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Sehhilfen sind optische oder elektronische Hilfsmittel, die Fehlsichtigkeiten korrigieren oder eine eingeschränkte Sehkraft unterstützen. Augenoptisch werden sie in zwei grosse Gruppen unterteilt: korrigierende Sehhilfen und vergrössernde Sehhilfen [2]. Korrigierende Sehhilfen wie Brillen und Kontaktlinsen gleichen Brechungsfehler des Auges aus – also Kurz-, Weit-, Alterssichtigkeit oder Hornhautverkrümmungen. Vergrössernde Sehhilfen kommen dann zum Einsatz, wenn eine Brille oder Kontaktlinsen nicht mehr ausreichen, etwa weil eine Augenerkrankung die zentrale Sehschärfe geschädigt hat [2].
Eine dritte Kategorie bilden funktionelle und Spezialsehhilfen: Sonnenbrillen, Sportbrillen, Arbeitsschutzbrillen oder Bildschirmbrillen erfüllen jeweils einen besonderen Zweck, ohne primär eine medizinische Korrektur zu leisten.
Welche Sehhilfe individuell sinnvoll ist, hängt vom Sehbefund, vom Alltag und von den Vorlieben ab. Eine fachliche Abklärung durch eine Augenärztin oder eine Augenoptikerin schafft Klarheit über die geeignete Lösung.
Die wichtigsten Sehhilfen lassen sich in folgende Gruppen einteilen, die in den folgenden Abschnitten vertieft werden:
Operative Verfahren wie Laserbehandlungen (LASIK, PRK) oder Linsenimplantate sind keine Sehhilfen im engeren Sinn, können aber für manche Menschen eine Alternative zur Brille oder Kontaktlinse sein. Sie gehören in eine augenärztliche Beratung und werden in diesem Ratgeber nicht weiter behandelt.
Diese Übersicht ist nicht erschöpfend – innerhalb jeder Gruppe gibt es zahlreiche Varianten. Die folgenden Abschnitte gehen auf die wichtigsten Sehhilfen-Arten näher ein.
Die Brille ist die mit Abstand häufigste Sehhilfe in der Schweiz. Mehr als die Hälfte der Brillen- oder Kontaktlinsenträger:innen trägt ausschliesslich eine Brille [1]. Ihre Vorzüge sind klar: einfache Handhabung, kein Eingriff am Auge, individuelle Anpassung an Sehstärke und Stil. Je nach Fehlsichtigkeit kommen verschiedene Brillentypen zum Einsatz:
Brillen werden in der Schweiz von Augenoptikerinnen und Augenoptikern mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis oder einem Bachelor in Optometrie angepasst [3]. Bei der Anpassung werden Sehstärke, Pupillendistanz, Durchblickhöhe und Fassungssitz präzise ermittelt – Faktoren, die für eine optimale Sehkorrektur entscheidend sind.
Kontaktlinsen können eine Alternative oder Ergänzung zur Brille sein. Die ersten weichen Kontaktlinsen wurden in der Schweiz patentiert [2]. Sie liegen direkt auf der Hornhaut und bieten eine korrigierende Wirkung ohne sichtbares Gestell. Es gibt zwei Hauptgruppen:
Spezielle Kontaktlinsen für Mehrstärken-Korrektur (multifokale Linsen) oder für bestimmte Augenformen (z. B. Sklerallinsen bei Keratokonus) sind ebenfalls erhältlich. Kontaktlinsen erfordern eine sorgfältige Hygiene und regelmässige Kontrollen, um Komplikationen wie Hornhautinfektionen oder Bindehautreizungen vorzubeugen. Die Anpassung erfolgt durch eine Kontaktlinsen-Spezialistin oder einen Augenarzt.
Neben den klassischen korrigierenden Sehhilfen gibt es zahlreiche Spezialprodukte, die für bestimmte Situationen entwickelt wurden:
Für die meisten dieser Spezialbrillen lässt sich zusätzlich die individuelle Sehstärke einarbeiten – ein wichtiger Punkt für Menschen mit bestehender Korrektur.
