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Schuppige Haut entsteht, wenn die natürliche Schutzschicht der Haut gestört ist und sie dadurch zu viel Feuchtigkeit verliert. Die Haut ist mit einem feinen Schutzfilm überzogen, dem sogenannten Hydrolipidfilm – einem empfindlichen Gleichgewicht aus Fetten (Lipiden) und Feuchtigkeit. Dieser Film schützt vor Keimen und Stoffen von aussen und sorgt zugleich dafür, dass der Körper nicht zu viel Wasser verliert [1]. Produziert die Haut zu wenig schützende Fette, kann sie die Feuchtigkeit nicht mehr binden, das Wasser verdunstet schneller, und die Haut trocknet aus [1].
Als grösstes Organ des Körpers übernimmt die Haut eine wichtige Schutzfunktion [1]. Ist die Barriere geschwächt, zeigt sich das typischerweise als Spannungsgefühl, Schuppung, Rauigkeit und teils Rötungen [1]. Trockene und schuppige Haut ist dabei eine der häufigsten dermatologischen Beschwerden überhaupt [1] – und lässt sich mit der passenden Pflege in der Regel gut in den Griff bekommen.
Die Ursachen für schuppige Haut sind vielfältig und reichen von äusseren Einflüssen bis zu inneren Faktoren. Häufig kommen mehrere Auslöser zusammen, die gemeinsam dazu führen, dass die Hautbarriere geschwächt wird [1].
Zu den häufigsten Auslösern zählen:
Schuppige Haut zeigt sich besonders oft im Gesicht und an Körperstellen mit wenigen Talgdrüsen. Dazu gehören typischerweise die Unterschenkel, Unterarme, Hände und Füsse [1]. Im Gesicht macht sich Trockenheit oft zuerst durch ein Spannungsgefühl, feine Schüppchen oder raue Partien um Mund, Nase und Wangen bemerkbar.
Trockene Haut ist meist rau, spröde und matt, sie spannt, juckt und kann schmerzen [1]. Sehr trockene Haut kann zudem rissig werden. Genau deshalb ist schuppige Haut nicht nur ein kosmetisches Thema: Auf strapazierter, trockener Haut können sich leichter Entzündungen entwickeln, weshalb die richtige Pflege die zentrale Massnahme ist.
Die wichtigste Massnahme bei schuppiger Haut ist eine milde Reinigung kombiniert mit einer rückfettenden, feuchtigkeitsspendenden Pflege. Ziel ist es, die geschwächte Hautbarriere zu entlasten und ihr Fett und Feuchtigkeit zurückzugeben.
Bewährt haben sich folgende Grundsätze:
Entscheidend ist die regelmässige, konsequente Anwendung. Eine einmalige Pflege reicht selten aus, um die Hautbarriere nachhaltig zu stabilisieren.
Gut zu wissen: Wasser spendet der Haut nicht etwa Feuchtigkeit, sondern löst Fette heraus. Wer häufig lange und heiss duscht oder badet, neigt deshalb eher zu trockener Haut – und herkömmliche oder aggressive Seife entzieht ihr zusätzlich Fette [4].
Schuppige, rissige Haut braucht in erster Linie Fett, während spannende und juckende Haut auf einen Mangel an Feuchtigkeit hindeutet. Beide Aspekte hängen eng zusammen, denn eine gut funktionierende Hautbarriere braucht beides im Gleichgewicht [1].
Fühlt sich die Haut vor allem trocken und schuppig an, sind fettreichere Pflegeprodukte sinnvoll. Eine Wasser-in-Öl-Emulsion mit höherem Ölanteil legt sich wie ein schützender Film über die Haut. Im Zuge der Hautalterung nimmt die Aktivität der Talgdrüsen ab, sodass der Bedarf an rückfettender Pflege tendenziell steigt [1]. Spannt und juckt die Haut dagegen eher, profitiert sie von Produkten mit Feuchthaltefaktoren wie Urea oder Glycerin [1]. Im Zweifel ist eine Pflege sinnvoll, die beide Effekte kombiniert.
Hinter trockener, schuppiger Haut können auch chronische Hauterkrankungen stehen – am häufigsten Neurodermitis und Schuppenflechte. Beide gehen typischerweise mit trockener Haut einher und lassen sich nicht allein mit Pflege behandeln [4].
Neurodermitis (atopisches Ekzem): Die Neurodermitis ist eine chronische oder in Schüben auftretende, nicht ansteckende, entzündliche Hauterkrankung, die in der Regel mit starkem Juckreiz verbunden ist [2]. Die Haut ist häufig genetisch bedingt trocken und spröde [2]. Eine an Hautzustand und Jahreszeit angepasste Basispflege gilt als zentraler Bestandteil der Behandlung und sollte täglich konsequent durchgeführt werden; in Schüben können zeitweise zusätzliche Medikamente nötig sein [2].
