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Naturkosmetik selber machen bedeutet, Pflegeprodukte wie Cremes, Balsame oder Peelings aus wenigen, überwiegend natürlichen Rohstoffen selbst zu mischen, statt fertige Produkte zu kaufen. Im Mittelpunkt stehen meist pflanzliche Öle und Fette, Wachse, pflanzliche Buttern und – sparsam – ätherische Öle.
Wichtig ist die Abgrenzung zu Heilmitteln: Kosmetische Mittel dienen dazu, Haut und Haare zu reinigen, zu pflegen, zu schützen oder zu parfümieren. Produkte, die ein Hautleiden behandeln oder heilen sollen, gelten dagegen als Arzneimittel und unterliegen eigenen Regeln. Kosmetika kommen beim Parfümieren sowie bei Reinigung und Pflege mit Haut, Haaren, Zähnen und Schleimhäuten in Berührung und müssen gesundheitlich unbedenklich sein. Selbstgemachte Naturkosmetik sollte deshalb im pflegenden Bereich bleiben und keine medizinischen Versprechen erfüllen wollen.
Die Basis selbstgemachter Naturkosmetik bilden pflanzliche Öle und Fette sowie pflanzliche Buttern wie Shea- oder Kakaobutter, ergänzt durch Wachse und – nur in kleinen Mengen – ätherische Öle. Für Einsteiger:innen lohnt es sich, mit wenigen, hochwertigen Grundzutaten zu starten und das Sortiment später zu erweitern.
Typische Zutaten sind:
Achte bei den Rohstoffen auf gute Qualität und frische Ware. Möglichst regionale Zutaten in Bioqualität schonen zusätzlich die Umwelt. Wie eine Creme oder ein Balsam am Ende aussieht und wie lange er hält, hängt stark von der Mischung ab – jedes Rezept reagiert etwas anders.
Selbstgemachte Naturkosmetik ist deutlich kürzer haltbar als gekaufte Produkte – je nach Rezept von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen oder Monaten. Selbst hergestellte Mittel sind meist nur wenige Wochen bis Monate haltbar, wenn man auf Konservierungsmittel verzichten möchte.
Den grössten Einfluss hat der Wasseranteil: Reine Öl-, Fett- und Wachsprodukte halten lange, während wasserhaltige Produkte wie Cremes ohne fachgerechte Konservierung schnell verkeimen können. Hausmittel wie ein paar Tropfen Zitronensaft sind dabei keine verlässliche Konservierung – sie können das Verderben höchstens etwas hinauszögern, schützen wasserhaltige Produkte aber nicht zuverlässig vor Keimen. Entscheidend sind deshalb eine saubere Arbeitsweise, frische Zutaten und überlegte Lagerung: Benutze stets saubere Behältnisse, stelle lieber kleine Mengen her und verbrauche sie zügig. Verschliessbare Dosen und die Lagerung im Kühlschrank helfen zusätzlich. Beschrifte deine Produkte mit dem Herstellungsdatum und bewahre sie ausser Reichweite von Kindern auf.
Sicherheitshinweis: Produkte mit Wasseranteil bieten Mikroorganismen einen guten Nährboden und können schnell verkeimen. Lagere wasserhaltige Cremes im Kühlschrank, rühre nur kleine Mengen an und entnimm sie mit einem sauberen Spatel statt mit den Fingern. Verändern sich Geruch, Farbe oder Konsistenz, entsorge das Produkt.
Für Einsteiger:innen eignen sich vor allem wasserfreie Rezepte wie Balsame, Körperbutter oder Peelings, die nur aus Ölen, Fetten und festen Zutaten bestehen. Sie sind am einfachsten herzustellen, am längsten haltbar und – weil sie ohne Wasserphase auskommen – deutlich weniger anfällig für Keime.
Zwei einsteigerfreundliche Beispiele:
Eine zarte Creme mit Wasserphase ist dagegen ein Rezept für Fortgeschrittene: Dabei werden eine Wasser- und eine Fettphase mithilfe eines Emulgators zu einer geschmeidigen Masse verrührt. Die Wasserphase versorgt die Haut mit Feuchtigkeit, macht das Produkt aber auch deutlich empfindlicher und kürzer haltbar. Solche Emulsionen solltest du nur mit sehr sauberer Arbeitsweise, in kleinen Mengen und mit realistischem Haltbarkeitsbewusstsein herstellen – im Wissen, dass sie ohne fachgerechte Konservierung rasch verkeimen. Halbfeste Zubereitungen werden je nach Konsistenz als Salbe oder Creme bezeichnet – Produkte mit Heilanspruch gehören dagegen nicht in die Heim-Kosmetik.
