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Nein, Zahnpasta ist kein geeignetes Mittel gegen Pickel und kann die Haut sogar zusätzlich reizen. Der scheinbare Effekt beruht darauf, dass eine aufgetragene Zahncreme die Stelle kurzfristig austrocknet und sie dadurch etwas kleiner wirken lässt. Mit dem eigentlichen Problem hat das aber wenig zu tun: Ein Pickel entsteht nicht, weil die Haut zu feucht ist, sondern durch verstopfte Poren, Talg, Bakterien und eine Entzündung darunter. Akne beruht auf einer Wechselbeziehung zwischen Hormonen, Hautfetten und Bakterien, die zu einer Entzündung der Haarfollikel führen [3]. Diese Ursachen lassen sich durch Austrocknen nicht beheben – die Entzündung bleibt bestehen.
Hinzu kommt: Aggressive oder austrocknende Massnahmen wirken bei Unreinheiten nicht besser, sondern reizen die Haut häufig zusätzlich. Antibakterielle Seifen, Schmirgelprodukte, Alkoholtupfer und häufiges starkes Schrubben wirken nicht besser und können die Haut weiter reizen [3]. Genau in diese Kategorie fällt auch Zahnpasta.
Zahnpasta enthält Inhaltsstoffe, die für den Mundraum entwickelt wurden und auf der Gesichtshaut Reizungen oder allergische Reaktionen auslösen können. Dazu zählen vor allem Aromastoffe wie Menthol und Minzöle, schäumende Tenside wie Natriumlaurylsulfat (SLS), Abrasivstoffe (feine Schleifkörper) und Fluoride. Toothpaste consists of flavourings, preservatives, solvents, surfactants, colouring agents, abrasives, thickening agents, detergents, buffers, humectants, antiseptics, antacids, and fluoride salts. Flavourings are the major cause of allergic reactions to toothpaste [5]. Auch das Tensid SLS ist als Auslöser von Hautreizungen bekannt: Sodium lauryl sulfate (SLS), a detergent commonly found in toothpaste, is known to cause irritant contact dermatitis, especially around the mouth [5].
Wird die Hautbarriere auf diese Weise gereizt, kann das Gegenteil des Gewünschten eintreten: mehr Rötung, Brennen, Schuppung – und im ungünstigen Fall eine längere Heilung des Pickels. Besonders bei empfindlicher oder ohnehin zu Rötungen neigender Haut ist Zahnpasta deshalb keine gute Idee.
Sicherheitshinweis: Gerade rund um den Mund kann Zahnpasta Reizungen begünstigen, etwa eine periorale Dermatitis – einen geröteten, teils pickelartigen Ausschlag. Wenn die Haut nach dem Auftragen brennt, juckt oder gerötet bleibt, wasche die Stelle mit lauwarmem Wasser ab und verzichte auf weitere Hausmittel; halten die Beschwerden an, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll [5].
Pickel entstehen durch ein Zusammenspiel aus erhöhter Talgproduktion, verstopften Poren, Bakterien und einer Entzündungsreaktion – nicht dadurch, dass die Haut zu feucht oder zu wenig „desinfiziert“ ist. Eine zentrale Rolle spielen Hormone: Die Talgdrüsen produzieren zu viel fettiges Sekret, und zwar angekurbelt durch männliche Sexualhormone (Androgene wie Testosteron), wie sie besonders in der Pubertät gebildet werden (auch von Mädchen) [1]. Wichtig zu wissen: Die Ursache für Akne ist weder eine falsche Ernährung noch schlechte Hygiene. Es sind vor allem die Hormone, die in der Pubertät besonders aktiv sind und die Haut anregen, mehr Fett zu produzieren [2]. Unreine Haut ist also kein Zeichen mangelnder Sauberkeit.
