Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

>
Ratgeber-Übersicht
>
Keratom: Was steckt hinter dem Begriff?

Keratom: Was steckt hinter dem Begriff?

Der Begriff «Keratom» sorgt häufig für Verwirrung, weil er nicht eindeutig ist und in unterschiedlichen Zusammenhängen auftaucht. Wer nach «Keratom Auge» sucht, meint oft etwas anderes als jemand, der den Begriff im Zusammenhang mit der Haut verwendet. Hinzu kommt, dass «Keratom» kein klar abgegrenztes, eigenständiges Krankheitsbild der Augenheilkunde bezeichnet. Dieser Ratgeber ordnet ein, welche Bedeutungen hinter dem Wort stehen, wie sie zusammenhängen und an wen du dich bei Beschwerden wenden kannst. Das Wort leitet sich aus dem Griechischen ab: «kerato» bedeutet Horn beziehungsweise Hornschicht, die Endung «-om» wird in der Medizin häufig für eine Geschwulst oder Gewebewucherung verwendet. Aus dieser Wortherkunft ergeben sich zwei Richtungen, in die der Begriff weist – eine zur Haut, eine zum Auge.

Welche Bedeutungen hat «Keratom»?

«Keratom» wird vor allem in zwei Zusammenhängen verwendet: als umgangssprachlicher Begriff für bestimmte Hautwucherungen und als Wortbestandteil in der Augenheilkunde. Die folgenden Verwendungen lassen sich unterscheiden, bevor wir sie einzeln erklären:

  • Hautwucherung («Keratom» der Haut): Gemeint sind gut- oder bösartige Verhornungen der Haut, die fachlich meist als «Keratose» bezeichnet werden. Sie fallen in das Gebiet der Dermatologie (Hautärztin oder Hautarzt).
  • Wortstamm «Kerat-» am Auge: Er steht für Begriffe rund um die Hornhaut wie Keratokonus, Keratitis oder Keratoplastik. Diese gehören in die Augenheilkunde (Augenärztin oder Augenarzt).
  • Endung «-om»: Sie weist allgemein auf eine Geschwulst beziehungsweise Gewebewucherung hin (etwa in Hautbefunden); welches Fachgebiet zuständig ist, richtet sich nach dem jeweiligen Befund.

Zur Einordnung: Ein einheitliches Krankheitsbild namens «Keratom» gibt es in der Fachsprache nicht. In der Praxis steht der Begriff am häufigsten für eine Hautveränderung. Die folgenden Abschnitte erklären beide Richtungen.

Wichtig: Dieser Artikel erklärt die Bedeutungen des Begriffs allgemein. Welche konkrete Hautveränderung oder Augenerkrankung in deinem Fall vorliegt, lässt sich nur durch eine persönliche Untersuchung bei einer Fachperson klären. Eine Ferndiagnose anhand von Begriffen ist nicht möglich.

«Keratom» als Hautveränderung: die Keratose

Wird «Keratom» im Zusammenhang mit der Haut verwendet, ist meist eine Keratose gemeint – eine Verhornungsstörung der obersten Hautschicht. Fachleute unterscheiden dabei vor allem zwei häufige Formen, die sehr unterschiedlich zu bewerten sind [1][3].

Die erste ist die seborrhoische Keratose, umgangssprachlich auch «Alterswarze» genannt. Sie ist eine gutartige, harmlose Hautwucherung, die mit zunehmendem Alter häufiger auftritt. Sie erscheint oft als scharf begrenzte, bräunliche bis schwarze Stelle mit leicht erhabener, wie «aufgeklebt» wirkender Oberfläche. Sie ist nicht ansteckend und stellt keine Gefahr dar [3].

Die zweite ist die aktinische Keratose, eine durch langjährige UV-Strahlung verursachte Hautveränderung. Sie gilt als Frühform beziehungsweise Vorstufe des hellen (weissen) Hautkrebses und sollte daher ernst genommen werden [1][2][3]. Sie zeigt sich meist an Stellen, die viel Sonne abbekommen – etwa Gesicht, Ohren, Unterlippe, Glatze, Handrücken – als raue, schuppige, manchmal rötliche Stelle, die sich wie Schmirgelpapier anfühlt [2][4].

