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Stechender Schmerz im Fuss im Ruhezustand: Ursachen und Behandlung

Stechender Schmerz im Fuss im Ruhezustand: Ursachen und Behandlung

Wenn der Fuss ausgerechnet dann sticht, wenn du sitzt, liegst oder nachts im Bett zur Ruhe kommst, ist das oft besonders irritierend – schliesslich belastest du den Fuss in diesem Moment gar nicht. Stechende Fussschmerzen im Ruhezustand können viele Ursachen haben. Häufig stecken eine gereizte Sehnenplatte an der Fusssohle, ein eingeengter Nerv oder eine Nervenschädigung dahinter; seltener auch Stoffwechsel- oder Gefässerkrankungen. Dieser Ratgeber zeigt dir die wichtigsten möglichen Ursachen, erklärt, woran du Warnzeichen erkennst, und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist. Eine Ferndiagnose ersetzt er nicht – die genaue Ursache lässt sich nur ärztlich klären.

Welche Ursachen können hinter stechenden Fussschmerzen in Ruhe stecken?

Stechende Fussschmerzen, die vor allem in Ruhe oder nachts auftreten, gehen häufig von den Nerven aus oder begleiten eine Entzündung. Anders als bei einer akuten Verletzung, die typischerweise bei Belastung schmerzt, können Nerven- und Entzündungsschmerzen auch dann da sein, wenn der Fuss entlastet ist. Zu den häufigeren möglichen Ursachen zählen:

  • Plantarfasziitis – eine Reizung des Fusssohlenbands, oft mit Schmerzen bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen [6][7]
  • Tarsaltunnelsyndrom – ein eingeengter Nerv im Bereich des inneren Knöchels [1]
  • Morton-Neurom – eine schmerzhafte Verdickung eines Nervs im Vorfuss zwischen den Zehen [5]
  • Nervenschädigungen (Polyneuropathie), etwa im Rahmen eines Diabetes mellitus [2][8]
  • Gicht – ein akuter Entzündungsschub durch Harnsäurekristalle, klassisch nachts an der Grosszehe [3]
  • Durchblutungsstörungen der Beinarterien (periphere arterielle Verschlusskrankheit) im fortgeschrittenen Stadium [4]

Welche dieser Ursachen im Einzelfall vorliegt, lässt sich anhand der Beschwerden allein nicht sicher unterscheiden. Ort des Schmerzes, Begleitsymptome und Verlauf geben aber wichtige Hinweise.

Wie äussern sich Nervenschmerzen im Fuss?

Nervenschmerzen (neuropathische Schmerzen) fühlen sich oft brennend, elektrisierend oder einschiessend-stechend an und können sowohl in Ruhe als auch bei Bewegung auftreten. Bei einer diabetischen Polyneuropathie – einer der häufigsten Ursachen von Nervenschäden in den Füssen – beginnen die Beschwerden meist an beiden Füssen mit Kribbeln, einem pelzigen Gefühl oder Taubheit. Eine diabetische Neuropathie führt gewöhnlich zu einem schmerzhaften Kribbeln oder Brennen in Händen und Füssen, und die Schmerzen werden oft nachts heftiger und verstärken sich durch Berührung oder Temperaturschwankungen [2]. Auch in nächtlichen Ruhephasen können sich die Beschwerden also verstärken [8].

Wichtig ist: Nervenschäden können das Schmerz- und Temperaturempfinden mit der Zeit herabsetzen. Dadurch werden kleine Verletzungen oder Druckstellen am Fuss schlechter bemerkt – ein Grund, warum Menschen mit Diabetes ihre Füsse regelmässig ärztlich kontrollieren lassen sollten [2].

Was steckt hinter Schmerzen in der Fusssohle?

Die häufigste Ursache für Schmerzen an der Fusssohle und Ferse ist die Plantarfasziitis (auch Plantarfasziopathie genannt) – eine Reizung der Sehnenplatte, die vom Fersenbein bis zum Vorfuss zieht und das Fussgewölbe stützt. Die Plantarfasziitis ist die häufigste Ursache für den plantaren Fersenschmerz; die Entstehung dieser ansatznahen Sehnenreizung ist nicht abschliessend geklärt, auch wenn äussere und innere Risikofaktoren benannt werden können [6]. Heute ordnet man das Beschwerdebild eher den degenerativen (verschleissbedingten) als den rein entzündlichen Veränderungen zu [7].

