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Unreinheiten auf der Haut entfernen: Ursachen, Pflege und wirksame Behandlung

Unreinheiten auf der Haut entfernen: Ursachen, Pflege und wirksame Behandlung

Ein Pickel auf der Nase kurz vor einem wichtigen Termin, hartnäckige Mitesser an Kinn und Stirn, glänzende Stellen in der T-Zone: Unreinheiten gehören für viele Menschen zum Alltag – und sie verschwinden selten so schnell, wie man es sich wünscht. Die gute Nachricht ist, dass du bei unreiner Haut einiges selbst tun kannst und dass es für hartnäckige Fälle wirksame Behandlungen gibt. Genauso wichtig ist aber zu wissen, was der Haut eher schadet. Dieser Ratgeber erklärt, wie Unreinheiten entstehen, welche Pflege sinnvoll ist, was bei Pickeln und Mitessern wirklich hilft und wann du besser fachlichen Rat einholst.

Wie entstehen Unreinheiten auf der Haut?

Unreinheiten entstehen, wenn sich Talg, abgestorbene Hautzellen und Bakterien in einem Haarfollikel ansammeln, die Pore verstopfen und sich entzünden [4]. Die Talgdrüsen liegen in der mittleren Hautschicht und geben über die Poren eine ölige Substanz – den Talg – nach aussen ab, die Haut und Haare geschmeidig hält. Fliesst dieser Talg nicht mehr richtig ab, bildet sich zunächst ein verstopfter Porenkanal [4].

Ist die Pore nur teilweise verschlossen, entsteht ein offener Mitesser mit dunklem Punkt; bei vollständigem Verschluss bildet sich ein geschlossener Mitesser (Milie) [4]. Vermehrt sich in den verstopften Poren das normalerweise harmlose Hautbakterium Cutibacterium acnes, kann eine Entzündung entstehen – sichtbar als geröteter, eitergefüllter Pickel. Tiefer reichende Entzündungen führen zu festen Knötchen, Zysten oder Abszessen [4]. Treten solche Unreinheiten gehäuft und hartnäckig auf, spricht man von Akne – der häufigsten Hautkrankheit bei Jugendlichen [1].

Wo treten Unreinheiten am häufigsten auf?

Am häufigsten zeigen sich Unreinheiten im Gesicht sowie an Hals, Schultern, Brust und Rücken – also dort, wo besonders viele Talgdrüsen sitzen [4]. Im Gesicht ist vor allem die sogenannte T-Zone betroffen: Stirn, Nase und Kinn, wo die Haut oft fettiger ist.

Dass auch der Rücken oder das Dekolleté betroffen sein können, überrascht viele. Schwere Akneformen können sich zudem auf weitere Körperstellen ausbreiten [4]. Wo Unreinheiten auftreten, sagt für sich genommen aber wenig über ihre Ursache aus – entscheidend ist das Gesamtbild.

Welche Ursachen und Auslöser stecken hinter unreiner Haut?

Die wichtigste Ursache sind hormonelle Veränderungen, vor allem in der Pubertät, wenn vermehrt männliche Geschlechtshormone (Androgene) gebildet werden und die Talgproduktion ankurbeln [4][2]. Deshalb treten Unreinheiten besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf und lassen bei den meisten Menschen bis Anfang oder Mitte zwanzig wieder nach – einige Frauen haben jedoch bis in die Vierziger damit zu tun [4].

Auch andere Situationen mit Hormonschwankungen können eine Rolle spielen, etwa der weibliche Zyklus, eine Schwangerschaft oder das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), eine hormonelle Störung [4]. Weitere mögliche Auslöser sind bestimmte Medikamente wie Kortikosteroide oder anabole Steroide, sehr fetthaltige Kosmetik- und Pflegeprodukte, die die Poren verschliessen, sowie eng anliegende Kleidung, hohe Luftfeuchtigkeit und starkes Schwitzen [4].

Gut zu wissen: Unreine Haut ist nicht selbst verschuldet. Weder mangelnde Hygiene noch eine bestimmte Ernährung sind die eigentliche Ursache – ausschlaggebend sind vor allem die Hormone [2][4]. Sich deshalb häufiger oder kräftiger zu waschen, bringt nichts und kann die Haut zusätzlich reizen [4].

