Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.
Der Begriff Optometrie setzt sich aus den griechischen Wörtern optike (Lehre vom Sichtbaren) und metron (Messung) zusammen. Damit umschreibt er das Fachgebiet, das sich mit der Messung und Bewertung der Sehfunktion sowie der Versorgung mit optischen Hilfsmitteln befasst. Vereinfacht gesagt prüft die Optometrie, wie gut und wie entspannt die Augen sehen und welche Sehhilfe passt.
In der Schweiz ist die Optometrie seit dem Inkrafttreten des Gesundheitsberufegesetzes (GesBG) am 1. Februar 2020 offiziell ein anerkannter Gesundheitsberuf [1]. Damit hat sich der Beruf der Optometristin/des Optometristen von der klassischen Augenoptik (Optiker:in EFZ) deutlich abgegrenzt: Optometrist:innen verfügen über eine akademische Ausbildung auf Hochschulniveau und sind in der primären Versorgung des visuellen Systems tätig.
Wichtig: Optometrie ist keine Vorstufe der Ophthalmologie und ersetzt nicht die Augenärztin oder den Augenarzt. Beide Berufsgruppen ergänzen sich [3].
Patient:innen begegnen rund um das Sehen verschiedenen Fachleuten, deren Tätigkeitsfelder sich teilweise überschneiden. Die folgende Übersicht hilft bei der Einordnung:
In der Praxis bedeutet das: Wer einfach nur eine neue Brille oder Kontaktlinsen braucht und keine Augenbeschwerden hat, ist bei Optometrist:innen oder Optiker:innen gut aufgehoben. Treten Schmerzen, plötzliche Sehverschlechterung, akute Rötung oder andere Krankheitssymptome auf, ist eine augenärztliche Abklärung der richtige Weg.
In der Schweiz wird die Optometrie als Bachelor-Studiengang an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Olten angeboten – aktuell die einzige solche Ausbildungsstätte des Landes [2]. Wichtige Eckdaten:
Seit dem Gesundheitsberufegesetz GesBG (2020) ist der Beruf bewilligungspflichtig und wird durch die Kantone reguliert [1, 5]. Berufsverbände wie OPTIKSCHWEIZ und der Schweizerische Berufsverband für Augenoptik und Optometrie (SBAO) vertreten die Interessen des Berufsstands und legen Standards für die Weiterbildung fest.
Das Tätigkeitsspektrum geht deutlich über das klassische „Brille anpassen" hinaus. Häufige Leistungen sind:
Wichtig zu wissen: Optometrist:innen können Hinweise auf Auffälligkeiten erkennen und entsprechende Screenings durchführen; die medizinische Diagnose und Behandlung bleibt jedoch Augenärzt:innen vorbehalten. Bei auffälligen Befunden leiten sie an eine augenärztliche Praxis weiter.
Die Wahl zwischen Optometrist:in und Augenärzt:in hängt vom Anliegen ab. Eine grobe Orientierung:
Optometrist:in ist sinnvoll, wenn …
Augenärzt:in ist sinnvoll, wenn …
Wichtig: Bei plötzlichem Sehverlust, starken Augenschmerzen mit Übelkeit (Hinweis auf akutes Engwinkelglaukom) oder einer Augenverletzung mit Chemikalien ist eine augenärztliche Notfallversorgung erforderlich. Bei Verätzungen gilt: Das Auge sofort mindestens 15 Minuten mit Wasser spülen, anschliessend in eine Notfallstelle. In dringenden Fällen kann auch der Notruf 144 alarmiert werden.
Die Kosten für optometrische Leistungen sind je nach Anbieter und Umfang unterschiedlich. Ein einfacher Sehtest mit Refraktionsbestimmung wird in vielen Optikfachgeschäften kostenlos oder kostengünstig angeboten, wenn anschliessend eine Brille oder Kontaktlinsen gekauft werden. Umfangreichere optometrische Untersuchungen mit Augengesundheits-Screening sind in der Regel kostenpflichtig.
Wichtig zu wissen: Optometrische Leistungen sind in der Schweizer Grundversicherung (KVG) in der Regel nicht abgedeckt – sie zählen zur Selbstzahler-Leistung. Konkrete Preise variieren je nach Praxis, Region und Untersuchungsumfang; eine telefonische Anfrage vorab lohnt sich.