Typisch ist der sogenannte Anlaufschmerz: Das häufigste Symptom ist ein plantarer Fersenschmerz, der sich bei den ersten Schritten nach einer Ruhephase verschlimmert – also morgens nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen. Nach einigen Schritten lässt er oft etwas nach. Zu den Risikofaktoren zählen Überlastung (etwa durch viel Laufen oder ungewohntes Wandern), Übergewicht und höheres Lebensalter; mehr als fünf Prozent der über 65-Jährigen entwickeln Fersenschmerzen, die sich bei Erwachsenen häufig zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr zeigen [7]. Die Behandlung erfolgt überwiegend konservativ, also ohne Operation [6].

Was ist das Tarsaltunnelsyndrom?

Das Tarsaltunnelsyndrom ist eine Einengung des hinteren Schienbeinnervs (Nervus tibialis posterior), der hinter dem inneren Knöchel durch einen engen Kanal aus Knochen und Bindegewebe zur Fusssohle zieht. Beim Tarsaltunnelsyndrom treten Schmerzen in Fussgelenk, Fuss und manchmal in den Zehen auf, weil der Nerv, der Ferse und Sohle versorgt, gequetscht oder beschädigt ist; zu den Symptomen gehört ein brennender oder kribbelnder Schmerz [1]. Diese Beschwerden können auch in Ruhe und nachts auftreten.

Auslöser können unter anderem eine frühere Verletzung des Sprunggelenks, eine Sehnenscheidenentzündung, eine Fussfehlstellung, eine Ganglionzyste oder Schwellungen sein; auch entzündliche Gelenkerkrankungen und eine Schilddrüsenunterfunktion können dazu beitragen [1]. Die Diagnose stützt sich auf die körperliche Untersuchung und – bei Bedarf – eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit [1].

Können auch der Vorfuss und die Zehen betroffen sein?

Ja – stechende oder brennende Schmerzen im Vorfuss zwischen den Zehen können auf ein Morton-Neurom hindeuten. Das interdigitale Morton-Neurom ist eine gutartige Verdickung eines Zehennervs, die brennende oder einschiessende Schmerzen oder ein Fremdkörpergefühl verursachen kann [5]. Viele Betroffene beschreiben das Gefühl, als läge ein kleiner Stein im Schuh. Die Beschwerden treten am häufigsten zwischen dem dritten und vierten Zeh auf und verstärken sich oft beim Gehen oder in engen Schuhen [5]. Als begünstigende Faktoren gelten zu enges Schuhwerk und Fussfehlstellungen wie ein Spreizfuss [5].

Können Stoffwechsel- und Gefässerkrankungen stechende Fussschmerzen auslösen?

Ja. Zwei Ursachen verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil sie über den Fuss hinaus auf den allgemeinen Gesundheitszustand hinweisen können.

Bei der Gicht lagern sich Harnsäurekristalle in einem Gelenk ab und lösen einen akuten Entzündungsschub aus. Bei einem Schub sind plötzliche starke Schmerzen in einem oder mehreren Gelenken, häufig nachts, typisch; der Schmerz wird immer stärker, vor allem wenn das Gelenk bewegt oder berührt wird, das Gelenk schwillt an und wird warm, die Haut darüber rot und glänzend [3]. Klassischerweise ist das Grundgelenk der Grosszehe betroffen [3].

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine Durchblutungsstörung der Beinarterien. In frühen Stadien schmerzen die Beine vor allem beim Gehen und bessern sich in Ruhe. In fortgeschrittenen Stadien kann der Schmerz jedoch auch in Ruhe und nachts auftreten – das ist ein ernstes Warnzeichen. Bei stärkerer Verengung der Arterie bilden sich vor allem nach Verletzungen offene Wunden, die nur schwer heilen, typischerweise an Zehen und Ferse [4]. Begleitend können die Haut kühl und blass wirken und der Puls am Fuss schwer tastbar sein [4].

