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Schmerzen im Oberarm: Ursachen, Warnzeichen und was hilft

Schmerzen im Oberarm: Ursachen, Warnzeichen und was hilft

Schmerzen im Oberarm sind meist harmlos und gehen auf eine muskuläre Überlastung oder eine gereizte Sehne zurück. In selteneren Fällen steckt aber etwas dahinter, das rasch abgeklärt werden muss – bis hin zu einem Herzinfarkt. Dieser Ratgeber gibt dir einen Überblick über die häufigsten Ursachen, zeigt dir die Warnzeichen, die du ernst nehmen solltest, und erklärt, was du selbst tun kannst und wann eine ärztliche oder physiotherapeutische Abklärung sinnvoll ist.

Was verursacht Schmerzen im Oberarm?

Der Oberarm verbindet Schulter und Ellenbogen, und entsprechend vielfältig sind die möglichen Ursachen für Schmerzen in dieser Region. Wichtig zu wissen: Der Oberarm ist häufig gar nicht der Ursprungsort der Beschwerden – oft strahlen Schmerzen von der Schulter oder der Halswirbelsäule dorthin aus, seltener auch von inneren Organen wie dem Herzen. [2][3] Am häufigsten sind muskuläre und sehnenbedingte Beschwerden:

  • Muskuläre Überlastung und Verspannungen: Ungewohnte Belastung, einseitige Bewegungen oder Krafttraining können Muskelkater, Zerrungen oder Verspannungen auslösen. Diese Schmerzen bessern sich meist nach einigen Tagen Schonung von selbst.
  • Sehnenbeschwerden der Schulter: Eine Entzündung oder Reizung der Rotatorenmanschette – der Muskel-Sehnen-Kappe rund um das Schultergelenk – ist die häufigste Ursache von Schulterschmerzen, die bis in den Oberarm ausstrahlen können. [1] Typisch ist ein Schmerz beim seitlichen Anheben des Arms, vor allem in einem Winkel zwischen etwa 60 und 120 Grad; nachts können die Beschwerden zunehmen. [2]
  • Bizepssehne: Eine gereizte Bizepssehne verursacht Schmerzen beim Beugen des Ellenbogens, beim Anheben oder beim Drehen des Arms. [1]
  • Nervenbedingte Schmerzen: Wird ein Nerv im Bereich der Halswirbelsäule gereizt, kann der Schmerz in den Arm ausstrahlen, oft begleitet von Kribbeln oder Taubheitsgefühlen.

Welche Ursache vorliegt, lässt sich aus der Ferne nicht sicher sagen. Hinweise geben aber Faktoren wie der Auslöser (Sturz, Überlastung, schleichender Beginn), die Schmerzcharakteristik und Begleitsymptome.

Wann sind Oberarmschmerzen ein Notfall?

Die wichtigste Unterscheidung ist, ob die Schmerzen vom Bewegungsapparat kommen oder ein Warnsignal des Herzens sind. Ein Herzinfarkt zeigt sich häufig durch einen heftigen Druck oder ein brennendes, beengendes Gefühl in der Brust, das länger als einige Minuten anhält und in Schultern, Arme, Hals, Unterkiefer oder Oberbauch ausstrahlen kann. [3] Anders als muskuläre Beschwerden ist dieser Schmerz typischerweise unabhängig von Bewegung und Atmung. [3] In der Schweiz gilt bei Verdacht: sofort den Notruf 144 alarmieren – je früher die Behandlung beginnt, desto besser. [3]

Auch ein Sturz mit anschliessend starker Schwellung, sichtbarer Fehlstellung, Bewegungsunfähigkeit, Taubheitsgefühlen oder einem plötzlichen Kraftverlust – etwa wenn sich der Arm nicht mehr anheben oder nach aussen drehen lässt – gehört rasch in ärztliche Abklärung: Neben einer Fraktur kann auch eine akute Verletzung der Rotatorenmanschette dahinterstecken. [2]

Beidseitige Schmerzen in den Oberarmen

Treten Schmerzen gleichzeitig in beiden Oberarmen und Schultern auf, lohnt ein genauerer Blick. Bei Menschen über etwa 50 Jahren kann dahinter eine Polymyalgia rheumatica stecken – eine entzündlich-rheumatische Erkrankung mit typischerweise beidseitigen Muskelschmerzen im Schulter- und Beckengürtel, ausgeprägter Morgensteifigkeit und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. [4] Die Beschwerden sind oft nachts und frühmorgens am stärksten, und vielen Betroffenen fällt es morgens schwer, die Arme zu heben. [4] Diese Form gehört rheumatologisch abgeklärt und behandelt; je früher die Diagnose, desto besser lässt sie sich kontrollieren. [4]

Was du bei Oberarmschmerzen selbst tun kannst

Bei leichten, eindeutig muskulär oder durch Überlastung bedingten Beschwerden ohne Warnzeichen kannst du zunächst selbst aktiv werden:

  • Belastung anpassen: Reduziere die auslösende Tätigkeit, ohne den Arm komplett ruhigzustellen – sanfte Bewegung im schmerzfreien Bereich erhält die Beweglichkeit.
  • Wärme oder Kälte: Wärme entspannt verspannte Muskeln, Kälte kann bei einer akuten Reizung oder Schwellung guttun. Probiere aus, was dir hilft.
  • Schmerzlinderung: Kurzfristig können entzündungshemmende Schmerzmittel oder -salben die Beschwerden lindern. Sie sind aber nicht für alle geeignet: Insbesondere bei Magenproblemen, Nierenerkrankungen, der Einnahme von Blutverdünnern, in der Schwangerschaft oder bei bestehenden Vorerkrankungen solltest du die Anwendung vorher ärztlich oder in der Apotheke abklären.
  • Sanfte Bewegung statt Schonhaltung: Eine länger anhaltende Schonhaltung kann die Beschwerden verschlimmern. Leichte Mobilisations- und Dehnübungen halten die Schulter beweglich.

