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Gesund abnehmen: Was wirklich hilft – und was nicht

Gesund abnehmen: Was wirklich hilft – und was nicht

Gesund abnehmen heisst, das Körpergewicht langsam und nachhaltig zu reduzieren, statt es mit radikalen Kuren kurzfristig zu senken. Wer abnehmen möchte, wünscht sich meist schnelle Resultate – doch gerade strenge Crash-Diäten führen häufig dazu, dass das verlorene Gewicht danach wieder zurückkehrt. In diesem Ratgeber erfährst du, welches Tempo realistisch ist, welche Rolle Ernährung und Bewegung spielen, was Methoden wie Intervallfasten tatsächlich bringen und wann sich eine fachliche Begleitung lohnt. Übergewicht ist in der Schweiz weit verbreitet: Rund 43 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind übergewichtig oder adipös, etwa 12 Prozent von Adipositas betroffen [2]. Das Thema betrifft also viele Menschen – und es gibt gute, gesundheitlich sinnvolle Wege, das Gewicht zu reduzieren.

Was bedeutet gesund abnehmen?

Gesund abnehmen bedeutet, über eine ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung ein moderates Energiedefizit zu erreichen, sodass der Körper langfristig Fett abbaut. Entscheidend ist die gesamte Energiebilanz: Wird über längere Zeit etwas weniger Energie zugeführt, als der Körper verbraucht, sinkt das Gewicht [1].

Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt eine gesunde Ernährungsweise mit mehr Gemüse, Früchten, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und Nüssen sowie weniger zuckergesüssten Getränken und stark energiedichten Lebensmitteln [1]. Wichtig zu wissen: Adipositas gilt heute als chronische Erkrankung mit komplexen Ursachen – neben Ernährung und Bewegung spielen auch Genetik, Hormone, Schlaf, Stress und Medikamente eine Rolle [1][2]. Abnehmen ist deshalb selten eine reine Frage der Willenskraft.

Wie schnell ist gesundes Abnehmen realistisch?

Realistisch und gesundheitlich sinnvoll ist eine Reduktion von etwa 5 bis 10 Prozent des Ausgangsgewichts über rund sechs Monate [5][6]. Bei einem Startgewicht von 90 Kilogramm wären das also ungefähr 4,5 bis 9 Kilogramm – ein bewusst langsames, aber gut haltbares Tempo.

Sehr schnelles Abnehmen sorgt oft für anfängliche Euphorie, die schnell kippt, wenn die ersten Erfolge ausbleiben. Dann besteht die Gefahr, in alte Muster zurückzufallen. Schon eine Gewichtsabnahme von etwa fünf Prozent kann messbare gesundheitliche Vorteile bringen, etwa für Blutdruck und Blutzucker [5]. Geduld lohnt sich also doppelt: Der Körper braucht Zeit, sich umzustellen, und ein gemächliches Tempo erleichtert es, das neue Gewicht zu halten.

Welche Rolle spielt die Ernährung beim Abnehmen?

Die Ernährung ist der wichtigste Hebel beim Abnehmen, weil sie das tägliche Energiedefizit massgeblich bestimmt. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Kost macht es leichter, weniger Energie aufzunehmen, ohne zu hungern – und versorgt den Körper trotzdem mit allen Nährstoffen.

Die Schweizer Ernährungsempfehlungen geben dafür eine praktische Orientierung [3]:

  • Gemüse und Früchte bilden die Basis: täglich mehrere Portionen, möglichst bunt und saisonal.
  • Vollkornprodukte statt Weissmehl: Sie sättigen länger und liefern mehr Ballaststoffe.
  • Ungezuckerte Getränke bevorzugen: Wasser und ungesüsster Tee statt Softdrinks und Säften.
  • Pflanzliche Proteinquellen wie Hülsenfrüchte regelmässig einbauen und zwischen den Eiweissquellen abwechseln.
  • Süsses und Snacks seltener: zum Beispiel ein Stück Obst, Naturjoghurt oder eine kleine Handvoll ungesalzene Nüsse als Alternative.

Ein einfacher Orientierungspunkt für den Teller ist es, etwa die Hälfte mit Gemüse zu füllen und die andere Hälfte aus Vollkorn-Beilagen und einer Eiweissquelle zusammenzustellen. Ein individuell zugeschnittener Ernährungsplan kann im Alltag zusätzlich helfen, den Überblick zu behalten.

Was bringen Diäten wie Intervallfasten oder Formula-Diäten?

