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Ein chemisches Peeling, auch Chemoexfoliation genannt, ist ein dermatologisches Verfahren, bei dem eine chemische Lösung auf die Haut aufgetragen wird, um eine kontrollierte Verletzung und anschliessende Regeneration der Haut auszulösen. Durch das gezielte Abtragen der obersten Hautschichten wird die Haut angeregt, sich zu erneuern. Dieser Prozess führt zu einer glatteren, strafferen und gleichmässigeren Haut. Wissenschaftliche Studien belegen, dass wiederholte Peelings zu einer Normalisierung der Hornschicht der Haut führen und das Fasergerüst der Haut (Bindegewebe) durch eine Steigerung der Kollagen- und Elastinproduktion stärken.
Die Tiefe des Peelings kann je nach verwendeter Substanz, deren Konzentration und Einwirkzeit präzise gesteuert werden. Man unterscheidet zwischen oberflächlichen, mitteltiefen und tiefen Peelings, die jeweils unterschiedliche Hautschichten erreichen und für verschiedene Indikationen geeignet sind.
Chemische Peelings sind äusserst vielseitig und können bei einer Reihe von Hautproblemen und ästhetischen Wünschen helfen. Sie dienen nicht nur der allgemeinen Hautverjüngung (Rejuvenation), sondern können auch bei spezifischen, krankhaften Hautveränderungen eine wirksame Behandlungsmethode darstellen.
Häufige Anwendungsgebiete sind:
Wussten Sie schon?
Chemische Peelings sind eine der ältesten bekannten kosmetischen Behandlungen. Schon im alten Ägypten wurden Säuren aus Früchten (AHA) und Milch (Milchsäure) verwendet, um die Haut zu peelen und zu verjüngen. Auch im antiken Griechenland und Rom waren Behandlungen mit Wein (Weinsäure) zur Hautverschönerung populär.
Chemische Peelings werden nach ihrer Eindringtiefe in die Haut klassifiziert. Die Wahl der Methode hängt vom Hauttyp (nach Fitzpatrick-Skala), dem zu behandelnden Problem, dem gewünschten Ergebnis und der akzeptierten Ausfallzeit ab. Die drei Peeling-Typen im Überblick:
Oberflächliche Peelings sind die sanfteste Form des chemischen Peelings und werden oft als "Lunchtime-Peel" bezeichnet, da sie kaum Ausfallzeit verursachen. Sie wirken nur in der obersten Hautschicht (Epidermis) und sind ideal für Einsteiger, zur Auffrischung der Haut oder zur Behandlung von leichten Hautproblemen.
Oberflächliche Peelings werden oft als Kur mit mehreren Sitzungen im Abstand von 2-4 Wochen empfohlen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
Mitteltiefe Peelings dringen bis in die obere Schicht der Dermis (papilläre Dermis) vor und lösen eine deutlichere Hautreaktion aus. Sie sind effektiver bei der Behandlung von ausgeprägteren Falten, Aknenarben und hartnäckigen Pigmentstörungen. Meist wird hierfür Trichloressigsäure (TCA) in Konzentrationen von 35-50% oder hochkonzentrierte Glykolsäure (>50%) verwendet.
Die Heilung dauert etwa eine bis zwei Wochen. In dieser Zeit ist die Haut stark gerötet, geschwollen und es bildet sich eine Kruste, die sich nach einigen Tagen abschält. Ein konsequenter Sonnenschutz ist nach der Behandlung für mehrere Monate unerlässlich, da das Risiko einer postinflammatorischen Hyperpigmentierung (PIH), insbesondere bei dunkleren Hauttypen, erhöht ist.
Tiefe Peelings sind die intensivste Form und dringen bis in die tiefere Dermis (retikuläre Dermis) vor. Sie erzielen die dramatischsten Ergebnisse bei schwerer Hautalterung, tiefen Falten und ausgeprägten Narben. In der Regel wird hierfür Phenol (meist in der Baker-Gordon-Formel) verwendet.
Diese Behandlung ist mit erheblichen Risiken verbunden und erfordert eine lange Heilungszeit von zwei bis drei Monaten. Eine der schwerwiegendsten systemischen Komplikationen bei der Verwendung von Phenol ist die Kardiotoxizität (Herzrhythmusstörungen), weshalb während der Behandlung eine kontinuierliche Herz-Kreislauf-Überwachung notwendig ist. Weitere Risiken sind Narbenbildung, Infektionen und dauerhafte Pigmentveränderungen (Hypopigmentierung). Aufgrund dieser Risiken werden tiefe Peelings heute seltener durchgeführt und oft durch modernere Verfahren wie fraktionierte Laserbehandlungen ersetzt.
Medizinischer Disclaimer: Chemische Peelings, insbesondere mitteltiefe und tiefe Peelings, sind medizinische Eingriffe, die nur von qualifizierten Fachpersonen wie Dermatologen oder plastischen Chirurgen durchgeführt werden sollten. Eine unsachgemässe Anwendung kann zu schweren und dauerhaften Hautschäden führen.
