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«Keratom» wird vor allem in zwei Zusammenhängen verwendet: als umgangssprachlicher Begriff für bestimmte Hautwucherungen und als Wortbestandteil in der Augenheilkunde. Die folgenden Verwendungen lassen sich unterscheiden, bevor wir sie einzeln erklären:
Zur Einordnung: Ein einheitliches Krankheitsbild namens «Keratom» gibt es in der Fachsprache nicht. In der Praxis steht der Begriff am häufigsten für eine Hautveränderung. Die folgenden Abschnitte erklären beide Richtungen.
Wichtig: Dieser Artikel erklärt die Bedeutungen des Begriffs allgemein. Welche konkrete Hautveränderung oder Augenerkrankung in deinem Fall vorliegt, lässt sich nur durch eine persönliche Untersuchung bei einer Fachperson klären. Eine Ferndiagnose anhand von Begriffen ist nicht möglich.
Wird «Keratom» im Zusammenhang mit der Haut verwendet, ist meist eine Keratose gemeint – eine Verhornungsstörung der obersten Hautschicht. Fachleute unterscheiden dabei vor allem zwei häufige Formen, die sehr unterschiedlich zu bewerten sind [1][3].
Die erste ist die seborrhoische Keratose, umgangssprachlich auch «Alterswarze» genannt. Sie ist eine gutartige, harmlose Hautwucherung, die mit zunehmendem Alter häufiger auftritt. Sie erscheint oft als scharf begrenzte, bräunliche bis schwarze Stelle mit leicht erhabener, wie «aufgeklebt» wirkender Oberfläche. Sie ist nicht ansteckend und stellt keine Gefahr dar [3].
Die zweite ist die aktinische Keratose, eine durch langjährige UV-Strahlung verursachte Hautveränderung. Sie gilt als Frühform beziehungsweise Vorstufe des hellen (weissen) Hautkrebses und sollte daher ernst genommen werden [1][2][3]. Sie zeigt sich meist an Stellen, die viel Sonne abbekommen – etwa Gesicht, Ohren, Unterlippe, Glatze, Handrücken – als raue, schuppige, manchmal rötliche Stelle, die sich wie Schmirgelpapier anfühlt [2][4].
Die Unterscheidung ist deshalb so wichtig, weil die beiden Formen unterschiedlich behandelt werden müssen. Während die seborrhoische Keratose gutartig ist und nur bei Bedarf (etwa aus kosmetischen Gründen) entfernt wird, kann sich eine aktinische Keratose unbehandelt in ein Plattenepithelkarzinom – eine Form von hellem Hautkrebs – weiterentwickeln [1][3]. Weil sich beide Formen optisch ähneln können, ist eine fachliche Beurteilung durch eine dermatologische Fachperson sinnvoll. Bei klinisch unklarem oder therapieresistentem Befund kann eine Gewebeprobe entnommen werden [1].
Aktinische Keratosen entstehen über Jahre durch angesammelte UV-Belastung – durch Sonne ebenso wie durch Solarien [2][4]. Sie betreffen bevorzugt hellhäutige Menschen und treten meist ab dem 50. Lebensjahr auf, zunehmend aber auch früher [4].
Am Auge bezeichnet «Keratom» kein eigenes Krankheitsbild. Der Wortstamm «Kerat-» steht in der Augenheilkunde für die Hornhaut (lateinisch Kornea) und taucht in zahlreichen Fachbegriffen auf. Wer «Keratom Auge» sucht, meint daher häufig eine dieser hornhautbezogenen Bezeichnungen [5].
Zu den wichtigsten gehören:
Diese Begriffe gehören in die Augenheilkunde und werden von augenärztlichen Fachpersonen abgeklärt und behandelt. Sie haben mit den Hautwucherungen aus dem vorherigen Abschnitt nichts zu tun – gemeinsam ist ihnen nur der griechische Wortstamm für «Horn» [5].
Gut zu wissen: Wenn am Auge oder Augenlid eine sichtbare Wucherung oder ein Knötchen auffällt, handelt es sich häufig nicht um ein «Keratom», sondern um andere, gut bekannte Befunde – etwa ein Hagelkorn (Chalazion) am Lid. Auch hier gilt: Welche Veränderung vorliegt, klärt eine augenärztliche Untersuchung.
