Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.
Die Zwerchfellatmung (auch Bauchatmung oder Abdominalatmung) ist die Atemform, bei der hauptsächlich das Zwerchfell – ein flacher, kuppelförmiger Muskel zwischen Brust- und Bauchhöhle – die Atembewegung übernimmt. Beim Einatmen zieht sich das Zwerchfell zusammen und senkt sich nach unten. Dadurch entsteht in der Brusthöhle ein Unterdruck, der die Lungenflügel ausdehnt und Luft einströmen lässt. Beim Ausatmen entspannt sich das Zwerchfell wieder, wölbt sich nach oben – und die Luft wird passiv aus den Lungen gepresst.
Sichtbar wird die Bauchatmung daran, dass sich beim Einatmen der Bauch nach aussen wölbt, während der Brustkorb weitgehend ruhig bleibt. Bei der Brustatmung – auch Thorakal- oder Kostalatmung genannt – ist es umgekehrt: Hier weitet sich der Brustkorb, und der Bauch bewegt sich kaum.
Daneben gibt es noch eine dritte Atemform: die Schlüsselbeinatmung (auch hohe Atmung oder Lungenspitzatmung). Sie tritt typischerweise bei Stress, Angst oder körperlicher Belastung auf, wenn sich Schultern und Schlüsselbeine beim Einatmen heben. Diese Atemform ist die flachste und ineffizienteste der drei. Im Alltag kombinieren die meisten Menschen unbewusst Elemente aller drei Techniken – je nach Anspannung, Körperhaltung und Situation.
Das Zwerchfell ist der wichtigste Atemmuskel des Menschen und übernimmt im Ruhezustand etwa 60 bis 80 % der Atemarbeit. Anatomisch trennt es als kuppelförmige Muskel-Sehnen-Platte die Brusthöhle von der Bauchhöhle. Oberhalb liegen Lunge und Herz, darunter Leber, Magen, Milz und Verdauungsorgane.
Wenn sich das Zwerchfell beim Einatmen zusammenzieht, geschieht zweierlei gleichzeitig: Die Lunge wird durch den entstehenden Unterdruck gedehnt, und die Bauchorgane werden nach unten und vorne verschoben – deshalb wölbt sich der Bauch sichtbar nach aussen. Diese rhythmische Bewegung gibt dem Zwerchfell eine zusätzliche Funktion: Sie wirkt wie eine sanfte Massage auf die darunterliegenden Organe und kann den Blut- und Lymphfluss im Bauchraum unterstützen.
Anders als andere Muskeln steht das Zwerchfell sowohl unter unwillkürlicher Steuerung (über das vegetative Nervensystem) als auch unter willentlicher Kontrolle. Genau das macht die Atmung zu einem so wirkungsvollen Hebel: Du kannst sie bewusst beeinflussen – und damit zugleich auf das vegetative Nervensystem einwirken.
Die Zwerchfellatmung ist eine der am besten untersuchten Atemtechniken. Eine umfassende Übersichtsarbeit, die 10 systematische Reviews und 15 randomisiert-kontrollierte Studien zusammenfasst, zeigt: Tiefe, langsame Bauchatmung wirkt auf das vegetative Nervensystem und kann verschiedene Körpersysteme positiv beeinflussen [1].
Konkret weisen Studien folgende Effekte nach:
Wichtig zur Einordnung: Die Studienlage zeigt klare Hinweise auf eine positive Wirkung, ist aber methodisch heterogen – die Stichproben sind oft klein, die Studiendauern unterschiedlich. Für gesunde Menschen ist die Zwerchfellatmung ein einfaches, kostenloses und sicheres Werkzeug zur Selbstregulation. Bei medizinischen Beschwerden ersetzt sie keine ärztliche Behandlung.
Wer regelmässig bewusst in den Bauch atmet, profitiert in mehreren Bereichen gleichzeitig:
Die Bauchatmung lässt sich ohne Hilfsmittel überall trainieren – im Liegen, Sitzen oder Stehen. Für den Anfang ist die Position im Liegen am einfachsten, weil der Bauch hier am wenigsten gegen die Schwerkraft arbeiten muss. So gehst du vor:
Kleine Hilfe für den Einstieg: Wenn der Bauch sich anfangs kaum heben will, kannst du dir ein leichtes Buch (etwa 200 g) auf den Bauchnabel legen. So bekommst du einen klaren Bezugspunkt – und siehst direkt, ob das Buch beim Einatmen mit nach oben geht.