Warum die Unterscheidung wichtig ist

Die Unterscheidung ist deshalb so wichtig, weil die beiden Formen unterschiedlich behandelt werden müssen. Während die seborrhoische Keratose gutartig ist und nur bei Bedarf (etwa aus kosmetischen Gründen) entfernt wird, kann sich eine aktinische Keratose unbehandelt in ein Plattenepithelkarzinom – eine Form von hellem Hautkrebs – weiterentwickeln [1][3]. Weil sich beide Formen optisch ähneln können, ist eine fachliche Beurteilung durch eine dermatologische Fachperson sinnvoll. Bei klinisch unklarem oder therapieresistentem Befund kann eine Gewebeprobe entnommen werden [1].

Aktinische Keratosen entstehen über Jahre durch angesammelte UV-Belastung – durch Sonne ebenso wie durch Solarien [2][4]. Sie betreffen bevorzugt hellhäutige Menschen und treten meist ab dem 50. Lebensjahr auf, zunehmend aber auch früher [4].

«Keratom» und das Auge: der Wortstamm «Kerat-»

Am Auge bezeichnet «Keratom» kein eigenes Krankheitsbild. Der Wortstamm «Kerat-» steht in der Augenheilkunde für die Hornhaut (lateinisch Kornea) und taucht in zahlreichen Fachbegriffen auf. Wer «Keratom Auge» sucht, meint daher häufig eine dieser hornhautbezogenen Bezeichnungen [5].

Zu den wichtigsten gehören:

  • Keratokonus: eine fortschreitende Erkrankung, bei der sich die Hornhaut verdünnt und kegelförmig vorwölbt
  • Keratitis: eine Entzündung der Hornhaut
  • Keratoplastik: die Hornhauttransplantation, also der Ersatz von erkranktem Hornhautgewebe
  • Keratomileusis: ein Wortbestandteil refraktiver Hornhauteingriffe (etwa bei der Lasertechnik LASIK)

Diese Begriffe gehören in die Augenheilkunde und werden von augenärztlichen Fachpersonen abgeklärt und behandelt. Sie haben mit den Hautwucherungen aus dem vorherigen Abschnitt nichts zu tun – gemeinsam ist ihnen nur der griechische Wortstamm für «Horn» [5].

Gut zu wissen: Wenn am Auge oder Augenlid eine sichtbare Wucherung oder ein Knötchen auffällt, handelt es sich häufig nicht um ein «Keratom», sondern um andere, gut bekannte Befunde – etwa ein Hagelkorn (Chalazion) am Lid. Auch hier gilt: Welche Veränderung vorliegt, klärt eine augenärztliche Untersuchung.

Welche Symptome können auftreten?

Welche Beschwerden auftreten, hängt davon ab, welche der beiden Bedeutungen vorliegt – die Anzeichen unterscheiden sich deutlich. Bei einer Hautveränderung im Sinne einer Keratose stehen sichtbare und tastbare Hautmerkmale im Vordergrund [3][4]:

  • raue, schuppige oder verhornte Hautstelle
  • bräunliche, rötliche oder hautfarbene Verfärbung
  • bei seborrhoischer Keratose: «aufgeklebt» wirkende, klar begrenzte Wucherung
  • bei aktinischer Keratose: raues Gefühl wie Schmirgelpapier, an Sonnenterrassen der Haut

Bei hornhautbezogenen Augenerkrankungen stehen dagegen Sehveränderungen und Augenreizungen im Vordergrund – etwa verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit, Rötung oder Schmerzen, je nach zugrunde liegender Erkrankung [5].

Wann ist eine Abklärung sinnvoll?

Eine fachliche Abklärung ist sinnvoll, sobald eine Hautstelle neu auftritt, sich verändert, wächst, blutet oder nicht abheilt – und ebenso bei jeder anhaltenden Sehveränderung oder Augenreizung. Gerade weil sich gutartige und ernstere Hautveränderungen ähneln können, ersetzt das eigene Betrachten keine Untersuchung [1][3].

Die Wahl der richtigen Fachperson richtet sich nach der Art der Veränderung: Hautveränderungen werden von einer dermatologischen Fachperson (Hautarzt) beurteilt, Hornhaut- und andere Augenbeschwerden von einer augenärztlichen Fachperson (Augenarzt).

Wenn du unsicher bist, welche Veränderung bei dir vorliegt, hilft eine persönliche Untersuchung weiter. Auf truVuna findest du Augenärzt:innen und weitere Anbieter:innen in deiner Region. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt für eine Abklärung.