Bei der Suche nach einer geeigneten Fachperson können verschiedene Kriterien helfen: die Qualifikation (BSc Optometrie an einer Schweizer Fachhochschule oder eidg. Facharzttitel FMH bei Augenärzt:innen), die Erfahrung in deinem konkreten Anliegen (z. B. Kontaktlinsen, Kinderaugen, refraktive Chirurgie), die Erreichbarkeit, mögliche Spezialisierungen sowie Bewertungen anderer Patient:innen.
Wenn bei einer optometrischen Untersuchung Auffälligkeiten festgestellt werden oder du Beschwerden wie Schmerzen, plötzliche Sehverschlechterung, Doppelbilder, Lichtblitze oder starke Rötungen hast, ist eine augenärztliche Abklärung sinnvoll. Auf truVuna findest du Augenärzt:innen in deiner Region und kannst passende Anlaufstellen für eine augenärztliche Abklärung vergleichen.
Was ist der Unterschied zwischen Optometrist:in und Optiker:in?
Optiker:innen (Augenoptiker:innen EFZ) haben eine berufliche Grundbildung und beraten beim Brillen- und Kontaktlinsenkauf. Optometrist:innen verfügen über einen Bachelor of Science (FHNW Olten) und sind in der primären Versorgung des visuellen Systems tätig – mit umfassender Refraktion, Kontaktlinsen-Anpassung und Augengesundheits-Screening. Seit 2020 ist Optometrie in der Schweiz ein offiziell anerkannter Gesundheitsberuf.
Darf ein:e Optometrist:in Augenkrankheiten diagnostizieren?
Nein. Optometrist:innen können auffällige Befunde erkennen und Hinweise auf mögliche Erkrankungen geben, aber sie stellen keine medizinische Diagnose und führen keine Behandlung durch. In solchen Fällen erfolgt eine Weiterleitung an eine augenärztliche Praxis. Diese Aufgabenverteilung ist im Schweizer Gesundheitsberufegesetz geregelt.
Bezahlt die Krankenkasse den Optometristen?
In der Regel nein: Optometrische Leistungen sind in der Schweizer Grundversicherung (KVG) nicht enthalten und zählen zur Selbstzahler-Leistung. Manche Zusatzversicherungen übernehmen einen Teil der Kosten – ein Blick in die eigenen Versicherungsbedingungen oder eine kurze Anfrage bei der Krankenkasse lohnt sich.
Wie lange dauert das Studium zum Optometristen in der Schweiz?
Das Bachelor-Studium Optometrie an der FHNW in Olten dauert drei Jahre im Vollzeit-Modus. Voraussetzung ist in der Regel eine abgeschlossene Grundbildung als Augenoptiker:in EFZ mit Berufsmaturität oder eine gymnasiale Matura mit einjährigem Praktikum.
Wann sollte ich statt zum Optometristen direkt zum Augenarzt gehen?
Bei akuten Beschwerden wie plötzlicher Sehverschlechterung, starken Augenschmerzen, Doppelbildern, Lichtblitzen, Augenverletzungen, Verätzungen oder bekannten chronischen Augenerkrankungen ist immer die Augenärztin oder der Augenarzt die richtige Anlaufstelle. Bei einfachen Refraktionsfragen ohne Symptome reicht meist eine optometrische Konsultation.
[1] Bundesamt für Gesundheit (BAG) – Bundesgesetz über die Gesundheitsberufe (GesBG). Offizielle Behördenseite zur Schweizer Regulierung der sieben Gesundheitsberufe (inkl. Optometrie), https://www.bag.admin.ch/de/bag/de/home/berufe-im-gesundheitswesen/gesundheitsberufe-der-tertiaerstufe/bundesgesetz-ueber-die-gesundheitsberufe.html
[2] Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), Institut für Optometrie – Bachelorstudium Optometrie. Offizielle Studiengangsbeschreibung der einzigen Schweizer Hochschule, die Optometrie anbietet, https://www.fhnw.ch/de/studium/technik/optometrie
[3] OPTIKSCHWEIZ (Fachverband für Augenoptik und Optometrie) – Optometrist:in. Offizielle Verbandsseite mit GesBG-Einordnung und Berufsabgrenzung, https://www.optikschweiz.ch/optometrist-in/
[4] Schweizerisches Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF / FMH): Weiterbildungsprogramm Facharzt für Ophthalmologie. Verbindliche Schweizer Richtlinien zur Facharztausbildung, Referenz für die Abgrenzung zur ärztlichen Tätigkeit, https://www.siwf.ch/weiterbildung/facharzttitel-und-schwerpunkte/ophthalmologie.cfm
[5] Bundesamt für Gesundheit (BAG) – Häufige Fragen (FAQ) zum Gesundheitsberufegesetz (GesBG). Offizielle Erläuterungen zur Berufsausübungsbewilligung und kantonalen Umsetzung, https://www.bag.admin.ch/de/haeufige-fragen-faq-zum-gesundheitsberufegesetz-gesbg
Jedes menschliche Auge hat einen Bereich auf der Netzhaut, in dem keine Lichtsinneszellen sitzen – den blinden Fleck. An dieser Stelle verlässt der Sehnerv das Auge. Das Gehirn füllt die Lücke automatisch, und das zweite Auge ergänzt die fehlenden Bildinformationen. Deshalb bemerken wir den blinden Fleck im Alltag nicht. Dieser Ratgeber erklärt, was der blinde Fleck genau ist, wo er liegt, warum wir ihn nicht wahrnehmen, wie du ihn selbst testen kannst und wann eine Veränderung ein Hinweis auf eine Augenerkrankung sein kann.
