss? Eine Faustregel: 5–15 Tropfen auf einen Liter Aufgusswasser. Das hängt von der Intensität des Öls und der Saunagrösse ab. Bei fertigen Aufguss-Konzentraten die Herstellerangabe beachten.
Welcher Saunaduft ist bei Erkältung am besten? Eukalyptus und Pfefferminze gelten als die klassischen Aromen für die Atemwege. Wichtig: Bei akuten Erkältungssymptomen mit Fieber gehört der Saunabesuch grundsätzlich nicht zur Therapie – die Wärmebelastung kann den Körper überfordern. Nur bei sehr leichten Symptomen und in einer milden Sauna-Variante ist ein Saunagang vertretbar.
Was ist der Unterschied zwischen naturreinen und synthetischen Saunadüften? Naturreine ätherische Öle werden direkt aus Pflanzen gewonnen und haben ein komplexes Aroma sowie tatsächliche Pflanzenwirkstoffe. Synthetische Duftöle bilden einzelne Aromen-Akzente künstlich nach und enthalten keine pflanzlichen Wirkstoffe. Für die Sauna sind naturreine Öle die hochwertigere Wahl.
Kann jedes ätherische Öl für Saunaaufgüsse verwendet werden? Nein. Manche ätherische Öle sind für die hohe Saunahitze nicht geeignet – sie können brennen oder unerwünschte Abbauprodukte erzeugen. Achte beim Kauf auf den Hinweis «für Sauna geeignet». Im Zweifel beim Hersteller oder im Fachhandel nachfragen.
Sind Saunadüfte in der Schwangerschaft erlaubt? Einige Aromen (z. B. Salbei, Rosmarin in höherer Konzentration) gelten in der Schwangerschaft als ungünstig. Wer in der Schwangerschaft in die Sauna geht – nach ärztlicher Rücksprache –, sollte vorher beim Anbieter nachfragen, welche Aromen verwendet werden, oder Aufguss-freie Sauna-Zeiten wählen.
Hinweis zur Quellenauswahl: Aromatherapie als Verfahren wurde in zahlreichen Studien mit gemischter Evidenz untersucht. Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit für die australische Regierung (2015) kam zum Schluss, dass es keine klare wissenschaftliche Evidenz für die allgemeine Wirksamkeit der Aromatherapie gibt. Belegt sind subjektive Effekte auf Stimmung und Wohlbefinden (Sánchez-Vidaña 2017), aber auch klare Risiken: ätherische Öle wie Eukalyptus und Menthol können bei sensibilisierten Personen Bronchokonstriktion auslösen (American Lung Association); bei Säuglingen sind sie nicht geeignet. Pauschale Heilversprechen entsprechen nicht der Studienlage.
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