Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

>
Ratgeber-Übersicht
>
Syphilis-Hautausschlag: Symptome, Übertragung und Behandlung im Überblick

Syphilis-Hautausschlag: Symptome, Übertragung und Behandlung im Überblick

Ein Hautausschlag, der nicht juckt und auch an Handflächen und Fusssohlen auftritt, kann ein Hinweis auf Syphilis sein – eine sexuell übertragbare Infektion, die in der Schweiz seit Jahren wieder häufiger diagnostiziert wird [1]. Weil die Beschwerden oft mild sind oder von selbst verschwinden, bleibt die Erkrankung leicht unbemerkt. Dieser Ratgeber erklärt verständlich, wie der Ausschlag aussieht, welche weiteren Symptome auftreten, wie Syphilis übertragen und behandelt wird und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist. Er ersetzt keine ärztliche Untersuchung, sondern hilft dir, Anzeichen einzuordnen. Syphilis (auch Lues genannt) wird durch das Bakterium Treponema pallidum verursacht und verläuft unbehandelt in mehreren Stadien [1][2].

Wie sieht der Hautausschlag bei Syphilis aus?

Der typische Syphilis-Ausschlag ist meist nicht juckend, fleckig und tritt häufig auch an Handflächen und Fusssohlen auf [1][2]. Er gehört zum zweiten Krankheitsstadium (sekundäre Syphilis), das sich einige Wochen nach der Ansteckung zeigen kann. Der Ausschlag betrifft oft den Rumpf, kann aber sehr unterschiedlich aussehen – von blassroten Flecken bis zu kleinen Knötchen – und wird deshalb in Fachkreisen als sehr variabel beschrieben [1]. Diese Hautveränderungen können Erreger enthalten und sind dann ansteckend.

Davon zu unterscheiden ist das erste Anzeichen im Primärstadium: An der Stelle, an der die Bakterien in den Körper eingedrungen sind, bildet sich zunächst ein kleines, hartes Knötchen, das sich zu einem meist schmerzlosen Geschwür entwickelt – dem sogenannten harten Schanker [3]. Weil dieses Geschwür nicht wehtut und nach einigen Wochen von selbst abheilt, wird es oft übersehen [3].

Gut zu wissen: Etwa bei jeder zweiten erkrankten Person treten kaum oder keine erkennbaren Symptome auf [3]. Ein unauffälliger Verlauf bedeutet also nicht, dass keine Infektion vorliegt – Klarheit gibt nur ein Test.

Welche weiteren Symptome treten bei Syphilis auf?

Neben dem Ausschlag können im zweiten Stadium grippeähnliche und allgemeine Beschwerden auftreten. Dazu gehören Fieber, Abgeschlagenheit, Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen, geschwollene Lymphknoten sowie stellenweise Haarausfall [6][8]. Auch Schleimhäute können betroffen sein. Diese Symptome verschwinden häufig auch ohne Behandlung wieder – die Infektion bleibt jedoch bestehen [1].

Bleibt eine Syphilis unbehandelt, kann sie sich über das Blut im ganzen Körper ausbreiten. In späten Stadien sind dauerhafte Schäden an Organen wie Herz, Gehirn, Nervensystem, Knochen und Haut möglich [1][2]. Eine Beteiligung des Nervensystems wird als Neurosyphilis bezeichnet und kann sich unter anderem durch Kopfschmerzen, Wesensveränderungen, Seh- oder Hörstörungen äussern [1][5]. Solche Spätfolgen sind heute dank Antibiotika selten geworden [1].

In welchen Stadien verläuft Syphilis?

Unbehandelt verläuft Syphilis typischerweise in aufeinanderfolgenden Stadien, zwischen denen beschwerdefreie Phasen liegen können [1][2]. Wie stark die einzelnen Stadien ausgeprägt sind und wie lange sie dauern, ist von Person zu Person sehr unterschiedlich; einzelne Stadien können auch unbemerkt bleiben [1]. Der mögliche Verlauf sieht im Überblick so aus: Die Primärsyphilis zeigt sich meist rund zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung (mitunter erst nach etwa 90 Tagen) mit einem schmerzlosen Geschwür an der Eintrittsstelle und geschwollenen Lymphknoten [3]. Einige Wochen später folgt die Sekundärsyphilis, typischerweise mit dem meist nicht juckenden Ausschlag (auch an Handflächen und Fusssohlen), dazu Fieber, Müdigkeit und geschwollenen Lymphknoten [1][6]. Daran kann sich eine Latenzphase über Monate bis Jahre anschliessen, in der keine Symptome bestehen, die Infektion aber weiter vorhanden ist [1]. Erst nach Jahren – und heute dank Antibiotika selten – kann eine Tertiär- beziehungsweise Spätsyphilis mit möglichen Schäden an Herz, Gehirn, Nerven und Knochen auftreten [1][2].