Vergrössernde Sehhilfen kommen zum Einsatz, wenn Brillen oder Kontaktlinsen die Sehkraft nicht ausreichend wiederherstellen können – etwa bei altersbedingter Makuladegeneration, diabetischer Retinopathie oder anderen Erkrankungen, die die Netzhaut oder den Sehnerv betreffen [2, 4]. In solchen Fällen geht es nicht mehr um die Korrektur eines Brechungsfehlers, sondern um eine optische oder elektronische Vergrösserung des Bildes, damit die verbleibende Sehfähigkeit besser genutzt werden kann.
Zu den wichtigsten Hilfsmitteln zählen:
Vergrössernde und elektronische Sehhilfen sind erklärungsbedürftiger als eine normale Brille – die Eingewöhnung kann Wochen dauern. Eine sorgfältige Anpassung durch eine spezialisierte Optikerin oder einen Augenarzt mit Erfahrung in Low-Vision-Beratung ist hier besonders wichtig. In der Schweiz beraten dazu spezialisierte Low-Vision-Stellen sowie der Schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband (SBV).
Die Preisspannen für Sehhilfen sind in der Schweiz breit – sie hängen stark von Anbieter, Glasqualität, Beschichtungen und gewählter Fassung ab. Die folgenden Richtwerte geben eine grobe Orientierung:
Die Werte verstehen sich als Orientierung, nicht als Preiszusage. Beim Optikfachgeschäft erhältst du einen konkreten Kostenvoranschlag, der deine individuelle Sehstärke und gewünschte Ausstattung berücksichtigt. Bei Lupenbrillen und elektronischen Sehhilfen für Sehbehinderte können IV oder AHV einen Teil der Kosten übernehmen – siehe folgender Abschnitt.
Die Kostenübernahme für Sehhilfen ist in der Schweiz über die Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) geregelt, herausgegeben vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) [5]. Die Grundversicherung übernimmt Sehhilfen für Erwachsene seit 2011 grundsätzlich nicht mehr – es gibt jedoch Ausnahmen für Kinder und Jugendliche sowie für bestimmte medizinische Situationen. Seit 1. Juli 2024 wurde die MiGeL-Position 25 für Sehhilfen revidiert und unter anderem um das Myopie-Management für unter 21-Jährige erweitert [5, 6].
Die wichtigsten Situationen im Überblick:
Wichtig: Die konkreten Beträge, Geltungsdauer und Voraussetzungen sind in der aktuellen MiGeL-Fassung beim BAG hinterlegt und werden periodisch angepasst [5]. Vor dem Kauf lohnt sich daher immer eine direkte Klärung mit der eigenen Krankenkasse oder dem Optikfachgeschäft. Bei vergrössernden und elektronischen Sehhilfen für Menschen mit Sehbehinderung übernehmen in vielen Fällen die Invalidenversicherung (IV) oder die AHV einen wesentlichen Teil der Kosten – auch hier ist eine vorgängige Abklärung empfehlenswert.
Welche Sehhilfe für dich die richtige ist, hängt vom Sehbefund, deinem Alltag und deinen persönlichen Vorlieben ab. Folgende Schritte helfen bei der Entscheidung:
Wer mit deutlich reduzierter Sehkraft lebt oder Hilfsmittel wie Lupenbrillen oder elektronische Sehhilfen benötigt, sollte sich an spezialisierte Anbieter wenden – Low-Vision-Beratung erfordert besondere Erfahrung.
Rund um Brillen und Kontaktlinsen kursieren immer wieder Aussagen, die in der Augenoptik so nicht haltbar sind. Drei besonders verbreitete Annahmen lohnen einen genaueren Blick:
Auf truVuna findest du Optikerinnen und Optiker in deiner Region. Du kannst Profile, Angebote und Bewertungen vergleichen und einen Anbieter auswählen, der zu deinen Bedürfnissen passt – ob für eine klassische Brille, Kontaktlinsen oder eine vergrössernde Sehhilfe.
Welche Sehhilfe ist für mich die richtige? Die geeignete Sehhilfe hängt von deinem Sehbefund und deinem Alltag ab. Wer eine leichte Fehlsichtigkeit hat, ist mit einer Einstärkenbrille meist gut versorgt. Ab dem 40. Lebensjahr beginnt häufig die Alterssichtigkeit, hier kommt eine Gleitsichtbrille oder Lesebrille infrage. Kontaktlinsen sind eine Alternative für sportlich Aktive oder modische Wünsche. Eine fachliche Beratung beim Optiker schafft Klarheit.