Schuppenflechte (Psoriasis): Die Schuppenflechte ist eine entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung [3]. Bei der häufigsten Form, der Psoriasis vulgaris, rötet sich die Haut und bildet silbrig glänzende, klar begrenzte und stark schuppende Hauterhebungen, sogenannte Plaques [3]. Typische Stellen sind Kopf, Ellbogen, Knie und Rücken, aber auch Hände, Füsse und Nägel können betroffen sein [3]. Neben der Haut können sich manchmal auch Gelenke entzünden [3].
Weil sich diese Erkrankungen in der Behandlung deutlich von einfach trockener Haut unterscheiden, ist eine fachliche Diagnose wichtig, bevor du auf eigene Faust behandelst.
Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn die Haut trotz konsequenter Pflege schuppig bleibt, stark juckt, sich entzündet oder zusätzliche Beschwerden auftreten. Bei harmlosen Ursachen geben in der Regel zusätzliche Symptome die entscheidenden Hinweise auf eine mögliche Erkrankung.
Lass die Beschwerden dermatologisch abklären, wenn:
Eine ärztliche Abklärung hilft, eine mögliche Hauterkrankung früh zu erkennen und gezielt zu behandeln. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von der Ursache und vom individuellen Befund ab – die Pflegehinweise in diesem Ratgeber sind deshalb als allgemeine Orientierung zu verstehen und ersetzen keine persönliche Untersuchung.
Wenn du unsicher bist, woher deine schuppige Haut kommt, oder wenn sie sich trotz Pflege nicht bessert, lohnt sich der Weg zu einer dermatologischen Praxis. Auf truVuna findest du Hautärztinnen und Hautärzte in deiner Nähe – vergleiche Profile, Leistungen und Bewertungen und kontaktiere passende Anbieter:innen direkt für einen Termin.
Schuppiger Haut beugst du am besten vor, indem du die Hautbarriere schonst und sie regelmässig pflegst. Eine gesunde Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und erholsamer Schlaf unterstützen die Haut von innen [1].
Im Alltag helfen einige einfache Massnahmen:
Im Winter neigt die Haut besonders zu Trockenheit, weil bei kalten Temperaturen die Talgproduktion heruntergefahren wird und der Schutzmantel dünner wird. Eine fetthaltigere Pflege kann die Haut in dieser Zeit unterstützen [1].
Ist schuppige Haut ansteckend?
Schuppige Haut an sich ist nicht ansteckend. Auch die häufigsten zugrunde liegenden Hauterkrankungen, Neurodermitis und Schuppenflechte, sind nicht ansteckend [2][3]. In den meisten Fällen ist trockene, schuppige Haut ohnehin Folge harmloser Einflüsse wie Kälte, trockener Luft oder zu aggressiver Reinigung. Bestehen die Beschwerden dauerhaft, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Hilft viel Trinken gegen schuppige Haut?
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt die Haut, ist aber allein selten die Lösung. Über die Haut wird laufend Flüssigkeit abgegeben, und eine zu geringe Trinkmenge kann den Aufbau der Schutzbarriere beeinträchtigen [1]. Entscheidend bleibt jedoch die äussere Pflege mit milder Reinigung und rückfettenden, feuchtigkeitsspendenden Produkten, kombiniert mit einem hautfreundlichen Alltag.
Warum wird die Haut im Winter besonders schuppig?
Im Winter trocknet die Haut schneller aus, weil Kälte, Wind und trockene Heizungsluft ihr Feuchtigkeit entziehen. Zusätzlich wird bei kalten Temperaturen die Talgproduktion gedrosselt, sodass der schützende Fettfilm dünner wird [1]. Reichhaltigere, fetthaltige Pflege und regelmässiges Lüften können in dieser Jahreszeit helfen, die Haut im Gleichgewicht zu halten.
Wann sollte ich mit schuppiger Haut zur Ärztin oder zum Arzt?
Eine Abklärung ist sinnvoll, wenn sich die Haut trotz konsequenter Pflege nicht bessert oder zusätzliche Beschwerden auftreten. Dazu gehören stark gerötete, scharf begrenzte oder silbrig schuppende Stellen, starker Juckreiz, nässende oder eingerissene Haut sowie Beteiligung von Nägeln oder Gelenken [3]. Solche Anzeichen können auf eine behandlungsbedürftige Hauterkrankung hindeuten.
[1] Springer Medizin, 2025, Trockene Haut – Ursachen, Symptome und Behandlungsoptionen, springermedizin.de, https://www.springermedizin.de/trockene-haut-ursachen-symptome-und-behandlungsoptionen/50640070
[2] Werfel T. et al. / Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), 2020, Leitlinie Neurodermitis (atopisches Ekzem; atopische Dermatitis), AWMF-Registernr. 013-027, https://derma.de/fileadmin/derma/1_derma.de_WebRoot/Aerzte/Leitlinien/013-027k_S2k_Neurodermitis_2020-06.pdf
[3] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Schuppenflechte (Psoriasis), gesundheitsinformation.de, https://www.gesundheitsinformation.de/schuppenflechte-psoriasis.html
[4] Universitätsspital Zürich (USZ), 2025, Nicht nur im Winter: So beugen Sie trockener Haut vor, usz.ch, https://www.usz.ch/trockene-haut-winter/
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