Eine gute Vorbereitung ist entscheidend für den Erfolg und die Sicherheit eines chemischen Peelings. Je nach Peeling-Typ beginnt die Vorbereitungsphase bereits 2-4 Wochen vor dem eigentlichen Termin.
Eine Behandlung mit einem chemischen Peeling läuft in der Regel in mehreren Schritten ab:
Die Nachsorge ist ebenso wichtig wie die Vorbereitung und entscheidend für ein optimales Ergebnis und die Vermeidung von Komplikationen. Die Intensität der Nachsorge richtet sich nach der Tiefe des Peelings.
Die wichtigsten Regeln für die Zeit nach dem Peeling:
Die Kosten für ein chemisches Peeling in der Schweiz variieren stark je nach Art des Peelings, dem Behandlungsumfang, der verwendeten Substanz und der Klinik. Als grobe Orientierung können Sie mit folgenden Preisen pro Sitzung rechnen:
Für ein optimales Ergebnis sind bei oberflächlichen und manchmal auch bei mitteltiefen Peelings oft mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Wochen erforderlich, was die Gesamtkosten entsprechend erhöht.
Wie bei jedem medizinischen Eingriff gibt es auch bei chemischen Peelings Risiken und Nebenwirkungen. Diese sind stark von der Tiefe des Peelings, dem Hauttyp und der Erfahrung des Behandlers abhängig.
Häufige, vorübergehende Nebenwirkungen sind:
Seltene, aber schwerwiegendere Risiken umfassen:
Eine sorgfältige Auswahl des Anbieter:innen und die strikte Einhaltung der Vor- und Nachsorgeanweisungen sind entscheidend, um diese Risiken zu minimieren.
1. Ist ein chemisches Peeling schmerzhaft?
Oberflächliche Peelings verursachen in der Regel nur ein leichtes Kribbeln. Bei mitteltiefen und tiefen Peelings kann ein stärkeres Brennen auftreten, das jedoch durch Kühlung und die kurze Einwirkzeit gut kontrollierbar ist. Bei tiefen Peelings kann eine örtliche Betäubung oder eine leichte Sedierung erforderlich sein.
2. Wie oft sollte man ein chemisches Peeling machen?
Das hängt vom Peeling-Typ und dem Hautzustand ab. Oberflächliche Peelings werden oft als Kur von 4-6 Sitzungen alle 2-4 Wochen durchgeführt. Mitteltiefe Peelings werden seltener, etwa alle 6-12 Monate, angewendet. Tiefe Peelings werden in der Regel nur einmal im Leben durchgeführt.
3. Was ist der Unterschied zwischen einem chemischen Peeling und Microdermabrasion?
Bei einem chemischen Peeling wird die Haut durch eine Säure abgetragen, während bei der Microdermabrasion die oberste Hautschicht mechanisch mit feinen Kristallen abgeschliffen wird. Chemische Peelings können je nach Typ tiefer und gezielter in die Haut eindringen als die Microdermabrasion und eignen sich daher auch zur Behandlung von tiefer liegenden Problemen wie Falten oder Narben.
4. Kann ich ein chemisches Peeling zu Hause machen?
Es gibt viele Produkte für den Heimgebrauch mit niedrigen Säurekonzentrationen (meist AHAs oder BHAs unter 10%). Diese sind deutlich schwächer als professionelle Peelings und eignen sich zur regelmässigen Hautpflege und leichten Exfoliation. Stärkere Peelings (insbesondere TCA und Phenol) gehören aufgrund der hohen Risiken ausschliesslich in die Hände von erfahrenem Fachpersonal.
5. Bin ich nach der Behandlung gesellschaftsfähig?
Nach einem oberflächlichen Peeling sind Sie in der Regel sofort wieder gesellschaftsfähig, es kann lediglich zu leichten Rötungen kommen. Nach einem mitteltiefen Peeling sollten Sie mit einer sozialen Ausfallzeit von etwa einer Woche rechnen, in der die Haut stark gerötet ist und sich schält. Nach einem tiefen Peeling beträgt die Ausfallzeit mehrere Wochen bis Monate.
Die Wahl der richtigen Behandlungsmethode hängt von vielen individuellen Faktoren ab – Hauttyp, Ausprägung des Problems und persönliche Bedürfnisse. Eine fachliche Beratung hilft dir, die für dich passende Entscheidung mit Blick auf Nutzen, Grenzen und Risiken zu treffen.
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[1] Kleeman, D., o. D., Chemische Peelings, die-haut.ch, https://die-haut.ch/aesthetische-medizin/chemische-peelings/.
[2] Soleymani, T., Lanoue, J. & Rahman, Z., 2018, A Practical Approach to Chemical Peels: A Review of Fundamentals and Step-by-step Algorithmic Protocol for Treatment, The Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology, https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6122508/.
[3] Rendon, M. I. et al., 2010, Evidence and Considerations in the Application of Chemical Peels in Skin Disorders and Aesthetic Resurfacing, The Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology, https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2921757/.
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