Die Bauchatmung eignet sich nicht nur als regelmässige Übung, sondern auch als gezieltes Werkzeug in akuten Situationen. Typische Einsatzfelder:
Die Zwerchfellatmung gilt allgemein als sicher und ist in der wissenschaftlichen Literatur kaum mit Nebenwirkungen verbunden. Eine systematische Übersichtsarbeit zu Yoga-bezogenen Atemübungen weist allerdings darauf hin, dass besonders forcierte Atemtechniken in Einzelfällen mit unerwünschten Effekten wie Schwindel oder Anspannung im Brustraum in Verbindung gebracht wurden [5]. Die ruhige, langsame Bauchatmung gehört nicht zu diesen forcierten Techniken – ein paar Punkte sind dennoch wichtig:
Damit die Zwerchfellatmung tatsächlich zur Gewohnheit wird, hilft es, sie an bestehende Alltagsroutinen zu koppeln. Ein paar bewährte Anker:
Wer die Atemtechnik nicht nur theoretisch verstehen, sondern unter fachlicher Anleitung trainieren möchte, findet in Yogastudios, Pilates-Schulen, Atemtherapie-Praxen und in der Physiotherapie kompetente Unterstützung. Gerade wenn körperliche Anspannung oder Beschwerden die Atmung beeinflussen, kann eine individuelle Anleitung wertvoll sein – sei es, um die richtige Technik zu erlernen, ungewohnte Atemmuster zu korrigieren oder die Übung in eine umfassendere Bewegungspraxis einzubetten.
Auf truVuna findest du Yogastudios, Pilates-Lehrer:innen und Atemtherapeut:innen in deiner Nähe. Vergleiche Angebote, lies Bewertungen und buche eine Schnupperstunde direkt online – so findest du in Ruhe heraus, welcher Stil und welche Anleitung am besten zu dir passen.
Erste Effekte spürst du oft schon in der ersten Übungseinheit – ein ruhigerer Atem, weniger Anspannung in den Schultern. Bis die Bauchatmung zur natürlichen Standardatmung wird, braucht es allerdings mehrere Wochen regelmässiger Übung. Wer täglich 5 bis 10 Minuten bewusst übt, etabliert das Muster meist innerhalb von 4 bis 8 Wochen.
Ja, die Begriffe werden in der Praxis synonym verwendet. Streng genommen beschreibt «Zwerchfellatmung» die anatomische Funktion (das Zwerchfell ist aktiv), während «Bauchatmung» das sichtbare Phänomen meint (der Bauch wölbt sich). In der Praxis bezeichnen beide dieselbe Atemform.
Ja, die Übung funktioniert in jeder Position. Im Liegen ist der Einstieg am einfachsten, weil das Zwerchfell weniger gegen die Schwerkraft arbeiten muss. Im Sitzen ist die Übung anspruchsvoller, aber alltagstauglich – etwa am Schreibtisch oder in der Bahn. Im Stehen ist sie für viele am schwierigsten, weil die Bauchmuskeln stärker stabilisieren.
Tiefe, langsame Atmung kann akute Angstzustände abmildern, weil sie das vegetative Nervensystem in Richtung Entspannung verschiebt. Studien zeigen positive Effekte auf Stresslevel und Ängstlichkeit, auch in spezifischen Situationen wie vor Prüfungen oder in der Schwangerschaft. Bei wiederkehrenden Panikattacken oder einer Angststörung ist sie aber kein Ersatz für eine therapeutische Behandlung – hier sollte fachliche Unterstützung hinzukommen.