Sicherheitshinweis: Suche zeitnah ärztliche Hilfe, wenn der Fuss plötzlich stark schmerzt und dabei gerötet, überwärmt und geschwollen ist (möglicher Gichtanfall oder eine andere Entzündung), wenn er auffällig kühl, blass oder gefühllos wird, wenn Wunden am Fuss nicht heilen oder wenn Taubheit und Schwäche zunehmen. Solche Zeichen können auf eine behandlungsbedürftige Erkrankung hinweisen [3][4].

Wann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll?

Grundsätzlich ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll, wenn die Schmerzen stark sind, länger anhalten, immer wiederkehren oder dich im Alltag und Schlaf beeinträchtigen. Da hinter stechenden Fussschmerzen in Ruhe sehr unterschiedliche Ursachen stecken können – von einer harmloseren Sehnenreizung bis zu einer Nerven-, Stoffwechsel- oder Gefässerkrankung –, ist eine genaue Diagnose die Grundlage jeder sinnvollen Behandlung.

Eine gute erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis. Von dort erfolgt bei Bedarf eine Überweisung, etwa in die Orthopädie, Neurologie oder Angiologie. Bei einer Nervenuntersuchung kann zum Beispiel die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen werden [1]. Wer an Diabetes leidet, sollte Veränderungen an den Füssen früh ansprechen und die Füsse regelmässig kontrollieren lassen [2].

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache – eine pauschale Empfehlung gibt es nicht. Einige Beispiele:

  • Plantarfasziitis: Sie wird primär konservativ behandelt; eine Operation kommt erst nach Ausschöpfung der konservativen Massnahmen über mehrere Monate infrage [6].
  • Tarsaltunnelsyndrom: Zunächst stehen konservative Massnahmen im Vordergrund; bleiben sie wirkungslos oder liegen neurologische Ausfälle vor, kann eine Operation zur Entlastung des Nervs nötig werden [1].
  • Morton-Neurom: Häufig werden zuerst eine Anpassung des Schuhwerks, Einlagen oder lokale Injektionen versucht; eine operative Entfernung bleibt hartnäckigen Fällen vorbehalten [5].
  • Gicht und pAVK: Hier steht die Behandlung der Grunderkrankung im Mittelpunkt und gehört in ärztliche Hände [3][4].

Welche Behandlung im Einzelfall geeignet ist, hängt von der Ursache und vom individuellen Befund ab. Begleitend zur ärztlichen Abklärung können bewegungs- und manualorientierte Verfahren wie Physiotherapie oder Osteopathie Teil der Behandlung sein – etwa, um Beweglichkeit, Belastbarkeit und Fussfunktion zu unterstützen. Sinnvoll ist das vor allem dann, wenn die Ursache geklärt ist und ernste Erkrankungen ausgeschlossen wurden.

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Was kannst du selbst für gesunde Füsse tun?

Unabhängig von der konkreten Ursache tun deinen Füssen ein paar einfache Gewohnheiten gut. Achte auf gut sitzende, nicht zu enge Schuhe, da enges Schuhwerk Nerven im Vorfuss reizen kann [5]. Bleib in Bewegung und stärke Fuss- und Wadenmuskulatur mit Fussgymnastik. Bei Übergewicht kann eine schrittweise Gewichtsreduktion die Füsse entlasten, da Übergewicht ein Risikofaktor für eine Plantarfasziitis ist [7]. Und wenn Beschwerden trotz Schonung bestehen bleiben oder Warnzeichen auftreten, hol dir ärztlichen Rat, statt lange selbst zu probieren.

Häufige Fragen zu stechenden Fussschmerzen in Ruhe

Warum schmerzt der Fuss gerade nachts oder in Ruhe stärker?