Einzelne Pickel und eine ausgeprägte Akne sind dabei nicht dasselbe, gehen aber auf dieselben Grundmechanismen zurück. Akne ist sehr verbreitet: Akne ist die häufigste Hauterkrankung in den Vereinigten Staaten und betrifft 70 Prozent der Menschen zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens [3]. Auch in der Schweiz ist das Bild ähnlich – im Schnitt sind etwa 70 bis 95 Prozent aller Jugendlichen davon betroffen. Allerdings ist sie nur in 15 bis 30 Prozent der Fälle so schwer ausgeprägt, dass sie medizinisch behandelt werden muss [1].
Gegen Pickel helfen eine milde, regelmässige Hautpflege und erprobte Wirkstoffe wie Benzoylperoxid – nicht Hausmittel wie Zahnpasta. Die Basis ist eine schonende Reinigung: Die allgemeine Hautpflege ist bei Akne sehr einfach. Die betroffenen Hautflächen sollten ein- bis zweimal pro Tag mit einer milden Seife gewaschen werden [3]. Empfehlenswert sind seifenfreie Reinigungsmittel, die dem pH-Wert der Haut (5,5) angepasst sind. Wichtig ist auch, es nicht zu übertreiben: Denn zu viel Pflege kann Hautirritationen verstärken [2]. An Pickeln zu drücken oder zu kratzen solltest du vermeiden, da das Entzündungen verstärken und Narben begünstigen kann [3].
Für die gezielte Behandlung gibt es Wirkstoffe, deren Nutzen gut untersucht ist. Die wichtigsten im Überblick:
Wirksam sind beispielsweise Benzoylperoxid, Antibiotika und Retinoide [2]; starke Empfehlungen werden dabei ausgesprochen für topisches Benzoylperoxid, Retinoide und/oder Antibiotika und ihre Fixkombinationen [4]. Solche Mittel werden in der Regel nicht nur auf einzelne Pickel, sondern auf die ganze betroffene Hautpartie aufgetragen, um neue Unreinheiten zu verhindern – und sie brauchen Geduld: Die meisten Mittel müssen über einen längeren Zeitraum angewendet werden, damit sie zu Hautverbesserungen führen. Insgesamt kann die Behandlung Monate oder Jahre dauern [2].
Bei geröteter, zu Unreinheiten neigender Haut sind milde, nicht-komedogene Cremes sinnvoll, die die Hautbarriere unterstützen, statt sie auszutrocknen. Angaben wie „parfümfrei“ oder „nicht komedogen“ bieten dabei eine Orientierung, ersetzen aber den Blick auf die Inhaltsstoffliste nicht – gerade bei empfindlicher oder allergieanfälliger Haut. In Schwangerschaft und Stillzeit sind einige Aknemittel – etwa Retinoide und bestimmte Antibiotika – nicht geeignet; die Behandlung sollte dann vorab ärztlich abgeklärt werden [2].
Eine dermatologische Abklärung ist sinnvoll, wenn die Haut über Wochen entzündet, schmerzhaft oder grossflächig betroffen ist, Narben drohen oder die Unreinheiten stark belasten. Eine frühzeitige Behandlung lohnt sich: Die Akne kann sehr gut behandelt werden, wenn sie korrekt erkannt und eingestuft wird [1], und rechtzeitig begonnen kann sie helfen, bleibende Narben zu vermeiden. Bei schwereren Verläufen kommen verschreibungspflichtige Mittel infrage – etwa oral eingenommene Antibiotika bei mäßig starker Akne und oral eingenommenes Isotretinoin bei starker Akne [3].
Auch anhaltende Rötungen, Ausschläge, starker Juckreiz oder unklare Hautveränderungen gehören ärztlich beurteilt, da dahinter andere Hauterkrankungen wie Rosazea oder ein Ekzem stehen können. Eine Ferndiagnose über das Internet ersetzt diese Einschätzung nicht.