Die Stadien gehen nicht zwangsläufig ineinander über: Wird die Infektion früh erkannt und behandelt, lassen sich spätere Stadien in der Regel vermeiden [6].

Wie wird Syphilis übertragen?

Syphilis wird vor allem beim ungeschützten Sex übertragen – durch direkten Kontakt mit infizierten Haut- oder Schleimhautstellen bei vaginalem, analem oder oralem Verkehr [1][3]. Die Bakterien gelangen über kleinste Verletzungen der Schleimhaut oder Haut in den Körper [3]. Besonders ansteckend sind die ersten beiden Stadien, in denen Erreger in den Hautveränderungen vorhanden sind [1].

Seltener ist eine Übertragung über das Blut möglich, etwa beim gemeinsamen Benutzen von Spritzbesteck [4]. Zudem kann eine infizierte schwangere Person die Bakterien während der Schwangerschaft oder bei der Geburt an das Kind weitergeben (sogenannte angeborene Syphilis), was für das Kind schwerwiegende Folgen haben kann [1]. Eine Ansteckung über Toilettensitze oder Handtücher gilt dagegen als unwahrscheinlich [4].

Wie wird Syphilis behandelt?

Syphilis wird mit Antibiotika behandelt, in der Regel mit Penicillin [1][2]. Bei einer Frühsyphilis genügt häufig eine einmalige Gabe eines langwirksamen Depot-Penicillins, das in den Gesässmuskel gespritzt wird; bei länger zurückliegender Infektion sind meist mehrere Gaben im Wochenabstand nötig [5]. Ist das Nervensystem beteiligt, erfolgt die Behandlung intensiver, etwa über Infusionen über mehrere Tage [2][5]. Bei einer Penicillin-Unverträglichkeit stehen alternative Antibiotika zur Verfügung; die Wahl trifft die behandelnde Fachperson [2].

Zu Beginn der Therapie kann es vorübergehend zu Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen oder einem verstärkten Ausschlag kommen. Diese sogenannte Jarisch-Herxheimer-Reaktion entsteht, wenn viele Bakterien gleichzeitig absterben; sie tritt meist in den ersten Stunden auf und klingt in der Regel rasch wieder ab [2]. Nach der Behandlung sind Kontrolluntersuchungen mit Bluttests wichtig, um den Therapieerfolg zu überprüfen [5]. Damit sich Partner:innen nicht erneut anstecken, sollten Sexualpartner:innen informiert, getestet und gegebenenfalls mitbehandelt werden [5].

Ist Syphilis heilbar?

Ja, Syphilis ist mit Antibiotika in der Regel gut heilbar – vor allem, wenn sie früh erkannt und behandelt wird [4][2]. In den frühen Stadien lässt sich die Infektion meist vollständig ausheilen [4]. Bereits entstandene Organ- oder Nervenschäden aus späten Stadien können sich jedoch nicht mehr zurückbilden [2]. Das ist der Grund, warum eine frühzeitige Diagnose so wichtig ist. Eine durchgemachte und ausgeheilte Syphilis schützt zudem nicht vor einer erneuten Ansteckung [6].

Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt meist über einen Bluttest, der Antikörper gegen den Erreger nachweist; im Frühstadium ist auch ein Abstrich aus einer Hautveränderung möglich [5]. Bei einer bestätigten Syphilis ist es sinnvoll, sich auch auf andere sexuell übertragbare Infektionen wie HIV testen zu lassen [5].

Wie kann ich mich vor Syphilis schützen?

Kondome senken das Ansteckungsrisiko, bieten aber keinen vollständigen Schutz [1]. Da die Infektion über Haut- und Schleimhautkontakt erfolgt, kann eine Ansteckung auch trotz Kondom geschehen [1]. Sinnvoll sind Kondome und Lecktücher besonders bei wechselnden Sexualpartner:innen. Eine Impfung gegen Syphilis gibt es derzeit nicht [6].