Was kosten Sehhilfen ungefähr? Die Preisspannen sind breit. Eine Komplettbrille mit Sehstärke startet bei den grossen Schweizer Ketten ab etwa CHF 50–100 (Einstiegs-Modelle), eine Standardbrille mit Beschichtungen liegt typischerweise bei CHF 200–500, Premium- und Designer-Modelle bei CHF 600 bis 1'500 und mehr. Kontaktlinsen kosten je nach System monatlich ca. CHF 30–80. Lupen und vergrössernde Sehhilfen reichen von rund CHF 20 für einfache Modelle bis CHF 4'000+ für stationäre Bildschirmlesegeräte. Eine genaue Auskunft gibt das Optikfachgeschäft im Kostenvoranschlag.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Sehhilfen? Die obligatorische Grundversicherung übernimmt Sehhilfen für Erwachsene nur in bestimmten medizinischen Situationen (z. B. krankheits- oder OP-bedingte Sehveränderungen, Hornhauterkrankungen). Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre können mit ärztlichem Rezept Beiträge erhalten, ebenso seit Juli 2024 Personen bis zum 21. Altersjahr im Rahmen des Myopie-Managements. Die genauen Konditionen sind in der Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) des Bundesamts für Gesundheit geregelt; eine Klärung mit der eigenen Krankenkasse vor dem Kauf ist sinnvoll.
Was sind vergrössernde Sehhilfen? Vergrössernde Sehhilfen wie Lupen, Lupenbrillen oder elektronische Lesegeräte kommen zum Einsatz, wenn Brille oder Kontaktlinsen die Sehkraft nicht mehr ausreichend wiederherstellen können – etwa bei altersbedingter Makuladegeneration oder Schädigung des Sehnervs. Sie ermöglichen es, mit der verbleibenden Sehfähigkeit lesen, fernsehen oder Hobbys ausüben zu können.
Brauche ich eine Bildschirmbrille? Eine Bildschirmbrille ist sinnvoll, wenn du viel Zeit am Computer verbringst und am Ende des Tages müde Augen, Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten bemerkst. Sie ist speziell auf die typische Bildschirm-Distanz (ca. 50–80 cm) optimiert. Besonders bei beginnender Alterssichtigkeit kann eine Bildschirmbrille den Komfort am Arbeitsplatz spürbar verbessern.
[1] OPTIKSCHWEIZ (2025): Sehen Schweiz 2025 / Erhebung zum Sehverhalten in der Schweizer Bevölkerung. NIQ-GfK-Report 2025. https://www.optikschweiz.ch/presse/
[2] augeninfo.de (Berufsverband der Augenärzte Deutschlands, BVA): Vergrössernde Sehhilfen – Patientenbroschüre. https://augeninfo.de/patbrosch/vergr_sehh.html
[3] OPTIKSCHWEIZ – Fachverband für Augenoptik und Optometrie: Augenoptik – Berufsbild und Beratungsstandards. https://www.optikschweiz.ch/augenoptik/
[4] Schweizer Optik (Fachpublikation): Elektronische Sehhilfen – Übersicht und Anwendung. https://www.schweizer-optik.de/de/wissen/produkte-technik/elektronische-sehhilfen-521/
[5] Bundesamt für Gesundheit (BAG): Anhang 2 der KLV – Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL), MiGeL-Position 25 Sehhilfen, Ausgabe 1. Juli 2024. https://www.bag.admin.ch/dam/de/sd-web/PzXnAvVw6QyP/migel-aenderungen-01072024.pdf
[6] OPTIKSCHWEIZ – Merkblatt W11: KVG-Beiträge an Brillengläser und Kontaktlinsen (offizielles Verbandsmerkblatt zur MiGeL). https://optikschweiz.ch/wp-content/uploads/2024/02/W11-OS_Info-KVG.pdf
[7] DOZ-Verlag / SBAO / OPTIKSCHWEIZ: Schweizer Krankenkassen bezuschussen Myopie-Management – Aufnahme von Myopie-Gläsern und -Kontaktlinsen in die MiGeL. https://www.doz-verlag.de/news/was-die-aufnahme-von-myopie-management-schweizer-migel-bedeutet
[8] comparis.ch: Zahlt die Grundversicherung Brille und Kontaktlinsen? (zur orientierenden Einordnung der Versicherungs-Praxis aus Konsumentensicht). https://www.comparis.ch/krankenkassen/leistungen/brille
Sich in den eigenen vier Wänden rundum wohlfühlen – das wünschen sich die meisten Menschen. Mit Feng-Shui bringst du mit einfachen Mitteln Harmonie, Geborgenheit und Wohlbefinden in dein Zuhause. Wofür der Einrichtungsstil, der aus der chinesischen Kultur kommt, steht und wie du ihn selbst in deiner wohnlichen Umgebung umsetzt, erklären wir dir mit wichtigen Wohlfühl-Tipps und kreativen Ideen zu Gestaltung, Nutzung und Einrichtung deiner Wohnung. Wir verraten dir zudem, was es mit dem optimalen Feng-Shui „Lageplan“ und den fünf Elementen auf sich hat.