Ein einfaches selbstgemachtes Deo besteht meist aus Kokosöl, Natron und einigen Tropfen ätherischem Öl. Es überdeckt Körpergeruch und unterstützt die tägliche Frische, wirkt aber anders als ein Antitranspirant: Es reduziert nicht die Schweissmenge, sondern wirkt vor allem gegen Geruch.
Die oft gehörte Sorge, aluminiumhaltige Antitranspirantien seien gesundheitsschädlich, ist nach heutigem Stand zu relativieren. Die Wahrscheinlichkeit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung durch den regelmässigen Gebrauch von ACH-haltigen Antitranspirantien ist nach gegenwärtigem wissenschaftlichen Kenntnisstand sehr niedrig. Auch in der Schweiz gibt die zuständige Behörde Entwarnung: Das BLV hat den wissenschaftlichen Kenntnisstand evaluiert und kommt zum Schluss, dass kein kausaler Zusammenhang zwischen der Exposition der Haut gegenüber Aluminium und Brustkrebs hergestellt werden kann. Wer auf Aluminium verzichten möchte, tut das also eher aus persönlicher Vorliebe als wegen eines belegten Risikos.
Ein Hinweis zum Rezept: Natron ist basisch und kann empfindliche Haut reizen. Nicht alle Hautreizungen durch Kosmetika sind allergisch bedingt – manche Produkte können die Haut direkt irritieren. Reagiert deine Haut mit Rötung, Brennen oder Juckreiz, solltest du den Natronanteil reduzieren oder darauf verzichten.
Für die Haarwäsche zu Hause greifen viele zu fein gemahlenem Roggen- oder Kichererbsenmehl, das mit lauwarmem Wasser zu einer Paste angerührt, ins nasse Haar einmassiert und anschliessend gründlich ausgewaschen wird. Wichtig ist, das Mehl vorher zu sieben, damit sich keine Klümpchen im Haar festsetzen.
Solche Mehl-Wäschen sind eine beliebte Alternative zu klassischem Shampoo. Die häufig zu lesenden Versprechen, sie würden das Haarwachstum anregen oder Schuppen zuverlässig beseitigen, sind allerdings wissenschaftlich nicht belegt und sollten als Erfahrungsberichte verstanden werden. Selbstgemachte Haarpflege ist zudem nur kurz haltbar: Mische am besten kleine Portionen frisch an und bewahre Reste gekühlt auf. Auch beim Thema Inhaltsstoffe lohnt ein realistischer Blick – pauschale Aussagen, gekaufte Shampoos seien grundsätzlich «voller Schadstoffe», greifen zu kurz: In der Schweiz angebotene kosmetische Mittel müssen gesundheitlich unbedenklich sein und die Anforderungen des Lebensmittelgesetzes erfüllen.
Auch natürliche und selbst gemischte Produkte können die Haut reizen oder Allergien auslösen – «natürlich» bedeutet nicht automatisch «gut verträglich». Entscheidend ist nicht die Zahl der Zutaten, sondern ob ein Stoff enthalten ist, auf den deine Haut reagiert.
Besonders im Blick behalten solltest du ätherische Öle. Duftstoffe sind der zweithäufigste Auslöser einer Kontaktallergie und gehören zu den häufigen Auslösern von Kontaktallergien. Duftstoffe können allergische Reaktionen auslösen, die dadurch hervorgerufene Typ-IV-Allergie lässt sich mittels Patch-Test diagnostizieren, und die möglichen allergenen Wirkungen ätherischer Öle sollten bei ihrer Verwendung immer bedacht werden. Eine Sensibilisierung entsteht dabei oft nicht beim ersten Mal: Eine Allergie auf Kosmetika entsteht nicht beim ersten Kontakt, sondern entwickelt sich in zwei Phasen; besonders gefährdet sind Menschen mit geschädigter Hautbarriere oder Hauterkrankungen wie dem atopischen Ekzem. Trage ein neues Produkt deshalb zunächst dünn an einer kleinen Hautstelle auf und beobachte die Reaktion, bevor du es grossflächig verwendest.