Wichtig ist daher, eine Infektion früh zu erkennen. Wer wechselnde oder mehrere Sexualpartner:innen hat, sollte mit einer ärztlichen Fachperson über Tests sprechen – auch ohne Symptome, da Syphilis oft unauffällig verläuft [1][3]. In der Schweiz ist eine Syphilis-Infektion meldepflichtig; für 2022 wurden dem Bundesamt für Gesundheit 1078 Neudiagnosen gemeldet [1].

Wann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, sobald du ein schmerzloses Geschwür im Genital-, Anal- oder Mundbereich, einen ungewohnten, nicht juckenden Hautausschlag oder geschwollene Lymphknoten bemerkst – besonders nach ungeschütztem Sex [1][3]. Auch ohne Symptome lohnt sich ein Test, wenn ein erhöhtes Ansteckungsrisiko bestand. Da die Anzeichen sehr unterschiedlich sein können und mit anderen Hauterkrankungen verwechselbar sind, lässt sich Syphilis nicht zuverlässig selbst erkennen – ein Test schafft Klarheit [3][5].

Sicherheitshinweis: In der Schwangerschaft ist eine Abklärung besonders wichtig, da Syphilis auf das Kind übertragen werden kann [1]. Bei Verdacht oder erhöhtem Risiko solltest du dich frühzeitig ärztlich beraten lassen – eine unbehandelte Syphilis kann im Verlauf ernsthafte Folgen haben.

Für Diagnose und Behandlung sind ärztliche Praxen, dermatologische Praxen sowie spezialisierte Beratungsstellen für sexuell übertragbare Infektionen die richtigen Anlaufstellen. Über truVuna findest du Hautärzt:innen und Praxen in deiner Region. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt, um einen Abklärungstermin zu vereinbaren.

Häufige Fragen zu Syphilis und Hautausschlag

Juckt der Hautausschlag bei Syphilis?

Meist nicht. Der für die sekundäre Syphilis typische Ausschlag ist in der Regel nicht juckend und tritt häufig auch an Handflächen und Fusssohlen auf [1][2]. Da der Ausschlag aber sehr unterschiedlich aussehen kann, lässt er sich nicht allein am Aussehen sicher zuordnen. Ein Bluttest bei einer ärztlichen Fachperson gibt Sicherheit.

Wie lange nach der Ansteckung treten die ersten Anzeichen auf?

Das erste Anzeichen, ein meist schmerzloses Geschwür, zeigt sich oft rund zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung, kann sich aber bis etwa 90 Tage verzögern [3]. Der Hautausschlag der sekundären Syphilis folgt typischerweise einige Wochen später [1]. Weil die Beschwerden mild sein und von selbst verschwinden können, bleibt eine Infektion oft unbemerkt.

Ist Syphilis ansteckend, wenn keine Symptome sichtbar sind?

Ja, das kann der Fall sein. Besonders in den ersten beiden Stadien ist Syphilis ansteckend, und Symptome können auch dann fehlen oder bereits abgeheilt sein, während die Infektion weiterbesteht [1]. Eine schwangere Person kann die Infektion zudem an ihr Kind weitergeben [1]. Deshalb sind frühzeitige Tests bei erhöhtem Risiko wichtig.

Kann ich Syphilis selbst behandeln?

Nein. Syphilis erfordert eine ärztliche Diagnose und eine Behandlung mit Antibiotika, in der Regel Penicillin [1][2]. Hausmittel oder rezeptfreie Mittel können die Infektion nicht beseitigen, und eine unbehandelte Syphilis kann im Verlauf zu ernsthaften Schäden führen [1]. Bei Verdacht solltest du eine ärztliche Praxis oder eine Beratungsstelle aufsuchen.

Quellen

[1] Bundesamt für Gesundheit (BAG), Syphilis, https://www.bag.admin.ch/de/syphilis-de

[2] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, Syphilis, https://www.msdmanuals.com/de/heim/infektionen/sexuell-uebertragbare-krankheiten-geschlechtskrankheiten/syphilis

[3] Universitätsspital Zürich (USZ), Syphilis (Lues): Übertragung, Symptome & Behandlung, https://www.usz.ch/krankheit/syphilis/

[4] Aids-Hilfe Schweiz, Syphilis, https://aids.ch/wissen/sti/syphilis/

[5] Stadtspital Zürich, Dermatologie – Syphilis: Stadien, Symptome und Risiken, https://www.stadt-zuerich.ch/stadtspital/de/leistungsangebot/dermatologie/geschlechtskrankheiten-sti/syphilis.html

[6] Gesundheitsportal Österreich (gesundheit.gv.at), Syphilis (Lues), https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/immunsystem/geschlechtskrankheiten/syphilis.html