Häufige Fragen zu «Keratom»

Ist ein Keratom gefährlich?

Das hängt davon ab, was konkret gemeint ist. Eine seborrhoische Keratose («Alterswarze») ist gutartig und harmlos. Eine aktinische Keratose dagegen gilt als Vorstufe von hellem Hautkrebs und sollte fachlich abgeklärt und behandelt werden. Weil sich die Formen ähneln können, ist eine Beurteilung durch eine Fachperson wichtig.

Gibt es ein «Keratom» am Auge?

«Keratom» ist kein eigenständiges Krankheitsbild der Augenheilkunde. Der Wortstamm «Kerat-» steht für die Hornhaut und kommt in Begriffen wie Keratokonus, Keratitis oder Keratoplastik vor. Wer «Keratom Auge» sucht, meint daher meist eine dieser hornhautbezogenen Bezeichnungen.

Was ist der Unterschied zwischen seborrhoischer und aktinischer Keratose?

Die seborrhoische Keratose ist eine gutartige Hautwucherung, die mit dem Alter häufiger wird und keine Gefahr darstellt. Die aktinische Keratose entsteht durch UV-Strahlung und gilt als Vorstufe von hellem Hautkrebs. Sie sollte deshalb beobachtet und behandelt werden.

Muss ein Keratom entfernt werden?

Eine gutartige seborrhoische Keratose muss nicht entfernt werden, ausser sie stört kosmetisch oder mechanisch. Eine aktinische Keratose wird dagegen in der Regel behandelt, um einer Weiterentwicklung vorzubeugen. Welche Massnahme geeignet ist, entscheidet die behandelnde Fachperson individuell.

Quellen

[1] Leitlinienprogramm Onkologie (AWMF); Leiter U. et al. (2023). S3-Leitlinie Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut, Update 2023. JDDG / AWMF. https://www.awmf.org/service/awmf-aktuell/aktinische-keratose-und-plattenepithelkarzinom-der-haut

[2] Suva – Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (2024). Hautkrebs vermeiden und frühzeitig erkennen. suva.ch. https://www.suva.ch/de-ch/praevention/nach-gefahren/gefaehrliche-materialien-strahlungen-und-situationen/schutz-bei-sonne-hitze-ozon/sonne-uvstrahlung/hautkrebs-vermeiden-und-fruehzeitig-erkennen

[3] MSD Manual (Profi-Ausgabe) (2023). Aktinische Keratosen. msdmanuals.com. https://www.msdmanuals.com/de/profi/erkrankungen-der-haut/reaktionen-auf-sonnenlicht/aktinische-keratosen

[4] Universitätsspital Zürich (USZ) (2025). Aktinische Keratose. usz.ch. https://www.usz.ch/krankheit/aktinische-keratose/

[5] Flockerzi E. et al. (2021). Stadiengerechte Therapie des Keratokonus. Die Ophthalmologie / PMC. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8492599/

Das könnte dich auch interessieren

Augenkrebs: Symptome, Diagnose und Behandlung im Überblick

Augenkrebs gehört zu den seltenen Krebserkrankungen, kann aber das Sehvermögen und – je nach Tumorart – auch andere Organe betreffen. Weil viele Tumoren im Auge lange keine Beschwerden machen, werden sie oft erst spät bemerkt. Dieser Artikel erklärt dir, welche Formen von Augenkrebs es gibt, welche Anzeichen auf einen Tumor hinweisen können, wie die Diagnose abläuft und welche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Wichtig vorab: Die hier beschriebenen Symptome sind kein Beweis für eine Krebserkrankung – viele haben harmlose Ursachen.

Nagelhaut entfernen: Schonende Tipps für gepflegte Hände

Trockene, rissige Nagelhaut kennen Frauen wie Männer – und meist greift man dann zur spitzen Schere, weil es schnell gehen soll. Genau das ist aber der häufigste Fehler: Wer einfach drauflosschneidet, reizt die empfindliche Haut rund um den Nagel und riskiert kleine Wunden, die sich entzünden können. Dabei geht es viel sanfter, und das Ergebnis hält sogar länger. In diesem Ratgeber erfährst du, was bei der Nagelhaut überhaupt weg darf und was nicht, welche Werkzeuge du brauchst, wie du überschüssige Nagelhaut Schritt für Schritt schonend entfernst und mit welchen einfachen Mitteln du sie dauerhaft geschmeidig hältst.