Leichte, gelegentliche Unreinheiten lassen sich oft mit der passenden Pflege in den Griff bekommen. Geht es dir vor allem darum, eine Hautroutine aufzubauen oder Pflegeprodukte auf deinen Hauttyp abzustimmen, kann eine Kosmetik- oder Hautberatung weiterhelfen. Bei anhaltenden, entzündlichen oder krankheitsverdächtigen Beschwerden – etwa ausgeprägter Akne, starken Rötungen oder Juckreiz – gehört die Haut dagegen in dermatologische Hände.
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Kann Zahnpasta einen Pickel über Nacht austrocknen?
Ein kurzfristiger Austrocknungseffekt ist möglich, doch er behandelt nicht die Ursache des Pickels. Die Entzündung darunter bleibt bestehen, und die enthaltenen Reizstoffe können die Haut zusätzlich strapazieren. Der Pickel wirkt morgens vielleicht kurz kleiner, kehrt aber häufig zurück – teils geröteter als zuvor. Sinnvoller sind eine milde Pflege und erprobte Wirkstoffe [3].
Welche Zahnpasta eignet sich gegen Pickel?
Keine. Es gibt keine Zahnpasta, die für die Gesichtshaut entwickelt oder zur Pickelbehandlung geeignet ist. Typische Bestandteile wie Aromastoffe, das Tensid SLS oder Abrasivstoffe können Reizungen und allergische Reaktionen auslösen [5]. Statt nach einer „verträglichen“ Zahnpasta zu suchen, greifst du besser zu Produkten, die ausdrücklich für unreine Haut gemacht sind.
Was kann ich tun, wenn ich schon Zahnpasta aufgetragen habe?
Wasche die Stelle möglichst rasch mit lauwarmem Wasser gründlich ab, damit die Reizstoffe nicht länger einwirken. Verzichte danach auf weitere Hausmittel und gönne der Haut Ruhe. Brennt, juckt oder rötet sich die Stelle weiterhin oder bildet sich ein Ausschlag rund um den Mund, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll [5].
Hilft Zahnpasta gegen Mitesser?
Nein. Mitesser entstehen durch verstopfte Poren, in denen sich Talg und Hornmaterial ansammeln. Da Zahnpasta lediglich oberflächlich austrocknet, kann sie diese Verstopfung nicht lösen [3]. Hilfreicher sind Wirkstoffe wie Salicylsäure, die die Verhornung lösen, sowie eine regelmässige, milde Reinigung der Haut [4].
Was ist eine sinnvolle Creme gegen Pickel und Rötungen?
Sinnvoll sind milde, nicht-komedogene Cremes, die die Hautbarriere unterstützen, kombiniert mit erprobten Wirkstoffen wie Benzoylperoxid bei entzündlichen Pickeln [2][4]. Frei verkäufliche Anti-Pickel-Produkte gibt es in der Apotheke. Bleiben die Rötungen über Wochen bestehen, sollte ärztlich abgeklärt werden, ob eine andere Hauterkrankung dahintersteckt.
[1] Universitätsspital Zürich (USZ), Dermatologische Klinik, 2025, Akne, https://www.usz.ch/krankheit/akne/
[2] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de, Akne, https://www.gesundheitsinformation.de/akne.html
[3] MSD Manual Ausgabe für Patienten, 2025, Akne, https://www.msdmanuals.com/de/heim/hauterkrankungen/akne-und-verwandte-erkrankungen/akne
[4] Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), 2024, Acne vulgaris bei Jugendlichen und Erwachsenen, Arzneiverordnung in der Praxis, https://www.akdae.de/arzneimitteltherapie/arzneiverordnung-in-der-praxis/ausgaben-archiv/ausgaben-ab-2015/ausgabe/artikel/2024/2024-2/acne-vulgaris-bei-jugendlichen-und-erwachsenen-1-1
[5] DermNet (New Zealand Dermatological Society), 2024, Contact reactions to toothpaste and other oral hygiene products, https://dermnetnz.org/topics/contact-reactions-to-toothpaste-and-other-oral-hygiene-products
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