Das könnte dich auch interessieren

Neurodermitis: Symptome, Ursachen und Behandlung im Überblick

Neurodermitis gehört zu den häufigsten chronischen Hauterkrankungen – besonders bei Babys und Kleinkindern. Der ständige Juckreiz, trockene Hautstellen und schlaflose Nächte können den Alltag stark belasten. Die gute Nachricht: Auch wenn Neurodermitis bislang nicht heilbar ist, lassen sich die Beschwerden mit der richtigen Pflege und Behandlung in den meisten Fällen gut in den Griff bekommen. Dieser Ratgeber erklärt verständlich, wie Neurodermitis entsteht, woran du sie erkennst und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Altersflecken entfernen: Methoden, Wirkung und Kosten im Überblick

Altersflecken sind harmlos – aber für viele Menschen im Gesicht, am Dekolleté oder auf den Handrücken ein kosmetisches Ärgernis. Wenn du sie loswerden möchtest, stehst du schnell vor vielen Fragen: Welche Methode wirkt wirklich? Was kostet eine Behandlung in der Schweiz? Und woran erkennst du, dass ein dunkler Fleck nicht doch genauer abgeklärt werden sollte? Dieser Ratgeber ordnet die gängigen Verfahren nach ihrer Wirksamkeit ein, erklärt die Unterschiede zu Hautkrebs und zeigt, wie du neuen Flecken vorbeugst.

Bräunungsgeräte für zuhause: Risiken, Kosten und sichere Alternativen

Eine gleichmässige Bräune das ganze Jahr über klingt verlockend. Genau damit werben Bräunungsgeräte für zuhause, oft auch Heimsolarium, Gesichtssolarium, Sonnenhimmel oder Ganzkörper-Solarium genannt. Gerade im Winter wirkt der Gedanke an Wärme, Licht und einen frischeren Teint für viele Menschen angenehm.

Unguis incarnatus – wenn der Zehennagel in die Haut einwächst

Unguis incarnatus ist der Fachausdruck für einen in die Haut eingewachsenen Zehennagel. Meist geht er mit einer schmerzhaften Entzündung einher. Nicht immer kannst du den Schaden selbst beheben: Wenn der Nagel zu weit eingewachsen ist, reicht es nicht aus, Nagel und Haut vorsichtig zu schneiden. Dann solltest du dich in ärztliche Behandlung begeben. Aber welche Symptome kann der Unguis incarnatus zeigen? Woran erkennst du, ob du dich in ärztliche Therapie begeben solltest? Und was sind die Ursachen für derartige Beschwerden? Zu deinen wichtigsten Fragen haben wir hier die Antworten.

Prismenbrille: Wann sie sinnvoll ist und worauf zu achten ist

Prismenbrillen werden bei Doppelbildern, Schielen und Augenbeschwerden eingesetzt, die durch ein gestörtes Zusammenspiel beider Augen entstehen. Manche Indikationen sind augenärztlich klar abgesichert – etwa Lähmungsschielen oder Doppelbilder nach einer Augenmuskeloperation. Andere, insbesondere die Korrektur einer sogenannten Winkelfehlsichtigkeit, sind fachlich umstritten. Wichtig vorweg: Eine Prismenbrille gehört nicht in den freien Verkauf, sondern sollte erst nach gründlicher augenärztlicher oder optometrischer Abklärung angepasst werden. Sie kann eine wirksame Hilfe sein, kann bei falscher Indikation oder ungeeigneter Stärke aber auch Nebenwirkungen haben. Besonders bei plötzlich auftretenden Doppelbildern geht es zuerst um eine Ursachenklärung – nicht um eine Brille.

Dampfsauna für zu Hause: Funktion, Vorteile und worauf du beim Kauf achten solltest

Sanfte Wärme, dichter Dampf, ein Aroma von Eukalyptus in der Luft – Die Dampfsauna verbindet milde Temperaturen mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Viele empfinden dieses Klima als angenehmer als trockene Hitze in der klassischen Sauna. Dampfsaunen für zu Hause gehören zu den beliebtesten Heim-Wellnessanlagen in der Schweiz – ob als kompakte Dampfdusche im Bad oder als grössere Dampfsauna im Wellness-Bereich. In diesem Ratgeber erfährst du, was eine Dampfsauna ist, wie sie sich vom klassischen Dampfbad und vom Caldarium unterscheidet, welche Wirkung Studien ihr zuschreiben und worauf du beim Besuch oder beim Kauf einer Heim-Lösung achten solltest.