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Eine Kontaktlinse berührt direkt die Hornhaut – eine der sensibelsten Strukturen des Körpers. Auf jeder gebrauchten Linse sammeln sich Tränenfilm-Bestandteile, Proteine, Lipide, Make-up-Spuren und Mikroorganismen. Ohne Reinigung lagern sich diese Stoffe ab; die Linse wird trübe, weniger sauerstoffdurchlässig und mit jedem Tag potenziell ein Risiko für Hornhautinfektionen.
Die gute Nachricht: Bei sorgfältiger täglicher Pflege bleibt das Komplikationsrisiko niedrig. Studien zeigen, dass die meisten dokumentierten Hornhautentzündungen bei Linsenträger:innen auf vermeidbare Hygienefehler zurückgehen – allen voran Schlafen mit Linsen, Duschen mit Linsen und mangelnde Handhygiene [1].
Welches Pflegemittel passt, hängt vom Linsenmaterial, der Empfindlichkeit des Auges und der persönlichen Präferenz für Komfort versus Reinigungswirkung ab. Die wichtigsten Systeme im Vergleich:
Sicherheitshinweis Peroxid-System: Nicht neutralisiertes Peroxid darf niemals direkt ans Auge gelangen, da es starke Reizungen und Verletzungen verursachen kann. Die Linse darf erst eingesetzt werden, wenn die vorgeschriebene Neutralisationszeit vollständig abgeschlossen ist.
Für Silikon-Hydrogel-Linsen muss das Pflegemittel ausdrücklich dafür freigegeben sein – ältere Kombi-Lösungen sind nicht immer kompatibel. Im Zweifel die Empfehlung der Optometristin oder die Herstellerangabe beachten.
Eine bewährte Routine für weiche Mehrtageslinsen (zum Beispiel Monatslinsen) folgt diesen Schritten:
Diese Routine dauert weniger als eine Minute pro Linse, wenn sie einmal sitzt.
Der Linsenbehälter ist Teil der Hygienekette und oft die unterschätzte Schwachstelle:
Formstabile (harte) Kontaktlinsen brauchen ein eigenes Pflegesystem:
Harte Linsen, die trocken gelagert werden, müssen vor dem Aufsetzen wieder konditioniert und gespült werden. Das ist nur bei bestimmten Materialien und nach Rücksprache mit der Anpassspezialistin oder dem Optometristen möglich.
Eine Reise, ein vergessenes Pflegemittel, eine Zeitspanne ohne Vorräte – die Versuchung, kreative Lösungen zu finden, ist gross. Die wichtigsten Fragen klar beantwortet:
Praktikabler Notfallplan:
Weiche und formstabile (harte) Linsen verhalten sich in der Pflege grundlegend anders – wer beide Linsentypen kennt oder zwischen ihnen wechselt, sollte die Unterschiede sauber trennen.
Weiche Linsen (Tages-, Monats-, Zweiwochenlinsen):
Harte (formstabile) Linsen:
Ein vieldiskutiertes Thema bei harten Linsen ist die trockene Aufbewahrung: Statt in einer Lösung wird die Linse in einem leeren, trockenen Behälter aufbewahrt.
Wichtig: Die Trockenlagerung ist nur für bestimmte formstabile Kontaktlinsen geeignet und sollte nicht eigenständig ausprobiert werden. Sie gehört immer in die Absprache mit der anpassenden Fachperson.
Mögliche Vorteile der Trockenlagerung:
Voraussetzungen:
Grenzen:
Wer mit der Trockenlagerung beginnen möchte, sollte das beim regulären Kontrolltermin ansprechen.
Die wichtigsten Wechsel- und Haltbarkeitsintervalle für die Praxis:
Im Alltag kommen oft weitere Tropfen ins Spiel – nicht alle sind kompatibel mit Kontaktlinsen:
Im Zweifel die Apothekerin oder den Augenarzt fragen, ob das Präparat „kontaktlinsentauglich" ist.
Pflegemittel und Linsenzubehör sind in der Schweiz Verbrauchsgüter und werden von der obligatorischen Grundversicherung in der Regel nicht übernommen. Für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Altersjahr beteiligt sich die Grundversicherung im Rahmen der Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) grundsätzlich an Sehhilfen. Der Beitrag liegt bei bis zu CHF 180.– pro Jahr für Brillengläser oder Kontaktlinsen [3]. Dieser Beitrag bezieht sich auf Sehhilfen allgemein – ob und wie eine konkrete Versorgung inklusive Pflegemittel vergütet wird, sollte vorab mit Krankenkasse und Fachperson geklärt werden.
