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Bei einer Hornhautverkrümmung ist die Hornhaut – die klare, vordere Schicht des Auges – nicht gleichmässig rund gewölbt, sondern in verschiedenen Richtungen unterschiedlich stark gekrümmt [1][2]. Seltener liegt die Ursache in einer ungleichmässig geformten Augenlinse [1].
Normalerweise bündeln Hornhaut und Linse das einfallende Licht in einem einzigen Punkt auf der Netzhaut – so entsteht ein scharfes Bild. Bei einem Astigmatismus treffen die Lichtstrahlen dagegen nicht punktförmig, sondern strich- oder stabförmig auf die Netzhaut. Dadurch wirkt das Bild verzerrt und unscharf [1]. Daher stammt auch der Name: «Astigmatismus» bedeutet aus dem Griechischen sinngemäss «Punktlosigkeit», und «Stabsichtigkeit» beschreibt, dass ein Punkt – etwa eine Ampel in der Dunkelheit – als kurzer Strich wahrgenommen werden kann [1].
Wichtig zur Einordnung: Eine Hornhautverkrümmung tritt häufig gemeinsam mit einer Kurz- oder Weitsichtigkeit auf [1]. Anders als bei diesen beiden sieht man bei einem ausgeprägten Astigmatismus aber sowohl in der Nähe als auch in der Ferne unscharf [1].
Eine leichte Hornhautverkrümmung verursacht oft gar keine Beschwerden und bleibt unbemerkt [1]. Ist sie stärker ausgeprägt, können verschiedene Anzeichen auftreten:
Diese Beschwerden entstehen unter anderem, weil das Auge versucht, die Unschärfe auszugleichen, und dabei dauerhaft angestrengt wird. Die Symptome sind allerdings nicht spezifisch – sie können auch andere Ursachen haben. Klarheit bringt deshalb nur eine fachliche Untersuchung.
Ein Astigmatismus ist meist angeboren und tritt häufig in Kombination mit einer Kurz- oder Weitsichtigkeit auf [1]. Eine gewisse, sehr leichte Verkrümmung ist anatomisch normal und bei nahezu allen Menschen vorhanden – die Hornhaut ist von Natur aus selten perfekt rund [1].
Seltener entsteht eine Hornhautverkrümmung erst im Lauf des Lebens, etwa nach Verletzungen, Entzündungen oder Operationen am Auge. In manchen Fällen steckt eine Hornhauterkrankung wie der Keratokonus dahinter, bei dem sich die Hornhaut kegelförmig vorwölbt; das ist jedoch vergleichsweise selten [1]. Fachleute unterscheiden dabei den regulären Astigmatismus, der einem klaren Muster folgt, vom irregulären Astigmatismus mit unregelmässiger Hornhautoberfläche [3].
Weil die häufigste Form angeboren ist, lässt sich einer Hornhautverkrümmung nicht gezielt vorbeugen [1]. Sie ist aber in den allermeisten Fällen gut korrigierbar.
Eine Hornhautverkrümmung wird im Rahmen einer Refraktion festgestellt – einer Untersuchung der Sehschärfe, mit der sich Refraktionsfehler wie Kurz- und Weitsichtigkeit, Astigmatismus und Alterssichtigkeit bestimmen lassen [4]. Dabei kommen Geräte wie ein Phoropter oder ein automatisches Refraktometer zum Einsatz, mit denen sich auch ein Astigmatismus messen lässt [3].
Aus der Messung ergeben sich die Korrekturwerte, die du etwa von einem Brillenpass kennst: Der Zylinderwert («Zyl» oder «cyl») gibt die Stärke der Hornhautverkrümmung in Dioptrien an, die Achse beschreibt ihre Richtung in Grad. Was diese Werte bedeuten und wie sich ein Astigmatismus korrigieren lässt, erklären wir ausführlich im Beitrag zur Korrektur der Hornhautverkrümmung.