Und die Ernährung? Welche Rolle sie spielt, ist wissenschaftlich nicht abschliessend geklärt. Diskutiert wird vor allem ein Zusammenhang mit Kohlenhydraten, die den Blutzucker schnell ansteigen lassen, sowie mit Milchprodukten – die Studienlage ist hier aber uneinheitlich, und ob der Verzicht darauf das Hautbild verbessert, ist offen [2][4]. Eine ausgewogene Ernährung ist sinnvoll, ein generelles Verbot einzelner Lebensmittel lässt sich aus der Evidenz jedoch nicht ableiten.

Welche Gesichtspflege hilft bei unreiner Haut?

Bei unreiner Haut ist eine milde, zurückhaltende Pflege sinnvoller als häufiges, intensives Reinigen – beim Thema Hautpflege gilt oft: weniger ist mehr [2]. Wird die Haut zu stark bearbeitet und ständig neuen „pflegenden" Substanzen ausgesetzt, kann sich das Hautbild sogar verschlechtern [2].

Konkret heisst das: Reinige dein Gesicht etwa ein- bis zweimal täglich. Normale Seifen haben einen hohen pH-Wert und können die Haut reizen; besser geeignet sind seifenfreie Reinigungsmittel, die an den pH-Wert der Haut angepasst sind [2]. Übermässiges Waschen, antibakterielle Seifen, Alkohol oder kräftiges Schrubben wirken nicht besser, sondern trocknen die Haut aus und reizen sie zusätzlich [2][4]. Für die anschliessende Pflege eignen sich leichte Öl-in-Wasser-Emulsionen oder feuchtigkeitsspendende Gele besser als fetthaltige Salben, die die Poren zusätzlich verstopfen können [2]. Auch Kosmetik sollte eher wasserbasiert sein, da sehr ölige Produkte Unreinheiten verschlimmern können [4].

Hinweise wie „nicht komedogen", „parfümfrei" oder „dermatologisch getestet" können bei der Orientierung helfen, ersetzen aber nicht den Blick auf die Inhaltsstoffe – besonders bei empfindlicher oder allergieanfälliger Haut. Wie ein einzelnes Produkt wirkt, lässt sich zudem nicht sicher vorhersagen; es kann nötig sein, selbst auszuprobieren, was die eigene Haut am besten verträgt [2].

Sollte man Pickel selbst ausdrücken?

Pickel selbst auszudrücken ist meist keine gute Idee, weil der Druck den Eiter tiefer ins Gewebe befördern, die Entzündung verstärken und das Risiko für Narben erhöhen kann [2][4]. Kurzfristig sieht die Haut nach dem Ausdrücken zwar oft besser aus – die Beschwerden können sich dadurch aber verschlimmern [2].

Vereinzeltes Ausdrücken führt zwar nicht gleich zu Narben. Wer es jedoch übertreibt oder sich an tiefer liegenden Pickeln versucht, riskiert stärkere Entzündungen und bleibende Narben [2]. Eine schonendere Alternative: Mitesser und reife Pickel lassen sich in einem Kosmetikstudio mit medizinischem Schwerpunkt oder in einer Hautarztpraxis unter hygienischen Bedingungen öffnen. Dabei wird die Haut zunächst mit warmem Wasser oder einem Dampfbad vorbereitet, um die Poren zu weiten, und die Pickel werden mit einem speziellen Instrument vorsichtig entleert [2].

Sicherheitshinweis: Finger weg von tiefen, schmerzhaften oder stark entzündeten Pickeln – gerade im Gesicht. Hier ist das Risiko, die Entzündung zu verschleppen und Narben zu hinterlassen, am grössten [2][4]. Lass solche Stellen besser in Ruhe abheilen oder fachlich behandeln.

Welche Behandlungen helfen bei hartnäckiger unreiner Haut?

Bei hartnäckiger oder entzündlicher unreiner Haut helfen vor allem medizinische Wirkstoffe wie Benzoylperoxid, Retinoide und Antibiotika, abgestimmt auf den Schweregrad [3][4]. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Ausprägung, vom Hauttyp, vom Leidensdruck und davon ab, was bereits ausprobiert wurde [3].

Die folgende Übersicht ordnet gängige Ansätze grob nach Ausprägung ein. Sie ersetzt keine ärztliche Einschätzung, sondern soll dir helfen, das Gespräch in der Praxis besser einzuordnen.

  • Leichte Unreinheiten: Häufige Ansätze sind Wirkstoffe zum Auftragen, z. B. Benzoylperoxid, Retinoide oder Azelainsäure. Wichtig zu wissen: Benzoylperoxid wirkt antibakteriell und gegen Verstopfung, ohne dass Resistenzen entstehen [3].