Gut zu wissen: Im Handel angebotene Kosmetik durchläuft gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsbewertungen und muss nach guter Herstellungspraxis produziert werden [1][2]. Selbstgemachte Produkte unterliegen diesen Prüfungen nicht – die Verantwortung für Hygiene, Dosierung und Verträglichkeit liegt bei dir.
Vorsicht ist auch bei vermeintlichen Wirkstoff-Rezepten geboten: Wer etwa nach Anleitungen sucht, um Salben mit Salicylsäure selbst herzustellen, bewegt sich im Bereich pharmakologisch wirksamer, regulierter Stoffe – solche Anwendungen gehören eher zu Arzneimitteln als zur Heim-Kosmetik und sollten ärztlich oder in der Apotheke geklärt werden. Und unabhängig davon, ob ein Produkt gekauft oder selbst gemacht ist, gilt: Bei unerwünschten Wirkungen wie Hautausschlägen solltest du zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen, um herauszufinden, welcher Inhaltsstoff die Hautreaktion verursacht hat.
Naturkosmetik zum Selbermachen eignet sich vor allem für alle, die Freude am Ausprobieren haben, wissen möchten, was in ihren Produkten steckt, und einfache Pflege wie Balsame oder Peelings mögen. Wer es unkompliziert mag, startet am besten mit wasserfreien Rezepten und kleinen Mengen.
Gleichzeitig lohnt sich ein realistischer Blick auf das, was Pflege leisten kann. Kosmetikwerbung verspricht oft mehr, als das Produkt hält – sichtbare Falten lassen sich beispielsweise nicht «wegcremen». Das gilt für gekaufte wie für selbstgemachte Produkte gleichermassen. Bei anhaltenden Hautproblemen, starkem Juckreiz oder unklaren Veränderungen ersetzt selbstgemachte Pflege keine ärztliche oder dermatologische Abklärung.
Für die Pflegeauswahl, den Aufbau einer Hautroutine und andere nicht-medizinische Anliegen kann eine persönliche Kosmetikberatung in deiner Nähe weiterhelfen. Bei Ausschlägen, Ekzemen, starken Reizungen oder unklaren Hautveränderungen gehört die Abklärung dagegen in ärztliche bzw. dermatologische Hände – selbstgemachte Pflege ersetzt das nicht. Auf truVuna kannst du Anbieter:innen für Kosmetik vergleichen, Profile und Bewertungen ansehen und sie direkt kontaktieren.
Ist selbstgemachte Naturkosmetik besser für die Haut als gekaufte?
Nicht automatisch. Ob ein Produkt gut verträglich ist, hängt von den konkreten Inhaltsstoffen ab, nicht von ihrer Anzahl. Auch natürliche Zutaten wie ätherische Öle können Reizungen oder Allergien auslösen [6][7]. Selbstgemachte Kosmetik punktet vor allem mit Transparenz und Individualität, erfüllt aber nicht die gesetzlichen Hygiene- und Sicherheitsstandards verkaufter Produkte [1].
Wie mache ich selbstgemachte Kosmetik länger haltbar?
Arbeite sauber, verwende frische Zutaten und stelle nur kleine Mengen her, die du zügig aufbrauchst [5]. Wasserfreie Produkte wie Balsame oder Peelings halten länger als Cremes mit Wasserphase. Lagere wasserhaltige Produkte im Kühlschrank, entnimm sie mit einem sauberen Spatel und beschrifte sie mit dem Herstellungsdatum. Bei verändertem Geruch oder Aussehen gehört das Produkt entsorgt.
Welche Zutaten brauche ich für den Anfang?
Für den Einstieg reichen wenige Grundzutaten: ein natives Pflanzenöl, eine pflanzliche Butter wie Sheabutter und etwas Bienenwachs für feste Texturen. Damit lassen sich bereits Balsame und Körperbutter herstellen. Ätherische Öle sind optional und sollten nur sparsam dosiert werden, da sie zu den häufigeren Allergieauslösern zählen [8].
Kann ich mit Naturkosmetik Hautprobleme behandeln?
Nein. Selbstgemachte Naturkosmetik ist Pflege, kein Heilmittel. Produkte mit medizinischem Anspruch gelten rechtlich als Arzneimittel [1]. Bei Hautproblemen wie anhaltenden Ausschlägen, Ekzemen oder unklaren Veränderungen solltest du ärztlichen Rat einholen, statt sie selbst zu behandeln [4]. Eine fachliche Abklärung hilft, die Ursache zu finden und passende Massnahmen zu wählen.
Sind ätherische Öle in selbstgemachter Kosmetik unbedenklich?