Welche Beschwerden auftreten, hängt davon ab, welche der beiden Bedeutungen vorliegt – die Anzeichen unterscheiden sich deutlich. Bei einer Hautveränderung im Sinne einer Keratose stehen sichtbare und tastbare Hautmerkmale im Vordergrund [3][4]:
Bei hornhautbezogenen Augenerkrankungen stehen dagegen Sehveränderungen und Augenreizungen im Vordergrund – etwa verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit, Rötung oder Schmerzen, je nach zugrunde liegender Erkrankung [5].
Eine fachliche Abklärung ist sinnvoll, sobald eine Hautstelle neu auftritt, sich verändert, wächst, blutet oder nicht abheilt – und ebenso bei jeder anhaltenden Sehveränderung oder Augenreizung. Gerade weil sich gutartige und ernstere Hautveränderungen ähneln können, ersetzt das eigene Betrachten keine Untersuchung [1][3].
Die Wahl der richtigen Fachperson richtet sich nach der Art der Veränderung: Hautveränderungen werden von einer dermatologischen Fachperson (Hautarzt) beurteilt, Hornhaut- und andere Augenbeschwerden von einer augenärztlichen Fachperson (Augenarzt).
Wenn du unsicher bist, welche Veränderung bei dir vorliegt, hilft eine persönliche Untersuchung weiter. Auf truVuna findest du Augenärzt:innen und weitere Anbieter:innen in deiner Region. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt für eine Abklärung.
Ist ein Keratom gefährlich?
Das hängt davon ab, was konkret gemeint ist. Eine seborrhoische Keratose («Alterswarze») ist gutartig und harmlos. Eine aktinische Keratose dagegen gilt als Vorstufe von hellem Hautkrebs und sollte fachlich abgeklärt und behandelt werden. Weil sich die Formen ähneln können, ist eine Beurteilung durch eine Fachperson wichtig.
Gibt es ein «Keratom» am Auge?
«Keratom» ist kein eigenständiges Krankheitsbild der Augenheilkunde. Der Wortstamm «Kerat-» steht für die Hornhaut und kommt in Begriffen wie Keratokonus, Keratitis oder Keratoplastik vor. Wer «Keratom Auge» sucht, meint daher meist eine dieser hornhautbezogenen Bezeichnungen.
Was ist der Unterschied zwischen seborrhoischer und aktinischer Keratose?
Die seborrhoische Keratose ist eine gutartige Hautwucherung, die mit dem Alter häufiger wird und keine Gefahr darstellt. Die aktinische Keratose entsteht durch UV-Strahlung und gilt als Vorstufe von hellem Hautkrebs. Sie sollte deshalb beobachtet und behandelt werden.
Muss ein Keratom entfernt werden?
Eine gutartige seborrhoische Keratose muss nicht entfernt werden, ausser sie stört kosmetisch oder mechanisch. Eine aktinische Keratose wird dagegen in der Regel behandelt, um einer Weiterentwicklung vorzubeugen. Welche Massnahme geeignet ist, entscheidet die behandelnde Fachperson individuell.
[1] Leitlinienprogramm Onkologie (AWMF); Leiter U. et al. (2023). S3-Leitlinie Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut, Update 2023. JDDG / AWMF. https://www.awmf.org/service/awmf-aktuell/aktinische-keratose-und-plattenepithelkarzinom-der-haut
[2] Suva – Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (2024). Hautkrebs vermeiden und frühzeitig erkennen. suva.ch. https://www.suva.ch/de-ch/praevention/nach-gefahren/gefaehrliche-materialien-strahlungen-und-situationen/schutz-bei-sonne-hitze-ozon/sonne-uvstrahlung/hautkrebs-vermeiden-und-fruehzeitig-erkennen
[3] MSD Manual (Profi-Ausgabe) (2023). Aktinische Keratosen. msdmanuals.com. https://www.msdmanuals.com/de/profi/erkrankungen-der-haut/reaktionen-auf-sonnenlicht/aktinische-keratosen
[4] Universitätsspital Zürich (USZ) (2025). Aktinische Keratose. usz.ch. https://www.usz.ch/krankheit/aktinische-keratose/
[5] Flockerzi E. et al. (2021). Stadiengerechte Therapie des Keratokonus. Die Ophthalmologie / PMC. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8492599/
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