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Mitesser, fachlich Komedonen genannt, sind verstopfte Talgdrüsen und gelten als leichte, nicht entzündliche Form der Akne [1][3]. Sie entstehen, wenn überschüssiger Talg und abgestorbene Hautzellen einen Haarfollikel verstopfen [3]. Ist der Kanal zur Hautoberfläche offen, trocknet der Talg an der Luft an und es bildet sich ein dunkler «offener» Mitesser, im Englischen auch «Blackhead» genannt; bleibt der Kanal verschlossen, zeigt sich ein weisslicher «geschlossener» Mitesser [1][3].
Weil mehr männliche Hormone (Androgene) die Talgproduktion ankurbeln, treten Mitesser besonders häufig in der Pubertät auf [1]. Sie zeigen sich vor allem dort, wo viele Talgdrüsen liegen – im Gesicht typischerweise an Nase, Stirn und Kinn.
Gut zu wissen: Die schwarze Färbung offener Mitesser hat nichts mit Schmutz zu tun. Sie entsteht, weil sich der Hautfarbstoff Melanin an der offenen Pore mit dem Sauerstoff der Luft verbindet. Häufigeres oder schärferes Waschen entfernt sie deshalb nicht – im Gegenteil kann zu aggressive Reinigung die Haut reizen [2].
Wer Mitesser unsachgemäss ausdrückt, riskiert Entzündungen, Infektionen und im ungünstigsten Fall bleibende Narben. Beim Drücken kann Talg und Bakterienmaterial tiefer ins Gewebe gelangen, statt nach aussen zu entweichen. Narben können entstehen, wenn eine Wunde abheilt – und bei Akne bilden sich Wunden in den unteren Hautschichten. Besonders ungünstig ist das Quetschen mit den Fingernägeln, weil sich darunter trotz Händewaschen Keime halten können.
In der Medizin werden Mitesser deshalb mit sterilen Instrumenten und von geschultem Personal entfernt. Mitesser können von einer Fachperson mithilfe eines Geräts, das als Komedonenheber bezeichnet wird, und steriler Hilfsmittel entfernt werden. Diese kontrollierte Entfernung ist deutlich schonender als das eigene Herumdrücken vor dem Spiegel.
Sicherheitshinweis: Entzündete, gerötete oder schmerzhafte Pickel solltest du nicht ausdrücken. Wenn eine Stelle stark schmerzt, sich ausbreitet, deutlich anschwillt oder eitert, ist das ein Grund, hautärztlichen Rat einzuholen, statt selbst weiter zu manipulieren.
Am schonendsten werden Mitesser entfernt, indem die Haut zuvor mit Wärme vorbereitet und der Bereich anschliessend sehr sanft – am besten von geschulten Händen – bearbeitet wird. In der Regel wird die Gesichtshaut zunächst mit warmem Wasser oder einem Dampfbad vorbereitet, um die Poren zu weiten; danach werden die Mitesser geöffnet und herausgelöst, häufig mit einem speziellen kleinen Instrument.
Wenn du es selbst versuchst, gilt: gründlich Hände waschen, die Haut vorher reinigen und höchstens mit sauberen, in ein Kosmetiktuch gewickelten Fingerkuppen ganz leichten Druck ausüben – niemals mit den Fingernägeln. Lässt sich ein Mitesser nicht ohne stärkeren Druck lösen, ist er noch nicht «reif»: Dann ist Loslassen die bessere Wahl. Geräte wie ein Komedonenquetscher oder ein Saugaufsatz gehören idealerweise in geübte Hände, etwa im Rahmen einer kosmetischen Gesichtsbehandlung, weil unsachgemässe Anwendung die Haut verletzen kann.
Gegen Mitesser hilft im Alltag vor allem eine milde, regelmässige Reinigung kombiniert mit auf den Hauttyp abgestimmten Wirkstoffen [2]. Wird die Haut zu stark bearbeitet und ständig neuen «pflegenden» Substanzen ausgesetzt, kann sich die Akne sogar verstärken; seifenfreie, an den pH-Wert der Haut angepasste Reinigungsmittel sind besser geeignet als klassische Seifen. Hier gilt oft: weniger ist mehr.
Bei der Produktauswahl lohnt der Blick auf die Kennzeichnung «nicht komedogen», also «die Poren nicht verstopfend». Angaben wie «parfümfrei» oder «für unreine Haut» können eine hilfreiche Orientierung sein, ersetzen aber nicht den Blick auf die Inhaltsstoffliste – gerade bei empfindlicher oder zu Allergien neigender Haut. Als frei verkäuflicher Wirkstoff hat sich Benzoylperoxid bewährt: Es fördert die Abstossung der obersten Hornschichten, wirkt antibakteriell und kann bei leichter bis mittelschwerer Akne helfen, das Hautbild innerhalb einiger Wochen zu bessern. Bei der Anwendung kann es allerdings zu Rötungen und Juckreiz kommen [5].
Hausmittel und Porenstrips können oberflächlich etwas bewirken, gelten aber als wenig nachhaltig und können empfindliche Haut reizen. Ein Dampfbad weitet die Poren und erleichtert die anschliessende Reinigung – das ist sinnvoll [2]. Klebepflaster für die Nase (Porenstrips) ziehen oberflächliches Material aus den Poren, beseitigen aber weder die Ursache noch verhindern sie das Nachkommen neuer Mitesser.