Diäten wie Intervallfasten oder Formula-Produkte können beim Einstieg helfen, sind aber den herkömmlichen Empfehlungen nicht überlegen. Beim Intervallfasten wird in festgelegten Zeitfenstern gegessen und gefastet – verbreitet sind die 16:8-Methode (täglich 16 Stunden Essenspause) und die 5:2-Methode (an zwei Tagen pro Woche stark reduzierte Kalorienzufuhr).

Eine umfangreiche systematische Übersichtsarbeit von Cochrane kommt zum Schluss, dass Intervallfasten beim Abnehmen ähnlich wirksam zu sein scheint wie andere Diätformen wie eine klassische Kalorienreduktion. Die Sicherheit dieser Aussage ist allerdings begrenzt: Die Vertrauenswürdigkeit der Ergebnisse wird als niedrig eingestuft, weshalb die Effekte vorsichtig zu interpretieren sind [4]. Mit anderen Worten: Intervallfasten kann eine sinnvolle Option sein, wenn es zu dir passt – ein Wundermittel ist es nicht.

Formula-Diäten ersetzen Mahlzeiten teilweise oder vollständig durch Pulver- oder Fertigdrinks, um die Energiezufuhr zu senken. Solche stark einschränkenden Konzepte sind nicht für alle geeignet und sollten – besonders bei stärkerem Übergewicht oder Vorerkrankungen – nur mit ärztlicher Begleitung begonnen werden.

Sicherheitshinweis: Radikale Nulldiäten und sehr einseitige Crash-Kuren begünstigen Nährstoffmängel und den unerwünschten Jojo-Effekt. Bei Vorerkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten solltest du eine stärker einschränkende Diät vorab ärztlich abklären lassen.

Wie wichtig ist Bewegung beim Abnehmen?

Bewegung unterstützt das Abnehmen, erhält Muskelmasse und verbessert die Gesundheit – auch unabhängig vom Gewichtsverlust. Für eine spürbare Wirkung auf das Körpergewicht ist allerdings ein gewisses Mass nötig: Übersichtsarbeiten nennen mehr als rund 150 Minuten Bewegung pro Woche, ergänzt durch muskelkräftigende Aktivitäten an zwei oder mehr Tagen [5].

Dabei muss es nicht das tägliche Training im Fitnessstudio sein. Schon Alltagsbewegung summiert sich:

  • Treppen statt Lift nehmen.
  • Kurze Wege zu Fuss oder mit dem Velo zurücklegen.
  • Pausen für einen kurzen Spaziergang nutzen.
  • Ausdauer-Aktivitäten wie zügiges Gehen, Schwimmen, Radfahren oder Joggen regelmässig einbauen.

Regelmässige Bewegung kann zudem Risikofaktoren wie erhöhten Blutzucker und Blutdruck günstig beeinflussen und sich positiv auf Stimmung und Wohlbefinden auswirken [5]. Krafttraining hilft, beim Abnehmen Muskulatur zu erhalten – das ist sinnvoll, weil Muskelmasse zum Energieverbrauch beiträgt.

Welche gesundheitlichen Vorteile bringt eine Gewichtsabnahme?

Eine Gewichtsabnahme senkt das Risiko für mehrere chronische Erkrankungen. Übergewicht und insbesondere Adipositas zählen zu den Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und einige Krebsarten [2]. Wer Gewicht reduziert, kann diese Risiken verringern.

Der Body-Mass-Index (BMI) dient zur groben Einordnung des Körpergewichts: Werte zwischen 18,5 und 24,9 gelten als Normalgewicht, ab 25 spricht man von Übergewicht, ab 30 von Adipositas [1][2]. Der BMI ist allerdings nur ein Richtwert – er unterscheidet nicht zwischen Muskel- und Fettmasse und sagt nichts über die Fettverteilung aus. Für die individuelle Einschätzung ziehen Fachpersonen deshalb weitere Faktoren wie den Taillenumfang hinzu.

Gut zu wissen: Schon eine Reduktion von rund fünf Prozent des Ausgangsgewichts kann messbare gesundheitliche Verbesserungen bringen – etwa bei Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerten [5]. Du musst also nicht dein „Idealgewicht" erreichen, um etwas für deine Gesundheit zu tun.

Wann ist eine ärztliche oder fachliche Abklärung sinnvoll?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn das Abnehmen trotz Umstellung nicht gelingt, bei starkem Übergewicht oder wenn Vorerkrankungen bestehen. Hinter erfolglosen Abnehmversuchen können manchmal Faktoren wie eine Schilddrüsenunterfunktion, hormonelle Veränderungen oder Medikamente stehen, die ärztlich abgeklärt werden sollten [2].