  • Mittelschwere Akne: Häufige Ansätze sind zusätzlich Antibiotika-Tabletten, bei Frauen ggf. hormonelle Mittel. Wichtig zu wissen: Antibiotika nur zeitlich begrenzt und kombiniert, da sonst Resistenzen drohen [3][4].

  • Schwere Akne: Häufige Ansätze sind Retinoid-Tabletten (Isotretinoin) unter ärztlicher Begleitung. Wichtig zu wissen: wirksam, aber mit teils erheblichen Nebenwirkungen und strengen Auflagen [3][4].

Für die äussere Anwendung sind Benzoylperoxid, Retinoide (Vitamin-A-Abkömmlinge) und – nur in Kombination – Antibiotika gut belegt; auch Azelainsäure kann lindern [3]. Reichen Cremes und Gele nicht aus, kommen bei mittelschwerer bis schwerer Akne Tabletten infrage: Antibiotika, hormonelle Mittel für Mädchen und Frauen oder, als wirksamste Option mit zugleich den meisten Nebenwirkungen, Retinoid-Tabletten [3][4]. Ergänzend kann eine fachgerechte Ausreinigung der Haut sinnvoll sein; Mitesser lassen sich ärztlich auch mit einem speziellen Instrument und sterilen Nadeln entfernen [4]. Begleitende manuelle Aknebehandlungen und Peelingverfahren wie eine Mikrodermabrasion können die medikamentöse Therapie unterstützen [5].

Wichtig ist Geduld: Fast alle Behandlungen brauchen einige Wochen bis Monate, bis sie wirken, und müssen oft über längere Zeit fortgeführt werden [3][4]. Komplementärmedizinische Mittel wie Teebaumöl, pflanzliche oder homöopathische Präparate konnten bislang in Studien keinen Wirknachweis erbringen [3]. Ein Hinweis zur Sicherheit: Retinoide – egal ob als Creme oder Tablette – sind in Schwangerschaft und Stillzeit nicht zugelassen, da sie dem Kind schaden können; eine Behandlung wird dann verschoben und vorab ärztlich abgeklärt [3].

Wie kannst du Unreinheiten vorbeugen?

Vorbeugen lässt sich Unreinheiten vor allem durch eine schonende, regelmässige Hautpflege und den Verzicht auf zu intensives Bearbeiten der Haut [2]. Eine milde Reinigung, passende, nicht zu fettige Pflegeprodukte und der Verzicht aufs Herumdrücken nehmen der Haut unnötige Reizungen.

Darüber hinaus hilft es, ins Gesicht fassen mit ungewaschenen Händen möglichst zu vermeiden, Make-up-Pinsel sowie regelmässig genutzte Handtücher und Kissenbezüge sauber zu halten und auf sehr ölige Produkte zu verzichten. Da Akne stark hormonell geprägt ist, lässt sie sich allerdings nicht allein durch Pflege oder Lebensstil verhindern – realistisch ist, das Hautbild zu verbessern und Schübe abzumildern, nicht, Unreinheiten vollständig auszuschliessen [2][4].

Was hilft gegen Unreinheiten am Rücken?

Gegen Unreinheiten am Rücken helfen dieselben Grundsätze wie im Gesicht – ergänzt durch luftige Kleidung und das Vermeiden von Schwitzen und Reibung. Eng anliegende Kleidung, hohe Luftfeuchtigkeit und starkes Schwitzen können Unreinheiten begünstigen [4].

Trage daher möglichst atmungsaktive, locker sitzende Kleidung und reinige die Haut nach dem Schwitzen schonend. Auch am Rücken gilt: nicht zu kräftig schrubben, da das die Haut reizt. Bleiben die Beschwerden hartnäckig, gelten dieselben medizinischen Behandlungsmöglichkeiten wie bei Unreinheiten im Gesicht.

Wann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn Unreinheiten hartnäckig, entzündlich oder schmerzhaft sind, Narben hinterlassen oder dich seelisch belasten [6][2]. Ausgeprägte Akne kann mit Ängsten, gedrückter Stimmung und vermindertem Selbstwertgefühl einhergehen – das ist ein ernstzunehmender Grund, sich Hilfe zu holen [6].