Nerven- und Entzündungsschmerzen sind oft unabhängig von der Belastung. Bei einer diabetischen Polyneuropathie verstärken sich die Beschwerden typischerweise nachts und durch Berührung [2]. Auch ein Gichtanfall beginnt häufig nachts [3]. Tagsüber lenken Bewegung und Aktivität zudem von Schmerzen ab, sodass sie in Ruhephasen bewusster wahrgenommen werden.

Sind stechende Fussschmerzen in Ruhe immer Nervenschmerzen?

Nein. Nervenschmerzen sind eine häufige, aber nicht die einzige Ursache. Auch eine gereizte Fusssohlenplatte (Plantarfasziitis), ein Morton-Neurom, ein Gichtanfall oder eine Durchblutungsstörung können stechende Schmerzen in Ruhe verursachen [3][4][5][6]. Welche Ursache vorliegt, lässt sich nur durch eine ärztliche Untersuchung klären.

Was kann ich kurzfristig selbst tun?

Kurzfristig hilft es oft, den Fuss zu entlasten, bequemes Schuhwerk zu tragen und Überlastung zu vermeiden. Diese Massnahmen ersetzen aber keine Diagnose. Bei plötzlichem, sehr starkem Schmerz mit Rötung und Schwellung, bei kühlem, blassem Fuss oder bei nicht heilenden Wunden solltest du zeitnah ärztliche Hilfe suchen [3][4].

Welche Ärztin oder welcher Arzt ist die richtige Anlaufstelle?

Eine gute erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis. Von dort erfolgt bei Bedarf eine Überweisung, etwa in die Orthopädie (Bewegungsapparat), Neurologie (Nerven) oder Angiologie (Gefässe). Bei Verdacht auf eine Nervenbeteiligung kann die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen werden [1].

Quellen

[1] MSD Manual Ausgabe für Patienten (Merck & Co.), 2025, Tarsaltunnelsyndrom, msdmanuals.com, https://www.msdmanuals.com/de/heim/knochen-gelenk-und-muskelerkrankungen/probleme-mit-f%C3%BC%C3%9Fen-und-kn%C3%B6cheln/tarsaltunnelsyndrom

[2] MSD Manual Ausgabe für Patienten (Merck & Co.), 2024, Polyneuropathie, msdmanuals.com, https://www.msdmanuals.com/de/heim/st%C3%B6rungen-der-hirn-r%C3%BCckenmarks-und-nervenfunktion/erkrankungen-der-peripheren-nerven-und-verwandte-erkrankungen/polyneuropathie

[3] MSD Manual Ausgabe für Patienten (Merck & Co.), 2025, Gicht, msdmanuals.com, https://www.msdmanuals.com/de/heim/knochen-gelenk-und-muskelerkrankungen/gicht-und-arthritis-mit-kalziumphosphat-kristallablagerung/gicht

[4] MSD Manual Ausgabe für Patienten (Merck & Co.), 2025, Periphere arterielle Verschlusskrankheit, msdmanuals.com, https://www.msdmanuals.com/de/heim/herz-und-gef%C3%A4%C3%9Fkrankheiten/periphere-arterielle-verschlusskrankheit/periphere-arterielle-verschlusskrankheit

[5] MSD Manual Profi-Ausgabe (Merck & Co.), 2023, Interdigitales (Morton-)Neurom, msdmanuals.com, https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/erkrankungen-des-rheumatischen-formenkreises-und-des-bewegungsapparats/erkrankungen-der-f%C3%BC%C3%9Fe-und-sprunggelenke/interdigitale-neuralgie

[6] Online OUP (Übersichtsarbeit), Plantarfasziitis und der plantare Fersenschmerz – Diagnose und Therapie, online-oup.de, https://www.online-oup.de/article/plantarfasziitis-und-der-plantare-fersenschmerz-diagnose-und-therapie/uebersichtsarbeiten/y/m/1120

[7] Thieme connect, 2019, Wenn die Sohle schmerzt – Evidenz-Update Plantarfasziitis, thieme-connect.de, https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/a-0867-6624

[8] Deutsche Hirnstiftung, 2026, Diabetische Polyneuropathie, hirnstiftung.org, https://hirnstiftung.org/erkrankung/diabetische-polyneuropathie/

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