Hamasaki H. (2020). Effects of Diaphragmatic Breathing on Health: A Narrative Review. Medicines (Basel), 7(10):65. DOI: 10.3390/medicines7100065
Hopper SI, Murray SL, Ferrara LR, Singleton JK. (2019). Effectiveness of diaphragmatic breathing for reducing physiological and psychological stress in adults: a quantitative systematic review. JBI Database of Systematic Reviews and Implementation Reports, 17(9):1855–1876. PubMed: 31436595
Laborde S, Allen MS, Borges U, et al. (2022). Effects of voluntary slow breathing on heart rate and heart rate variability: A systematic review and a meta-analysis. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 138:104711. PubMed: 35623448
Ma X, Yue ZQ, Gong ZQ, et al. (2017). The Effect of Diaphragmatic Breathing on Attention, Negative Affect and Stress in Healthy Adults. Frontiers in Psychology, 8:874. PMC5455070
Cramer H, Krucoff C, Dobos G. (2013). Adverse Events Associated with Yoga: A Systematic Review of Published Case Reports and Case Series. PLOS ONE, 8(10):e75515. DOI: 10.1371/journal.pone.0075515
Deine Haut arbeitet rund um die Uhr: Sie erneuert sich fortlaufend, wehrt Keime und Schadstoffe ab und reguliert ihren Feuchtigkeitshaushalt. Gerät dieses fein abgestimmte System aus dem Gleichgewicht – etwa durch zu aggressive Pflege, viel Sonne oder das Älterwerden –, fühlt sich die Haut schnell trocken, gereizt oder empfindlich an. Viele greifen dann zu noch mehr Produkten und verschlimmern die Situation oft ungewollt. Dieser Ratgeber erklärt, wie sich die Hautschichten und die Hautbarriere regenerieren, was sie schwächt und wie du deine Haut mit der richtigen Pflege gezielt unterstützt – samt der Grenzen, an denen eine fachliche Abklärung sinnvoll wird.
Ein sonniger Balkon, ein paar leuchtend orange Blüten und etwas Öl – mehr braucht es im Grunde nicht, um Ringelblumensalbe selbst herzustellen. Die Ringelblume (Calendula officinalis) gehört zu den bekanntesten Pflanzen der traditionellen Hautpflege und lässt sich mit überschaubarem Aufwand zu einer streichfähigen Salbe verarbeiten. In dieser Anleitung erfährst du in sieben Schritten, wie du aus den Blüten zuerst ein Ringelblumenöl und daraus eine fertige Salbe machst – und worauf du bei Zutaten, Hygiene, Haltbarkeit und Verträglichkeit achten solltest. So weisst du am Ende genau, was in deinem Tiegel steckt.
Ein wacher, offener Augenaufschlag in wenigen Sekunden – das ist der Reiz der Wimpernzange. Das kleine Metallwerkzeug biegt die oberen Wimpern nach oben und lässt die Augen dadurch grösser und wacher wirken, noch bevor du zur Mascara greifst. So simpel das Prinzip klingt, so leicht schleichen sich bei der Anwendung kleine Fehler ein, die die Wimpern unnötig strapazieren. Wie du die Zange richtig ansetzt, wann der ideale Zeitpunkt für Mascara ist und worauf du bei beheizten Modellen achten solltest – hier bekommst du die wichtigsten Antworten.
Kribbeln, taube Finger und Schmerzen im Handgelenk: Das sind die typischen Anzeichen eines Karpaltunnel Syndroms. Die meisten Menschen erfahren von der Existenz ihres Karpaltunnels erst, wenn die Nerven dort Probleme bereiten. Was du über den Karpaltunnel wissen musst, welche Übungen und Therapien gegen das Syndrom eingesetzt werden und wann es Zeit für eine Operation ist, erfährst du in den folgenden Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Ein Nagelpilz ist unschön und hartnäckig. Obwohl er nicht zu den schweren Krankheiten zählt, können die Symptome das Leben der Betroffenen erheblich negativ beeinträchtigen. Verfärbte und brüchige Nägel sind nicht nur ein optischer Makel, sondern können auch Schmerzen beim Gehen verursachen. Ausserdem ist eine Nagelpilzinfektion eine ziemlich langwierige Erkrankung, deren Behandlung sich über Monate hinzieht. Nicht zuletzt ist Nagelpilz sehr weit verbreitet. 5 bis 12 Prozent der Europäer leiden darunter. Vor allem Männer und ältere Menschen haben oft mit Nagelpilz zu kämpfen.
Schmerzen am Steissbein – dem untersten Abschnitt der Wirbelsäule – können den Alltag spürbar einschränken, vor allem beim Sitzen und beim Wechsel vom Sitzen zum Stehen. Manchmal stecken ein Sturz oder eine Geburt dahinter, manchmal lässt sich keine eindeutige Ursache finden. Dieser Ratgeber erklärt, wie Steissbeinschmerzen entstehen, was sich zu Hause tun lässt, welche Behandlungen infrage kommen und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.