Vorsicht ist bei vielen kursierenden «Geheimtipps» geboten: Für Mittel wie Zahnpasta, Backpulver oder Zitronensaft gibt es keinen belegten Nutzen, und sie können die Haut reizen oder austrocknen. Auch ätherische Öle wie Teebaumöl werden oft empfohlen, sind in ihrer Wirkung aber nicht gut belegt und können allergische Reaktionen auslösen – teste sie vorher an einer kleinen, unauffälligen Hautstelle. Generell gilt: Was die Haut stark reizt, kann Unreinheiten eher verschlimmern als bessern [2].
Eine hautärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn Mitesser und Pickel hartnäckig bleiben, sich entzünden oder Narben zu hinterlassen drohen [1]. Wenn sich neben Mitessern entzündliche Knötchen (Papeln) oder eitrige Bläschen (Pusteln) zeigen, steckt oft eine ausgeprägtere Akne dahinter, die behandelt werden sollte. Etwa 15 bis 30 von 100 Jugendlichen haben eine stärkere Akne, bei der eine ärztliche Beratung oder Behandlung sinnvoll sein kann. Eine frühzeitige Behandlung kann helfen, bleibende Narben zu vermeiden [4].
In der Schweiz behandeln dermatologische Praxen und Kliniken Akne mit verschiedenen Ansätzen – von Mitteln zum Auftragen bis hin zu verschreibungspflichtigen Medikamenten in schwereren Fällen [6]. Wichtig: Bestimmte Aknemedikamente, etwa einige Antibiotika, sind nicht für Schwangere und Stillende geeignet, und das stark wirksame Isotretinoin darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden [6]. In Schwangerschaft und Stillzeit solltest du wirkstoffbasierte Behandlungen daher vorab ärztlich abklären.
Für milde, rein kosmetische Anliegen – etwa eine schonende Ausreinigung der Haut oder den Aufbau einer passenden Pflegeroutine – ist eine kosmetische Hautberatung eine gute Anlaufstelle. Bei anhaltenden, entzündlichen oder unklaren Hautveränderungen gehört die Abklärung dagegen in dermatologische Hände.
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Was ist der Unterschied zwischen Mitessern und Pickeln?
Mitesser sind verstopfte Talgdrüsen ohne Entzündung und damit die leichte Form der Akne [1]. Pickel entstehen, wenn sich eine verstopfte Pore zusätzlich entzündet und mit Eiter füllt [3]. Mitesser bleiben oberflächlich und sind eher ein optisches Thema, während entzündliche Pickel und Knötchen auf eine ausgeprägtere Akne hindeuten können, die ärztlich behandelt werden sollte.
Sind Mitesser ein Zeichen von schlechter Hygiene?
Nein. Die Vermutung, mangelhafte Hygiene sei ein Auslöser für Akne, ist nicht belegt. Die dunkle Farbe offener Mitesser entsteht durch Oxidation des Hautfarbstoffs Melanin an der Luft, nicht durch Schmutz [1]. Übermässiges Waschen entfernt Mitesser nicht, sondern kann die Haut zusätzlich reizen [2].
Helfen Porenstrips wirklich?
Porenstrips ziehen oberflächliches Material aus den Poren und können Mitesser kurzfristig sichtbar reduzieren. Sie beseitigen jedoch nicht die Ursache und verhindern nicht, dass neue Mitesser entstehen. Bei empfindlicher Haut können sie reizen. Nachhaltiger ist eine milde, regelmässige Pflege; bei hartnäckigen Unreinheiten lohnt sich eine fachliche Hautberatung [2].
Darf man Mitesser in der Schwangerschaft behandeln?
Milde Pflege und schonende Reinigung sind in der Regel unproblematisch. Bei wirkstoffbasierten Behandlungen ist jedoch Vorsicht geboten: Einige Aknemedikamente sind in Schwangerschaft und Stillzeit nicht geeignet [5], und Isotretinoin darf in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden [6]. Kläre den Einsatz von Wirkstoffen daher vorab ärztlich ab.
[1] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de, Akne, https://www.gesundheitsinformation.de/akne.html
[2] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de, Hautpflege bei Akne, https://www.gesundheitsinformation.de/hautpflege-bei-akne.html
[3] MSD Manual, Ausgabe für Patienten, Akne, https://www.msdmanuals.com/de/heim/hauterkrankungen/akne-und-verwandte-erkrankungen/akne
[4] Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) / AWMF, S2k-Leitlinie «Therapie der Akne» (Registernummer 013-017), https://www.awmf.org/service/awmf-aktuell/therapie-der-akne
[5] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de, Akne: Helfen Salben, Tabletten oder Lichtbehandlung?, https://www.gesundheitsinformation.de/akne-helfen-salben-tabletten-oder-lichtbehandlung.html
[6] Universitätsspital Zürich (USZ), Dermatologische Klinik, Akne Abklärung und Therapie, https://www.usz.ch/fachbereich/dermatologie/angebot/akne-therapie/
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