Viele Zusatzversicherungen für ambulante Leistungen beteiligen sich pauschal an Brillen- und Kontaktlinsen-Ausgaben – der genaue Beitrag und die zugelassenen Posten unterscheiden sich je nach Tarif. Auf Reisen sollten Pflegemittel meist selbst mitgenommen werden, da die Erstattung im Ausland kaum geregelt ist.
Die meistgemachten Fehler, die in Studien zu Hornhautentzündungen regelmässig auftauchen [1]:
Bei Auffälligkeiten gilt: Linse entnehmen, Brille tragen, augenärztliche Abklärung. Lieber einmal mehr kontrollieren lassen als zu spät.
Wenn du unsicher bist, welches Pflegesystem zu deinen Linsen und deinem Auge passt, oder häufiger Beschwerden während des Tragens hast, ist eine fachliche Kontrolle der erste Schritt. Auf truVuna findest du Optiker:innen in deiner Region. Vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen – und frage gezielt nach, ob eine Kontaktlinsen-Beratung oder Pflegemittel-Empfehlung angeboten wird.
Wie reinige ich meinen Linsenbehälter richtig?
Behälter täglich mit der gebrauchten Lösung leeren, mit frischer Pflegelösung ausspülen – niemals mit Leitungswasser –, mit einem sauberen Tuch trocken tupfen und mit offener Kappe auf einem Tuch an der Luft trocknen lassen. Wöchentlich gründlich mit Pflegelösung reinigen, alle drei Monate ersetzen. Diese Routine reduziert Biofilm und Erreger erheblich.
Kann ich Kontaktlinsen in Mineralwasser oder Kochsalzlösung aufbewahren?
Nein. Mineralwasser ist nicht steril und enthält Mineralien, die das Linsenmaterial schädigen können. Kochsalzlösung ist nur zum Spülen geeignet, nicht zur Desinfektion über Nacht. Ohne echtes Pflegemittel ist es sicherer, eine Monatslinse zu entsorgen und am nächsten Tag eine frische zu verwenden.
Was tun, wenn das Pflegemittel ausgeht und ich keinen Ersatz habe?
Wenn kein geeignetes Pflegemittel vorhanden ist, sollte eine Mehrtageslinse nicht einfach über Nacht in Kochsalzlösung gelagert und am nächsten Morgen wieder eingesetzt werden. Kochsalzlösung kann spülen, aber nicht desinfizieren. Sicherer ist es, die Linse zu entsorgen oder sie erst nach vollständiger Reinigung und Desinfektion mit dem passenden Pflegesystem wieder zu verwenden. Auf Reisen sind Tageslinsen oder ein kleines Notfall-Set mit Pflegemittel und Reservebehälter die bessere Lösung.
Wie oft sollte ich das Pflegemittel wechseln?
Die Lösung im Linsenbehälter wird täglich komplett gewechselt – niemals „topping up". Eine angebrochene Flasche Pflegemittel ist je nach Hersteller meist 1 bis 3 Monate haltbar; das genaue Datum steht auf der Verpackung. Nach Ablauf entsorgen, auch wenn noch Inhalt übrig ist.
Was ist der Unterschied zwischen Kombilösung und Peroxid-System?
Kombilösungen reinigen, desinfizieren, spülen und konservieren in einem Schritt – einfach und meist günstig, enthalten aber Konservierungsstoffe, die manche Augen reizen können. Peroxid-Systeme nutzen 3-prozentiges Wasserstoffperoxid, das sich über einen Katalysator zu Kochsalzlösung neutralisiert – sehr wirksam, ohne Konservierer, aber mit längerer Einwirkzeit und dem zwingenden Einsatz des Spezialbehälters. Die Linse darf erst eingesetzt werden, wenn die Neutralisation vollständig abgeschlossen ist.