Wenn du dauerhaft unscharf oder verzerrt siehst, häufig Kopfschmerzen hast oder deine Augen schnell ermüden, ist eine augenärztliche oder optometrische Abklärung sinnvoll. Auch bei Kindern lohnt sich Aufmerksamkeit: Refraktionsfehler bleiben bei ihnen oft unbemerkt, weil Kinder die Unschärfe nicht benennen können. Anzeichen können Zusammenkneifen der Augen, häufiges Blinzeln oder Augenreiben sein [5]. Bleibt eine stärkere Fehlsichtigkeit im Kindesalter unkorrigiert, kann sich die Sehentwicklung dauerhaft beeinträchtigen [5]. Regelmässige Sehtests sind deshalb gerade bei Kindern wichtig.
Wenn du unscharf oder verzerrt siehst oder bei deinem Kind Auffälligkeiten bemerkst, ist ein Sehtest der nächste sinnvolle Schritt. Auf truVuna kannst du augenärztliche Praxen und augenoptische Fachgeschäfte in deiner Region vergleichen und kontaktieren.
Ist eine Hornhautverkrümmung gefährlich?
In den meisten Fällen nicht. Eine leichte Hornhautverkrümmung ist sehr verbreitet und verursacht oft keine Beschwerden. Sie ist keine Krankheit, sondern eine Fehlsichtigkeit. Bei stärkerer Ausprägung oder zunehmenden Beschwerden ist eine augenärztliche Abklärung sinnvoll [1].
Woran merke ich, dass ich eine Hornhautverkrümmung habe?
Mögliche Anzeichen sind unscharfes oder verzerrtes Sehen in Nähe und Ferne, das Wahrnehmen von Punkten als Striche sowie Kopfschmerzen oder müde, brennende Augen. Da die Symptome nicht eindeutig sind, bringt nur ein Sehtest Klarheit [1].
Kann eine Hornhautverkrümmung verschwinden oder sich verändern?
Ein angeborener, regulärer Astigmatismus bleibt meist über die Zeit recht konstant. Verändern kann sich die Hornhaut etwa durch Verletzungen, Operationen oder Erkrankungen wie den Keratokonus. Regelmässige Kontrollen helfen, Veränderungen zu erkennen [1].
Ist eine Hornhautverkrümmung dasselbe wie Kurz- oder Weitsichtigkeit?
Nein. Bei Kurz- oder Weitsichtigkeit ist nur die Ferne beziehungsweise nur die Nähe unscharf. Bei einer ausgeprägten Hornhautverkrümmung sieht man in beiden Entfernungen unscharf. Häufig treten die Fehlsichtigkeiten aber gemeinsam auf [1].
[1] Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG, 2024, Hornhautverkrümmung (Astigmatismus), gesund.bund.de, https://gesund.bund.de/hornhautverkruemmung-astigmatismus
[2] MSD Manual Ausgabe für Patienten, 2026, Überblick über Refraktionsstörungen, https://www.msdmanuals.com/de/heim/augenkrankheiten/refraktionsst%C3%B6rungen/%C3%BCberblick-%C3%BCber-refraktionsst%C3%B6rungen
[3] MSD Manual Profi-Ausgabe, 2025, Untersuchung bei Augenkrankheiten / Übersicht über Refraktionsfehler, https://www.msdmanuals.com/de/profi/augenkrankheiten/refraktionsfehler/%C3%BCbersicht-%C3%BCber-refraktionsfehler
[4] MSD Manual Ausgabe für Patienten, 2025, Die Augenuntersuchung (Refraktion), https://www.msdmanuals.com/de/heim/augenkrankheiten/diagnose-von-augenerkrankungen/die-augenuntersuchung
[5] MSD Manual Ausgabe für Patienten, 2024, Refraktionsstörungen bei Kindern, https://www.msdmanuals.com/de/heim/gesundheitsprobleme-von-kindern/augenerkrankungen-bei-kindern/refraktionsst%C3%B6rungen-bei-kindern
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