Nicht grundsätzlich. Ätherische Öle sind eine natürliche Allergenquelle und können eine Kontaktallergie auslösen, die sich oft erst nach wiederholtem Kontakt zeigt [7]. Dosiere sie sparsam und teste ein neues Produkt zuerst an einer kleinen Hautstelle. Bei empfindlicher Haut oder bekannter Duftstoffallergie ist Zurückhaltung sinnvoll [6][8].
[1] Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), Kosmetika, https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/gebrauchsgegenstaende/kosmetika-schmuck/kosmetika.html
[2] Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Gesundheitliche Bewertung von kosmetischen Mitteln, https://www.bfr.bund.de/de/gesundheitliche_bewertung_von_kosmetischen_mitteln-242.html
[3] Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2023, Stellungnahme 045/2023: Neue Studien zu aluminiumhaltigen Antitranspirantien, https://www.bfr.bund.de/cm/343/neue-studien-zu-aluminiumhaltigen-antitranspirantien-gesundheitliche-beeintraechtigungen-durch-aluminium-aufnahme-ueber-die-haut-sind-unwahrscheinlich.pdf
[4] Verbraucherzentrale, 2025, Kosmetik: Inhaltsstoffe, Kennzeichnung und unerwünschte Wirkungen, https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/produkte/kosmetik-inhaltsstoffe-kennzeichnung-und-unerwuenschte-wirkungen-26338
[5] Verbraucherzentrale Hessen, 2025, Kosmetik und Reinigungsmittel selbst herstellen: Einfache Rezepte, https://www.verbraucherzentrale-hessen.de/plastiksparen/kosmetik-reinigungsmittel-selbst-herstellen-einfache-rezepte-57230
[6] aha! Allergiezentrum Schweiz, Pflege für sensible Haut, https://www.aha.ch/allergiezentrum-schweiz/haut/pflege-fuer-sensible-haut
[7] Steflitsch W., 2024, Allergierisiko und ätherische Öle, hautnah (Springer Nature), https://link.springer.com/article/10.1007/s12326-024-00666-6
[8] Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB), Duftstoffe als Auslöser von Kontaktallergien, https://www.daab.de/haut/kontaktallergie/hauptausloeser/duftstoffe
Ein zu hoher Cholesterinspiegel verursacht meist keine spürbaren Beschwerden – und zählt trotzdem zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen [1]. Die gute Nachricht: Mit der täglichen Ernährung und einem aktiven Lebensstil kannst du deine Blutfettwerte mitbeeinflussen. Dieser Ratgeber erklärt dir, was beim Cholesterin senken mit der Ernährung wirklich zählt: welche Lebensmittel das «schlechte» LDL-Cholesterin günstig beeinflussen, welche du besser reduzierst und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.
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Ein Ausschlag am Bauch ist in den meisten Fällen harmlos und klingt von selbst wieder ab – er kann aber auch ein Hinweis auf eine Allergie, eine Infektion oder eine entzündliche Hauterkrankung sein. Die Bandbreite reicht von einer einfachen Reizung in den Hautfalten über juckende Quaddeln bis zu Kinderkrankheiten oder einer Gürtelrose. Dieser Ratgeber erklärt dir, welche Ursachen häufig dahinterstecken, wie sich die wichtigsten Krankheitsbilder unterscheiden, welche Warnzeichen du ernst nehmen solltest und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.
Hand aufs Herz: Hast du dich schon mal gefragt, warum manche Nägel so unglaublich natürlich und trotzdem perfekt aussehen? Meistens steckt dahinter kein Geheimnis – sondern ein Babyboomer-Nageldesign. Der sanfte Farbverlauf von weisser Spitze in einen rosa oder Nude-Ton ist so elegant, dass er buchstäblich zu allem passt: zum Büro-Look, zum Hochzeitskleid und zum Jeans-Alltag.
Verspannte, harte Muskeln, Schmerzen und Beschwerden im Rücken oder im Nacken: Solche Probleme sind weit verbreitet. Unser Alltag mit Büroarbeit und stundenlangem Sitzen führt nicht selten dazu, dass sich Muskeln schmerzhaft verhärten. Die ganzheitliche Behandlungsmethode des Rolfing setzt auf vielen Ebenen an und bietet eine sanfte Möglichkeit, Spannung zu lindern und die Beweglichkeit zu erhöhen. Wie und wem das Rolfing hilft und wann andere Therapien besser sind, das klären wir im folgenden Text.