Nackenschmerzen lösen: Was wirklich hilft und worauf es ankommt

Ein verspannter, schmerzender Nacken kann den ganzen Tag belasten – und oft sucht man schnell nach Wegen, die Beschwerden zu lösen. Bei den meisten nicht-spezifischen Nackenschmerzen hilft vor allem: in Bewegung bleiben, Schonhaltung vermeiden und unterstützend Wärme anwenden. Ruhigstellung ist meist nicht sinnvoll. Dieser Ratgeber zeigt, was nach aktueller Leitlinie tatsächlich hilft, worauf du verzichten solltest und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist [1]. „Nicht-spezifisch" bedeutet dabei: Die Schmerzen sind real, aber es gibt keine Hinweise auf eine gefährliche Ursache wie eine Unfallfolge, eine Nervenwurzelreizung, eine Infektion oder eine andere ernsthafte Erkrankung [1]. Solche Beschwerden sind unangenehm, aber in aller Regel harmlos – und genau deshalb gut beeinflussbar.

Thermalquellen in der Schweiz: Wirkung, Tradition und die schönsten Adressen

Warmes Wasser, das aus der Tiefe der Erde sprudelt, mit Mineralien angereichert und über Jahrtausende von Gestein gefiltert – Thermalquellen üben seit der Antike eine besondere Anziehungskraft aus. In der Schweiz haben sie eine besonders reiche Tradition: Vom Tessin bis ins Wallis, vom Aargau bis nach Graubünden gibt es Orte, an denen Menschen seit Jahrhunderten in das wohltuende Thermalwasser eintauchen. Heute sind diese Quellen das Herzstück moderner Wellness-Anlagen – mit Wohlfühlbädern, Saunabereichen und ganzen Spa-Welten. In diesem Ratgeber erfährst du, was Thermalwasser ausmacht, wie es wirken kann, welche Tradition dahinter steht und welche Schweizer Thermalquellen besonders sehenswert sind.

Finnische Sauna: Tradition, Temperatur, Ablauf und Wirkung erklärt

Die finnische Sauna gilt als eine der bekanntesten und traditionsreichsten Formen des Saunierens. In ihrem Herkunftsland Finnland ist sie kein Wellness-Trend, sondern Teil des Alltags – mit jahrtausendealter Tradition und einer fast schon kultischen Bedeutung. Hohe Temperaturen, trockene Luft und der bewusste Wechsel zwischen Hitze und Abkühlung machen sie zur intensivsten der klassischen Saunaarten. In diesem Ratgeber erfährst du, was die finnische Sauna ausmacht, welche Temperatur typisch ist, wie ein klassischer Saunagang abläuft, was die Studienlage zur Wirkung sagt und worauf du beim Besuch achten solltest – sowie wie sich die finnische Sauna von Biosauna, Caldarium und Infrarotkabine unterscheidet.

Löwenatmung Yoga – emotionale Spannungen mit Gebrüll lösen

Stell dir vor, du sitzt auf deiner Yogamatte, atmest tief ein – und mit dem nächsten Ausatmen brüllst du wie ein Löwe. Was zunächst befremdlich klingt, ist eine jahrhundertealte Yoga-Atemtechnik mit überraschend viel Wirkung: die Löwenatmung, im Sanskrit Simhasana genannt. Sie verbindet Atmung, Mimik und Klang zu einer kraftvollen Übung, die helfen kann, angestaute Emotionen, Verspannungen im Gesicht und innere Anspannung loszulassen. Anders als ruhige Atemübungen lebt die Löwenatmung von ihrer Ausdruckskraft. Du streckst die Zunge weit heraus, öffnest die Augen weit und stösst beim Ausatmen einen kraftvollen «Haaa»-Laut aus. Genau dieses Loslassen gibt der Übung ihren befreienden Charakter – und macht sie zugleich zu einer der zugänglichsten Yoga-Atemtechniken überhaupt: Du brauchst keine Vorerfahrung, kein Equipment und keine besondere Beweglichkeit. In diesem Ratgeber erfährst du, woher Simhasana stammt, wie du sie korrekt ausführst, wofür sie sich eignet – und worauf du achten solltest.