Mit der Frage, wie du deine Augenringe wegbekommen kannst, bist du nicht allein. Es ist ein Thema, mit dem sich viele Menschen täglich aufs Neue beschäftigen. Die dunklen Schatten unten den Augen lassen das Gesicht oft müde und nicht selten auch älter wirken. Wie du Schritt für Schritt an der Beseitigung von Augenringen arbeitest und dabei auch deine Gesundheit verbesserst, zeigen wir dir in der folgenden Anleitung auf unserer beliebten Vergleichsplattform für die Schweiz.
Kleine Punkte, Fäden oder spinnwebartige Schlieren, die durch das Sichtfeld treiben und beim Blick auf eine weisse Wand oder den Himmel besonders auffallen: Wer das zum ersten Mal bemerkt, ist oft beunruhigt. Meist steckt dahinter eine Glaskörpertrübung, im Fachjargon Mouches volantes („fliegende Mücken") oder Floaters genannt. In den allermeisten Fällen ist das Phänomen harmlos und altersbedingt. Es gibt aber Situationen, in denen die Trübungen auf ein ernsteres Problem an der Netzhaut hinweisen können – und genau diese Unterscheidung ist wichtig. Dieser Ratgeber erklärt, was im Auge passiert, warum die Trübungen entstehen, wann sie unbedenklich sind und an welchen Warnzeichen du erkennst, dass eine zeitnahe augenärztliche Untersuchung sinnvoll ist.
Glykogen ist die Form, in der dein Körper Kohlenhydrate für später aufbewahrt. Es handelt sich um ein stark verzweigtes Molekül aus vielen Glukose-Bausteinen, das als rasch verfügbarer Energievorrat dient – vor allem in der Leber und in der Muskulatur [1]. In diesem Ratgeber erfährst du, wie Glykogen aufgebaut ist, wie der Körper es bildet und wieder abbaut, wo er es speichert und welche Rolle die Ernährung dabei spielt.
Nackenmuskeln verspannen häufig, weil sie den Kopf den ganzen Tag stabilisieren müssen – besonders bei langem Sitzen, Bildschirmarbeit, Stress und wenig Bewegung. Meist sind solche Beschwerden harmlos, aber unangenehm. Am wichtigsten ist es, in Bewegung zu bleiben und den Nacken nicht dauerhaft zu schonen. Dieser Ratgeber erklärt verständlich, wie die Nackenmuskulatur aufgebaut ist, welche Aufgaben sie übernimmt, warum Verspannungen entstehen und was konkret dagegen hilft.
Rückenschmerzen sind eine der häufigsten Beschwerden in der Schweiz – rund 60 bis 80 Prozent aller Erwachsenen sind im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Rückenyoga hat sich in den letzten Jahren als beliebte Bewegungsform für genau dieses Thema etabliert: sanfte, gezielte Übungen, die Beweglichkeit, Kraft und Körperwahrnehmung gleichzeitig adressieren. Die wissenschaftliche Forschung zeigt: Yoga kann bei chronischen Rückenschmerzen tatsächlich helfen – allerdings mit Einschränkungen, die wichtig zu kennen sind. In diesem Ratgeber findest du Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema Rückenyoga: Was ist es genau, wie wirkt es, für wen ist es geeignet, welche Übungen helfen, was ist zu vermeiden und wie findest du den richtigen Kurs. Ziel ist eine fundierte Orientierung – kein Wundermittel-Versprechen.