Bessern sich die Beschwerden nach ein bis zwei Wochen nicht, kehren sie immer wieder oder verstärken sie sich, ist eine fachliche Abklärung der nächste Schritt.

Welche Fachperson ist die richtige?

Das hängt von der Art der Beschwerden ab. Bei unklaren, starken, länger anhaltenden oder nicht eindeutig bewegungsabhängigen Schmerzen ist die Hausarztpraxis die richtige erste Anlaufstelle; von dort erfolgt bei Bedarf die Überweisung an Orthopädie oder Rheumatologie. Bei akuten Notfallzeichen – etwa Verdacht auf Herzinfarkt – zählt jede Minute, und der Weg führt über den Notruf 144, nicht über einen Termin. [3]

Sind die Beschwerden dagegen klar bewegungsabhängig und wahrscheinlich muskulär oder sehnenbedingt – etwa nach Überlastung oder bei Schmerzen beim Anheben des Arms – und liegen keine Warnzeichen vor, kann die Physiotherapie eine passende Anlaufstelle sein: Hier lernst du, die Muskulatur rund um Schulter und Oberarm gezielt zu kräftigen, Fehlbelastungen zu erkennen und Bewegungsabläufe anzupassen. Das lindert nicht nur die aktuellen Beschwerden, sondern beugt auch einem erneuten Auftreten vor.

Auf truVuna findest du Physiotherapiepraxen in deiner Region. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Praxen direkt – besonders dann, wenn keine Notfallzeichen vorliegen und deine Beschwerden wahrscheinlich vom Bewegungsapparat ausgehen.

Häufige Fragen zu Schmerzen im Oberarm

Welcher Arzt ist bei Schmerzen im Oberarm zuständig?

Das hängt von den Beschwerden ab. Bei unklaren, starken, länger anhaltenden oder nicht eindeutig bewegungsabhängigen Schmerzen ist die Hausarztpraxis die richtige Anlaufstelle; bei Bedarf folgt eine Überweisung an Orthopädie oder Rheumatologie. Bei wahrscheinlich muskulären, sehnenbedingten oder bewegungsabhängigen Beschwerden ohne Warnzeichen kann auch die Physiotherapie eine passende Anlaufstelle sein. Bei plötzlichen Schmerzen mit Druck in der Brust, Atemnot oder Übelkeit wählst du sofort den Notruf 144.

Warum schmerzt mein Oberarm beim Anheben des Arms?

Schmerzen beim Anheben deuten häufig auf die Schulter hin, etwa auf eine gereizte Rotatorenmanschette. Typisch ist ein Schmerz, der beim seitlichen Heben zwischen etwa 60 und 120 Grad am stärksten ist. Halten solche Beschwerden an oder schränken sie dich im Alltag ein, ist eine orthopädische oder physiotherapeutische Abklärung sinnvoll.

Sind Schmerzen im linken Oberarm immer ein Herzinfarkt?

Nein. Schmerzen im linken Oberarm haben meist harmlose, muskuläre oder sehnenbedingte Ursachen. Verdächtig auf einen Herzinfarkt sind sie vor allem in Kombination mit Druck oder Engegefühl in der Brust, Atemnot, Übelkeit oder kaltem Schweiss – und wenn sie unabhängig von Bewegung auftreten. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu viel den Notruf 144 wählen.

Was bedeuten Schmerzen in beiden Oberarmen gleichzeitig?

Beidseitige Oberarm- und Schulterschmerzen mit Morgensteifigkeit bei Menschen über 50 können auf eine Polymyalgia rheumatica hindeuten, eine entzündlich-rheumatische Erkrankung. Sie sollte rheumatologisch abgeklärt werden. Beidseitige Beschwerden können aber auch durch Überlastung oder Verspannungen entstehen.

Wie lange dauern muskuläre Oberarmschmerzen?

Durch Überlastung oder Muskelkater bedingte Beschwerden bessern sich meist innerhalb weniger Tage bis etwa zwei Wochen, wenn du die auslösende Belastung reduzierst und den Arm sanft bewegst. Bleiben die Schmerzen länger bestehen, treten sie wiederholt auf oder verstärken sie sich, solltest du sie ärztlich abklären lassen.

Quellen

[1] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, 2024, Sehnen- und Sehnenscheidenentzündung, MSD Manuals, https://www.msdmanuals.com/de/heim/knochen-gelenk-und-muskelerkrankungen/erkrankungen-der-muskeln-schleimbeutel-und-sehnen/sehnen-und-sehnenscheidenentzündung

[2] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, 2025, Verletzung der Rotatorenmanschette / Subakromiale Bursitis, MSD Manuals, https://www.msdmanuals.com/de/heim/verletzungen-und-vergiftung/sportverletzungen/verletzung-der-rotatorenmanschette-subakromiale-bursitis

[3] Schweizerische Herzstiftung, Herzinfarkt: Symptome und Verhalten im Notfall, https://swissheart.ch/erkrankungen-und-notfall/herzkrankheiten-und-hirnschlag/herzinfarkt

[4] Rheumaliga Schweiz, Polymyalgia rheumatica (PMR), https://www.rheumaliga.ch/glossar/polymyalgia-rheumatica-pmr

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