Gerade weil Abnehmen viele Einflussfaktoren hat, kann eine individuelle Begleitung den Unterschied machen. Eine Ernährungsberatung hilft dir, einen Plan zu entwickeln, der zu deinem Alltag, deinen Vorlieben und deinen Zielen passt – realistisch statt nach starrem Schema. Manche Krankenkassen beteiligen sich an Ernährungsberatung oder bieten entsprechende Programme an; eine Klärung mit deiner Krankenkasse vor Beginn ist sinnvoll.

Auf truVuna findest du Anbieter:innen für Ernährungsberatung in deiner Region. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt, um eine Begleitung zu finden, die zu dir passt.

Häufige Fragen zum gesunden Abnehmen

Wie viel kann ich pro Monat gesund abnehmen?

Gesundheitlich sinnvoll ist ein langsames Tempo von rund 5 bis 10 Prozent des Ausgangsgewichts über etwa sechs Monate [5][6]. Auf den Monat heruntergerechnet ist das je nach Startgewicht meist etwa ein bis wenige Kilogramm. Dieses Tempo schont den Körper, erhält eher Muskelmasse und macht es wahrscheinlicher, das Gewicht danach zu halten. Schnelleres Abnehmen erhöht das Risiko für den Jojo-Effekt.

Hilft Apfelessig beim Abnehmen?

Einzelne Hausmittel wie Apfelessig führen für sich genommen nicht zu nennenswertem Gewichtsverlust. Entscheidend ist die gesamte Energiebilanz aus Ernährung und Bewegung, nicht ein einzelnes Lebensmittel [1]. Apfelessig kann Teil einer abwechslungsreichen Ernährung sein, ersetzt aber keine Umstellung der Essgewohnheiten. Wer abnehmen möchte, erreicht mit einer ausgewogenen Kost und mehr Bewegung deutlich mehr.

Sind Shakes zum Abnehmen sinnvoll?

Shakes können kurzfristig helfen, die Energiezufuhr zu senken, wenn sie einzelne Mahlzeiten ersetzen – eine langfristige Lösung sind sie aber nicht. Sobald du wieder normal isst, kommt das Gewicht ohne veränderte Gewohnheiten leicht zurück. Sinnvoller ist es, eine alltagstaugliche, ausgewogene Ernährung aufzubauen [3]. Bei stärker einschränkenden Konzepten ist eine ärztliche Begleitung ratsam.

Kann ich gezielt am Bauch abnehmen?

Gezieltes Abnehmen an einer einzelnen Körperstelle ist nicht möglich. Der Körper baut Fett über die gesamte Energiebilanz ab, nicht punktuell dort, wo trainiert wird [1]. Mit einer Kombination aus ausgewogener Ernährung und regelmässiger Bewegung reduziert sich das Körperfett insgesamt – und damit mit der Zeit auch am Bauch. Bauchfett gilt dabei als besonders relevant für die Gesundheit.

Ist Abnehmen in den Wechseljahren schwieriger?

Hormonelle Veränderungen können das Abnehmen in den Wechseljahren erschweren, unmöglich ist es aber nicht. Neben Hormonen spielen auch Bewegung, Muskelmasse, Schlaf und Stress eine Rolle [2]. Eine ausgewogene Ernährung kombiniert mit Bewegung, inklusive Krafttraining zum Erhalt der Muskulatur, bleibt wirksam. Wenn das Gewicht sich trotz Umstellung kaum bewegt, lohnt sich eine ärztliche Abklärung.

Quellen

[1] World Health Organization (WHO), 2025, Obesity and overweight (Fact sheet), who.int, https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/obesity-and-overweight

[2] Bundesamt für Gesundheit (BAG), Übergewicht und Adipositas, bag.admin.ch, https://www.bag.admin.ch/de/uebergewicht-und-adipositas

[3] Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) & Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), Schweizer Ernährungsempfehlungen für Erwachsene (Lebensmittelpyramide), sge-ssn.ch, https://www.sge-ssn.ch/de/

[4] Cochrane Review, 2026, Intervallfasten zur Gewichtsreduktion bei Übergewicht und Adipositas – Einordnung der Studienlage, Science Media Center Germany, https://www.sciencemediacenter.de/angebote/cochrane-review-intervallfasten-zum-abnehmen-26033

[5] Hocking S. et al., 2024, Obesity management: sex-specific considerations (peer-reviewed Review), PMC/NCBI, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC11018683/

[6] National Heart, Lung, and Blood Institute (NHLBI/NIH), Aim for a Healthy Weight, nhlbi.nih.gov, https://www.nhlbi.nih.gov/health/educational/lose_wt/recommen.htm

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