Für die Abklärung und Behandlung von Akne ist eine dermatologische Praxis die richtige Adresse. Dort lässt sich auch klären, ob hinter hartnäckigen Beschwerden eine hormonelle Ursache wie PCOS steckt, die eigens abgeklärt werden sollte [5]. Eine frühzeitige Behandlung kann zudem helfen, bleibende Narben zu vermeiden [2].

Eine gute Hautpflege und etwas Geduld bringen bei leichten Unreinheiten oft schon viel. Wenn du unsicher bist, welche Reinigung und Pflege zu deiner Haut passt, kann eine persönliche Hautberatung in einem Kosmetikstudio weiterhelfen – etwa beim Aufbau einer passenden Routine oder bei der schonenden Ausreinigung der Poren. Bei hartnäckigen, entzündlichen oder schmerzhaften Beschwerden gehört die Abklärung dagegen in eine dermatologische Praxis.

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Häufige Fragen zu unreiner Haut

Verschwinden Unreinheiten von selbst wieder?

Häufig ja. Da Unreinheiten und Akne stark hormonell bedingt sind, lassen sie bei den meisten Menschen bis Anfang oder Mitte zwanzig deutlich nach [4]. Einzelne Mitesser und Pickel kommen und gehen oft von allein. Bleiben die Beschwerden hartnäckig oder entzünden sie sich stark, ist es sinnvoll, nicht einfach abzuwarten, sondern eine fachliche Einschätzung einzuholen [4].

Helfen Hausmittel wie Teebaumöl oder Apfelessig gegen Pickel?

Für Hausmittel und komplementärmedizinische Ansätze gibt es bislang keinen wissenschaftlichen Wirknachweis. Mittel wie Teebaumöl, pflanzliche oder homöopathische Präparate konnten in Studien keine belegte Wirkung gegen Akne zeigen [3]. Gut untersucht und wirksam sind dagegen Benzoylperoxid, Retinoide und – in Kombination – Antibiotika [3]. Manche Hausmittel können die Haut zudem reizen.

Ist unreine Haut ein Zeichen mangelnder Hygiene?

Nein. Unreine Haut ist nicht selbst verschuldet, und schlechte Hygiene ist nicht die Ursache [2]. Ausschlaggebend sind vor allem hormonelle Einflüsse, die die Talgproduktion anregen [2][4]. Sich häufiger oder kräftiger zu waschen, verbessert das Hautbild nicht, sondern kann die Haut austrocknen und zusätzlich reizen [4].

Welche Gesichtspflege passt bei unreiner Haut?

Eine milde, an den pH-Wert der Haut angepasste, seifenfreie Reinigung ein- bis zweimal täglich ist ein guter Ausgangspunkt [2]. Für die Pflege eignen sich leichte Öl-in-Wasser-Emulsionen oder feuchtigkeitsspendende Gele besser als fetthaltige Salben [2]. Wichtig ist, die Haut nicht zu überpflegen oder zu stark zu bearbeiten – das kann Unreinheiten verstärken [2].

Wann sollte ich mit unreiner Haut zum Hautarzt?

Wenn Unreinheiten hartnäckig sind, sich entzünden, schmerzen, Narben hinterlassen oder dich psychisch belasten, ist eine dermatologische Abklärung ratsam [6][2]. Auch wenn frei verkäufliche Mittel über mehrere Wochen nicht helfen, lohnt sich der Gang in die Praxis. Eine frühzeitige Behandlung kann helfen, bleibende Narben zu vermeiden [2].

Quellen

[1] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), 2025, Akne, gesundheitsinformation.de, https://www.gesundheitsinformation.de/akne.html

[2] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), 2025, Hautpflege bei Akne, gesundheitsinformation.de, https://www.gesundheitsinformation.de/hautpflege-bei-akne.html

[3] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), 2025, Akne: Helfen Salben, Tabletten oder Lichtbehandlung?, gesundheitsinformation.de, https://www.gesundheitsinformation.de/akne-helfen-salben-tabletten-oder-lichtbehandlung.html

[4] Keri, J. E. (überprüft von McKoy, K.), 2024/2025, Akne (Ausgabe für Patienten), MSD Manual, https://www.msdmanuals.com/de/heim/hauterkrankungen/akne-und-verwandte-erkrankungen/akne

[5] Nast, A. et al. / Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), 2010, S2k-Leitlinie zur Therapie der Akne (AWMF), Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1610-0387.2010.07466.x

[6] Bundesministerium für Gesundheit (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG), 2024, Akne: Ursachen, Häufigkeit, Behandlung, gesund.bund.de, https://gesund.bund.de/akne

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