[1] Stellwagen A, MacGregor C, Kung R, Konstantopoulos A, Hossain P. Personal hygiene risk factors for contact lens-related microbial keratitis. BMJ Open Ophthalmology, 2020. University Hospital Southampton / University of Southampton. DOI: 10.1136/bmjophth-2020-000476. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32953996/
[2] Carnt N, Hoffman JJ, Verma S, Hau S, Radford CF, Minassian DC, Dart JKG. Acanthamoeba keratitis: confirmation of the UK outbreak and a prospective case-control study identifying contributing risk factors. British Journal of Ophthalmology, 2018. Moorfields Eye Hospital / UCL Institute of Ophthalmology. DOI: 10.1136/bjophthalmol-2017-310612. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30021817/
[3] Bundesamt für Gesundheit (BAG): Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) – Kapitel 25 "Sehhilfen". Offizielle Schweizer Verordnung des EDI nach Art. 33 KVG. https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/versicherungen/krankenversicherung/krankenversicherung-leistungen-tarife/Mittel-und-Gegenstaendeliste.html
Die Haut erneuert sich ein Leben lang von selbst: Ständig bilden sich in den unteren Schichten neue Zellen, wandern nach oben und ersetzen die abgestorbenen Hornzellen an der Oberfläche. Mit den Jahren läuft dieser Prozess langsamer ab, und es zeigen sich Fältchen, eine unregelmässigere Hautstruktur und Pigmentveränderungen. Wichtig ist eine Unterscheidung, die in der Werbung oft verschwimmt: Hauterneuerung ist zunächst ein natürlicher biologischer Vorgang der Oberhaut. Pflegeprodukte und kosmetische oder ästhetische Behandlungen können das Hautbild unterstützen oder gezielt verbessern – sie „erneuern" die Haut aber nicht beliebig und machen sie auch nicht wirklich jünger. In diesem Ratgeber erfährst du, wie die Hauterneuerung im Körper abläuft, welche Faktoren die Haut altern lassen, welche Wirkstoffe und Behandlungen das Hautbild realistisch verbessern können – und wo die Grenzen liegen. Vorab ein Sicherheitshinweis, der über alle kosmetischen Fragen hinausgeht: Wer eine neue, wachsende, blutende, juckende oder sich verändernde Hautstelle oder ein verändertes Muttermal bemerkt, sollte dies nicht kosmetisch behandeln, sondern hautärztlich abklären lassen. Das ist kein Schönheitsthema, sondern eine medizinische Frage.
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Unguis incarnatus ist der Fachausdruck für einen in die Haut eingewachsenen Zehennagel. Meist geht er mit einer schmerzhaften Entzündung einher. Nicht immer kannst du den Schaden selbst beheben: Wenn der Nagel zu weit eingewachsen ist, reicht es nicht aus, Nagel und Haut vorsichtig zu schneiden. Dann solltest du dich in ärztliche Behandlung begeben. Aber welche Symptome kann der Unguis incarnatus zeigen? Woran erkennst du, ob du dich in ärztliche Therapie begeben solltest? Und was sind die Ursachen für derartige Beschwerden? Zu deinen wichtigsten Fragen haben wir hier die Antworten.
Leidest du unter einem Verlust des Gesichtsfeldes, siehst du schwarze Flecken oder Blitze vor deinen Augen? Dann könnte eine Netzhautablösung vorliegen, die schnellstmöglich operativ behandelt werden muss. Aber auch Erkrankungen wie die Makuladegeneration oder eine diabetische Retinopathie machen eine Vitrektomie – wie Ärzte die Operation am Glaskörper des Auges bezeichnen – notwendig. Vielleicht hat dein Augenarzt bereits festgestellt, dass ein solcher Eingriff bei dir unabdingbar ist. In diesem Artikel erklären wir, was eine Vitrektomie ist, wie sie durchgeführt wird, was dich als Patienten erwartet, welche Risiken und Komplikationen auftreten können – und worauf du anschliessend besonders achten solltest.
Bauchschmerzen, die auf der rechten Körperseite auftauchen, können die unterschiedlichsten Ursachen haben. Wichtig bei der Ursachensuche ist, zu unterscheiden, wann es sich um so starke Schmerzen handelt, dass du zum Arzt gehen solltest und wann du mit Hausmitteln versuchen kannst, die Ursachen des Bauchschmerzes auf der rechten Seite zu lindern. Hast du in der Vergangenheit schon eine Abklärung mit einem Facharzt gehabt und kannst organische Ursachen ausschließen, dann kann ein Besuch beim Physiotherapeuten weiterhelfen.
AcroYoga ist eine Bewegungsform für mindestens zwei Personen, die Yoga-Asanas, akrobatische Elemente und Thai-Massage zu einer eigenständigen Partner-Praxis verbindet. Eine Person trägt am Boden (die «Basis»), eine andere wird darüber balanciert (der «Flyer») und idealerweise gibt es eine dritte Person, die absichert (der «Spotter»). Die Praxis lebt von Vertrauen, klarer Kommunikation und gegenseitiger Aufmerksamkeit. In diesem Ratgeber findest du eine klare Einführung: Was AcroYoga ist, woher der Stil stammt, welche Rollen und Disziplinen es gibt, wie eine typische Stunde abläuft und worauf du achten kannst, wenn du in der Schweiz einsteigen möchtest.