Ein plötzlicher, schmerzloser Sehverlust auf einem Auge – wie wenn das Licht «ausgeknipst» wird: So beschreiben viele Betroffene einen Augeninfarkt. Dahinter steckt ein Verschluss der feinen Blutgefässe in der Netzhaut, der die Versorgung des empfindlichen Gewebes unterbricht [1]. Das Wichtigste vorweg: Ein plötzlicher Sehverlust ist ein Notfall. Bei einem Arterienverschluss zählt jede Minute, und die Beschwerden können zugleich ein Warnzeichen für einen drohenden Schlaganfall sein [2]. Dieser Ratgeber erklärt, was ein Augeninfarkt ist, welche Formen es gibt, woran du die Warnzeichen erkennst und warum schnelles Handeln so entscheidend ist. Ziel ist nicht, Angst zu machen, sondern dir zu helfen, die Situation richtig einzuordnen und im Ernstfall keine wertvolle Zeit zu verlieren.
Ein steifer Nacken, müde Beine nach dem Sport, dieses allgemeine Gefühl, „verklebt" zu sein – und plötzlich liegt in fast jedem Fitnessstudio eine Faszienrolle herum. Die Faszienmassage ist in den letzten Jahren regelrecht zum Trend geworden, sei es als Behandlung in der Praxis oder als Selbstmassage zu Hause. Aber was steckt wirklich dahinter, was kann sie – und was nicht? Dieser Ratgeber erklärt dir ruhig und ehrlich, was die Faszienmassage ausmacht, wie sie abläuft, was die Forschung zeigt und was eine Behandlung in der Schweiz kostet – ohne Hype, aber auch ohne die Methode schlechtzureden.
Eine falsche Bewegung beim Sport, ein zu kurzes Aufwärmen oder einfach die falsche Witterung: Die Muskelzerrung ist eine der häufigsten Sportverletzungen. Sie tritt gehäuft in der Wade auf, kann aber auch andere Körperregionen wie den Rücken betreffen. Die Distension, wie die Muskelzerrung von Medizinern genannt wird, geht mit starken Schmerzen einher. Mit der notwendigen Ruhe ist diese aber schnell auskuriert und lässt vor allem keine bleibenden Schäden zurück. Spätestens nach zehn Tagen ist dein Muskel wieder voll belastbar. Alles zum Thema Muskelzerrung erklären wir dir hier.
„Protrusion“, „Vorfall“, „Prolaps“, „Sequester“ – rund um die Bandscheibe gibt es viele Begriffe, die leicht zu verwechseln sind. Wer einen solchen Befund erhält, möchte vor allem wissen: Wie ernst ist das, und was lässt sich tun? Dieser Ratgeber erklärt, was eine Bandscheibenprotrusion ist, worin sie sich vom Bandscheibenvorfall unterscheidet, welche Beschwerden auftreten können und welche Behandlungswege üblich sind.
«Tat tvam asi» – «Das bist du.» Drei kurze Sanskrit-Worte, die seit über 2.500 Jahren als zentrale Aussage indischer Philosophie gelten. Sie stammen aus den Upanishaden, einer Sammlung uralter Texte, die nicht nur den Hinduismus geprägt haben, sondern bis in die westliche Philosophie nachwirken – Schopenhauer beschrieb ihre Lektüre als «Trost meines Lebens». In diesem Ratgeber findest du eine klare Einführung in die Upanishaden: Was sie sind, woher sie kommen, welche Konzepte (besonders Atman und Brahman) sie prägen, welche bekannten Zitate sie enthalten – und wie sie heute im Yoga und in der Meditation wirken.